Matthias Brandt

 4 Sterne bei 91 Bewertungen
Autor von Raumpatrouille, Raumpatrouille und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Matthias Brandt

Matthias Frederik Brandt, geboren am 07. Oktober 1961, ist der jüngste Sohn des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt. Er studierte Schauspiel in Hannover an der Hochschule für Musik und Theater. Er gehörte den Ensembles verschiedenster Theater in ganz Deutschland an und ist seit 2000 auch im Fernsehen zu sehen. Für seine Darstellungen in Filmen wurde er mehrfach ausgezeichnet und ist auch als Hörbuchsprecher bekannt und beliebt. Im September 2016 erschien sein erster Roman "Raumpatrouille", der an Matthias Brandts Kindheit orientiert ist. Brandt ist verheiratet und hat eine Tochter.

Alle Bücher von Matthias Brandt

Raumpatrouille

Raumpatrouille

 (86)
Erschienen am 08.09.2016
Raumpatrouille

Raumpatrouille

 (5)
Erschienen am 21.09.2017

Neue Rezensionen zu Matthias Brandt

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BookfantasyXYs avatar

Rezension zu "Raumpatrouille" von Matthias Brandt

Eine öffentliche Kindheit
BookfantasyXYvor einem Monat

Nach dem Tod seiner Eltern schrieb der jüngste Sohn Matthias von Willy und Rut Brandt kleine Erzählungen aus seiner Kindheit. In Berlin Anfang der 1960er Jahre geboren wuchs Matthias Brandt mit seinen beiden älteren Brüdern Peter und Lars in Berlin und später in der Bundeshauptstadt Bonn auf, als deren Vater Willy Brandt Bundeskanzler wurde. Da Matthias mit einem relativ großen Altersabstand zu seinen beiden älteren Brüdern der Nachzügler in der Familie ist, bekam er viel Aufmerksamkeit von seiner Mutter Rut. Rut Brandt versuchte, ihre Söhne so normal wie es möglich war, zu erziehen, trotz der Sicherheitsvorkehrungen für die ganze Familie. Matthias Brandt erzählt mit einem Augenzwinkern von seiner Kindheit, die teilweise unbeschwert gewesen ist, aber auch den typischen Streichen und Auseinandersetzungen mit Geschwistern und Freunden. Dennoch zeigt er auch die andere Seite der Medaille, nämlich eine Kindheit zwischen dem berühmten Vater, anderen Politkollegen und prominenten Persönlichkeiten.

Matthias Brandt beschreibt in seinen Erzählungen seine Kindheit aus Erlebnissen und Erinnerungen, und welche Träume er als Junge hatte. Nicht ohne Grund trägt der Buchtitel einen Begriff aus der Astronomie. Besonders unterhaltsam ist die Erzählung zu der geplanten Fahrrad-Tour mit seinem Vater Willy und dem seinen Parteikollegen Herbert Wehner, die sich nicht immer grün waren. Man kann nachspüren wie es den beiden Männern in dem Moment erging, als die angebliche Fahrrad-Tour nicht stattfinden konnte. Manche Erzählungen spiegeln die Momente der eigenen Kindheit wider. Somit stellen seine Erzählungen die Normalität eines Politikersohnes wider. Wenn Matthias Brandt seine Erzählungen Revue passieren lässt, kann man seine Sprache und Stimme nachempfinden, was auf sein schauspielerisches Talent zurück zu führen ist.

Matthias Brandt ist einer meiner deutschen Lieblingsschauspieler seiner Generation. Mit zunehmendem Alter sieht er meines Erachtens seinem Vater immer ähnlicher. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, dass er die Deutschen an seine Kindheit teilhaben lässt, die vor allem durch die 1970er Jahre geprägt worden sind. Wenn man selbst einen Teil der 1970er Jahre erlebt hat, kann man einige Momente und Alltagsgegenstände nachvollziehen.

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StefanieFreigerichts avatar

Rezension zu "Raumpatrouille" von Matthias Brandt

Kleine Geschichte(n) im Großen
StefanieFreigerichtvor einem Monat

Ein Memoir – aber keine Memoiren.
Kindheitserinnerungen – aber nicht kindisch.
Episodenhaft – aber zusammenhängend.
60er/70er Jahre – ja, West.
Matthias Brandt ist der Sohn des früheren Bundeskanzlers – das ist jedoch kein Buch über Willy Brandt, kein Blick durchs Schlüsselloch, kein „meine Kindheit war ja so schwer“-Buch.

„Alles, was ich erzähle, ist erfunden.
Einiges davon habe ich erlebt.
Manches von dem, was ich erlebt habe, hat stattgefunden.“
So lautet das schöne Vorwort. Der Rest lässt sich angenehm lesen, oft musste ich herzhaft lachen (herrlich – Fahrrad fahren mit Wehner). Ich fand mich wieder, auch wenn ich zehn Jahre jünger bin – die 70er reichten für das Wiedererkennen aus. Viel vom Charme macht die sehr spezielle Situation aus – mit „gestageten“ Aktionen dank der Politik, aber mit genauso aufgesetztem Verhalten im ganz normalen Kinderleben (der Prügelknabe der Klasse als Freund). Besonders anrührend fand ich das letzte Kapitel – das hob es für mich auf 5 Sterne, sonst wären es gute 4 geworden. Da die Meinungen geteilt sind – ich empfehle hier eine Leseprobe.

Übrigens wird in diesem Buch die gleiche Geschichte über Schweizer Heimweh erzählt wie in Königskinder...

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jenvo82s avatar

Rezension zu "Raumpatrouille" von Matthias Brandt

Ich wäre so gerne Astronaut
jenvo82vor einem Monat

„Wenn ich schon nicht so leben konnte, wie ich fühlte, warum konnte ich dann nicht einfach so tun, als ob? Wäre das dann, wenn ich nur überzeugend genug wäre und fest an die Täuschung glaubte, nicht dasselbe wie die tatsächliche Erfüllung meiner Sehnsucht?“


Inhalt


Matthias, der Ich-Erzähler ist der Sohn des Bundeskanzlers Willi Brandt und wächst in einem durchaus behüteten Kosmos auf, der ihn hin und wieder daran erinnert, dass seine Jugend nicht zwangsläufig mit der seiner Klassenkameraden vergleichbar ist. Es gibt Tage, da drängt sich dieser Umstand mit Präsenz in seine Freizeit hinein, wenn er z.B. seinen Vater beim ungewohnten Fahrradfahren begleiten muss und dann scheint wieder alles normal, zwischen den Nachmittagen auf dem Bolzplatz und dem Anspruch nicht nur Briefmarken zu sammeln, sondern gleich noch Postbote als Berufswunsch zu entwickeln. Noch besser wäre aber eine Zukunft als Astronaut, jenseits der hiesigen Verpflichtungen, mit viel Spielraum für Ruhm und Ehre …


Meinung


In diesem kurzen Debütroman von Matthias Brandt, widmet sich der Autor kleinen Episoden aus dem Leben eines Heranwachsenden mit viel Humor und Fingerspitzengefühl. Bereits im Auftakt stimmt er den Leser auf die folgenden knapp 200 Seiten ein: „Alles, was ich erzähle, ist erfunden. Einiges davon habe ich erlebt. Manches von dem, was ich erlebt habe, hat stattgefunden.“ Damit wird deutlich, dass nicht unbedingt die wahrheitsgetreue Schilderung der Erlebnisse im Vordergrund steht, sondern vielmehr das Gefühl ein junger Mensch mit klaren Vorstellungen und motivierten Zielen zu sein. Und diesen Anspruch erfüllt das Buch auf jeden Fall.


Trotzdem erwartet man etwas mehr Besonderheiten, etwas weniger Unruhe und stellenweise größere Bedacht. Ausgeglichen wird dieser Umstand durch die vielen eindrücklichen, bildhaften Episoden, bei denen sich der Leser tatsächlich in den Kopf des Kindes hineinversetzen kann. Sei es bei der Vorstellung eines Lebens als gefeierter Fussballer, selbst wenn der Hauch jeder Begabung fehlt oder auch als magischer Zauberkünstler, dem dieser einfache, elementare Fehler einfach nicht passieren darf. Mit Matthias Brandt kann man wieder Kind sein und das macht für die wenigen Lesestunden, die man mit der Lektüre verbringt richtig Spaß.


Fazit


Ich vergebe 3,5 Lesesterne (aufgerundet 4) für diesen individuellen, unterhaltsamen Roman, der weniger tiefgründig und erhellend ist, als man sich das wünscht, dafür aber einen anderen Nerv trifft. Wer damit leben kann, kleine Bagatellen, Kinderweisheiten und scheinbar wahllos herausgegriffene Aspekte eines Heranwachsenden in den 70-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts schmackhaft gemacht zu bekommen, der fühlt sich mit dieser Lektüre wohl. Wer auf Tiefgründigkeit und Weitsicht spekuliert und seine Prioritäten auf Eckpfeiler der wahren Ereignisse setzen möchte, der sucht vergebens. Ich schwanke zwischen beidem und vergebe daher eine mittlere Bewertung - doch kurzweilig ist das Buch definitiv.

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Zusätzliche Informationen

Matthias Brandt wurde am 07. Oktober 1961 in Berlin (Deutschland) geboren.

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