Matthias Brandt Raumpatrouille

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Inhaltsangabe zu „Raumpatrouille“ von Matthias Brandt

Die Geschichten in "Raumpatrouille" sind literarische Reisen in einen Kosmos, den jeder kennt: der Kosmos der eigenen Kindheit. In diesem Fall einer Kindheit in den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts in einer kleinen Stadt am Rhein, die damals Bundeshauptstadt war. Einer Kindheit, die bevölkert ist von einem mysteriösen Postboten, verschreckten Nonnen, kriegsbeschädigten Religionslehrern, einem netten Herrn Lübke von nebenan, bei dem es Kakao gibt und dem langsam die Worte ausgehen. Es gibt einen kauzigen Arbeitskollegen des Vaters, Herrn Wehner, einen Hausmeister und sogar einen Chauffeur, da der Vater gerade Bundeskanzler ist.

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    Raumpatrouille

    Wortklauber

    19. November 2017 um 18:01

    Zitat: „Alles, was ich erzähle, ist erfunden. Einiges davon habe ich erlebt. Manches von dem, was ich erlebt habe, hat stattgefunden.“ Der Schauspieler Matthias Brandt ist nicht der einzige Politikersohn, der über seinen Vater geschrieben hat, aber er tut es zum einen nicht in erster Linie  und zum anderen, indem er seine Kindheitserlebnisse in die Form von Erzählungen gießt und so mehr tut als „nur“ zu berichten.   Er erzählt über einen Jungen, der in einem großen Haus (in dem die Bewohner „sich leicht verpassen“) mit bewaffneten Sicherheitsleuten/Polizisten aufwächst. Im Jahr der ersten Mondlandung gehören zum Alltag der Kinder Begegnungen mit Soldatenwitwen und Kriegsversehrten. Er erzählt vom Urlaub mit seiner Mutter Rut in deren Heimatland Norwegen, einem Kirmesbesuch mit den Eltern, der weniger dem Vergnügen als dem „sich Zeigen“ dient, über das Außenseitertum eines Mitschülers, den Gruppenzwang, wenn man nichts lieber will als so zu sein wie die anderen, von Gewissensentscheidungen, Träumen, Blamagen, Irrtümern, Niederlagen. Wie es ist, als Torwart glänzen zu wollen, wenn da, abgesehen vom fehlenden Talent, die verflixte Kappe nicht wäre, oder als Zauberer, aber stattdessen das Zimmer abfackelt.   Der Junge will Astronaut werden oder Briefträger. Wie der, der täglich die Post ins Haus auf dem Venusberg bringt und wie Walter Spahrbier im Fernsehen. In diesem Setting der späten Sechziger- und frühen Siebzigerjahre fallen Namen, die man kennt, wenn man selbst zu dieser Generation zählt; Markennamen von Produkten, Titel von Fernsehsendungen durchziehen die Geschichten – Bananensattel, Welthölzer und Tritop Mandarine. Fast sieht man die blaue Schachtel mit den zwei roten Punkten im Schriftzug, schmeckt die klebrige Süße, hört die Stimme von „Pa“ aus „Bonanza“; der „Frittenpitter“ aus dem Buch hieß in meiner Stadt „Frittenhein“. „Genauso war’s!“, denkt man – oder „ach, so war das!“. Das macht die Geschichten vielseitig. Es sind nicht nur launige Erzählungen – humorvoll, auf jeden Fall, aber nicht platt, sondern auch feine Beobachtungen, auch des rückblickenden Erwachsenen auf sich als Kind, aber meistens aus der Zeit heraus. Dieser Junge, der viel allein ist, „aber nicht einsam“, durchstreift den parkartigen Garten eines Zuhauses, wie es den meisten Menschen fremd ist, träumt sich genauso in ferne Galaxien wie er den Lebensalltag der „ganz normalen“ Menschen erkundet, trinkt Kakao mit dem ehemaligen Bundespräsidenten und ist schwer beeindruckt vom Fernsehabend mit Fischlis und „Drei mal Neun“ im Zuhause eines Freundes.   Am besten gefallen haben mir die Geschichten „Welthölzer“ um eine missglückte Radtour mit Herbert Wehner, „Nirgendwo sonst“ über den schon erwähnten Übernachtungsbesuch, „Was ist?“ um eine zarte Annäherung zwischen Vater und Sohn. Ob’s erlebt ist oder erfunden spielt dabei keine Rolle.

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