Matthias Eckoldt

 4.1 Sterne bei 10 Bewertungen

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Erscheint am 11.02.2019 als Taschenbuch bei Penguin.

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Nepomurkss avatar

Rezension zu "Eine kurze Geschichte von Gehirn und Geist" von Matthias Eckoldt

Sicherlich für manchen Leser sehr interessant, aber leider nicht ganz mein Fall...
Nepomurksvor 2 Jahren

Matthias Eckoldt unternimmt in „Eine kurze Geschichte von Gehirn und Geist“ (erschienen im Pantheon Verlag) eine Zeitreise, begonnen bei den alten Griechen bis hin zur Neuzeit. Immer im Fokus das menschliche Gehirn und seine Funktionsweisen in jeglichem Blickwinkel.
Mich hat Cover des Buches sofort angesprochen und ich habe mich ein wenig von dem Untertitel „Woher wir wissen, wie wir fühlen und denken“ leiten lassen. Das Buch selber handelt aber tatsächlich immer vom entsprechenden epochalen Wissen zu Aufbau und Funktionsweise des menschlichen Hirns und der Bedeutung des menschlichen Geistes. Eckoldt stellt in chronologisch fortlaufender Form und in entsprechenden Kapiteln sehr eindrücklich dar, wann welches Wissen in der "Hirnforschung" erlangt wurde und wie sich das Forschen nach neuen Erkenntnissen in diesen Bereichen zu bestimmten Zeiten in der Vergangenheit entwickelte. Der Schreibstil ist dabei sehr eingängig und alle Inhalte sind durchweg gut verständlich beschrieben. Das Buch wirkt dabei eher wie eine Zeitreise durch die Geschichte, immer im Plauderton mit Blick auf die neurologischen Entdeckungen. Die Schilderungen waren dabei zwar stellenweise interessant, aber für mich doch nicht unbedingt fesselnd oder besonders spannend. Insbesondere die Darstellungen aus den Zeiten der Antike konnten mich nicht sonderlich einnehmen. Ein wenig besser wurde es, je näher man sich an die neuzeitlichen Erkenntnisse herantastete. Doch auch hier konnte mich das Buch nicht mehr wirklich mitreißen. Vielleicht lag es ein wenig an meinen falschen Erwartungen an dieses Buch..
Sicherlich finden sich für „Eine kurze Geschichte von Gehirn und Geist“ begeisterte Leser. Meins war es leider nicht so sehr. Stellenweise interessant, aber im Ganzen für meinen Geschmack nicht besonders überzeugend.. Sehr schade! Trotzdem lesenswert und dafür 3 Sterne.

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Eva-Maria_Obermanns avatar

Rezension zu "Eine kurze Geschichte von Gehirn und Geist" von Matthias Eckoldt

historische, biologische, philosophische und moderne Zugänge
Eva-Maria_Obermannvor 2 Jahren

Angefangen bei den ersten Überlegungen zum Sitz der menschlichen Gedanken in der Antike bis zur modernen Überlegung, wie künstlich unser Gehirn ist und wie natürlich eine Maschine wirken kann geht das Buch die verschiedenen Stationen der Hirnforschung durch. Den Anfang machen Knochenfunde, die belegen, dass bereits in grauer Vorzeit Operationen an Kopf und Gehirn vorgenommen wurden, die von den Patienten überlebt wurden. Dabei galt der Kopf lange nicht als Sitz des Geistes. Die Sinneswahrnehmungen von Sehen, Hören, Schmecken wurden schnell dort lokalisiert – immerhin sitzen am Kopf praktischer Weise auch Mund, Ohren, Augen, Nase – das Denken selbst wurde unabhängig davon betrachtet.

Interessant war für mich, wie lange sich die Vorstellung einer gasförmigen Substanz hielt, die die „Seele“ oder den beseelten Geist beinhalten sollte. Dort glaubte man Denken und Fühlen. Durch die kirchlichen Normen geprägt, war die Abkehr dieser körperlichen Ausprägung der Seele so lange undenkbar, dass auch die, die sich schließlich über das Gesetzt hinwegsetzten und Leichen sezierten, mit dem Gehirn vor ihrer Nase nicht von der Idee abbringen ließen. Beeindruckend am Buch finde ich, wie wertfrei der Autor an die einzelnen Schritte der Geschichte herangeht. Die kirchlichen Doktrinen, die der Forschung lange im Weg standen – ihr vielleicht immer noch im Weg stehen – werden keiner modernen Kritik ausgesetzt. Es war eben so, Punkt. Diese Sicht macht es wesentlich einfacher, den Forschungen zu folgen, als eine Zusammenfassung, die jeweils die Umstände verteufelt, statt sich auf die Ergebnisse zu konzentrieren.

Elementar beim Verständnis von Gehirn und Geist, das macht der Autor immer wieder klar, ist die Technisierung, die immer wieder neue Metaphern für das hochkomplexe Gebilde unseres Gehirns liefert. Wie viel Elektrizität ins uns steckt, wie viel davon in Wirklichkeit Chemie ist, wie viel wir immer wieder überwerfen müssen, weil das bisher gedachte einfach falsch war. Staunend habe ich dieses Buch gelesen und war immer wieder beeindruckt. Von den Forschern, aber umso mehr von unserem Gehirn, unserem Wesen, das immer noch zu weiten Teilen im Dunkeln liegt, weil wir abermals an einem Punkt angelangt sind, an dem wir den aktuellen Grenzwert erreicht haben. Bis hierher und nicht weiter – jedenfalls momentan. Mit jedem weiteren Tag, jedem Fortschritt, jeder Entdeckung, jedem neuen Stück Technik kann sich auch sofort wieder die Vorstellung unseres Gehirns verändern. Vom Aufnahmepunkt der Sinneneindrücke bis zur Datenzentrale, dem Internetknotenpunkt unseres Körpers.

Beeindruckend fand ich auch, dass der Autor nicht etwa Biologe ist. Matthias Eckoldt hat Philosophie, Germanistik und Medientheorie studiert. Dennoch – oder gerade darum – findet er die richtigen Worte, um die komplexen Forschungsschritte so zu erklären, dass sie verständlich werden. Fehlen darf dabei dann auch nicht die Entdeckungen von Broca und Wernicke, die Germanistikstudenten wie Biologiestudenten zumindest einmal kennen gelernt haben sollten. Hier zeigt sich auch wie ausgefeilt unser Gehirn ist. Während Broca ein Areal lokalisierte, das für das Zustandebringen zusammenhängender Sätze, also die grammatikalische Einbettung  – nicht aber für das Verstehen von Sprache und Worten – zuständig ist, entdeckte Wernicke einen Bereich, bei dessen Störung Sprache zwar noch reproduzierbar ist, aber ohne Sinn. Die Grammatik stimmt noch, aber die Worte ergeben keinen Sinn. Vielleicht ist es gerade die wissenschaftliche Herkunft des Autors geschuldet, dass andere, ebenso faszinierende Beispiele neurologischer Erkrankungen teilweise fehlen. Andererseits gibt es davon so viele, dass das Buch um gut 100 Seiten fülliger, das Ergebnis umso verwirrender würde. Als Fazit bleibt zu sagen. Eine kurze Geschichte von Gehirn und Geist ist eine sehr interessante Lektüre, die historische, biologische, philosophische und moderne Zugänge bietet und mich sehr in ihren Bann gezogen hat.

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JeannasBuechertraums avatar

Rezension zu "Eine kurze Geschichte von Gehirn und Geist" von Matthias Eckoldt

Sachlich & philophisch
JeannasBuechertraumvor 2 Jahren

Inhalt
Matthias Eckoldt hat Philosophie, Germanistik und Medientheorie studiert. In diesem Werk geht es um das Verständnis von Gehirn und Geist über die Epochen Hinweg. Angefangen mit der Antike (der Griechischen und Römichen) mit einem Sprung ins Mittelalter und die Renaissance zur Neuzeit, der Modernen und der Gegenwart. 
Es wird dargestellt wie die Menschen anfingen den Geist und das Gehirn zu verstehen, wie und mit was sie auf neue Erkenntnisse kamen wie sich das ganz miteinander verknüpft  und mit was beides sie es über die Jahrhunderte verglichen wurde.

Meinung
Ich war ehrlich überrascht wie gut sich ein Sachbuch lesen lassen kann. Anfangs kennt man noch vieles aus der Schule - aber auch im Philosophieunterricht der Oberstufe kann nicht alles angesprochen werden. Obwohl ich hier das Gefühl hatte das es an manchen Stellen ruhig hätte tiefer gehen können war es für mich eine gute einfache Darstellung und Zusammenfassung. 
Natürlich gab es vorallem später einige Stellen die schwerer zu lesen waren und bei denen ich auch mal was zweimal lesen musste. Dennoch kann ich sage das der Schreibstil sehr angenehm war, was ich so von Sachbüchern gar nicht gewöhnt bin. Es ist gut gemacht das immer mal wieder die Theorien Rückblickend vergleichen werden und sich die Entwicklung wie ein roter Faden durch die Zeit zieht. Im Mittelalter war mir der Sprung etwas zu groß - das ist wohl aber eher ein allgemeines Problem und nicht auf H. Eckoldt zurückzuführen ;)
Das Gehirn wird ausführlich betrachtet nur beim Geist bleibt alles etwas offen. Das hätte gern ruhig etwas mehr Platz im Buch bekommen können. 

Fazit
Alles in allem find ich das der Autor er schafft komplexe Theorien einfach, strukturiert und miteinander verknüpft wieder zu geben. Man bekommt einen überschaubaren Überblick über die Epochen hinweg und wird, wenn man bisher nicht viel mit den Themen zu tun hatte  sehr gut in die Theorien hineingeführt. 

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