Matthias Egger

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Lebenslauf von Matthias Egger

Matthias EGGER, MMag. Dr., geboren in Rum bei Innsbruck, Diplomstudium der Geschichte und der Politikwissenschaft an der Universität Innsbruck, Doktoratsstudium der Geschichte an den Universitäten Innsbruck und Salzburg. Seit 2019 Mitarbeiter im Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Geschichte des Ersten Weltkriegs, die Neue Militärgeschichte und die Innsbrucker Stadtgeschichte.

Quelle: Verlag / vlb

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Cover des Buches Machen Sie also Mittel oder ich gehe (ISBN: 9783702240271)Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Machen Sie also Mittel oder ich gehe" von Matthias Egger

EIn historischer bedeutender Fund: Briefe von Andreas Hofer anno 1809
Bellis-Perennisvor 4 Monaten

Als im Jahr 2019 31 bis dato unbekannte Schreiben des Tiroler Freiheitshelden Andreas Hofer an den Stadtmagistrat der Tiroler Landeshauptstadt sowie die Antworten darauf im Innsbrucker Stadtarchiv gefunden wurden, war man sich der Bedeutung dieses Fundes wohl bewusst. Denn, bisher kannte man die Schwierigkeiten Andreas Hofers, Geld für die Ausrüstung „seiner“ Truppen zu beschaffen, nur aus Erzählungen oder Aufzeichnungen Dritter, also von indirekten Quellen. Dieser Briefwechsel, der zwischen 23. August 1809 und 21. Oktober 1809 verfasst wurde, zeigt deutlich, wie schwierig es für Andreas Hofer war, Geldmittel zu lukrieren. 

Der Beginn dieses interessanten Sachbuches macht (neben einem Vorwort) ein kurzer Abriss der Geschichte der Koalitionskriege gegen Napoleon, in dem die Ereignisse bis 1809 dargestellt werden. In zehn weiteren Kapitel gehen die Autoren auf das Umfeld, in dem die Briefe zu sehen sind, ein. So wird unter anderem ein Blick auf den Alphabetisierungsgrad der Bevölkerung, die Zögerlichkeit des Magistrats (die aber verständlich ist, weil es ja neben den Kombattanten noch Zivilisten zu versorgen gilt) und das Drängen des Andreas Hofer geworfen. 

Der Briefwechsel zeigt, dass Andreas Hofer, obwohl man ihn aufgrund seiner Tätigkeit als Wirt, eher zu den Gebildeteren zählen muss, deutliche Mängel beim Verfassen von Schriftstücken auf: „Geschrieben wie gesprochen“ – manches ist für uns kaum zu entziffern. Die meisten der Briefe an den Innsbrucker Stadtmagistrat sind daher von (professionellen) Schreibern, die auch die „Etikette“ des Briefeschreibens beherrschten, geschrieben. Diese Personen sind bekannt und namentlich angeführt. Andreas Hofer hat es sich nicht nehmen lassen, an einigen Briefen handschriftliche Ergänzungen anzubringen. Spannend ist zu lesen, dass diese Schriftstücke in der Regel innerhalb von zwei Tagen zugestellt worden sind.  

Bei der Auswertung der Briefe wird auch deutlich, wie sehr Andreas Hofer mit der Administration überfordert war. Der Sandwirt aus dem Passeiertal ist eher ein Mann der Tat, als ein Bürokrat. Daher wundert es auch nicht, dass die zögerliche Haltung der Stadtverwaltung bei der Finanzierung der Ausrüstung und Bereitstellung von Freiwilligen, die Zornesadern des Kommandanten Hofer schwellen haben lassen, was am durchaus rüden Schreibstil deutlich zu erkennen ist.   

Die 31 Briefe wurden von den Autoren ausgewertet und sind in diesem Buch als Faksimile abgedruckt. Zur leichteren Lesbarkeit sind die Texte transkribiert abgedruckt.   

Wie es sich für wissenschaftliches Arbeiten gehört, dürfen Hinweise auf zeitliche und örtliche Zusammenhänge nicht fehlen. So erfährt der geneigte Leser, dass sich mehrere Männer 3 Gewehre, zwei Stutzen und einen Ladestock teilen mussten. Dass auch Andreas Hofer nicht davor zurückschreckte, religiöse Artefakte einschmelzen zu lassen, sollten Metalle nicht anderweitig beschafft werden.  

Fazit: 

Dieser Sensationsfund bereichert die Innsbrucker Stadtgeschichte und wirft ein Licht auf die schwierige Situation des Andreas Hofer, Geld, Ausrüstung und Männer für den Kampf gegen die Fremdherrschaft durch Bayern und Franzosen, aufzubringen. Gerne gebe ich diesem interessanten Buch 5 Sterne. 

 

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