Matthias Engels

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Autor von Springprozession, Glücksorte in Dortmund und weiteren Büchern.
Matthias Engels

Lebenslauf von Matthias Engels

Autor/Herausgeber/Referent für Literatur * 1975 Goch aufgewachsen am Niederrhein 1995-1995 Ausbildung zum Sortimentsbuchhändler lebt seit 2001 im münsterländischen Steinfurt verheiratet, 2 Kinder Bibliographie: Prosa: In Spiegelschrift. Roman. Agenda Verlag: Münster 2009 Mann im Schatten. Roman. Agenda Verlag: Münster 2010 Springprozession, ein ländliches Roadmovie. Agenda Verlag 2011 Lyrik : Mundfinsternis. Gedichte. BOD: Norderstedt 2008 Herausgabe: Neuy-Start. Texte zu Werken von Heinrich Neuy. Tecklenborg: Steinfurt 2009 Einzelveröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften (Auswahl): Zwischen Heine & Altbier, Anthologie niederrheinischer Autoren. Grevenbroich 2001 Gegenwart, Buchprojekt J. Nothnagel, Hamminkeln 2000, Bibliothek deutschsprachiger Gedichte, Bd. 11, 2008 in Zeitungen/Zeitschriften: (Auswahl) Rheinische Post, Düsseldorf Weisz auf schwarz, Weimar Das Magazin, Berlin Pressestimmen: Zu: "In Spiegelschrift" Dem Autor ist eine spannend geschriebene, nie langweilige Familiengeschichte gelungen! Aus: Münstersche Zeitung, Elvira Meisel-Kemper, 13.01.2010. Mit psychologischem Fingerspitzengefühl hat der Autor in dieser Geschichte die Menschen charakterisiert und den Zeitgeist mitschwingen lassen. Aus: Westfälische Nachrichten, Irmgard Tappe, 14.01.2010. Zu: "Mann im Schatten" (...) Matthias Engels, der in seinem neuen Roman "Mann im Schatten" mit Thomas Mann zwei Tage lang durch Münster spaziert. Das heißt, er lässt ihn ganz allein spazieren und auf 192 Seiten davon erzählen, was ihm an der tief katholischen Bevölkerung und der Stadt voller altertümlicher Schönheiten am eindrücklichsten erschien. Vor allem aber lässt Matthias Engels den großen Literaten über einen Ausweg aus seiner Sinn- und Schaffenskrise sinnieren. Davon, so scheint es, ist der 35-jährige Buchhändler aus Borghorst weit entfernt. Aus: Westfälische Nachrichten, Hans Lüttmann, 19.08.2010 Mit einer Sprache, die sich stark an Thomas Manns Schreibstil anlehnt, entwirft Matthias Engels das Bild eines vollkommen überforderten Künstlers. Engels hat viel und genau recherchiert und schafft es so, Thomas Mann dem Leser so nah wie möglich zu bringen. -Marco Poltronieri im WDR3 Kulturmagazin –Mosaik- Zu:"Springprozession" Matthias Engels widmet sich mit leichtfüßigen Worten einem Thema, das topaktuell ist wie je zuvor: nämlich der Sinnsuche eines Menschen, der in der Mitte seines Lebens steht und vor dem Angesicht seiner Geschichte nach der rechten Gegenwart und nach der erstrebenswerten Zukunft fragt. Aus:Kevelaerer Blatt, Sonja Volkmann, 12.05.2011

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Glücksorte in Dortmund

Neu erschienen am 19.09.2018 als Taschenbuch bei Droste Verlag.

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Springprozession

Springprozession

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Erschienen am 12.04.2011
eremiten in wohngebieten

eremiten in wohngebieten

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Erschienen am 30.04.2018
Mundfinsternis

Mundfinsternis

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Erschienen am 02.12.2008
In Spiegelschrift

In Spiegelschrift

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Erschienen am 28.12.2009
Neuy Start

Neuy Start

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Erschienen am 01.11.2009
Sentimentale Eichen

Sentimentale Eichen

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Erschienen am 01.07.2012
Mann im Schatten

Mann im Schatten

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Erschienen am 01.08.2010

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Rezension zu "Springprozession" von Matthias Engels

Rezension zu "Springprozession" von Matthias Engels
schneckevor 7 Jahren

Drei Schritte vor, zwei zurück. Seitliche Schritte vorwärts abwechselnd nach rechts und nach links. Das Ziel erreicht man auch auf Umwegen. Die Entstehung der Springprozession geht bis ins Mittelalter zurück. Und wer Gott besonders nah sein und all seinen heilenden Segen wollte, soll sich obendrein rohe Erbsen in die Schuhe gesteckt haben.
So fühlt sich Leben nunmal ab und zu an: Als hätte man einen Stein im Schuh...

Peter allerdings glaubt, auf der Stelle zu treten - mit einem Zentner Disteln, Dornen und Gesteinsbrocken an den Fesseln. Das Leben ist eintönig geworden. Seine Freundin Silvie ist streitlustig und behält die Kontrolle. Über alles! Aus ihren spitzzüngigen Kommentaren über all das, was ihm einst lieb war, hat er seine Konsequenzen gezogen: Seine geliebten Bücher hat er im Keller versteckt - damit das Wohnzimmerregal ordentlicher aussieht. Statt seine Lieblingsmusik laut zu hören, hat er Kopfhörer gekauft. Sein Job macht ihn nicht glücklich. Und in der neuen Stadt fühlt er sich wie das Landei. Peter ist Mitte 30 und sein Jugendwunsch, anders sein zu wollen, ist der Erkenntnis gewichen, dass alles einfach nur öde ist.

Als wenn das noch nicht genug ist, trudelt eine Einladung zum Klassentreffen ein. Nach Hause. Nach Kevelaer. Ein Wallfahrtsort. Eine mittelgroße Kleinstadt am Niederrhein, europaweit bekannt für seine heilende Wirkung.
"Agnes Meurßen aus Waldfeucht, die vier Jahre zuvor ihre Sprache verloren hatte, konnte nach einem Besuch in Kevelaer 1850 wieder sprechen." Die kurzen Schilderungen diverser Wunder, mit denen der Autor das ein oder andere Kapitel einleitet, wirken ein wenig zynisch. Ähnlich ist auch die Erzählweise des Protagonisten Peter: "Kevelaer, ein dem Adventskalender entsprungenes Dorf." "Der Kapellenplatz - eine Mischung aus Kommerz und Katholizismus."
Dass der Autor dieses Roadmovies, Matthias Engels, diesen Pilgerort so naturgetreu beschreiben kann, mag daran liegen, dass er selbst hier einen Teil seines Lebens verbracht hat und ähnlich alt zu sein scheint wie seine Romanfigur Peter.
Die nicht gerade herbei gewünschte Rückkehr nach Kevelaer zu diesem ominösen Klassentreffen ähnelt einer "Springprozession"... Erste Rückschauen auf Vergangenes erlebt er bereits während der Fahrt im Wagen seines damals besten Schulfreundes Markus. "Einmal Käfer - immer Käfer", nur der Motor ist neu. Markus legt noch immer die joviale Art an den Tag, die Peter von ihm gewöhnt ist. Selbst nach all den Jahren, die sie sich aus den Augen verloren hatten. Markus verteidigt seine kleinen sympathischen Eigenarten und raucht jetzt heimlich in seinem Auto. Ein "Ausrutscher", den sich Peter nie gönnen würde.
Beim Klassentreffen allerdings fehlt jemand. Ruth! Das heitere Blumenmädchen mit den hennaroten Haaren und den Hippieklamotten, die Hermann Hesse las und eisern ihre idealistische Vorstellung von Liebe verteidigte. Wenn andere ihr und Peter damals ein Techtelmechtel augedichtet hätten, hätte ihn das wohl kaum gestört. Er hatte ihre Nähe genossen. Und sie bewundert. Sie war so wunderbar anders. Während er sich für normal hielt. Und heute für öde. Drei Schritte vor, zwei zurück...

Die Rückschau auf alte Zeiten, auf die wilden Schulpartys und Abschlussfeten von früher geht weiter in Markus' VW Käfer. Die Heimfahrt wird zu einer Art Bestandsaufnahme, was das Leben bisher gebracht hat. Auf Markus wartet seine schwangere Freundin. Auf Peter scheint eine beleidigte, störrische Silvie zu lauern. Und die Erkenntnis, was aus der exotischen Ruth geworden ist, bleibt leider unerfüllt... Vorerst...

Am Ende sieht Peter ein: "Irgendwo haben wir eine falsche Abzweigung genommen."
Und so ist "Springprozession" zwar ein fiktiver Roman, aber so facettenreich, dass ich als Leserin mich in allen Personen dieses Buches wiedererkenne: natürlich in Ruth, dem rothaarigen Hippiemädchen mit der Vorliebe für das Andersartige, genauso wie in Peter, den seine Angepasstheit so dermaßen langweilt und kurz vor der Resignation steht, als auch in Markus, der auf liebenswerte Weise ein Teenie geblieben scheint.

"Springprozession" ist Matthias Engels' dritter Roman. Diesmal mit deutlich mehr Heimatcouleur, ohne in die Schiene der Regionalliteratur abzurutschen. Viel mehr fährt Matthias Engels mit seinem "ländlichen Roadmovie" in jene Sackgassen des Lebens, wenn alles mal ins Stocken geraten ist. Trotzdem: Die Protagonisten bleiben unterwegs... Hin und wieder zurück. Und zwischendurch gehen sie weitere Schritte in die Vergangenheit, um am Ende dort zu landen, was zwangsläufig nach einem "Heute" kommt: Morgen kann das Leben ganz anders sein als es gestern war.
"Zumindest war der Stillstand überwunden."

"Springprozession" wäre kein Buch für mich gewesen, hätte ich es beim Klappentextlesen belassen. Doch schon auf den ersten Seiten nimmt der Roman Fahrt auf. Und natürlich hat die Autorenlesung in genau jenem Lokal, in dem fiktiv das Klassentreffen stattfindet, bewirkt, dass die "Springprozession" für mich nun mehr ist als ein Roman mit regionalem Bezug. Es ist ein Buch, das zur richtigen Zeit kommt: Wenn kurz vor dem Stillstand unerwartet doch noch eine Umkehr möglich wird....

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Matthias Engels wurde am 25. Januar 1975 in Goch (Deutschland) geboren.

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