Matthias Engels Springprozession

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Inhaltsangabe zu „Springprozession“ von Matthias Engels

Kevelaer: katholischer Wallfahrtsort am Niederrhein, voller Tradition und Trubel – und voller Erinnerungen. Eigentlich wollte Peter nie mehr zurück an den Ort seiner Jugend. Aber von der Einladung zum Klassentreffen verspricht er sich einen Abend lang Abstand vom Alltag, der Langeweile und der kriselnden Beziehung. Markus ist auch gekommen. Die Freunde hatten sich aus den Augen verloren. Jetzt reden sie von vergangenen Zeiten, alten Geschichten und – von Ruth … Der Weg der Pilger findet immer sein vorgegebenes Ziel: Peter jedoch stellen sich wieder die Fragen nach dem richtigen Leben. Große und kleine Pläne wurden begraben. Lebensentwürfe sind gescheitert. War man Gespenstern nachgejagt, in der Sackgasse gelandet oder könnte man nicht doch die alten Spuren wieder aufnehmen? Die Heimfahrt in Markus Käfer gerät zu einer Bestandsaufnahme entlang der Landstraße. Pressestimmen zu den von Matthias Engels bereits bei agenda ­erschienen Romanen In Spiegelschrift (2009) und Mann im Schatten (2010): Spannend geschrieben! Münstersche Zeitung Mit psychologischem Fingerspitzengefühl. Westfälische Nachrichten Engels schafft es, Thomas Mann dem Leser so nah wie möglich zu bringen. WDR3 Kulturmagazin Mosaik Matthias Engels (*1975) wuchs am Niederrhein auf und lebt heute im münsterländischen Steinfurt.

Kevelaerer Blatt vom 12.05.2011 Erkenntnisgewinn auf der Landstraße KEVELAER Matthias Engels ist zurück in Kevelaer Zumindest gedanklich hat der Autor, den etliche Leser sicher noch aus seiner Zeit in der Bücherstube Aengenheyster kennen, auf den Weg in die Marienstadt gemacht. „Springprozession", heißt sein neuer Roman, Peter heißt der Protagonist, um den es darin geht Auf den ersten Blick ist es ein kleines Büchlein, in dem es sich ledig lieh um ein schlichtes Klassen treffen dreht, zu dem einige Mittdreißiger in der Marienstadt im Gasthaus zum Löwen zusammenkommen, um mehr oder weniger lautstark in Erinnerungen zu schwelgen. Aber Matthias Engels liefert weit mehr als nur die Beschreibung eines gemeinschaftlichen Saufgelages mit anschließender Rückreise der weit aus der Großstadt angereisten Kevelaer-Heimkehrer. Er widmet sich mit leichtfüßigen Worten einem Thema, das topaktuell ist wie je zuvor: nämlich der Sinnsuche eines Menschen, der in der Mitte seines Lebens steht und vor dem Angesicht seiner Geschichte nach der rechten Gegenwart und nach der erstrebenswerten Zukunft fragt. Sicher: In der Erinnerung des Hauptdarstellers kommt Kevelaer als der Ort, in dem er aufgewachsen ist, nicht besonders gut weg. Aber: Am Ende wird sich herausstellen, dass es eine Reise an eben diesen Ort seiner Kindheit und Jugend ist, die Peter später die Augen öffnen wird für seine Welt, in der er sich nunmehr nur noch mit verschleiertem Blick bewegte In Kevelaer trifft er seinen früheren besten Freund Markus wieder Die zwei Männer, die sich schon damals abseits der grölenden Masse gehalten haben, finden sich auch bei diesem Treffen am Rande des Gastraumes wieder und werden so zu Beobachtern des Geschehens am Nachbartisch. Gedanklich dabei ist Ruth, jenes Mädchen, zu dem Peter lange eine platonische Beziehung pflegte, die annähernd erotische Züge trug, ohne dass es die beiden jungen Menschen als solche wahrgenommen oder zugelassen hätten Matthias Engels nimmt die Leser in seinem ländlichen Roadmovie mit auf eine kurvenreiche Fahrt, auf der Peter in der Auseinandersetzung mit sich und Markus letztlich zur Erkenntnis kommt. Erschienen im Agenda Verlag, Münster. SONJA VOLKMAN N

— Steinborg
Steinborg

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  • Rezension zu "Springprozession" von Matthias Engels

    Springprozession
    schnecke

    schnecke

    Drei Schritte vor, zwei zurück. Seitliche Schritte vorwärts abwechselnd nach rechts und nach links. Das Ziel erreicht man auch auf Umwegen. Die Entstehung der Springprozession geht bis ins Mittelalter zurück. Und wer Gott besonders nah sein und all seinen heilenden Segen wollte, soll sich obendrein rohe Erbsen in die Schuhe gesteckt haben. So fühlt sich Leben nunmal ab und zu an: Als hätte man einen Stein im Schuh... Peter allerdings glaubt, auf der Stelle zu treten - mit einem Zentner Disteln, Dornen und Gesteinsbrocken an den Fesseln. Das Leben ist eintönig geworden. Seine Freundin Silvie ist streitlustig und behält die Kontrolle. Über alles! Aus ihren spitzzüngigen Kommentaren über all das, was ihm einst lieb war, hat er seine Konsequenzen gezogen: Seine geliebten Bücher hat er im Keller versteckt - damit das Wohnzimmerregal ordentlicher aussieht. Statt seine Lieblingsmusik laut zu hören, hat er Kopfhörer gekauft. Sein Job macht ihn nicht glücklich. Und in der neuen Stadt fühlt er sich wie das Landei. Peter ist Mitte 30 und sein Jugendwunsch, anders sein zu wollen, ist der Erkenntnis gewichen, dass alles einfach nur öde ist. Als wenn das noch nicht genug ist, trudelt eine Einladung zum Klassentreffen ein. Nach Hause. Nach Kevelaer. Ein Wallfahrtsort. Eine mittelgroße Kleinstadt am Niederrhein, europaweit bekannt für seine heilende Wirkung. "Agnes Meurßen aus Waldfeucht, die vier Jahre zuvor ihre Sprache verloren hatte, konnte nach einem Besuch in Kevelaer 1850 wieder sprechen." Die kurzen Schilderungen diverser Wunder, mit denen der Autor das ein oder andere Kapitel einleitet, wirken ein wenig zynisch. Ähnlich ist auch die Erzählweise des Protagonisten Peter: "Kevelaer, ein dem Adventskalender entsprungenes Dorf." "Der Kapellenplatz - eine Mischung aus Kommerz und Katholizismus." Dass der Autor dieses Roadmovies, Matthias Engels, diesen Pilgerort so naturgetreu beschreiben kann, mag daran liegen, dass er selbst hier einen Teil seines Lebens verbracht hat und ähnlich alt zu sein scheint wie seine Romanfigur Peter. Die nicht gerade herbei gewünschte Rückkehr nach Kevelaer zu diesem ominösen Klassentreffen ähnelt einer "Springprozession"... Erste Rückschauen auf Vergangenes erlebt er bereits während der Fahrt im Wagen seines damals besten Schulfreundes Markus. "Einmal Käfer - immer Käfer", nur der Motor ist neu. Markus legt noch immer die joviale Art an den Tag, die Peter von ihm gewöhnt ist. Selbst nach all den Jahren, die sie sich aus den Augen verloren hatten. Markus verteidigt seine kleinen sympathischen Eigenarten und raucht jetzt heimlich in seinem Auto. Ein "Ausrutscher", den sich Peter nie gönnen würde. Beim Klassentreffen allerdings fehlt jemand. Ruth! Das heitere Blumenmädchen mit den hennaroten Haaren und den Hippieklamotten, die Hermann Hesse las und eisern ihre idealistische Vorstellung von Liebe verteidigte. Wenn andere ihr und Peter damals ein Techtelmechtel augedichtet hätten, hätte ihn das wohl kaum gestört. Er hatte ihre Nähe genossen. Und sie bewundert. Sie war so wunderbar anders. Während er sich für normal hielt. Und heute für öde. Drei Schritte vor, zwei zurück... Die Rückschau auf alte Zeiten, auf die wilden Schulpartys und Abschlussfeten von früher geht weiter in Markus' VW Käfer. Die Heimfahrt wird zu einer Art Bestandsaufnahme, was das Leben bisher gebracht hat. Auf Markus wartet seine schwangere Freundin. Auf Peter scheint eine beleidigte, störrische Silvie zu lauern. Und die Erkenntnis, was aus der exotischen Ruth geworden ist, bleibt leider unerfüllt... Vorerst... Am Ende sieht Peter ein: "Irgendwo haben wir eine falsche Abzweigung genommen." Und so ist "Springprozession" zwar ein fiktiver Roman, aber so facettenreich, dass ich als Leserin mich in allen Personen dieses Buches wiedererkenne: natürlich in Ruth, dem rothaarigen Hippiemädchen mit der Vorliebe für das Andersartige, genauso wie in Peter, den seine Angepasstheit so dermaßen langweilt und kurz vor der Resignation steht, als auch in Markus, der auf liebenswerte Weise ein Teenie geblieben scheint. "Springprozession" ist Matthias Engels' dritter Roman. Diesmal mit deutlich mehr Heimatcouleur, ohne in die Schiene der Regionalliteratur abzurutschen. Viel mehr fährt Matthias Engels mit seinem "ländlichen Roadmovie" in jene Sackgassen des Lebens, wenn alles mal ins Stocken geraten ist. Trotzdem: Die Protagonisten bleiben unterwegs... Hin und wieder zurück. Und zwischendurch gehen sie weitere Schritte in die Vergangenheit, um am Ende dort zu landen, was zwangsläufig nach einem "Heute" kommt: Morgen kann das Leben ganz anders sein als es gestern war. "Zumindest war der Stillstand überwunden." "Springprozession" wäre kein Buch für mich gewesen, hätte ich es beim Klappentextlesen belassen. Doch schon auf den ersten Seiten nimmt der Roman Fahrt auf. Und natürlich hat die Autorenlesung in genau jenem Lokal, in dem fiktiv das Klassentreffen stattfindet, bewirkt, dass die "Springprozession" für mich nun mehr ist als ein Roman mit regionalem Bezug. Es ist ein Buch, das zur richtigen Zeit kommt: Wenn kurz vor dem Stillstand unerwartet doch noch eine Umkehr möglich wird....

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    Buecher_und_Meer

    Buecher_und_Meer

    08. June 2011 um 20:07