Matthias Ennenbach Befreit – verbunden

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Inhaltsangabe zu „Befreit – verbunden“ von Matthias Ennenbach

Das Streben nach Liebe und Geborgenheit ist eines der grundlegendsten menschlichen Bedürfnisse. Es ist verwandt mit unserem Sehnen nach Partnerschaft, in welcher Form auch immer wir sie uns vorstellen. Für viele Menschen sind die Liebe und das Leben in einer Beziehung eine Quelle des Glücks, aber häufig auch eine Ursache für wiederkehrende Leidenserfahrungen. Sicherlich suchen wir alle einen möglichst hilfreichen Weg gegen unsere Nöte und für unser Glück.Es ist sehr bemerkenswert, dass wir aus einer so alten Tradition wie der buddhistischen recht bedeutsame Antworten und Hilfen für ein Leben als Liebespaar erhalten können – und zwar konkrete Anleitungen zur Linderung und sogar zur Auflösung vieler unserer Beziehungsprobleme. Tatsächlich besteht die Möglichkeit, dass wir uns innerhalb unserer Beziehung von unheilsamen Konflikten und Emotionen vollkommen befreien können.

Leitfaden zum besseren Umgang mit einer der größten Achtsamkeitsherausforderungen aufgrund emotionaler Nähe

— bibliophilist1985
bibliophilist1985

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  • Rezension zu "Befreit verbunden" von Matthias Ennenbach

    Befreit – verbunden
    bibliophilist1985

    bibliophilist1985

    27. December 2014 um 22:56

    Rar sind die Buddhismusbücher, die sich an das Feld der Partnerschaft heranwagen und noch schwerer zu erspähen Werke wie dieses. Denn es ist ein schwieriges Unterfangen, die einsame Beschäftigung mit sich selbst auf zwei Personen auszuweiten und dies ohne Komplikationen realitätsnah umzusetzen. Gut gemeinte und vor Weisheit, philosophischem Tiefgang und Güte berstende Werke gibt es zu dem Thema zuhauf, nur scheitern sie leider an der Praxis. Wie könnten sie auch funktionieren, sind sie doch häufig von zölibatär lebenden Weisen, Mönchen und Lehrern geschrieben. Die uneingeschränkte Fokussierung auf die Praxis und jahrelange Erfahrung Ennenbachs sind es, die im Gegensatz dazu eine anwendbare und funktionierende Herangehensweise an Beziehungen bietet, die auf der Einsicht und Änderungswilligkeit beider Partner beruht.   Eine der großen Gefahren in jedem zwischenmenschlichen Verhältnis bilden dabei Faktoren wie das kulturelle Ambiente; Klischees, Rollenbilder und Stereotypen; ein Mangel an Verbundenheit; Unfreiheit, Unwissenheit, Widerstand, Anhaftung sowie eingeschränkte, falsche Wahrnehmung der Wirklichkeit; Verdrängung und Unachtsamkeit, aus denen schließlich Streitsucht, Eifersucht, sinnlose Konflikte, Rechthaberei und ein permanent angespanntes Klima erwachsen. Durch die Verblendung und mangelnde Impuls- und Emotionskontrolle eines oder beider Partner wird aus einer eigentlich schönen und bereichernden Allianz zweier Menschen ein sinnloser, zeit- und kraftraubender Kleinkrieg. Denn die Verteidigung von Standpunkten, Meinungen und Ansichten des scheinbar unfehlbaren eigenen Egos ist langjährig automatisiert und die Verhaltensmuster konditioniert. Nun sind diese Trugbilder zugleich Schutz vor unliebsamen Wahrheiten und kaschierende Deckmäntel für eigene Schwächen und Defizite und sie abzubauen erfordert das Eingeständnis der eigenen Fehlbarkeit. Im Zuge des Auflesens der Scherben nach eskalierenden Konflikten dämmert teils schon die Erkenntnis dieses Sachverhalts. Nur müsste man nun auf die entbehrungsreiche und mit der Ablegung von vielen liebgewonnen, schlechten Verhaltensmustern gespickte Reise in einen bewussteren Umgang mit sich selbst und anderen Menschen gehen. Beschreitet man diesen neuen Weg, lauern alte mentale Bekannte in neuem Gewand auf ihre Chance. So bietet es sich alternativ zu schwerer Arbeit an den eigenen Schwachpunkten an, von einem besseren, perfekteren und verständnisvolleren Partner zu fantasieren, an der Liebe und Verständnis des Gefährten für die eigene Situation zu zweifeln und generell die Verantwortung möglichst weit weg von sich selbst zu schieben. Dass die alten Verhaltensmuster kommen, verführen und in bester Advocatus Diaboli Manier verheißungsvolle Bilder des leichten Wegs in den Geist zaubern werden, ist schon allein neurobiologisch unabwendbar. Nur wird ihnen mit jedem Auftritt ein Teil von Schwung und Wirksamkeit geraubt, da die erarbeiteten Routinen immer besser zu greifen beginnen und man die verhängnisvollen Denkfehler immer schneller als solche zu erkennen beginnt. So versteht man die wahren Hintergründe eigener Wunschbilder und Hoffnungen schneller, sieht das Wechselspiel zwischen inneren und äußeren Faktoren; bildet eine akzeptierende, nicht wertende Betrachtungsweise der Geschehnisse aus; entschärft anhaftende und unachtsame Gedanken und daraus resultierende Handlungskonzepte bereits während des Entstehens; erkennt die sinnlose Fokussierung auf das eigene Ego, Standpunkte und Stolz immer mehr als nutzlosen Ballast an; experimentiert mit dem scharfen Schwert des Mitgefühls und schult sich in der beeindruckenden Technik der Gefühlsumwandlung. Hat man erst all die Zwänge, Einschränkungen und Gewohnheiten aus dem eigenen emotionalen Keller vertrieben und wieder Souveränität über die Lebensgestaltung gewonnen, fällt es umso schwerer zu verstehen, wie man so lange verblendet die unwiederbringliche Zeit mit dem Lebensbegleiter so sinnbefreit vergeuden konnte. Es gilt diese Erkenntnis und das damit einhergehende Gefühlspotpourri in gut abrufbarer Erinnerung zu behalten um jeden Keim eines Schösslings der Unachtsamkeit auf dem Mittleren Weg auszuschließen. Und nie wieder getrieben, unfrei und von der eigenen Katharsis eingekerkert zu sein, sondern selbstbewusst handelnd und sein Ebenbild formend das eigene Leben zu gestalten.

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