Matthias Falke

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Autor von Buch aus Stein, Im Licht von Orion und weiteren Büchern.

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Matthias FalkeBuch aus Stein
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Buch aus Stein
Buch aus Stein
 (3)
Erschienen am 01.11.2014
Matthias FalkeDie magnetische Stadt
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Die magnetische Stadt
Die magnetische Stadt
 (2)
Erschienen am 14.09.2015
Matthias FalkeIm Licht von Orion
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Im Licht von Orion
Im Licht von Orion
 (2)
Erschienen am 10.09.2016
Matthias FalkeDer Terraformer
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Der Terraformer
Der Terraformer
 (2)
Erschienen am 30.11.2014
Matthias FalkeMagische Realitäten: Die verkannte Gabe des Mr. Plummer
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Magische Realitäten: Die verkannte Gabe des Mr. Plummer
Matthias FalkeRuinenwelt
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Ruinenwelt
Ruinenwelt
 (1)
Erschienen am 08.06.2012
Matthias FalkeEnter Sandman: Inspiration Metallica
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Enter Sandman: Inspiration Metallica
Enter Sandman: Inspiration Metallica
 (1)
Erschienen am 14.08.2013
Matthias FalkeBericht aus dem Lande Kham
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Bericht aus dem Lande Kham
Bericht aus dem Lande Kham
 (1)
Erschienen am 01.02.2012

Neue Rezensionen zu Matthias Falke

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JacquelineMontemurris avatar

Rezension zu "Das Haus am Fjord" von Matthias Falke

Philosophisch-melancholischer Liebesroman im kühlen Norden
JacquelineMontemurrivor 3 Monaten

Eigentlich kennt man Matthias Falk mehr aus dem Science Fiction Genre. In letzter Zeit besonders durch seine Enthymesis-Saga, die bei Begedia erscheint. Seine Erzählungen wurden schon mehrfach für den Kurt-Laßwitz-Preis und den Deutschen Science Fiction Preis nominiert.
Doch wer sich seine Biografie ansieht, wird bemerken, dass er mit „Das Haus am Fjord“ keinesfalls von seinem Weg abgedriftet ist, sondern eher zu seinen Wurzeln zurückgefunden hat. Denn sein Studium der Literatur- und Musikwissenschaften sowie der Philosophie spiegeln sich genauso in dem Roman wider, wie sein Interesse an Kassandra und dem Hobby des Bergsteigens.
In „Das Haus am Fjord“ entführt uns Falke an den fiktiven Eisfjord in Norwegen, der vom Schwarzeisgletscher überragt wird. Eine Gruppe Freunde trifft sich dort regelmäßig im Landhaus von Solveig und Henrik. Solveig lädt ihre Jugendliebe, den depressiven Schriftsteller Severin, in das Haus ein. Während Henrik monatelang beruflich im Ausland ist, entwickeln sich zwischen Solveig und Severin Gefühle. Jeder von beiden zieht jedoch etwas anderes aus dieser Beziehung. Solveig möchte ihrer unglücklichen Ehe entfliehen und würde sich gern in Severins Armen fallen lassen. Doch Severin erhebt seine Liebe zu ihr auf ein platonisches Podest. Für ihn ist sie eher wie eine Göttin, die man anbetet, doch nicht anfasst. Seine sexuellen Bedürfnisse stillt er lieber mit der Sängerin Birga.
Für weitere Verwicklungen sorgen die Dichterin Ada, ihr Mann Tom, der Anwalt Johann und seine ständig kochende und backende Frau Babs, ein Pastor, zwei Japanerinnen und die geheimnisvolle Taucherin, deren Lied in lauen Sommernächten wie ein mystischer Traum über dem Fjord schwebt.
Die Kühle und Melancholie der Norwegische Fjordlandschaft spiegelt sich in den Seelen der Figuren wider. Ihre seelischen Abgründe sind tief und unergründlich wie der Fjord vor ihrer Haustür. Ein „Kalter Krieg“ zwischen zwei Männern, die um eine Frau buhlen, wird im Schneesturm auf einem Gletscher ausgetragen. Doch wie das Erwachen des Frühlings auf den Bergwiesen sind die heiteren und erotischen Momente der Figuren eingestreut, die trotz aller Depressionen und Verwicklungen das Leben im Gynth-Haus genießen.
Der Roman ist ein sehr lesenswerter philosophisch-melancholischer Liebesroman. Die Charaktere werden bis ins Innerste ausgelotet, wirken aber trotzdem geheimnisvoll und unergründlich wie die sie umgebene Landschaft. Sehr lesenswert und frei von klischeehaftem Kitsch.

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Ulrike_Jonacks avatar

Rezension zu "Im Licht von Orion" von Matthias Falke

Durchwachsen mit Highlights
Ulrike_Jonackvor 2 Jahren

Ich habe nicht viel Zeit und Muse, außerhalb des Jobs noch etwas zu lesen. Eine Geschichtensammlung kam mir da gerade recht. Science Fiction aus deutscher Feder verspricht „Im Licht von Orion“ aus dem Verlag für Moderne Phantastik. Warum der Untertitel („2015’ Collection of Science Fiction Storys“) englisch sein musste, wissen wohl nur der Verleger und die Herausgeberin Peggy Weber-Gehrke. Dass das Cover-Motiv sehr Fantasy-artig wirkt, störte mich hingegen überhaupt nicht. Außerdem kann man durchaus einen Bezug zum Inhalt herstellen – aber dazu später.

 

Zur Sammlung also …

 

Die Güte der Texte spannt sich über fast die gesamte Qualitätsbreite. Ganz dicht an „Das geht gar nicht“ bewegte sich zum Beispiel „Das Symbol“ von F. Anderson. Die eher krude Wüsten-Abenteuer-Story ohne nennenswerten Spannungsbogen, dafür mit emotionsloser, aber kitschig formulierter Love-Episode und wie abgehackt wirkendem Ausgang, der eine Weiterführung fürchten lässt, ist in einem Stil erzählt, wie ich ihn eigentlich nur von Erst-Schreibern (und welchen, die in dem Stadium steckenbleiben) kenne. Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Es gibt noch eine zweite Story von F. Anderson in der Anthologie und diese ist zwar auch nicht perfekt – insbesondere die sehr unoriginelle Idee enttäuscht – aber doch um Längen besser erzählt.

 

Das betrifft auch die anderen Storys, die ich eher an der Nicht-so-überzeugend-Seite ansiedeln würde. Mal erreichte mich die offenbar beabsichtigte Stimmung nicht, mal fehlte mir bei aller Technikerklärung die Story, mal waren die Dialoge unglaubhafte Infodump-Vehikel. Einmal ärgerte ich mich über die verpatzte Pointe, die eine an sich witzige Wendung ins Kitschig-Alberne überdehnte. Dazu kommt, dass vor allem am Anfang so viel Setz- und Korrektoratsfehler enthalten sind, dass der Einstiegseindruck nicht eben überzeugend war.

 

Und jetzt das Aber: Das alles ist nur ein Teil der Anthologie – ein Sechstel oder Fünftel vielleicht. Der „Rest“ der Geschichten ist gut bis sehr gut. Also sprechen wir lieber über einige dieser Geschichten …

 

Cliff Allisters Story rund um Wells’ Zeitmaschine ist stimmig gemacht, kam mir aber sehr vertraut vor. Sicher, dass der Text 2015 das erste Mal veröffentlicht wurde?

 

Die „Flitterwochen“ von Matthias Falke hatten eine ausgesprochen nette Idee in Sachen „fremde Gebräuche“, spielen erzählerisch aber nicht ganz oben mit.

 

„NNT 275“ von Galax Acheronian bot beides: eindrucksvolle Ideen, die mich voll und ganz ansprachen, und Erzählkunst. Auch „Harmonice mundi“ von Regine Bott überzeugte mich in dieser Hinsicht. An beiden Texten gefällt mir vor allem, dass Themen aufs Tapet kommen, die in allen Zeiten zu den eher problematischen oder zwiespältigen Aspekten des Menschseins gehör(t)en. In gewissem Sinne gehört auch „Reha 2.0“ von Michael Stappert dazu, wobei hier der Bogen zu den Niederungen wirtschafts-politischer Entscheidungen schon sehr deutlich geschlagen wird. In „Der Gebühreneinzugbevollmächtigte“ von B. C. Bolt geht es ebenfalls ums Finanzielle, allerdings wird hier ein richtig schön schwarzhumoriger Tonfall angeschlagen.

 

An der Stelle ein kleiner Rückgriff in die Schublade der grenzwertigen Story: „Spätes Erwachen“ ist die Geschichte, die den oben erwähnten Bezug zum Cover-Motiv herstellt. Michael Thiele erzählt in einem durchaus süffigen Ton von einem Amazonen-Abenteuer. Leider sind einige Erotik-Elemente eher albern (Lieber Herr Thiele: Soooo groß ist das weibliche Interesse an der männlichen Brust nicht, vor allem nicht, wenn da was anderes ist der Gegend rumsteht.) und die eigentliche Geschichte (Was ist das für ein Typ, was macht er da und was bedeutet dieses Erlebnis für ihn?) wird nicht hier erzählt.

 

In „Zilie“ führt Christopher Dröge andererseits vor, dass dieses „Worum geht es eigentlich“ gar nicht immer in eine Geschichte hineingepresst werden muss. Er entfaltet im Hauptteil der Story ein farbiges Bild von einem unter wirtschaftlicher Knute Chinas stehenden Afrika, kombiniert es mit einer glaubhaften Außenseiter-Story und einem spannenden Seltsame-Ereignisse-Plot. Das war richtig, richtig gut geschrieben. Leider konnte er sich nicht verkneifen, im Ausklang noch ein Haufen Hintergrundinfos für diese Ereignisse zu liefern – das ist zwar auch süffig gemacht, zerdehnt aber den Spannungsbogen nach hinten raus etwas zu sehr.

 

Die Highlights der Anthologie sind für mich „Fehler im System“ von Oliver Koch und „Die Verführung der Mona Lisa“.

 

In ersterer Story überraschte mich zuerst die sehr schlicht gehaltene Sprache: Es „hörte“ sich an, als erzähle ein Kind. Dann wurde klar, dass es um einen erwachsenen Mann ging. Geistig zurückgeblieben vielleicht. Dazu passten – so merkwürdig das auch klingen mag – die wunderschönen, hochkreativen Formulierungen, wenn es um tiefe Gefühle des Protagonisten geht. Da hat jemand mal so ganz und gar nicht auf Standards zurückgegriffen – vielleicht der Held aus Unwissen um diese Konventionen, der Autor vermutlich, um sehr wirksame Akzente zu setzen. Dass sich diese so spezifisch eingeschränkte Sprachfähigkeit auch ganz anders erklären lässt, wird erst am Ende klar. Ich neige beim Lesen wirklich nicht zu Gänsehaut – hier hatte ich so einen Moment.

 

Ganz anders die Wirkung von „Die Verführung der Mona Lisa“ von Rico Gehrke. Hier herrscht von Anfang an eine sehr gekonnte und dabei völlig natürlich wirkende Sprache vor. Der Mann, der da von seiner irritierenden, ihm aber durchaus angenehmen Begegnung mit einer bildschönen jungen Frau spricht, ist bis in die Haarspitzen hinein glaubhaft. Beide Figuren sind ausgesprochen sympathisch, obwohl sie Dinge tun und denken, die in anderer Verpackung wohl eher Naserümpfen auslösen würden. Man versteht aber, warum sie es tun, und dass es in gewissem Sinne die natürlichsten, die menschlichsten Reaktionen der Welt sind. Die Story kommt ohne Effekthascherei aus und entwickelt sich doch nach allen Regeln der Kunst zu einer schönen Überraschung.

 

Nun könnte ich sicher noch über die anderen Geschichten sprechen – hier und da reizt es mich sogar –, aber für einen Eindruck soll das hier mal genügen. Alles in allem: „Im Licht von Orion“ ist nicht die perfekte SF-Story-Sammlung, aber eine durchaus lesenswerte mit richtig schönen Perlen. Kaufempfehlung!

 

 


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Galaxs avatar

Rezension zu "Im Licht von Orion" von Matthias Falke

Im Licht von Orion - Eine gute Mischung
Galaxvor 2 Jahren

Nach einem netten, leicht gedehnten Prolog – oder eher ein Warm up, welches den Leser in Stimmung bringt, startet das Buch mit der Geschichte

„Impetus“ von Sven Svenson.

Eine nette, schön erzählte Geschichte mit einem anfangs leichten, nicht ganz ersichtlichen Hin- und Her, dass sich gegen Ende auflöst und selbst erklärt und ein gutes Gefühl hinterlässt.


Gerd Frey „Grauzeit“


Großartig geschriebene Geschichte aus der Sicht eines nicht weiter beleuchteten Protagonisten, der nur Beobachter der eigentlichen Hauptfigur ist: Das bedrohliche Setting einer dunklen Macht, die auf die gesamte Erde einfällt.


Peggy Weber-Gehrke „Wir werden alle Helden sein“


Anfangs etwas wunderlich entpuppt sich diese lange, aber nicht zu lange Geschichte über Menschen, Monster und Aliens zu eine Art Higlight.

Dabei ist noch nicht mal sicher, ob die Protagonisten wirklich auf einem Raumschiff sind, oder ob sich das ganze im Hinterhof einer Nervenheilanstallt stattfindet.

Es ist eine Kontaktgeschichte aus der Sicht von offenkundig durchgedrehten Schiffsbesatzung, die ihr ganzes Wissen über „Aliens“ aus der aberwitzigen Sciencefictionfilmen und -büchern nimmt und darüber auf skurrile Weise philosophiert. Oder es ist nur eine durch und durch bekloppte Welt von rückgebildeten Menschen – oder Menschhybriden oder oder oder. Viele Dinge sind denkanstößige Mahnmale an die Menschheit selbst, die wohl jeder für sich selbst finden muss.Auf jeden Fall lesenswert.


F. Anderson „Antibiose“


Ein Versatzstück aus „Geschichten aus der Gruft“, „Outer Limits“ und „Akte X“ mit einem seichten Plot, der einige bekannte Szenarien bedient, aber sehr gut erzählt ist. Der geschmeidige Lesefluss wird höchstens davon getrübt, dass das Ende ein wenig unbefriedigend, ja sogar recht platt ist.


Jacqueline Montemurri „Die Faszination der Einsamkeit“


Großartig erzählt. Toll geschrieben.Eine kurze und authentische Geschichte zwischen Menschen, Menschlichkeit, Hoffnung, Liebe und dem All.


Rico Gehrke: Die Verführung der Mona Lisa


Eine recht lange Geschichte, die sich sehr viel Zeit mit ihren beiden Charakteren nimmt, wobei hier auf dem weiblichen Protagonisten natürlich der Fokus liegt, da die Idee an sich wirklich großartig ist.

Anfangs dachte ich noch: „Du meine Güte … “

Vor allem an der Stelle: „Wie alt sind Sie?“ - „23“ - „Dafür haben Sie sich aber gut gehalten“ wollte ich schon aufhören. Hallo? Zeige mir einen Menschen, der heutzutage eine 16jährige von einer 23jährigen unterscheiden kann …

Der äußerst angenehme Schreibstil ließ mich jedoch weiterlesen, und abgesehen von diesen kleinen Fehltritt entwickelt sich die Erzählung zu einer sehr interessanten SF-Werk, das zwar nicht ganz innovativ, aber sehr gut präsentiert wurde.


Cliff Allister: Wer hat's erfunden?

Wow. Das ultimative Highlite des gesamten Buches.

Ich mag keine Zeitreisegeschichten, weil die meisten Autoren in der Geschichte rumwerkeln wie ein Schlächter. (Dabei weiß doch jeder, dass man den Zeitenstrom nicht verändern kann. Cliff Allister wusste es auch.) Seine Geschichte war nicht nur fantastisch erzählt, kurzweilig, packend und witzig. Nein, darüber hinaus war sie am Ende ebenso konsequent und originell wie zu beginn. Große Unterhaltung!


Matthias Falke: Flitterwochen


Anfänglich glaubte ich noch, die Geschichte hätte auch auf einen gegenwärtigen Luxusliner spielen können. Wandelt sich aber gegen Ende zu einer schönen „fremdvolk“-Erzählung, wie man sie auch in Star Trek hätte finden können.


Regine Bott: Harmonice mundi


Eine wirklich schön erzählte Geschichte aus zwei Perspektiven. Einmal der Siedlung Harmonice mundi auf Kepler und dem Schiff Galilei und seine Besatzung. Wieso, weshalb und warum das Schiff seinen Auftrag so konsequent, schnell und ohne nachzudenken erfüllen muss, wird leider nicht näher erklärt, nur angedeutet – oder ich habe es nicht verstanden. Jedenfalls endet die Geschichte wie erwartet tragisch und hinterlässt einige Fragezeichen im Kopf des Lesers.


Galax Acheronian: NNT 275


Spielend auf dem gleichnamigen Planeten dreht sich die Geschichte um das Sein, den Schein und dessen was man nicht sieht. - Lesermeinung: „Die Sprünge bei Szenenwechsel sind mitunter hart, so dass man orientierungslos sein kann. Es ist anfangs eine Geschichte mit ein wenig Geisterflair und Horrorelementen, wandelt sich dann zu einer Ohrfeige an den Glauben der Überlegenheit einer von sich sehr eingenommenen Spezies.“



Oliver Koch: Fehler im System


Uff, ist das übel … im positiven Sinne. Eine wirklich hervorragend aufgebaut und erzählte Geschichte. Tolle Idee, sicher nicht neu, aber wunderbar dargeboten.

Der Verdacht, dass in der Erzählung über den Hauptprotagonisten Tim und seiner Geburtstagsfeier etwas nicht stimmen kann, wird subtil vom Autoren eingebettet und schenkt immer wieder Momente der Fragezeichen und der geistigen Suche nach Antworten.

Als diese dann geliefert wird, bleiben keine Fragen mehr - nur ein wenig Gemütsschwere. Eine der Top-Geschichten in diesem Buch.


B.C. Bolt: Der Gebühreneinzugsbevollmächtigte

Eine sehr nette sehr spacige SF-Geschichte, in der kein Wunsch nach einer fiktiven Welt übrig bleibt. Am Ende war jedoch nichts geschehen, denn wie im realen Leben kann man nichts tun, wenn das Staatssystem die gierige Hand aufhält und etwas vom Kuchen nimmt, den er weder gebacken, noch gefördert oder irgendetwas für dessen entstehen beigetragen hat. Aber es hinterlässt ein gutes Gefühl, dass aus Geldgründen der Mord an einem Staatsdiener nicht geahndet wird. Wäre es doch nur in unserer Welt auch so ;)


Rico Gehrke: Bestrafung


Kurz, prägnant. Es geht um die Idiotie von Menschen und den Glauben, dass Handeln keine Konsequenzen hat. Aber … es fehlt etwas. Nach einer sehr detaillierten Einführung und Vorstellung ein jähes plumpes Ende. Unbefriedigend.

Michael Stappert: Reha 2.0


Eine Geschichte, die mich zutiefst wütend gemacht. Oh, nein, sie ist verdammt gut.

Aber in ihr steckt eine Bösartigkeit, die so subtil ist und so hinterfotzig (sry. ein anderes Wort konnte nicht gefunden werden), dass es einem die Sprache verschlägt. Es ist eine Geschichte über Missbrauch. Machtmissbrauch. Missbrauch von Menschen. Missbrauch von Vertrauen. Am Ende will einem dann ein gepflegtes „Scheiße, ihr depperten Arschlöcher“, über die Lippen kommen. Highlight!


Gerd Frey: Anomalie


Eine Zeitreise und ihre Nichtfolgen. Eine seltsame Geschichte, weil sie für das Außen, für die anderen Protagonisten der Geschichte, ohne Belang bleibt. Andererseits werden Ideen und Konzepte aufgegriffen, die aus der Gegenwart sind und in ihrer gedanklichen Fortführung da landen können.


Adriana Wipperling: Hinter dem Schleier


Eine schöne Geschichte, gute Idee, jedoch etwas schwerfällig und spröde umgesetzt. Möglicherweise, weil es nur aus einer Perspektive erzählt werden kann. Hat das Potential zu einer größeren und sehr komplexen Geschichte. Der Titel ist passend und unpassend zugleich.


F. Anderson: Das Symbol


Weitschweifig erzählte Geschichte mit Anfängerfehlern was die Formulierungen und das Umschreibungen angeht, über einen Mann, der unschuldig von einer, einem anderen Mann versprochenen Frau verführt wird. Das Setting: 1000 und 1 Nacht in der Wüste bei den Beduinen.

Das Ganze kombiniert mit einem sadistischen Kind/ Dämonen und Folterszenen. Dazu gehört eine nicht durchdachte Plotline zusammen mit Seltsamkeiten und Charakteren, die einfach nicht überzeugen. Angesichts der teils ernsten Situation ist eigentlich kein Schmunzeln angesagt. Leider konnte ich es nicht unterdrücken.


Frank Lauenroth und Lara Möller: Deleted Scenes


Der Titel ist passend und doch sagt er sehr wenig über das, was da geschrieben steht. Eine kurze Geschichte mit mehr Facetten, als man meinen sollte und jede davon berechtigt.


Jacqueline Montemurri: Schrottsammler

Eine Schrottsammelaktion einer kleinen Privatfirma im Orbit der Erde wandelt sich in eine Rettungsmission, die europäisch-politische Aspekte berührt. Sprachlich, inhaltlich und stilistisch müsste mal ein Lektor drüber. Manche Dialoge/ Monologe wirken arg gestelzt. Die Geschichte selbst ist nicht spannend, was entweder an der Art des Erzählens liegt oder tatsächlich am Thema. Es gibt Perspektiven, die möglicherweise einen interessanteren Blick auf das Thema geworfen hätten. Dennoch ist die Geschichte weder schlecht aber eben auch nicht gut.


Michael Thiele: Spätes Erwachen


Ein klischeebehafteter feuchter Männertraum aus dem pubertierenden Gedankengut eines 13jährigen mit bekanntem Setting, wobei die Frauen die Verführerinnen sind, der Mann ein Macho und zeitgleich die Jungfrau vom Lande … … …

Es ist nicht ganz ersichtlich, warum die Geschichte den 2. Platz im Wettbewerb des Vereins zur Förderung der Raumfahrt 2015 erhielt. Möglicherweise eine misslungene Form von Satire …

Ernsthaft? Amazonen(?) nehmen Männer im Urwald fest, fesseln sie aufs Bett und verlustieren sich mit ihnen? Vielleicht ein Werbetext für Männer, die noch keine Frauen abbekommen haben und sie auf anderen Planeten zu finden hoffen – denn das war in diesen eher armseligen Billigprono auch das einzige SF-Element: Ein anderer Planet und Zukunft. Huiiiiiii …


Christopher Dröge: Zilie


Spannend und für unsere Gefilde eine ungewöhnliche Umgebung, was einen weiteren Reiz darstellt. Der Dschungel in Mittelafrika in Bolanda/ Kongo. Ein Junge, noch Schüler, der fremd in der Umgebung ist und in einer Sonderwirtschaftszone lebt, wo er sich mit drei anderen Jungen anfreunden möchte und dabei in ein Abenteuer der besonderen Art rutscht – und dabei möglicherweise sein Leben riskiert. Lebhaft und bildhaft. Eigentlich keine Kurzgeschichte, sondern der Anfang von viel mehr.



Rico Gehrke: Kontaktversuche


Ich bin unsicher, ob die falsch gesetzten Wörter und der leicht gestelzt Satzbau beabsichtigt waren. Die fremde Wörter (keine Fremdwörter) klingen gut, haben aber für eine Kurzgeschichte nicht genug Bedeutung, da sie leider nicht erklärt werden.

Ersteres wandelt sich deutlich, es wird sprachlich dichter. Die Geschichte kommt trotzdem nicht auf den Punkt. Will sie Einsamkeit, Längen oder Zeitlosigkeit vermitteln?

„Die drei Dimensionen des Raumes haben sich noch nicht aus ihrer Verflechtung gelöst.“

Ab hier erhöhte sich die Verwirrung spürbar. Das ganze wirkt wie eine Ich-Nabelschau mit versuchten philosophischen Tiefgang in nicht stringenter, hochtrabender Ausdrucksweise.



Fazit:

Abgesehen von den wenigen vertretbaren Fehlern, die der Lektor hier oder da mal übersehen hat

(Kleinigkeiten sollten ausgemerzt werden, ist aber nicht dramatisch für den Gesamteindruck.) ist das ganze Buch an sich schon ein großer Gewinn für den Leser.


Klar, es gibt die üblichen Schattengestalten, bei denen man sich fragte, warum um alles in der Welt diese Zeilen geschrieben worden sind. Primär jedoch – und zum Glück - finden sich in dieser Sammlung spürbar in der Mehrzahl durchweg positive Geschichten, die viele Stunden schönen Lesegenuss garantieren.

In einer Top drei würde ich im übrigen völlig subjektiv so werten:


Platz 3 geht an Oliver Koch: „Fehler im System“

Platz 2 geht an Michael Stappert: „Reha 2.0“

Platz 1 geht an Cliff Allister: „Wer hat's erfunden?“


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Vor wenigen Tagen ist die Anthologie „magische Realitäten“ auf Amazon online gegangen. Sie beinhaltet 23 Geschichten von Autoren, die nicht unterschiedlicher sein könnten.
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Welcher magische Moment hat in deinem Leben schon Platz gefunden?

Ich bin gespannt auf eure Antworten und freue mich auf eine tolle Leserunde mit euch!

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Mit der Teilnahme dieser Leserunde verpflichtet und ich zum zeitnahen lesen und diskutieren mit den anderen Teilnehmern und zum veröffentlichen einer Rezension auf Amazon, Lovelybooks etc.
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