Matthias Göritz

 3,9 Sterne bei 9 Bewertungen
Autor von Parker, Träumer und Sünder und weiteren Büchern.
Autorenbild von Matthias Göritz (©Mariana Vassileva)

Lebenslauf von Matthias Göritz

Poesie und Prosa: Der 1969 geborene deutsche Autor hat Philosophie und Literaturwissenschaften studiert und einige Zeit im Ausland verbracht. Seinen ersten Gedichtband „Loops“ veröffentlichte der Lyriker 2001, sein Debütroman „Der kurze Traum des Jakob Voss“ erschien vier Jahre später. Matthias Göritz arbeitete in mehreren Ländern auf unterschiedlichen Kontinenten als Gastdozent, Moderator und Übersetzer und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Der Schriftsteller lebt in Frankfurt am Main, wo auch 2008 sein Theaterstück „Liebe Frau Krauss“ uraufgeführt wurde.

Neue Bücher

Cover des Buches Amerika oder Reisen ins Herz des Landes (ISBN: 9783945400869)

Amerika oder Reisen ins Herz des Landes

Erscheint am 01.07.2021 als Hardcover bei Edition Faust.
Cover des Buches Spools (ISBN: 9783835350717)

Spools

Erscheint am 12.07.2021 als Hardcover bei Wallstein.

Alle Bücher von Matthias Göritz

Cover des Buches Der Anthologist (ISBN: 9783499256189)

Der Anthologist

 (4)
Erschienen am 01.10.2011
Cover des Buches Parker (ISBN: 9783406700637)

Parker

 (4)
Erschienen am 15.03.2018
Cover des Buches Träumer und Sünder (ISBN: 9783406652820)

Träumer und Sünder

 (2)
Erschienen am 15.07.2013
Cover des Buches Archiv der toten Seelen (ISBN: 9783895614460)

Archiv der toten Seelen

 (3)
Erschienen am 01.03.2016
Cover des Buches Der kurze Traum des Jakob Voss (ISBN: 9783833304477)

Der kurze Traum des Jakob Voss

 (2)
Erschienen am 01.09.2007
Cover des Buches Pools (ISBN: 9783827006622)

Pools

 (1)
Erschienen am 01.09.2006
Cover des Buches Buch der Körper (ISBN: 9783895614453)

Buch der Körper

 (1)
Erschienen am 08.08.2012
Cover des Buches Amerika oder Reisen ins Herz des Landes (ISBN: 9783945400869)

Amerika oder Reisen ins Herz des Landes

 (0)
Erscheint am 01.07.2021

Neue Rezensionen zu Matthias Göritz

Cover des Buches Parker (ISBN: 9783406700637)W

Rezension zu "Parker" von Matthias Göritz

Die Geschichte eines global vernetzten Arbeitsnomaden
WinfriedStanzickvor 2 Jahren


Mit einem auch international sehr erfolgreichen Buch über Coaching hat sich Matthew Parker einen Namen gemacht. Er hat jahrelang in den USA gelebt, hat mit seiner unbestrittenen Beraterkompetenz sogar eine Rolle in Barack Obamas Präsidentschaftswahrkampf  gespielt. Während er beruflich kurz vor einem Wendepunkt in seiner Karriere steht (und zwar in Richtung Absturz) hat Parker diesen in seinem Privatleben schon hinter sich, bzw. steckt mittendrin. Seine letzte Freundin hat ihn vor die Tür gesetzt, auch sie konnte seine permanente Flucht vor größerer Nähe und sein notorisches Fremdgehen nicht mehr ertragen. Schon als Student hatte er mit seiner Flucht in die USA die Auseinandersetzung mit seiner Herkunft und seiner Vergangenheit gescheut.

 

Nun  scheint ihn alles wie einzuholen. Er ist praktisch pleite, konnte während der Jahre des Erfolgs nicht mit Geld umgehen, der Verkauf seines schon in die Jahre gekommenen Buches geht gegen Null und er braucht dringend nicht nur Geld, sondern was für Menschen seines Schlages eine ebenso lebensnotwendige Droge ist: den Erfolg.

 

Da wird er durch die Vermittlung seines väterliches Freundes Eberhard Jansen nach Deutschland eingeladen, wo er gegen gutes Honorar in Kiel ein einwöchiges Rhetorikseminar halten soll.

 

Außerdem versucht Jansen, Matthew Parker als Berater in die Mannschaft eines nach Höherem strebenden mächtigen schleswig-holsteinischen Lokalpolitikers namens Mahler zu schleusen. Er soll von seiner Partei zu einem ganz Großen aufgebaut werden.

 

Er macht mit und findet in der ehrgeizigen und in der politischen Intrige erfahrenen Anneli Schneider, Mahlers wichtigster Mitarbeiterin, eine nicht nur erotische Herausforderung.

 

Auf dem Hintergrund einer politischen Kampagne, die den gegenwärtigen Politikbetrieb ironisiert, dann aber nicht wirklich weiterverfolgt wird, erzählt Matthias Göritz die Geschichte eines global vernetzten Arbeitsnomaden, der orientierungslos und beziehungsunfähig durch sein Leben irrt, sich niemals wirklich festlegen will und erst recht vor jeder privaten Bindung flüchtet. Man mag gar nicht wissen, wieviel dieser wenig lebenstüchtigen „Berater“ sich in den gegenwärtigen Politikfeldern nicht nur unseres Landes tummeln. Ohne innere Orientierung, nur nach dem Erfolg schielend, haben sie ihren eigenen Anteil an der Verdrossenheit immer zahlreicher werdender Bürger.

 

Göritz` gegen Ende des Buches angedeutete mögliche Wendung im Leben von Parker wird er wieder nicht ergreifen können, das war mein deutlicher Eindruck, als ich das Buch nach durchaus unterhaltsamer Lektüre wieder aus der Hand legte.

 

 

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Cover des Buches Parker (ISBN: 9783406700637)M

Rezension zu "Parker" von Matthias Göritz

In sich verzahntes Getriebe der (möglichen) Macht
michael_lehmann-papevor 3 Jahren

In sich verzahntes Getriebe der (möglichen) Macht

Drei Ebenen sind es, die Göritz ins einem neuen Roman eng verzahnt auf den Weg schickt.

Das erste ist das Leben der modernen „Erfolgs-Nomaden“. Irgendwie was auf die Beine stellen, ein Buch schreiben, kurzen Erfolg haben und diesen lange und weidlich ausnutzen. Bestens gekleidet, sich um vieles an Verpflichtungen (auch Mieten und Rechnungen, wenn es dann finanziell mal eng wird) herumdrücken, Hauptsache, das Image stimmt noch (für eine Weile) nach außen und der Rezeptionist des Hotels, in dem man abgestiegen ist, nagelt einen genauso wenig auf die eigenen Kreditkarten fest, wie die Universität in New York, bei der sich Mietschulden anhäufen.

Das zweite ist der Griff nach der Macht. In Deutschland. Mit aller Bigotterie, mit aller kühlen Planung und dem dazu notwenigen, genau richtig getimten Auftreten. Wozu Parker, der „Nomade“ Mahler, dem „Shooting-Star der Nord-SPD“ (nur aus karrieretaktischen Gründen, wohlgemerkt, ist man dieser Partei beigetreten) dringend verhelfen soll.

Und das dritte ist die Macht der Worte, der Rhetorik. Wohlgesetzt, um genau das zu transportieren, was gewünscht ist. Eine Person, einen Politiker „zu machen“.

Alles Dinge, die am Ende, das dringt hintergründig durch diesen Roman, wenn Parker sich erinnert und seine „Liebesgeschichte“ im Rückblick erzählt, aus der Sehnsucht nach Nähe und Liebe heraus entstehen. Und der zugleich Unfähigkeit, sich dieser zu stellen und hinzugeben.

Denn selbst das einschneidende Erlebnis, dass Parker ertragen werden muss, was geneigt wäre, tiefgreifende Erkenntnisse und eine gewisse Läuterung hervorzubringen, ja, dass sogar die Liebe richtig ins Leben setzen könnte, hat am Ende wohl nicht genügend Kraft für eine Echte „Anders-Besinnung“.

Während also über die größte Strecke des Romans hindurch Parker, der auch bei Obamas Kampagne am Rande mitgewirkt hat, der ein Werk über Rhetorik verfasste (und ihn damit zur „Kraft der Worte“ im Sinne eines „Images“ prädestiniert) dringend einen Vertrag bekommen möchte (am besten mit hohem Vorschuss) und jede Menge edle Kleidungsstücke und Marken ihn ein Stück selbstverliebt durch den Kieler Winter treiben (das erinnert in Teilen durchaus an eines der Stilmittel von „American Psycho“), erhält er tieferen Einblick in die Persönlichkeit des „neuen Politikers“, als ihm lieb ist.

Vor allem, als es ein wenig vor die Wand läuft, Eifersucht das traute „Dreisame“ stört und Parker von jetzt auf gleich in rigider Art und Weise benutzt werden soll.

Das alles ist einprägsam geschrieben, hat durchaus Tempo, steht aber, gerade zum Ende des Romans hin, auch ein stückweit unverbunden nebeneinander. Ganz schlüssig und logisch ergeben sich jene schicksalhaften Wandlungen nicht unbedingt und zu stereotyp sind Haltungen „im Knast“ und eder sogenannter „Mentoren“ dann auch beschrieben.

Vor allem aber ein Mehr an politischem „Theater“ wäre wünschenswert gewesen, denn gerade in dieser Analyse trifft Göritz immer wieder prägnant den Punkt. Der eine Politikverdrossenheit sehr grundsätzlich begründet und dessen Blaupause man ohne Weiteres auf einen nicht geringen Teil des politisch-prominenten Betriebes in Berlin und den Ländern anlegen kann. Mit den perfekt geschnittenen Anzügen und Kostümen, mit den Scheuklappen des eigenen Aufstiegs versehen und erschreckend blutleer und inhaltslos. Aber ums Image äußerst bemüht und professionell in dieser Richtung unterwegs.

Dieser Strang des Romans kommt am Ende leider nicht nur ein wenig zu kurz und wird viel zu abrupt und wie nebenbei abgeschnitten. So dass ein Vergleich, wie hier und da propagiert zu „House of Cards“ in machtpolitischer Dichte doch arg überstrapaziert klingt.

Dennoch, im Gesamten trifft Göritz eine zentrale Neigung der Gegenwart und bietet auch nicht vorschnell irgendwelche Antworten, die es besser machen würden.

Die Korrespondenz des unstetigen und rein äußerlichen im Leben der aktuell Erfolgreichen (oder zumindest der scheinbar Erfolgreichen) mit dem, was sie selbst als politische Kräfte mitformen und mit aufbauen ist das, was dem Leser vor allem in diesem Roman vor Augen geführt wird.

Mitsamt eines Versuchs der inneren Begründungen, warum das eigentlich alles so stattfindet in einer veräußerlichten Welt, der Fakten weniger Wert als Erscheinungsbilder und griffige Slogans zu sein scheint, der durchaus plausibel erscheint.

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Cover des Buches Parker (ISBN: 9783406700637)seschats avatar

Rezension zu "Parker" von Matthias Göritz

Zu viel Nabelschau und zu wenig Politik
seschatvor 3 Jahren

Der spannende Klappentext zu Matthias Göritz' Roman "Parker" hat mich auf der Stelle neugierig gemacht und zur Lektüre verleidet. Doch auf die Begeisterung folgte bald Ernüchterung.

INHALT
Der Redenschreiber und Rhetorikprofi Matthew Parker soll dem schleswig-holsteinischem Politiker Mahler als Berater und Redenschreiber zum Wahlsieg verhelfen. Doch ehe sich der ambitionierte Karrierist um die 30 versieht, findet er sich in einem perfiden Spiel um Macht und Ansehen wieder. 

MEINUNG
Was wie ein Politthriller angepriesen wurde, kam schlussendlich als laues Lüftchen daher. Mich hat Göritz' Geschichte um den Senkrechtstarter Matthew Parker, der ganz oben in den Zentren der Macht gewesen ist und dann tief fiel, leider nicht wirklich erreichen können. Denn zu häufig wurde innerhalb des Plots auf sein unstetes Leben, seine Rhetoriktipps und zu wenig auf die Politik abgehoben. Infolge schleppte sich die Story nur so dahin, was durch häufige Rückblenden in Matthews Vergangenheit nicht besser wurde. Im Gegenteil, mehr als einmal musste ich mit mir kämpfen, das Buch nicht abzubrechen. Obgleich die Abgründe der Politik angeschnitten wurden und sich eine Intrige um und mit Matthew entspann, konnte mich die Handlung nicht mitreißen, geschweige denn von sich überzeugen. Daran konnte auch der durchaus geistreiche Sprachstil nichts ändern. Einzig der Schlussteil mit der teils überraschenden Auflösung und der unausweichlichen Läuterung vom Saulus zum Paulus vermochte mich ein wenig  für die insgesamt doch recht dröge Inszenierung mit einer blassen Hauptfigur zu entschädigen. 

FAZIT
Viel heiße Luft um wenig Inhalt. Hier wurde viel Potenzial verschenkt.

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Zusätzliche Informationen

Matthias Göritz wurde am 11. September 1969 in Hamburg (Deutschland) geboren.

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