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stueckle

vor 4 Jahren

(3)

Keine SaureGurkenzeit mit diesem Buch. Auf gar keinen Fall. Hier erstmal eine Kurzbeschreibung laut Amazon:

Kurzbeschreibung

Wer sagt denn, dass man über eine unglückliche Kindheit nicht lachen darf?


Thomas Sieben ist vierzehn, geht auf die Hauptschule und hat gerade begriffen, dass es den lieben Gott nicht gibt. Es gibt auch keinen Vater, dafür eine Mutter, die das Leben nur im Suff erträgt. Zusammen mit ihr und seiner Schwester lebt er in der verfallenen alten Schule, die wie der Rest des ganzen Dorfes schon von den Vermessungstrupps der Rheinbraun AG durchstöbert wird. Und da ist noch sein Bruder. Der treibt gerade im Bach an ihm vorbei, tot, und das ganz offensichtlich nicht freiwillig.


Matthias Gerhards' Romandebüt über einen Jungen unterhalb der Armutsschwelle und den letzten Sommer eines Dorfs im rheinischen Braunkohlerevier ist ein unwiderstehlich witziger und erschütternd ernster Roman über das Leben, den Tod und das Ende der Kindheit. Lange hat es unter deutschen Erzählern der Gegenwart keine Stimme mehr gegeben, die so unbarmherzig klar das Elend benennt und dennoch komisch darüber erzählen kann. Ein Roman, der amüsiert, bis dem Leser die Tränen kommen.


Über den Autor

Matthias Gerhards ist in einer dörflichen Schäferei bei Köln aufgewachsen. Er schreibt, seitdem er in der katholischen Leihbücherei den "Abenteuerlichen Simplicissimus" für sich entdeckt hat. Er besuchte zunächst eine Hauptschule, wechselte mit sechzehn aufs Gymnasium, um anschließend Germanistik und Philosophie zu studieren. Heute lebt er mit seiner Familie bei Düsseldorf, entwickelt Software und schreibt Romane.

So. Jetzt mal die eigentliche Rezension: Ein berührendes, witziges, trauriges, musikalisches, herzerwärmendes Erstlingswerk, dass diesen Namen nicht verdient.  Man wird sofort warm mit dem Protagonisten, fühlt mit, lacht mit, staunt über die philosophisch-religiösen Ergüsse des offensichtlich wachen Geistes eines Jugendlichen, der mit ansehen und anfühlen muss, wie die Familie, Freundschaftsbande und ein ganzes Dorf zerbricht. Und selbst (fast) ungebrochen sein Leben lebt.

Ein eingehender Roman, der beeindruckt hat durch die Detailliebe, die kurzweiligen und gerade deshalb liebenswerten Beschreibungen und eine in sich stimmige Geschichte, die auch heute genauso und überall passieren kann.

Ich habe ständig wechselnde Gefühle gehabt. Gelacht, weil Jungs einfach Jungs sind und unglaubliche Grütze im Kopp haben und im nächsten Moment ist mir das Grinsen im Gesicht eingefroren, weil Thomas einfach so benachteiligt vom Schicksal wird (oder etwas, dass wir Schicksal nennen).

Das Buch wird einen ewigen Platz in meinem Buchregal finden, weil ich es jedem weiterempfehlen werde. Jeden zwingen werde es zu lesen! :-)

Ein Buch über das Erwachsenwerden. Ob man will oder nicht.

Autor: Matthias Gerhards
Buch: Gott ist kein Zigarettenautomat
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