Cover des Buches Endlich mal was Positives (ISBN: 9783839118436)L
Rezension zu Endlich mal was Positives von Matthias Gerschwitz

Rezension zu "Endlich mal was Positives" von Matthias Gerschwitz

von LadyBernice vor 11 Jahren

Review

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LadyBernicevor 11 Jahren
Da ich in einem Internetforum bereits mit großem Interesse Beiträge des Autors verfolgt hatte, war meine Erwartungshaltung an das Buch sehr hoch. Aus diesem Grund habe ich es auch erworben, obwohl sich in meinem näheren Umfeld keine Betroffenen befinden oder sich diese noch nicht geoutet haben. In Anbetracht der Seitenzahl hatte ich geplant es in einem Sitz zu lesen, aufgrund der Fülle mir unbekannter Tatsachen und Hintergrundinformationen, musste ich die Lektüre jedoch immer wieder unterbrechen, um einzelne Punkte zu verinnerlichen und neu zu überdenken. Alleine schon die umfassende Recherche zum Beginn des Auftauchens von HIV in den Medien, den ersten zum Teil schändlichen Reaktionen vonseiten der Politik sowie den sehr langsam anlaufenden Programmen zur Aufklärung bezüglich der HIV Infektion und der schließlich unausweichlich folgenden Erkrankung Aids. Dieses gekonnt formulierte und trotz vieler medizinischer Informationen kurzweilig zu lesende Buch hat bei mir viele Fragen aufgeworfen, welche ich mir leider vorher nie gestellt habe. Auch war mir nicht bewusst, dass ein HIV positiver Mensch bereits vor Ausbruch der Erkrankung eine derart aufwändige und belastende medikamentöse Therapie über sich ergehen lassen muss. Traurig finde ich, die Unfähigkeit vieler Menschen im Umgang mit Betroffenen, hier hat der Autor für nachfolgende Generationen einen Meilenstein gesetzt. Dass sogar im homosexuellen Milieu mitunter wenig Verständnis und Toleranz besteht und es selbst dort zum Teil an einer verantwortungsbewussten Handlungsweise mangelt, hätte ich nicht erwartet. Die persönliche Einstellung des Autors Matthias Gerschwitz bewundere ich zutiefst, er ist mit seiner offenen und optimistischen Art ein guter Botschafter für andere Betroffene und deren Angehörige. Dieses Buch erscheint mir in seiner unkonventionellen Art verbunden mit unzähligen wertvollen Informationen einfach ideal, um es vor allem 'nicht Betroffenen' zu schenken. Wer weiß, das könnte sich schon morgen ändern und Mitleid allein ist nicht wirklich hilfreich, wenn es gilt sich einer derartigen Diagnose stellen zu müssen.
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