Matthias Glaubrecht

 4,9 Sterne bei 9 Bewertungen

Lebenslauf

Der Evolutionsbiologe und Biosystematiker Matthias Glaubrecht, Jahrgang 1962, ist Professor für Biodiversität der Tiere an der Universität Hamburg und wissenschaftlicher Leiter des Projekts Neues Naturkundemuseum Hamburg (Evolutioneum) am Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels. Er war zuvor Gründungsdirektor des ehemaligen Centrums für Naturkunde der Universität Hamburg und Leiter der Abteilung Forschung am Museum für Naturkunde Berlin. Glaubrecht schreibt regelmäßig für Zeitungen und Zeitschriften wie »Die Zeit«, »Die Welt« und »Frankfurter Allgemeine Zeitung«, war an TV-Produktionen beteiligt und hat mehrere Bücher veröffentlicht, darunter »Das Ende der Evolution. Der Mensch und die Vernichtung der Arten« (2019). Für seine Arbeit wurde er 1996 mit dem Werner und Inge Grüter-Preis für Wissenschaftsvermittlung ausgezeichnet, 2023 erhält er den renommierten Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Matthias Glaubrecht

Cover des Buches "Es ist, als ob man einen Mord gesteht" (ISBN: 9783451298745)

"Es ist, als ob man einen Mord gesteht"

 (2)
Erschienen am 14.01.2009
Cover des Buches Das Ende der Evolution (ISBN: 9783570554487)

Das Ende der Evolution

 (1)
Erschienen am 28.04.2021
Cover des Buches Die Rache des Pangolin (ISBN: 9783550201417)

Die Rache des Pangolin

 (1)
Erschienen am 24.11.2022
Cover des Buches Eskapaden der Evolution (ISBN: 9783777629094)

Eskapaden der Evolution

 (1)
Erschienen am 12.05.2021
Cover des Buches Abenteuer am Amazonas und am Rio Negro (ISBN: 9783869710853)

Abenteuer am Amazonas und am Rio Negro

 (0)
Erschienen am 18.06.2014

Neue Rezensionen zu Matthias Glaubrecht

Cover des Buches Die Rache des Pangolin (ISBN: 9783550201417)
MartinAs avatar

Rezension zu "Die Rache des Pangolin" von Matthias Glaubrecht

Faszinierend
MartinAvor einem Jahr

Es klingt wie ein Thriller oder ein Horrorroman und zumindest der Anfang liest sich tatsächlich so. Allerdings sind es keine genmutierten Schuppentiere, die auf die Menschheit losgelassen werden, es sind Viren und es ist keine Fiktion, es ist die Realität, auch wenn der Titel etwas reißerisch ist.
Und es geht nicht nur um Schuppentiere, es geht um Zoonosen, hauptsächlich um COVID-19.
Zoonosen (von altgriechisch ζῶον zōon „Tier“ und νόσος nósos „Krankheit“) sind von Tier zu Mensch und von Mensch zu Tier übertragbare Infektionskrankheiten, die bei Wirbeltieren natürlicherweise vorkommen. Und manchmal haben sie die Angewohnheit schlimmer zu sein als es der Erreger eigentlich möchte, vor allem wenn die Erreger auf einen falschen Wirt überspringen. Was hin und wieder vorkommt, wie die Geschichte zeigt. und viele Krankheiten sind Zoonosen.
Ja, DIE RACHE DES PANGOLIN ist ein Buch, dass sich hauptsächlich mit dem Erreger der COVID-Pandemie beschäftigt, aber wenn man denkt, dass man zu diesem Thema schon alles gehört hat und es langsam genug wäre, der wird auf angenehme (und wirklich spannende) Weise eines Besseren belehrt. Es geht nicht um die Auswirkungen der Pandemie oder diverse funktionierende oder nicht funktionierende Schutzmaßnahmen. Matthias Glaubrecht, der Autor dieses wirklich empfehlenswerte Buchs, ist Evolutionsbiologe und so geht er dem Ursprung des Virus nach. Er stellt Theorien auf, widerlegt sie und zeigt die Forschungs- und Entdeckungsgeschichte von SARS-CoV-2. Tatsächlich ist dieser Teil des Buchs sehr spannend beschrieben, vor allem weil man sich noch gut an die Anfänge der Pandemie erinnert.
Neben COVID-19 gibt es natürlich auch andere Zoonosen (u. a. die Pest, aber auch Masern haben einen tierischen Ursprung) und auch auf diese geht Matthias Glaubrecht ein und gibt einen kurzen Einblick in Entstehung und Verbreitung gefährlicher Krankheiten. Dieser Teil ist zwar weniger spannend als die Entdeckung des neuartigen Covidvirus, aber nicht weniger interessant.
DIE RACHE DES PANGOLIN ist ein spannendes Buch über ein immer noch wichtiges und aktuelles Thema (selbst wenn die COVID-Pandemie sich scheinbar langsam dem ende neigt … die nächste Zoonose könnte bereits darauf warten den Wirt zu wechseln und zu einer neuen Nemesis der Menschheit werden …). Leicht verständlich und meilenweit davon entfernt Wissenschaft auf trockene Weise nahe zu bringen.

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Cover des Buches Eskapaden der Evolution (ISBN: 9783777629094)
B

Rezension zu "Eskapaden der Evolution" von Matthias Glaubrecht

Grundlegende Evolutionsprozesse anhand vieler Art erläutert
belanaherminevor 2 Jahren

Inhalt

Das Buch ist eine Sammlung von Essays über die evolutionäre Anpassung von Tieren, den Ablauf evolutionärer Anpassungsprozesse und die Geschwindigkeit solcher Anpassungsprozesse. Im Hintergrund stehen immer die Fragen, was das Artensterben verursacht und warum das so tragisch ist.

Die Essays lassen keine Tierart/Spezies aus. Dabei geht es durchaus nicht ausschließlich um Eskapaden (gemäß Titel), also Ungewöhnliches, in der Evolution, sondern eher um die grundlegenden Vorgänge, die durchaus auch mal Überraschendes hervorbringen können.

Der Epilog am Ende des Buches geht noch einmal auf 7 wichtige Aspekte der Evolution der Arten und ihr Aussterben ein und versucht Wege zu zeigen, wie wir dem zumindest ein Stückweit begegnen können.

Am Ende des Buches finden sich 16 Seiten Literaturhinweise zum Weiterlesen und ein 17-seitiges Register zur besseren Orientierung im Buch.

Subjektive Eindrücke

Die Evolution hat mich schon immer sehr fasziniert. Deshalb habe ich das Buch nahezu verschlungen. Es ist überwiegend gut lesbar geschrieben. Die vielen fachlich korrekten Artbezeichnungen lassen einen manchmal ein wenig stolpern.

Das Buch ist sehr breit angelegt und schlägt immer wieder den Bogen zu Fragen des Umwelt-/Klimaschutz.

"Nebenbei" erfährt man auch sehr viel darüber, mit welchen Fähigkeiten und Eigenschaften die Evolution uns Menschen eigentlich ausgestattet hat. Auch das kann unter Umständen sehr erhellend sein.

Für mich war dieses Buch eine wahre kleine Perle.

Fazit

Wissenswertes über grundlegende evolutionäre Prozesse auf breiter Basis.

Weitere Rezensionen von mir gibt es unter https://belanahermine.wordpress.com/category/rezension/

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Cover des Buches Das Ende der Evolution (ISBN: 9783570102411)

Rezension zu "Das Ende der Evolution" von Matthias Glaubrecht

Macht Euch die Erde untertan falsch verstanden
Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren

Ich bin nicht religiös, möchte aber eines anmerken- wenn Gott den Menschen erschaffen hat und gesagt hat "Macht Euch die Erde untertan", dann wurde das von uns Menschen völlig falsch interpretiert. Bei dem Spiel "Die Sims" kann man den freien Willen vor Spielbeginn ausschalten, ansonsten kommt der Sim dauernd mit seinem eigenen Willen dazwischen, dh er will nicht essen, wenn man es ihm sagt usw.- ich übertrage dies nun mal (leicht ironisch) auf den Menschen- Gott hätte einfach nur den freien Willen bei den Amöben schon ausradieren müssen. Vielleicht wäre dann alles anders geworden.

Man kann dieses Buch nicht so einfach mal weglesen und wer so etwas erwartet, ist schon allein durch den Seitenumfang bald überfordert. Ich sah im Fernsehen ein Interview mit Glaubrecht und holte mir das Buch. Zeitgleich sehe ich "Unsere Erde aus dem All" und habe auch die Serie davor gesehen in der ARD, wie der Mensch die Erde kaputtmacht. Und ja, ich schäme mich, ganz ehrlich- ich schäme mich dafür, wenn junge Menschen mir erzählen oder propagandieren, daß sie die Schule schwänzen müssen für das Klima, aber dann eben jene sind, die sich schminken, Haarspray in die Haare machen, Kleidung kaufen, die in Bangladesh produziert wird oder- selbst gesehen- und sehr schön- sich Essen holen beim Chinaimbiss, futtern und dann den Müll davon einfach in die Büsche werfen. Diese Generation wird nicht leiden, aber die nächste könnte manche Tiere schon nicht mehr in der Natur kennenlernen.

Ich bin nicht erhaben, sicher nicht, doch ich lehne eben gewisse Dinge ab- ob das noch hilft- wahrscheinlich nicht, denn wir Menschen reagieren erst immer, wenn es zu spät ist. Ich fahre kein Auto, nur Fahrrad oder gehe zu Fuß, ich benutze keine Schminke, kein Haarspray oder ähnliches, kaufe nur Bio oder beim Bauern, fliege nicht, fahre Bahn und Öffis, kaufe recycletes in Plastikflaschen, also diese neuen aus 100% Flaschen für Shampoo, umweltfreundliches Spülmittel, benutze keine Plastiktüten, sondern schon ewig Stoffbeutel oder Korb....man kann diese Liste beliebig erweitern...aber bin ich deshalb ein besserer Mensch? Mitnichten!

Ich habe kein Handy, weil mir der Gedanke missfällt, daß Kinder in Afrika das Coltan dafür in Minen fördern müssen, ich kaufe niemals so etwas wie Puma etc.- Frauen in Indien werden gerne auch mal in den Höfen der Betriebe, wo genäht wird, angekettet in der prallen Sonne, wenn sie nicht ihr Soll erfüllen- ohne Wasser zu bekommen natürlich. Ich habe aber einen PC. Auch nicht gut.

Als Kind sah ich in Rumänien einen großen Bären mit Ring in der Nase, der zur Geigenmusik tanzen musste- ich habe bitterlich geweint und meine Mutter gebeten mir den Bären zu kaufen, damit der widerliche Ring aus seiner Nase kommt, die Kette, er frei sein kann. Ich habe den Zirkus nie gemocht- wenn Ponys im Dreck stehen hinterm Zelt, Hufrehe haben- eklig. 

Und wieder ich schäme mich...ich schäme mich kollektiv, wie man mit der Natur umgeht, mit den Lebewesen- es gibt Orte, da gibt es keine Bienen mehr und die Menschen müssen selbst bestäuben- hierbei auch mal Maja Lunde lesen. Wir sind alle zu sorglos mit dieser Erde umgegangen- weil es egal war, ob Tiere keinen Lebensraum mehr hatten, Wälder brannten, damit dort Farmen für Rinder entstehen und vieles vieles mehr. Traurig, wenn Walmütter ihre Babys mit der plastikverseuchten Milch vergiften, dann tagelang das tote Baby vor sich herschieben, es an die Oberfläche bringen wollen, damit es Luft holt. Ich habe oftmals bei dem Lesen das Buch niedergelegt, geschluckt...es wird in einem Teil Alaskas keine neuen Eisbären mehr geben- die die letztes Jahr geboren worden, waren die letzten. 

Ich habe Wildbienen gezüchtet, diese in unserem Wildgarten ausgesetzt letztes Jahr, dem Igel ein schönes Zuhause gebaut, Wildblumen zieren den Garten- ein leichtes Chaos für andere, für mich eine Oase, wo Vögel in Wasserschalen baden, sogar ganz nahe kommen. Es verschafft aber nur ein gutes Gefühl, beruhigt für einen Moment, aber man weiß, daß die Mehrheit das anders sieht. 

Hierbei- es gibt leider Menschen in Deutschland, die sozial benachteiligt eben nicht ökologisch sparen können oder Bio kaufen, verstehe ich. Öffis fahren teilweise zu echt doofen Zeiten- da nimmt man lieber das Auto. Und die Deutsche Bahn- oft ein Erlebnis. Das müsste besser werden- müsste.

Unser ökologische Bilanz ist mangelhaft, ganz klar, wir wollen billig, alles haben- keiner fragt sich, was der Bananenanbauer bekommt für seine Bananen und die werden meilenweit hin- und hergekarrt- das kostet auch Flugbenzin etc.- war es früher besser? Vielleicht um 1900- da fragte man sich in London, ob die Abfälle der Pferde an den Kutschen nicht Auswirkungen auf die Umwelt haben könnten. Doch mit den technischen Neuerungen wollte diese auch jeder haben. 

Glaubrecht geht auf vieles ein und er schreibt zwar schon wissenschaftlich, dennoch bewegt es, stimmt nachdenklich und hinterher bleibt die Scham.

Ob allerdings ein kurzes Umdenken helfen wird die Arten zu erhalten? Sicher nicht. Es ist schon fünf nach Zwölf- wir müssen das so hinnehmen. Wieviel Mensch kann die Erde verkraften? Wieviel die Natur, die Tiere? Endkapazität erreicht- leider- auch, wenn ich jedem sein Leben gönne- von Herzen- sonst hätte ich auch keine Patenkinder weltweit- aber aus Afrika höre ich oft auch nichts Gutes- klimatechnisch, aus Brasilien...schade eigentlich..

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