Theater braucht Publikum, davon lebt es. Wie kann das Theater gerettet werden? Dazu und zu vielen Stationen in seinem Leben als Theatermensch macht sich Matthias Hartmann Gedanken.
Der Autor ist ehemaliger Direktor des Wiener Burgtheaters und war als solcher in einen Bilanzskandal involviert. Erst Jahre später wurde er vollständig rehabilitiert. Allerdings geht es in dem Buch nicht nur um den Skandal – im Gegenteil, wird der relativ spät erwähnt, da Matthias Hartmann in seinem Leben vorher noch so manche andere (Theater-) Station durchlaufen hat.
Geschichten erzählen kann er, der Herr Hartmann. Die Ausführungen sind eine Mischung aus Hommage ans Theater (nicht alle, sondern nur ausgewählte – und bitte solche fürs Publikum und nicht für die eigene Presse/den eigenen Ruf) und seiner Biografie. Sie sind in einer Sprache erzählt, die ich mal dem Theatermenschen zuschreibe (da manchmal recht anschaulich und dann wieder recht blumig) und zum Teil sehr, sehr zynisch, mitunter sogar bissig. Manchmal kam es mir so vor, als würde hier die ein oder andere kleine offene Rechnung beglichen und gezielt Seitenhiebe verteilt. Ich muss gestehen, dass das den Autor nicht sonderlich sympathisch machte. Das Buch allerdings liest sich flüssig und die vielen Anekdoten, die eingebaut wurden, waren trotz des zynischen Untertons interessant.
Ob das Buch das Theater retten wird, sei dahingestellt – lesenswert ist es auf jeden Fall



