Matthias Heine

 4,6 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Krass, Verbrannte Wörter und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Matthias Heine

Matthias Heine, 1961 in Kassel geboren, hat in Braunschweig Germanistik und Geschichte studiert. Seit 1992 ist er Journalist in Berlin, hat u.a. für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, taz, BZ, den Cicero, Neon und Theater heute geschrieben und Radiobeiträge für den NDR und SFB/RBB produziert. Seit 2010 ist er Kulturredakteur der Welt. Zuletzt erschienen von ihm bei Hoffmann und Campe Seit wann hat "geil" nichts mehr mit Sex zu tun? 100 deutsche Wörter und ihre erstaunlichen Karrieren (2016), Letzter Schultag in Kaiser-Wilhelmsland. Wie der Erste Weltkrieg die deutsche Sprache für immer veränderte (2018) und Mit Affenzahn über die Eselsbnrücke. Die Tiere in unserer Sprache (2019).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Matthias Heine

Cover des Buches Krass (ISBN: 9783411754489)

Krass

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Erschienen am 19.04.2021
Cover des Buches Letzter Schultag in Kaiser-Wilhelmsland (ISBN: 9783455002812)

Letzter Schultag in Kaiser-Wilhelmsland

 (1)
Erschienen am 05.06.2018
Cover des Buches Verbrannte Wörter (ISBN: 9783411742660)

Verbrannte Wörter

 (1)
Erschienen am 18.03.2019
Cover des Buches Mit Affenzahn über die Eselsbrücke (ISBN: 9783455001266)

Mit Affenzahn über die Eselsbrücke

 (1)
Erschienen am 05.03.2019
Cover des Buches Das ABC der Menschheit (ISBN: 9783455011142)

Das ABC der Menschheit

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Erschienen am 02.06.2021
Cover des Buches Letzter Schultag in Kaiser-Wilhelmsland (ISBN: 9783455008784)

Letzter Schultag in Kaiser-Wilhelmsland

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Erschienen am 04.06.2020
Cover des Buches Eingewanderte Wörter (ISBN: 9783832199784)

Eingewanderte Wörter

 (0)
Erschienen am 18.08.2020

Neue Rezensionen zu Matthias Heine

Cover des Buches Krass (ISBN: 9783411754489)seschats avatar

Rezension zu "Krass" von Matthias Heine

Lesenswerte Betrachtung der Jugendsprache
seschatvor 3 Monaten

Ich habe schon einige spannenden Bücher zum Thema Sprache aus der Feder des Journalisten Matthias Heine gelesen. 

In seinem neuesten Titel "Krass" befasst er sich mit der Entwicklung der deutschen Jugendsprache von Martin Luther bis heute. Innerhalb von ca. 500 Jahren hat sich sprachlich einiges getan, obschon gerade das titelgebende Wort "krass" die Jahrhunderte überdauert hat. Damals wie heute verwenden Jugendliche ihre eigene Sprache (Jugendsprache), um sich einerseits von der Elterngeneration abzugrenzen und um andererseits zur Peergroup dazu zu gehören. 

Anfangs speiste sich die Jugendsprache allein aus dem Studenten- und Burschenschaftenmilieu. Auch vermischte man gern die Gelehrtensprache Latein mit Deutsch und versah jedes Nomen im Plural mit einem S (vgl. Kerls). Später dann besannen sich Turnvater Jahn und die sog. Wandervögel aufs Deutschtum und verbannten ausländische Begriffe aus dem Wortschatz. Wörter wie völkisch, Bockspringen oder Gau entstammen dieser Zeit. Danach betrachtet Heine die Jugendsprache Jahrzehnt für Jahrzehnt, von den 20er-Jahren bis heute. Hierbei habe ich einige Wörter aus meiner Kindheit wiederentdeckt, die eigentlich viel älter sind als ich. Überrascht war ich, als ich erfuhr, dass heute noch aktuelle Schulwörter wie Streber oder Spickzettel aus den 30ern stammen. Auch habe ich mich über Udo Lindenbergs nicht zu verachtenden Einfluss auf die Jugendsprache der 70er amüsiert. Typische Begriffe des Musikers waren/sind Controlletti, Fuzzi und Panik. Richtig zuhause fühlte ich mich im Jahrzehnt meiner Jugend, den 90ern. Hier hielten Wörter wie Body Building, piercen oder simsen Einzug in die Sprache. Heines Prognose für die Zukunft, dass es bald schwer sein wird, Jugendsprache/-Jargon von Umgangssprache zu unterscheiden, unterstütze ich, auch in Hinblick auf Kiezdeutsch, vollkommen. Seinen zweiten Ausblick, dass Jugendsprache durch Instagram und Tiktok weiblicher werden wird, zweifle ich trotz "Genderisierung" jedoch an.

Man merkt Heines detaillierten wie luziden Betrachtungen die intensive Recherche- bzw. Quellenarbeit an. Jugendsprache ist nämlich nicht nur Sprach-, sondern vor allem auch Kultur- und Mentalitätsgeschichte. Am interessantesten fand ich die Schilderungen über die Zeit der studentischen Versammlungen und Turnvereine sowie die Ausführungen über die DDR-Jugendsprache. Ich habe die 272 Seiten mit Gewinn und Freude gelesen. Zudem verfügt das Buch über ein ausführliches Literaturverzeichnis, das zum vertiefenden Studium der Materie einlädt.

FAZIT

Alles in allem ein linguistisch wie populärwissenschaftlich ungemein lesbares Werk zum Thema Jugendsprache. 


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Cover des Buches Mit Affenzahn über die Eselsbrücke (ISBN: 9783455001266)seschats avatar

Rezension zu "Mit Affenzahn über die Eselsbrücke" von Matthias Heine

Tierisch gutes Sprachkompendium
seschatvor 3 Jahren

Was ist gemeint, wenn in einem Text von „Ponyhof“ oder „Katzenjammer“ die Rede ist? Nicht jeder kann heutzutage tierische Metaphern und Redewendungen in der deutschen Sprache auf Anhieb verstehen bzw. erklären, weil es häufig an literarischem Wissen um längst vergangene Zusammenhänge mangelt. Journalist Matthias Heine ist daher einmal quer durch den Irrgarten der deutschen Wortfauna, von A wie Aal bis Z wie Zicke, gereist und hat sich kapitelweise mit den einzelnen Tieren und den dazugehörigen Sprichwörtern befasst. Herausgekommen ist dabei ein ungemein lesenswertes, weil wissenserweiterndes Sachbuch. Seine gut verständlichen, gern auch etwas ironischen Beschreibungen machen die Lektüre zu einem Vergnügen. Mir hat dabei besonders gefallen, dass sowohl der oftmals spannende Entstehungshorizont der Redewendungen als auch deren Bedeutungswandel innerhalb der Zeit berücksichtig wurde. Hierbei führt Heine zudem die verblüffenden literarischen Originalquellen, meist aus Antike und Neuzeit, an. Dementsprechend können Wörter wie elefantös, hummeldumm, hundeelend oder Datenkrake nach der Lektüre einfach nicht mehr falsch verstanden werden. Meine persönliche tierische Neuentdeckung war der sog. Uroboros. Doch nicht nur der Inhalt, sondern auch das liebevoll designte Cover samt spaßigen Titel konnte mich vollkommen überzeugen. 

FAZIT
Ein tierisches Lesevergnügen mit Mehrwert, das nicht nur den Sprachliebhaber entzückt, sondern auch den heutigen Deutschunterricht sehr bereichern kann. 

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