Matthias Horx Das Megatrend-Prinzip

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Inhaltsangabe zu „Das Megatrend-Prinzip“ von Matthias Horx

Was unsere Welt bewegt

Megatrends markieren die großen Veränderungen der Gesellschaft, sie wirken global, langfristig, tiefgreifend: die Globalisierung etwa, die Verschiebung der Altersstruktur, Individualisierung oder die immer wichtigere Rolle der Frauen. Matthias Horx beschreibt die innere Dynamik dieser Treiber des Wandels und erläutert ihre Rolle für den Fortschritt in den komplexen Zusammenhängen der modernen Welt. Vielen erscheint diese unübersichtlich, chaotisch, auf dem Weg in den Abgrund. Dabei sind heutige Gesellschaften aufgrund ihrer Vielschichtigkeit und Vernetzung robuster und viel eher in der Lage, neue Wege einzuschlagen. Wie immer ideensprühend und unterhaltsam verknüpft Matthias Horx die Analyse der Wandlungskräfte mit einem Blick auf die wichtigsten Megatrends.

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  • Rezension zu "Das Megatrend-Prinzip" von Matthias Horx

    Das Megatrend-Prinzip

    michael_lehmann-pape

    27. November 2011 um 13:21

    Treiber des gesellschaftlichen Wandels Matthias Horx ist Zukunfts- und Trendforscher im großen Maßstab. Nicht um gängige Modetrends des nächsten Herbstes oder die nächste Handy Revolution geht es ihm. Wer, was und wie gestaltet die Zukunft der Menschheit und inwiefern sind diese „Trends“ absehbar, zumindest zu erahnen? Das ist sein Thema. Ein Thema, welches allein schon durch den Begriff „Megatrend“ verdeutlicht, dass es hier um die großen Linien der Zukunft geht. Es sind die langfristigen „Treiber“ des Weltgeschehens, welche mit langsamer Geschwindigkeit und dafür um so größerer Energie Entwicklungslinien festzurren und umzusetzen vermögen. Fundiert und sorgfältig strukturiert baut Horx in diesem Sinne sein Buch auf, auf seinem Weg, „beschreibbare Kräfte auszumachen, die die Welt vorantreiben und in eine bestimmte Richtung verändern“. Dies, nachdem er im ersten Teil des Buches zunächst in das Thema einführt und verdeutlicht, dass „Kontinuität“ und „Innovation“ in einem deutlichen Spannungsverhältnis stehen und ebenso in der Evolution selber als auch in der Entwicklung des Wirtschaftslebens beides in dieser Spannung aufeinandertrifft. Erst aus dieser Spannung heraus geschieht letztendlich „Entwicklung“. Nicht nur, dass sich biologische eine „Auslese“ festmachen lässt, auch wirtschaftlich werden selbst Riesenkonzerne zu einem gewissen Prozentsatz „pulverisiert“ um Platz zu schaffen für Innovationen. Ein „Determinismus“, so beruhigend es auch wäre, Dinge logisch ableiten zu können, ist nicht die treibende Kraft der Evolution. „Irrtümer“ sind es viel eher, die jene evolutionäre Kraft darstellen, welche Entwicklungen erst freisetzt. Ganz hervorragend bildet Horx hier Grunderkenntnisse der Biologie ab und „übersetzt“ diese in eine Betrachtung der Wirtschaft und des soziokulturellen Miteinanders, die einsichtig und stichhaltig zu überzeugen vermag. Und es sind im Weiteren die „großen Linien“, die „Megatrends“. Globalisierung zu Beispiel, in der sich ein „blinder Prozess der Selbstkoordination“ abspielt. Ein solch komplex vernetzter Vorgang, dass nicht nur eine Steuerung, selbst ein echtes Verstehen desselben noch weit in den Sternen steht, ein Vorgang aber, der als ungeheuer kraftvoller Motor einen Rahmen eben für jenes „Versuch und Irrtum“ eines evolutionären Prozesses vorgibt, der die Zukunft stark beeinflussen wird. Ebenso wie der Megatrend „Frauen“ (vielfach in Deutschland bereits zu sehen im Feld der Bildung). Aktuelle, durchaus schon sichtbare Megatrends werden benannt, denen Horx einen Ausblick auf kommende Megatrends folgen lässt, die eher noch erst zu ahnen sind. Eine „kreative Zerstörung“ durch den Kapitalismus wird so zur Bedingung eines Sozialkontraktes werden können, der in die Zukunft weist. Eine allgemeine „Knappheit“ wird im Raum stehen an Ressourcen dessen, was zu einem „besseren Leben“ befähigt. Horx nennt unter anderem hier die kommende „Sättigung der Märkte“ oder Knappheit an Energie. Knappheiten, die wiederum kreativ Neues hervorbringen können wie ein neues soziales Verständnis, eine Entwicklung hin zur Kooperation. Letztlich plädiert Horx völlig einsichtig und folgerichtig für eine „Training der Wandlungsfähigkeit“ und eine „Stärkung der Selbstkompetenz“, vor allem für ein Verlassen jedweder dogmatischer und/oder ängstlicher „Tunnelblicke“ (er nennt dies das „eherne Gehäuse der Hörigkeit“, vor allem dem Fundament des „Lohnarbeitsverhältnisses“ gegenüber). So fasst Horx letztlich das „System Megatrend“ in, am Ende des Buches, gründlich und plakativ erläuterte Begriffe zusammen. Komplexität, Vielfalt, Wandel und Stagnation, Teilung und Verbindung und auch Krise. Elemente, die in Form einer „Synthese“ und nicht in Formen „linearer Logik“ oder als „Kausalketten“ die Entwicklung des Lebens im Großen und Kleinen im Rahmen des evolutionären Rahmens bestimmen. Horx legt eine ruhige, sachliche, im Wesen aber intensive Betrachtung jener Kräfte vor, welche die Entwicklung des komplexen Systems Mensch und Gesellschaft bestimmen und die, in Teilen, durchaus prognostizierbar sind. Dabei enthält das Buch einen durchaus ganz anderen Blick auf die gängigen Erklärungs- und Arbeitsmodelle gerade der Wirtschaft und Sozialwissenschaften, die fast revolutionär zu einer anderen und flexiblen Art des Denkens herausfordern. Das Ganze dargeboten mit vielen praktischen Beispielen und einer durchaus verständlichen Sprache. Das Buch ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg nach Morgen, gerade angesichts der „Weltuntergangsstimmung“ im Rahmen der Krisen unserer Tage.

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