Matthias Jügler Raubfischen

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Inhaltsangabe zu „Raubfischen“ von Matthias Jügler

Das Raubfischen ist ihre gemeinsame Leidenschaft, seine Erkrankung an ALS droht, sie zu trennen, kann das Leben die Krankheit überwinden? Daniel hasst die Schule. Alles, was er weiß, hat er von seinem Großvater. Wie die Hechte im Tostaholmen am besten beißen, das man immer den Fisch zum Kescher und nie den Kescher zum Fisch führt und man auf Geduld und Sorgfalt ein Leben errichten kann.§Doch dann ändert sich das Verhalten des Großvaters. Seine Aufmerksamkeit nimmt rapide ab, er hat Schwierigkeiten zu essen. Und schließlich kommt er in ein Pflegeheim. Die Diagnose: ALS. Der See in Schweden scheint für immer außer Reichweite. Daraufhin trifft er einen waghalsigen Entschluss. Er wird seinen Großvater entführen, höchstpersönlich, und ihn mit dessen Auto zum Tostaholmen bringen. Doch was als Kurzschlussreaktion beginnt, führt den 18-Jährigen tief in die Geschichte seiner Familie, zu erfüllten und enttäuschten Sehnsüchten und zu der übermenschlichen Aufgabe, über Leben und Tod zu entscheiden.

Eine klare, moderne Sprache ohne Schnörkel erzählt vom Erwachsenwerden und den wahrhaft wichtigen Dingen im Leben.

— Simon_liest

Inhaltlich eine schöne Idee. Der kühle, distanzierte Sprachstil sprach mich aber leider nicht an.

— Kerstin-Scheuer

War nicht meins

— thora01

Mir war es zu unausgereift mit zu vielen offenen Fragen.

— freiegedanken

Ganz anders als erwartet, sehr klare Sprache. Wer etwas über die Krankheit wissen möchte ist hier eher falsch. Familiengeschichte

— Larischen

Sehr interessant, gut geschrieben

— DeansImpala

Großvater-Enkel-Geschichte, Thematik Angeln. Sprache schön und schlicht, aber für mich bleiben zu viel offene Punkte im Buch

— Arizona

Ich kann mir vorstellen, dass dieses Buch sehr polarisiert. Nicht jedes Buch ist für jeden geeignet. Dieses hat meine Erwartungen nicht erfü

— Gelinde

nur für Angler und Schwedenfreunde geeignet

— gusaca

Eine berührende Geschichte mit gemeinsamen Augenblicken.

— Anja_Seb

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  • Raubfischen

    Raubfischen

    Thrillertante

    11. June 2015 um 10:53

    Als der 16jährige Daniel erfährt, dass sein Großvater,  mit dem er oft in Schweden Urlaub gemacht hat und von dem er alles über das Angeln gelernt hat, an ALS erkrankt ist, bricht für ihn eine Welt zusammen. Auch die restliche Familie weiß nicht so recht damit umzugehen. Daniel kann es nur schwer ertragen zuzusehen, wie sein Großvater immer mehr verfällt und trifft einen Entschluss.... Es war gar nicht so einfach für mich, dieses Buch zu lesen. Ich selbst habe Multiple Sklerose und so kam ich ganz automatisch auch mit ALS-Kranken in Kontakt und habe angefangen mich mehr mit dieser schrecklichen Krankheit auseinanderzusetzen. "Raubfischen" war für mich nicht ganz so einfach zu lesen, zu nah bin ich am Thema dran, allerdings hatte es auch etwas Tröstliches für mich. Matthias Jügler`s Schreibstil ist sehr klar, auch wenn ich nicht unbedingt das Gefühl hatte, die Protagonisten zu "kennen". Vielmehr hat der Autor mich zuschauen lassen, wie in einem Film, was ich persönlich auch ganz gut so fand. "Raubfischen" ist keine leichte Story, keine Geschichte, die auf die Tränendrüsen drückt. Matthias Jügler erzählt sehr nüchtern über diese schreckliche Krankheit und dem nahenden Tod. Es bleiben Fragen offen aber ist das nicht oft so? Ein geliebter Mensch verstirbt und dann fallen einem noch zahlreiche Fragen ein, die nie gestellt wurden, warum auch immer. Es geht um`s Erwachsenwerden und über die, irgendwie besondere Beziehung, zwischen Enkel und Großvater. "Raubfischen" hat mir einmal mehr gezeigt, im Hier und Jetzt zu leben, Dinge aus-oder anzusprechen, bevor es zu spät ist! Mehr kann ich zu dem Buch nicht sagen, zuviele Gedanken gingen mir nach Beendigung durch den Kopf, die ich lieber für mich behalten möchte. Mein ganz besonderer Dank gilt dem Aufbau Verlag, der mir das Buch ganz überraschend geschickt hat - ich habe mich wirklich sehr gefreut und kann mir vorstellen, das Buch zu einem späteren Zeitpunkt nochmal zu lesen!

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  • lesbar

    Raubfischen

    Kerstin-Scheuer

    31. May 2015 um 11:53

    Bücher sollten mich entweder durch den Inhalt bzw. die Handlung oder durch die Sprache überzeugen. Im günstigsten Fall trifft gleich beides zu. Dann verstärken sich diese Aspekte gegenseitig, so dass ein besonders runder Eindruck entsteht. Ein solches Buch zu lesen, ist ein wahrer Genuss. Im ungünstigsten Fall fehlt es an beidem. Das sind die Bücher, die ich entweder erst gar nicht lese oder abbreche. Und dann wären da noch jene besonders traurigen Fälle, in denen der eine Aspekt den anderen gar behindert. „Raubfischen“ von Matthias Jügler ist ein solches Buch, bei dem es die Sprache nicht schafft, den Inhalt zu transportieren, sondern zu diesem teilweise sogar im Widerspruch steht. Worum geht es? Ausgerechnet an seinem 16. Geburtstag erfährt Daniel, dessen Welt ohnehin schon ziemlich aus den Fugen ist, dass sein geliebter Großvater, mit dem er so viele Sommer beim Raubfischen in Schweden verbrachte, an ALS leidet. Hilflos muss er zusammen mit seiner Mutter und Großmutter zu sehen, wie der Körper des Großvaters nach und nach lebenswichtige Funktionen aufgibt. Als er schließlich weder sprechen noch schlucken noch atmen kann, trifft Daniel einen einsamen und mutigen Entschluss. Warum habe ich es gelesen? RaubfischenSo seltsam es für manchen vielleicht klingen mag, war es doch zuerst einmal das Cover, das mich beim Stöbern in den Neuzugängen der Onleihe sofort ansprach. Das ganz in Grautönen gehaltene Motiv mit dem einsamen Fischerboot versprach einen ruhigen, nachdenklichen Roman. Als ich im Klappentext dann auch noch las, dass es um ALS und eine Enkel-Großvater-Beziehung geht, wanderte das eBook auf meine Vermerkliste und von da schnell auf meinen Tolino. Wie war mein erster Eindruck? Raubfisch Illustration Das eBook ist mit Illustrationen von Fischen erstaunlich aufwändig gestaltet. Fast fand ich es schade, „Raubfischen“ nicht als „analoges“ Buch ausgeliehen zu haben. Der Text ist in zwei Teile untergliedert. Im ersten wird das Fortschreiten der Krankheit be­schrieben. Im zweiten setzt Daniel seinen gefassten Beschluss in die Tat um. Dabei lässt Matthias Jügler seinen jugendlichen Protagonisten jedoch nicht chronologisch erzählen. Immer wieder wird die aktuelle Handlung von Erinnerungen an gemeinsame Angelurlaube mit den Großeltern in Schweden unterbrochen. Diese Brüche stiften leider bisweilen Verwirrung und verhindern einen flüssigen Lesefluss. Wie fand ich die Sprache? Matthias Jüglers Sprache in „Raubfischen“ wirkt ruhig, sachlich und fast schon ein wenig distanziert. Er wählt kurze Sätze, die er manchmal abbricht, um einen anderen Gedanken einzuschieben. Emotionen werden weitestgehend ausgeblendet und allerhöchsten vorsichtig angedeutet. Zum ersten Teil von „Raubfischen“ mag dieser reduzierte Sprachstil noch passen, wenn die Familie sich angesichts des nahen Todes des Großvaters rat- und hilflos fühlt und es ihnen im wahrsten Sinne des Wortes die Sprache verschlägt. Spätestens im wesentlich längeren zweiten Teil trägt dieser Stil jedoch leider nicht mehr. Hier schafft es Daniel, sich aus seiner anfänglichen Starre zu lösen. Er unternimmt etwas, um die Situation zu verbessern. In der Sprache schlägt sich diese neue Aktivität leider nicht nieder. Sie verharrt bei ihrer kargen Art. Der Sprachstil wirkt dadurch nun nicht nur deplatziert, sondern beeinträchtigt die eigentliche Aussage sogar. Wie fand ich die Charaktere? Bei „Raubfischen“ ist es mir leider nicht gelungen, ein klares Bild der Charaktere zu bekommen. Der Text bietet durch die fast vollständige Ausblendung von Emotionen zu wenige Anhaltspunkte, die dem Leser eine eigene Interpretation erlaubten. So konnte ich mich leider nicht mit Daniel identifizieren oder mich in ihn hineinversetzen. So erlebte ich den Text als reine Ausstehende, der die Motive und Gefühle der Handelnden verschlossen blieben. Am besten gezeichnet ist meines Erachtens noch die Großmutter, die für diesen Roman sehr offen und ausführlich über ihr Zusammenleben mit ihrem schwindenden Mann spricht. Von ihr bekam ich eine kleine Ahnung davon, wie die Erkrankung für sie als Lebenspartnerin bedeutet. Leider ist sie aber nur ein Nebencharakter, der für die Handlung kaum eine Rolle spielt. Wie fand ich das Buch allgemein? „Raubfischen“ von Matthias Jügler konnte mich leider nicht überzeugen. Die Idee hinter dem Roman gefiel und gefällt mir zwar sehr gut. Leider mangelt es jedoch einer ansprechenden Umsetzung. Am meisten störte mich der karge, distanzierte Sprachstil, der so wenig zum größeren, zweiten Teil des Buchs passen will. Zudem macht es das sprachliche Ausblenden von Emotionen nahezu unmöglich, ein klares Bild der Hauptcharaktere zu erhalten und sich mit ihnen zu identifizieren. Ein echtes Leseerlebnis kommt so nicht auf. Der lose, szenenhafte Erzählstil erschwert zudem die Orientierung. Mir fiel bisweilen schwer, das Gelesene chronologisch an der richtigen Stelle einzuordnen. Ein flüssiges Lesen war mir dadurch nicht möglich. Auch vermisste ich einen wesentlichen Teil der Handlung; nämlich Daniels Weg hinaus aus der allgemeinen Lethargie, die sich in seiner Familie breitmachte. Auf den ersten Teil, in dem man den Krankheitsverlauf und die Sprachlosigkeit, mit der die Familie darauf reagiert, miterlebt, folgt ein klarer Bruch. Im zweiten Teil ist Daniels Entschluss bereits gefallen und man erlebt dessen Umsetzung. Was fehlt, ist die Entwicklung hierhin. Gab es einen bestimmten Auslöser? Wie schaffte Daniel diesen Schritt? Der Text lässt dies ebenso offen, wie Daniels Absichten und Motive. Am Ende ließ mich „Raubfischen“ deshalb etwas ratlos und verwirrt zurück. Der offene Schluss lässt viel Raum zur eigenen Interpretation, was ich eigentlich immer recht schön finde. In diesem Fall aber war ich von der zu großen Interpretationsfreiheit, die Matthias Jügler dem Leser lässt, überfordert. Die eigentliche Aussage dieses Romans blieb mir auch nach langem Nachdenken verschlossen. Ich habe nur eine dumpfe Ahnung davon bekommen, dass es um das Abschiednehmen geht. Vielleicht braucht es etwas mehr Lebenserfahrung, als ich sie habe, um sich „Raubfischen“ wirklich erschließen zu können.

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  • Leserunde zu "Raubfischen" von Matthias Jügler

    Raubfischen

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Darum geht es im Buch: Die Schule, die Eltern – Daniels Welt ist voller Zerwürfnisse. Die Ferien in Südschweden mit seinem Großvater bedeuten ihm alles. Die Stunden auf dem See, die geheimnisvolle Welt unter Wasser. Doch dann erkrankt sein Großvater an ALS. Erst verliert er den Appetit, dann seine Stimme, zuletzt die Fähigkeit zu atmen. Daniel erträgt es nicht, tatenlos dabei zuzusehen, und fasst den waghalsigen Entschluss, ein Leben zu retten, das schon verloren ist. Da gibt es den Trailer zum Buch: https://www.youtube.com/watch?v=1aZnXcujHYs www.matthiasjuegler.de Das sagt die Presse: »Ein Debüt: Und was für eines! Matthias Jügler schreibt so, als ob es keiner Anstrengung bedürfe, als ob die Worte sich von selber fügten zur vollkommenen Form.« Leseprobe: http://www.aufbau-verlag.de/media/Upload/leseproben/9783351050146.pdf Und jetzt lesen wir zusammen meinen Debütroman!

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  • Ganz anders als erwartet

    Raubfischen

    Larischen

    19. May 2015 um 12:32

    Daniel verbringt viele seiner Ferien mit seinem Großvater in Schweden zum Angeln. Dort lernt er viel von seinem Großvater über das Angeln. Doch als sein Großvater an ALS erkrankt wird aus dem selbstbewussten und eigenständigen Mann ein Pflegefall. Aber Daniel möchte seinem Großvater noch eine letzte Reise ermöglichen und nimmt dafür mit seinen 18 Jahren einiges auf sich. Matthias Jügler erzählt in seinem Roman „Raubfischen“ von einer Familie, die mit der Krankheit ALS konfrontiert wird. Er erzählt sehr unaufgeregt und sachlich, sodass eine gewisse Distanz zu den Protagonisten bleibt. Allerdings ist das Buch ganz wunderbar zu lesen und ich musste mich zum Teil sogar etwas „zügeln“. Inhaltlich hatte ich mir den Roman ehrlich gesagt etwas anders vorgestellt. Die Krankheit ist zwar durch den Großvater präsent, aber wirklich viel erfährt man nicht über sie. Nur den zunehmenden körperlichen Verfall bekommt der Leser eindrucksvoll präsentiert. Über die Gefühle der weiteren Familienmitglieder erfährt man wenig. Sie scheinen alle ihre eigene Art des Umgangs mit der Krankheit gefunden zu haben. Allerdings keine gemeinsame Strategie. Für passionierte Angler ist das Buch wohl allerdings eine Schatzkiste. Für mich waren diese Informationen ein nettes Beiwerk, haben sich aber nach Lektüre des Romans direkt wieder aus meinem Gedächtnis verabschiedet. Neben der aktuellen Handlung gibt es immer wieder Rückblicke, die für mich, zumindest im zweiten Teil des Buches, in Teilen überflüssig waren und deren Sinn sich mir nicht ganz erschlossen hat. Wie man meinen Anmerkungen entnehmen kann, ich hatte etwas ganz anderes erwartet. Nichtsdestotrotz hat mir „Raubfischen“ sehr gut gefallen. Der Einblick in eine nicht ganz intakte Familie, die plötzlich von einer schweren Krankheit betroffen ist und damit umgehen muss. Besonders gefallen hat mir aber tatsächlich die Sprache und durch sie kann ich das Buch einfach nur gut bewerten. Denn sobald ich meine anfänglichen Erwartungen über Bord geworfen haben, habe ich das Buch kaum aus der Hand gelegt. Ein besonders Lob geht auch an die Gestaltung, das kleine Büchlein ist wirklich wunderschön und hochwertig gestaltet – ein echter Hingucker im Bücherregal. Wer gerne mehr über die Krankheit ALS erfahren möchte sollte lieber zu einem anderen Buch greifen. Wer aber gerne ein (kurzes) Familienportrait lesen möchte und zudem noch Spaß am Angeln hat, der sollte sich „Raubfischen“ von Matthias Jügler unbedingt anschauen. Mir hat es wirklich gut gefallen, allerdings würde ich empfehlen, kurz reinzulesen um zu sehen, ob einem die Sprache liegt. Da die für mich eine der größten Stärken des Buches ist, sollte man die schon mögen.

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  • Angeln mit Opa

    Raubfischen

    Estrelas

    17. May 2015 um 11:58

    Daniel verbringt Zeit mit seinem Großvater - im Urlaub in Schweden, beim Angeln und als er an ALS erkrankt, der Nervensystemerkrankung, die nach und nach seine Körperfunktionen außer Kraft setzt. Es ist bewundernswert, wie der Autor seine persönlichen Erfahrungen in einem Roman umgesetzt hat. Er schildert ganz unaufgeregt, wie eine Familie mit der Krankheit und dem Kranken umgeht. Dies alles wirkt sehr authentisch. Andererseits hätte ich mir erhofft, dass die Beziehung zwischen Großvater und Enkel mehr ausmacht als das gemeinsame Angeln. Ihr Verhältnis kommt ebenso nüchtern daher wie die Krankheit selbst, dabei hätte der Kontrast zwischen Glück und Verlust viel krasser ausfallen können. Vieles über Fische wird gesagt, vieles Zwischenmenschliche bleibt unausgesprochen - das ist ein Defizit des Buchs, das ansonsten durchaus seine Berechtigung hat.

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  • Raubfischen?

    Raubfischen

    thora01

    13. May 2015 um 23:20

    Inhalt/Klappentext: Das Raubfischen ist ihre gemeinsame Leidenschaft, seine Erkrankung an ALS droht, sie zu trennen, kann das Leben die Krankheit überwinden? Daniel hasst die Schule. Alles, was er weiß, hat er von seinem Großvater. Wie die Hechte im Tostaholmen am besten beißen, das man immer den Fisch zum Kescher und nie den Kescher zum Fisch führt und man auf Geduld und Sorgfalt ein Leben errichten kann.§Doch dann ändert sich das Verhalten des Großvaters. Seine Aufmerksamkeit nimmt rapide ab, er hat Schwierigkeiten zu essen. Und schließlich kommt er in ein Pflegeheim. Die Diagnose: ALS. Der See in Schweden scheint für immer außer Reichweite. Daraufhin trifft er einen waghalsigen Entschluss. Er wird seinen Großvater entführen, höchstpersönlich, und ihn mit dessen Auto zum Tostaholmen bringen. Doch was als Kurzschlussreaktion beginnt, führt den 18-Jährigen tief in die Geschichte seiner Familie, zu erfüllten und enttäuschten Sehnsüchten und zu der übermenschlichen Aufgabe, über Leben und Tod zu entscheiden. Dieses Buch war einfach nicht MEINS. Ich konnte nicht richtig in die Geschichte hinein finden. Für mich war es sehr fachspezifisch auf das Angeln ausgerichtet. Die raschen Wechsel der verschiedenen Personen und Orte waren für mich sehr anstrengend zu lesen. Der Ansatz war sicher gut, nur mit dieser Umsetzung konnte mich der Autor nicht mitreißen.

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  • Urlaub mit Opa

    Raubfischen

    Mrs. Dalloway

    08. May 2015 um 14:57

    Daniels Opa ist an ALS erkrankt. Er verliert alles, den Appetit, die Stimme und die Fähigkeit zu atmen. Sein Enkel erträgt das nicht und fasst einen waghalsigen Entschluss... Meine Meinung: Ich war überrascht, wie schnell sich dieses Buch lesen ließ, obwohl es doch relativ harter Tobak ist. Der Schreibstil ist sehr distanziert von allem, leicht kühl und abgehackt. So kann man keine Verbindung zu den Charakteren aufbauen. Dazu trägt außerdem bei, dass diese selten mit Namen angesprochen werden, was zu der Distanziertheit beiträgt. Nichtsdestotrotz liest es sich unglaublich gut. Ich kann es fast nicht beschreiben - am besten selber lesen!

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  • Raubfischen

    Raubfischen

    buecherwurm1310

    07. May 2015 um 15:54

    Daniel hat eine enge Beziehung zu seinem Großvater. Die beiden haben während der Urlaube in Schweden schon immer viel Zeit gemeinsam beim Angeln verbracht. Alles was er über dieses Hobby weiß, hat er vom Großvater gelernt. Dann gibt es eine erschütternde Diagnose: Der Großvater hat ALS. Die Diagnose überfordert die Familie, denn der Verfall bei der Krankheit geht recht schnell und ist drastisch. Daniel kann sich damit nicht abfinden und er beschließt, seinem Großvater den Wunsch, noch einmal Zeit in Schweden zu verbringen, zu erfüllen. Das Buch ist in einem sehr nüchternen Sprachstil geschrieben. Berichtet wird die Geschichte in zwei Erzählsträngen. Der eine Teil erzählt die Handlung nach dem Bekanntwerden der Diagnose, im anderen Teil erfahren wir, wie Daniel aufwächst. Ein klare Abgrenzung gibt es nicht, so dass ich zunächst ziemlich irritiert war. Aber das hat sich nach einer Weile gelegt. Die Menschen in diesem Buch sind sprach- und emotionslos. Daher konnte ich nicht mit ihnen fühlen und sie blieben mir fremd. Es wird wenig über den Verlauf der Krankheit und wie die Familie mit den Belastungen umgeht erzählt, dafür aber umso mehr über das Angeln. Vieles ist nur angedeutet und viele Fragen werden nicht beantwortet, daher kann und muss sich der Leser sein Bild selbst zeichnen. Das war für mich unbefriedigend. Ein distanziertes Buch über eine furchtbare Krankheit.

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  • Stiller Abschied - oder Der letzte Wunsch

    Raubfischen

    Lesestunde_mit_Marie

    05. May 2015 um 08:34

    Dieses Buch erfordert allerhöchste Lesekonzentration. So einfach mal nebenbei liest es sich nicht. Zumindest ist mir das nicht gelungen. Der Autor fordert den Leser mit ständigen Zeitsprüngen und eingestreuten stakkatoartigen Sätzen. An dieser Stelle sei jedoch direkt angemerkt: Der Stil und die Zeitsprünge passen perfekt zum Buch! In Raubfischen geht es um das Erleben und den Umgang der Erkrankung ALS aus Sicht eines Jugendlichen. Oberflächlich betrachtet, berichtet der Ich-Erzähler Daniel die Geschehnisse recht unaufgeregt, teilweise distanziert anmutend. Aber bereits das graumelierte schlichte Cover mit den zwei einsamen Menschen in einem kleinen Ruderboot und dem kurzen wie schlichten Titel „Raubfischen“ kommt von Beginn an auf leisen Sohlen daher. Zur Geschichte selber: Raubfischen erzählt von der Beziehung zwischen Großvater und Enkel, ihren gemeinsamen Angelausflügen, ihren Urlauben an einem schwedischen See im eigenen Häuschen, von der Erkrankung des Großvaters. Es herrscht grundsätzlich große Ruhe – und bisweilen Stille. Stille, die zwischen den Figuren herrscht, wenn sie ihre Gefühle nicht zum Ausdruck bringen, wenn sie Hintergründe für ihr Handeln nicht aufklären und wenn sie beinahe ohnmächtig einer unbezwingbaren Krankheit gegenüberstehen Daniels Großvater, der an an ALS erkrankt, hat großen Einfluss und Anteil an Daniels Leben. Szenen dieses Enkel-Großvater-Verhältnisses werden in Rückblenden ausschnittweise beschrieben. Sein Verhältnis zu seinen Eltern und zu seiner Großmutter werden zwischendurch ebenfalls kurz angerissen. Von Kapitel zu Kapitel gibt es zuweilen abrupte Zeitsprünge und man weiß nicht immer sofort, in welchem Zeitabschnitt man sich befindet. Das Verhältnis zwischen Großvater und Enkel ist nicht durchgängig harmonisch, denn der alte Mann scheint an einigen Stellen sehr konservative Ansichten zu haben und gibt dem Enkel kaum Erklärungen für sein Handeln – außer wenn es um seine große Leidenschaft das Fischen geht, die er an seinen Enkel weitergibt. Ebenso scheint das Eltern-Kind-Verhältnis nicht tiefgreifend emotional geprägt zu sein. Darüber hinaus hat Daniel offensichtlich kaum oder keine Freunde. Einige Dinge bleiben vage angedeutet, so dass der Leser anscheinend maximal den gleichen Wissensstand oder Ahnungen wie der Enkel erhalten soll. Doch trotz des nicht immer einfachen Verhältnisses, muss Daniel eine sehr tiefe Zuneigung und Verbundenheit zum Großvater hegen; denn sonst würde er sich sicher nicht auf eine mühsame Reise mit ihm begeben, um seinen letzten Wunsch zu erfüllen und dabei so umsichtig, liebevoll und vorausschauend planen. Dem ein oder anderen Leser mag die ruhige Erzählweise zu wenig emotional sein und so manches Ereignis und Geschehen zu wenig ausgearbeitet. Aber für mich macht gerade das die Authentizität des Romans aus. Ein junger Mann, der selber seinen rechten Platz im Leben noch nicht gefunden hat, der außer seinen Großeltern kaum Bezugspersonen zu haben scheint und in einem Umfeld aufwächst, in dem Emotionen und offene Aussprachen nicht zum alltäglichen Leben gehören und nun mit der Erkrankung der vielleicht wichtigsten Bezugsperson in seinem Leben umgehen muss. Wer es versteht, zwischen den Zeilen zu lesen, wird da so einige Emotionen entdecken! Fazit: Kein Schmöker und keine leichte Kost, ebenso aber auch keine Erklärung der Krankheit ALS sondern das Erleben des Fortschreitens einer Erkrankung von der man ständig hofft, dass sie doch wieder verschwindet, weil sie Anfang mehr oder weniger kaum bemerkbar ist und in Schüben voranschreitet.

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  • Anders als erwartet

    Raubfischen

    MATOLE

    04. May 2015 um 17:27

    KurzbeschreibungDie Schule, die Eltern – Daniels Welt ist voller Zerwürfnisse. Die Ferien in Südschweden mit seinem Großvater bedeuten ihm alles. Wenn sie Stunden beim Raubfischen auf dem See verbringen und er immer mehr über die geheimnisvolle Welt unter Wasser erfährt. Doch dann erkrankt sein Großvater an ALS. Erst verliert er den Appetit, dann seine Stimme, zuletzt die Fähigkeit zu atmen. Daniel erträgt es nicht, tatenlos dabei zuzusehen, und fasst einen waghalsigen Entschluss. »Raubfischen« ist die Geschichte eines Abschieds und eines Aufbruchs, eines Anfangs und eines Endes. Es erzählt von der Einsicht, dass es kein Richtig oder Falsch gibt und der Tod ein Gegner ist, mit dem man es aufnehmen sollte. Meine Meinung Ich muss zugeben , das ich mich mit diesem Buch sehr schwer getan habe. Gerade die erste Hälfte empfand ich als sehr anstrengend und musste oft Passagen zweimal lesen. Das liegt wohl an dem außergewöhnlichen Schreibstil. Denn die Sätze sind sehr kurz gehalten, wirken manchmal auch abgehakt. Einige Handlungen konnte ich nicht nachvollziehen, denn es fehlte an manchen Stellen an einer etwas deutlicheren Beschreibung. Das wurde im zweiten Teil allerdings besser. Ich konnte der Geschichte ab hier besser folgen. Die Krankheit des Großvaters war für alle Angehörigen sehr schlimm mit anzusehen, was auch immer mal wieder deutlich wurde. Dennoch fehlten mir hier einfach die Emotionen. Auch wie die Familie miteinander umgeht, kam fast schon lieblos rüber. Ich glaube dieses Buch entspricht einfach nicht meinem persönlichen Geschmack und ich hätte es mir bei dieser Thematik doch etwas anders vorgestellt. Dennoch ist es bestimmt ein wertvolles Buch um auch mal über das Schicksal der betroffenen Personen nachzudenken.

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  • Eine Großvater-Enkel-Story

    Raubfischen

    Arizona

    04. May 2015 um 16:23

    Daniel und sein Großvater, Urlaube in Schweden, Angeln, die Erkrankung des Großvaters - das sind die Themen dieses Romans. Denn Daniels Großvater erkrankt an ALS, er bekommt Lähmungen, sitzt im Rollstuhl, kann nicht mehr reden, wird pflegebedürftig. Wie geht die Familie mit der Situation um? Vieles wird verdrängt. Opa und Enkel verbindet besonders ihre Leidenschaft fürs Angeln und ihre gemeinsamen Schweden-Urlaube, dort im Häuschen der Großeltern am See. Das Buch spielt von Daniels 16. Geburtstag bis hin zum Alter von 18 Jahren. Dies ist die Zeit, als die Krankheit des Großvaters ausbricht und er pflegebedürftig wird und ins Heim muss. Zwischendurch gibt es Rückblicke auf die Urlaube in Schweden. Alles wird eingebettet in die Thematik des Angelns, auch so eine Welt für sich, voller Schweigen. Die ganze Familiengeschichte ist sehr schwierig, es gibt Eheprobleme, die Leute reden recht wenig miteinander. Die Stimmung des Buches ist genauso grau wie das Cover. Alle Figuren sind in einer recht depressiven Stimmung gefangen. Klar die Erkrankung überschattet alles, aber auch in der Vergangenheit ist einiges aus dem Gleichgewicht geraten. Die Sprache des Buches ist klar und prägnant. Ein Problem sind die Szenenwechsel bzw. die Rückblicke, das ist oft verwirrend, da sie im Präsens erzählt sind, so dass man sie oft nur vom Inhalt her zeitlich einordnen kann. Mein Hauptkritikpunkt ist es, dass hier vieles nur angedeutet wird, ohne dass der Leser die wahren Hintergründe erfährt. Selbst die Emotionen bleiben in einem Nebel verborgen, das wäre noch ok, vieles wird ja auch verdrängt. Aber die Geschehnisse in der Vergangenheit / die eigentlichen Schlüsselszenen in Schweden, die bleiben mir auch zu sehr im Unklaren. Was ist damals in Schweden geschehen, dass es so eine grosse Rolle im Leben von Daniel und seinem Großvater spielt? Nun ich weiss es nicht, vielleicht kann ich auch nur alles nicht richtig deuten, aber für mich bleibt alles zu neblig, passend zum Cover! Daher habe ich nach dem Lesen mit einem unguten Gefühl das Buch zugeschlagen, da es mich zu unwissend zurückgelassen hat. Ich hätte gerne mehr erfahren, auch das Ende bleibt komplett offen... Der Autor verarbeitet hier übrigens die ALS-Erkrankung seines eigenen Großvaters.

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  • Abschied in Raten

    Raubfischen

    irismaria

    01. May 2015 um 18:43

    „Raubfischen“ ist ein Roman von Matthias Jügler, in dem es um einen Jungen geht, dessen Großvater an einer unheilbaren Krankheit leidet. In der Geschichte wechseln sich zwei Handlungsstränge miteinander ab: zum einen die Jetztzeit, die mit dem 16. Geburtstag Daniels beginnt. Als er erfährt, dass sein geliebter Großvater Hannes an der Krankheit ALS leidet, die eine schnelle Degeneration der Nervenzellen und somit dem Verfall vieler Fähigkeiten bewirkt, sind er und die ganze Familie geschockt und wissen nicht, wie mit ALS umzugehen ist. Die nächsten Jahre beinhalten sowohl Daniels Erwachsenwerden als auch die Besuche beim Opa bis hin zur Erfüllung seines Herzenswunsches, noch einmal nach Schweden zu fahren. In Schweden spielen die Szenen aus der Vergangenheit. Hier wird erzählt, wie Daniel mit den Großeltern Urlaub machte und viel Zeit beim Angeln verbrachte. Der Szenenwechsel ist allerdings nicht klar dargestellt, was mich zu Beginn etwas verwirrt hat. Die Sprache des Buches ist sehr nüchtern und vieles wird nicht ausgesprochen. Das passt gut zur Hauptperson, aus deren Sicht das Buch erzählt wird. Allerdings finden sich auch im Verhalten der anderen Personen kaum Emotionen. Das hatte zur Folge, dass mir die Charaktere fremd geblieben sind und für mich unverständliche Handlungen (etwa, dass Daniel keinen Kontakt zu Schweden haben durfte) nicht erklärt wurden. Ich hätte auch gerne mehr über die Krankheit oder Daniels Entwicklung gelesen als über angeltechnische Details.

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  • Raubfischen

    Raubfischen

    Gelinde

    30. April 2015 um 17:30

    Raubfischen, ein Debüt von Matthias Jügler Cover: Sehr schlicht, aber genau das macht mich neugierig. Inhalt: Daniels Welt ist voller Zerwürfnisse. Der Urlaub in Schweden mit seinem Großvater bedeutet ihm alles. Doch dann erkrankt sein Großvater an ALS. Erst verliert er den Appetit, dann seine Stimme, zuletzt die Fähigkeit zu atmen. Daniel erträgt es nicht, tatenlos dabei zuzusehen und fasst einen waghalsigen Entschluss. Meine Meinung: Der Klappentext und der Trailer auf youtube haben mich sehr neugierig gemacht. Ich habe ein sehr emotionales Buch über die Beziehung von Daniel und seinem Großvater (Enkel und Opa) erwartet, evtl. auch noch einiges über die Krankheit ALS. Doch irgendwie liege ich nicht auf der Wellenlänge des Autors. Mir fehlen alle Emotionen, sei es bei den Personen oder auch bei den Handlungen und auftretenden Situationen. Die Schreibweise wirkt auf mich eher wie ein Bericht. Kurze knappe Sätze, teilweise nur zwei Worte, die aneinander gereiht sind. Den Gedanken und Zeitsprüngen konnte ich teilweise kaum folgen. Von der Krankheit direkt erfahren wir auch kaum etwas. Viel Raum wird dem Angeln gegeben, dazu hab ich leider auch gar keine Beziehung. Autor: Matthias Jügler ist 1984 in Halle an der Saale geboren. Er hat Germanistik, Skandinavistik und Kunstgeschichte in Halle, Greifswald und Oslo studiert. Anschließend Masterstudium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Beiträge für Literaturzeitschriften und Texte für Zeitungen, meistens Reportagen. Er ist auch als literarischer Übersetzer aus dem Norwegischen tätig. Er lebt und arbeitet in Leipzig. Mein Fazit: Ich kann mir vorstellen, dass dieses Buch sehr polarisiert. Nicht jedes Buch ist für jeden geeignet. Dieses hier hat meine Erwartungen leider gar nicht erfüllt, deshalb von mir nur 2,5 Sterne, die ich für die Idee (Enkel/Opa) auf 3 Sterne aufrunde.

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  • Es hätte mehr sein können...

    Raubfischen

    freiegedanken

    28. April 2015 um 21:27

    Zusammen mit seinen Großeltern verbringt Daniel immer wieder eine besondere Zeit in einer Hütte in Schweden. Er geht mit seinem Großvater Hannes angeln und der Großvater reicht dabei sein umfangreiches Wissen an den Enkel weiter. Aber Daniels Großvater hat ALS. Die Krankheit, bei der die Nervenzellen derart geschädigt werden, dass die Muskeln und somit auch Organe nach und nach lahm gelegt werden und der Patient schließlich stirbt. Diese furchtbare Diagnose lastet auf Daniel und seiner Mutter, sowie der Großmutter Lotte. Als die Krankheit ihr Endstadium erreicht, beschließt Daniel einen letzten großen Wunsch zu erfüllen... Für mich blieb dieser Debütroman von Mattias Jügler leider hinter meinen Erwartungen zurück. Ich bin davon ausgegangen, dass ich mehr Details über diese schlimme Krankheit erfahren. Ich hätte gerne gewusst, wie das Leben aussehen kann, wenn man mit diesem Schicksal konfrontiert wird. Wie verändert sich das Leben als Patient, wie als naher Vertrauter? Wie lernt man damit umzugehen? Ich denke, der Autor versucht schon darauf Antworten zu geben. Es ist schließlich auch so, dass er selbst diese Erfahrung machen musste, da sein Opa an ALS erkrankte. Aber für mich blieb vieles nur an der Oberfläche. Sowohl einzelne Handlungsstränge, die Charaktere und auch die Geschichte als solche. Sehr viele Geschehnisse werden nur angedeutet. Hat Oma Lotte nun eine Affäre mit dem schwedischen Nachbarn? Warum zerbricht die Ehe von Daniels Eltern? Warum taucht der Vater überhaupt in diesem Buch auf? Welche Träume hat Daniel? Wie tickte eigentlich der Großvater, damals, als er noch gesund war? All diese Fragen und noch einige mehr kamen mir beim Lesen in den Sinn und blieben weitestgehend unbeantwortet. Manchmal ist das gut, dass man selber denken muss und nicht alles erklärt wird. Hier aber sehe ich zu viele Lücken, die mich unbefriedigt zurück gelassen haben und die gesamte Geschichte unstimmig, unausgereift erscheinen lassen. Zudem wurde mein Lesefluss sehr gehemmt durch schnelle Wechsel von Ort und Zeitebenen. Dadurch fällt es schwer sich mitreißen zu lassen von dieser Erzählung. Bei der Bewertung schwankte ich lange zwischen 2 und 3 Sternen. Es ist so, dass ich die Romanidee klasse finde. Zudem verarbeitet Jügler vermutlich auch sehr persönliche Erfahrungen und Emotionen und es ist auch irgendwie eine rührende Geschichte, geradezu eine heroische Tat, wie dieser Enkel sich seines sterbenden Großvaters annimmt. Im Übrigen habe ich auch so manches über das Angeln und Fische gelernt. Aber auch im Nachklang nerven diese offenen Fragen und für mich ist das Buch zu wenig ausgereift, nicht gut umgesetzt. Leider nur 2 Sterne!

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  • Karge Charaktere und wenig Emotionen....

    Raubfischen

    Iphigenie34

    28. April 2015 um 19:44

    Bei dem Roman „Raubfischen“ handelt es sich um das Debüt des Autors Matthias Jügler. Erschienen ist das 213 Seiten zählende Werk am 13.02.2015 im Blumenbar-Verlag. Und darum geht’s... Daniel und seinen Großvater verbindet ein gemeinsames Hobby – das Angeln. Die Urlaube mit den Großeltern in deren Ferienhaus in Schweden sind Daniel wichtig. Dort lernt er von seinem Großvater alles, was er für sein Hobby wissen muss und noch Einiges darüber hinaus. Zwischen den Beiden entwickelt sich eine sehr enge Bindung. Als bei seinem Großvater die Diagnose ALS diagnostiziert wird, verändert sich Daniels Leben schlagartig. Plötzlich wird er mit dem Tod konfrontiert. Er muss den körperlichen Verfall seines geliebten Großvaters miterleben, doch er kann sich nicht damit abfinden... Der Wunsch, das Buch zu lesen, erwuchs in mir aufgrund des Klappentextes. Ich hatte bislang keinen Bezug zu ALS und versprach mir durch das Buch ein wenig Aufklärung – nicht nur über das Krankheitsbild an sich, sondern auch über das Leben mit der Krankheit sowohl als Betroffener als auch als Angehöriger. Aufgrund der Thematik rechnete ich mit einem nachhaltig tief bewegenden Inhalt. Matthias Jüglers Sprachstil erscheint durch kurze, teils abgehackt wirkende Sätze eher nüchtern. In den Kapiteln springt er oft zwischen dem Heute und Damals, was wohl den Eindruck von der engen Beziehung zwischen Daniel und dessen Großvater vertiefen soll. Das ist meiner Meinung nach jedoch nur bedingt gelungen. Die Charaktere sind karg und wirken auf den ersten Blick distanziert und kühl. Emotionen werden nur dosiert angedeutet, so dass es mir persönlich schwer viel, mich in die Stimmung der Handlung hineinzudenken. Bei den Nebenfiguren wäre das hinnehmbar, nicht aber bei den Hauptcharakteren. Die angeblich enge Beziehung zwischen Enkel und Großvater vermochte ich nur zu erahnen, aber wohl eher aufgrund der eigenen ausgeprägten Beziehung zu meinen Großeltern, als aufgrund der Darstellungen im Buch. Auch die Erläuterungen zur Krankheit wirken eher beiläufig. Vieles im Buch wird offen gelassen. So bleibt dem Leser viel Freiraum für eigene Gedanken - vermutlich vom Autor so gewollt. Allerdings sind der Freiräume in meinen Augen hier zu viele, was für Verwirrung stiftet und dem flüssigen Lesen schadet. Dadruch konnte mich das Buch nur wenig fesseln. Was bei den Charakteren und Handlungen zu kurz kommt, ist beim Thema Angeln in meinen Augen zu viel. Ganze Kapitel werden damit ausgeschmückt. Zugegeben... Angeln gehört nicht zu meinen Hobbies und ich persönlich finde es annähernd so langweilig wie Golf. Aus diesem Grund empfand ich die Ausführungen dazu vielleicht auch ab und an zu ausgedehnt. Aber vielleicht versteht sich der Hecht - sprich der Raubfisch - ja auch als Metapher für die Krankheit. Ich weiß es nicht... Abschließend möchte ich sagen, dass ich das Buch nicht gänzlich schlecht fand. Es wirkt durchaus nach. Allerdings hat es die Erwartungen, die ich an das Buch hatte, eben nicht erfüllt.

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