Matthias Keidtel Geht doch! -

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Inhaltsangabe zu „Geht doch! -“ von Matthias Keidtel

Das irrwitzige Erwachsenwerden eines Enddreißigers Holm ist fast vierzig und lebt in seinem alten Kinderzimmer. Den Tag verbringt er damit, Reinhard-Mey-Platten zu hören und zu Kaufhausjubiläen zu gehen. Beim 100. Geburtstag des KaDeWe kommt es jedoch zur Katastrophe. Ein kleines Mädchen bringt die Gläserpyramide zum Einsturz. Holm steht zufällig neben der Kleinen und wird für ihren Vater gehalten. Zum Glück taucht die Mutter der Übeltäterin auf. Nach der unverhofften Begegnung kommen die beiden sich langsam näher. Und plötzlich beginnt Holm sich zu verändern. Wird er am Ende gar erwachsen?

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  • Rezension zu "Geht doch! -" von Matthias Keidtel

    Geht doch! -

    mehrsonntag

    22. October 2011 um 12:01

    Dass Holm alt wurde, merkte er daran, dass er anfing, sich für die Apotheken Umschau zu interessieren. Dabei ist er doch erst knapp 40. Und wohnt noch immer im Klettenweg im Haus seiner Eltern im Kinderzimmer unterm Dach. Alle drei Tage beginnt sein Vater den Tag mit dem Mähen des ovalen Rasenstücks hinter dem Haus, indem er den riesigen Frot Lawn Boss Aufsitzmäher aus der Gerümpelkammer holt und das Grün auf wenige Zentimeter stutzt. Sieht ja auch für die Nachbarn besser aus, wenn man den Garten im Griff hat. Manchmal sieht Felix Holm in den Spiegel und erschreckt sich. Nicht, dass er früher einer der bestaussehendsten Burschen gewesen wäre, aber dieses Gesicht, das Doppelkinn - irgendwie wird er seiner Mutter Hella immer ähnlicher. Das liegt wahrscheinlich an den Holmschen Genen, vermutet er. Seitdem er das erste und einzige Reinhard Mey Konzert tränenüberströmt hinter sich gebracht hat, sitzt Holm oft einfach nur da und denkt nach. Über sein Leben, das er vierzig Jahre lang in seinem Zimmer verbracht hat, ohne auch nur eine Dummheit, ein einziges Abenteuer erlebt zu haben. In der letzten Zeit geht er häufiger zu Eröffnungen von, nun, zum Beispiel Einkaufzentren. Schon lang vor der Zeit steht er da, hübsch zurecht gemacht in seinem Sonntagsanzug und erwartet die Öffnung der Türen. So kommt es ihm denn in seiner tristen Dasein ganz recht, dass das KaDeWe, sein Lieblingskaufhaus, zum 100 jährigen Bestehen einen ganz großen Event startet. Zu dem natürlich auch der regierende Bürgermeister seiner Heimatstadt anwesend sein wird. Um der Nachwelt einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, plant er, sich auf dem roten Teppich vor dem Haus zu platzieren und bei der Gelegenheit natürlich auch dem Bürgermeister die Hand zu schütteln. Vielleicht, ja, vielleicht kann er ein paar Worte mit ihm wechseln und vielleicht wird er ja fotografisch festgehalten und erscheint in der Zeitung? Leider, oder zum Glück - alles kommt anders. Ein kleines Mädchen bringt die Sektglaspyramide genau in dem Moment zum Einsturz in dem der Regierungschef die sieben Meter hohe Festtagstorte anschneiden möchte und Holm? Holm steht genau neben diesem Kind und wird, als vermeintlicher Vater, zunächst einmal gemeinsam mit ihm zur Vernehmung gebracht. Wie sich alsbald herausstellt, handelt es sich bei dem Mädchen um die fast siebenjährige Zarah und die ist, der Zufall geht manchmal seltsame Wege, Tochter von Frau Dr. Röschmann. Jener Dame, die auf dem erinnerungsträchtigen Reinhard Mey-Konzert die Eintrittskarte von Felix Holm erhalten hat. Auf dem Weg in die Eigenständigkeit, die durch die Renovierung und Umbaumaßnahmen im Kinderzimmer im heimischen Klettenweg vorangetrieben wird, wird Holm zum Unterhalter von alten Menschen und lernt rudern und überwindet letztendlich sogar seine Höhenangst. Herrliche Schilderungen absurder Alltagsbegebenheiten eines vierzigjährigen Mamasöhnchens bringen die Leserschaft häufig zum Lachen, abstruse Dialoge entbehren in ihrer Komik nicht dem Fünkchen Hintergedanken und Wahrheit, welches nötig ist, um ein äußerst unterhaltsames Werk zu einem komplett gelungenen Zeitvertreib werden zu lassen.

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  • Rezension zu "Geht doch! -" von Matthias Keidtel

    Geht doch! -

    Carriecat

    19. February 2010 um 15:13

    Hauptfigur: Holm, Felix Holm ist ein eher durchschnittlicher Noch-nicht-vierzigjähriger Mann, der nach diverser Zwischenstationen (Sofa seiner Tante) wieder in seinem alten Kinderzimmer wohnt. Er vegetiert da antriebslos vor sich hin, nur bei Reinhard Mey und Neueröffnungen zeigt er fast schon Aktivismus. Inhalt: Holm ist ein klassischer Nesthocker, ein Sorgenkind, das leider immer noch mit fast 40 in der elterlichen DDR (elterl. Reihenhaus nebst "Erich" dem Bronzereh -> nix verändert sich) lebt. Bis er dann in eine dramatische Begebnung hinein stolpert: Eine freche kleine Göre und die dazu gehörige Mama verändern sein Leben gewaltig. Unabhängig davon haben sich die Eltern in den Kopf gesetzt, das Holmsche Kinderzimmer in eine Ferienwohnung um zu wandeln... Stil: Der Autor hat einfach eine verdammt witzige Art Holms Abenteuer zu beschreiben. Er lässt uns mit seinem trockenen Humor direkt in Holms Gedankenwelt hineinschaun und an seinen inneren Kämpfen und Zweifeln teilhaben. So kann schon die Bestellung eines Mittagessens in einem inneren Desaster über Politische Aussagen münden oder zu einer ungewollten Dusche im Gemeinchaftsraum führen :-) Zwischendurch kommentiert Holm, dem sich hier völlig neue Welten öffnen (Frauen, Arbeit in der Altenbranche, Kinder, Haustiere, Landleben!), irritert die Situation. Zum Brüllen! Fazit: Holm ist Kult! Ich muss zu meiner Schande gestehen: Ich habe noch nichts von ihm gelesen, dieses Defizit will ich sofort ausgleichen. Der erste Band dieser gelungenen Trilogie steht schon im Regal und ich freue mich auf die Vorgeschichte meines neuen Anti- Helden Holm! Für Freunde des Humors nur zu empfehlen und auch für Männer geeignet (Ja, auch hier soll es ja einige humorvolle Vertreter ihrer Art geben) ;-)

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