Matthias Klösel Tourneekoller

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Inhaltsangabe zu „Tourneekoller“ von Matthias Klösel

Als der Augsburger Kommissar Beckmann in aller Frühe zu einer Leiche gerufen wird, geht es ihm gar nicht gut. Er hat vergeblich versucht, den Trennungsschmerz nach seiner Scheidung mit Alkohol zu stillen. Doch dafür hat sein Kollege und Partner Poborsky jetzt kein Verständnis. Vieles an dem Tod des Schweizer Geschäftsmanns deutet auf Selbstmord hin. Aber Beckmann glaubt nicht an diese Theorie. Man erschießt sich doch nicht einfach so, wenn man eine Frau und ein Kind hat. Und wer ist die junge Frau mit dem slawischen Akzent, die den Geschäftsmann laut Zeugenaussage kurz vor seinem Tod noch auf sein Hotelzimmer begleitet hatte? Beckmann stochert im Nebel - ein merkwürdiger Fall. Merkwürdig ist auch, dass er bei seinen Ermittlungen ständig auf das Plakat eines Loriot-Männchens stößt, das den Auftritt einer Tourneetheatergruppe in einer kleinen Gemeinde bei Augsburg ankündigt. Macht es sich etwa über ihn lustig?

Schwanke zwischen "amüsiert" (-> Schreibstil) und "verwirrt" (-> hab ich die Geschichte eigentlich kapiert???)

— Onnzo

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  • Rezension zu "Tourneekoller" von Matthias Klösel

    Tourneekoller

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. November 2008 um 17:52

    Manche Bücher kommen ja recht unscheinbar daher, so auch "Tourneekoller" von Matthias Klösel. Das schlichte, aber schöne Cover seines Debüts lässt den Leser nicht unbedingt vermuten, wie viel Witz, Ironie und gute Beobachtungsgabe zwischen den Seiten steckt. Der Augsburger Kommissar Beckmann hat früh am Morgen anderes im Sinn, als sich einer frischen Leiche zu widmen, versinkt er doch gerade im Selbstmitleid, weil seine Frau ihn verlassen hat. Während er noch von einer Hühnerfarm in Malaysia träumt, macht er sich dennoch pflichtbewusst auf den Weg zum Tatort, wo ihn kein schöner Anblick erwartet. Zusammen mit seinem Kollegen Poborsky versucht er den Mord an dem Schweizer Geschäftsmann, der mit zerschossenem Schädel in einem Augsburger Hotel liegt, aufzuklären. Zeitgleich ist eine Gruppe von Schauspielern auf Deutschlands Autobahnen unterwegs, deren bisweilen doch sehr seltsames Verhalten untereinander vom Autor mit viel Augenzwinkern an seine Kollegen und Kolleginnen und äußerst amüsant dargestellt wird. Der im Titel verewigte "Tourneekoller" zieht bereits seine Kreise unter den Akteuren und man merkt, dass Klösel genau weiß, wovon er schreibt. Immer wieder finden sich auch Textpassagen, in denen der Autor über unsere Gesellschaft und deren Veränderungen sinniert. Herrlich ist zum Beispiel das Kapitel "Autobahnraststätte" zu lesen, in dem Matthias Klösel den Wandel der Zeit am Beispiel eben solcher Raststätten erklärt und so dem Leser, wie auch im gesamten Buch, so manches Lachen entlockt. Zwei Handlungsstränge, beide witzig und ironisch geschrieben, doch bis zum Ende des Buches ahnt man nicht, wie denn nun alles zusammen passt. Klösels Schreibstil ist ungewöhnlich, gibt dem Buch aber das gewisse Etwas. Die kurzen Kapitel bringen einen dazu, immer noch ein weiteres zu lesen, der ständige Wechsel zwischen den Handlungssträngen haucht der Geschichte Leben ein. Positiv fällt auf, dass die Charaktere gute und schlechte Seiten haben, Schwarzweißdenken gibt es hier nicht. "Tourneekoller" ist kein klassischer Kriminalroman, sondern eher eine gelungene Gesellschaftssatire, in der zufällig auch ein Mord zu lösen ist. Eine kurzweilige Lektüre, von der man sich noch so manche Fortsetzung erhofft!

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