Dieser Auftakt einer High-Fantasy-Reihe überzeugt von Anfang an durch seine komplexe, gut ausgearbeitete Welt, die detailreich geschildert wird. Zu Beginn kann es dadurch etwas dauern, bis man sich zurechtgefunden hat, aber die Mühe lohnt sich. Besonders interessant ist, dass die Geschichte nicht nur auf einer Welt spielt sondern auf verschiedenen Planeten mit vielen verschiedenen Völkern, so dass sich manchmal fast schon Science-Fiction-Vibes mit einschleichen. Die Handlung wechselt zwischen spannungsgeladenen Szenen mit Kämpfen zu eher ruhigen Passagen, in denen man die Charaktere besser kennenlernt. Außerdem wird aufgrund der Vielzahl der Charaktere mehr als nur ein Handlungsstrang verfolgt. Die Handlungsstränge laufen anfangs erst einmal lose nebeneinander, aber ergeben nach und nach ein größeres Gesamtbild, das aber auch am Ende dieses Bandes noch nicht klar zu erkennen ist. Im Großen und Ganzen ist die Atmosphäre eher ernst bis spannungsgeladen, wird aber durch die ein oder andere humorvolle Szene aufgelockert.
Der Schreibstil ist dabei präzise und zur Atmosphäre des Buches passend, allerdings bleibt er mir an manchen Stellen zu beschreibend und zu weit weg von den Charakteren, so dass das emotionale Potential der Geschichte nicht immer voll genutzt wird. Nichtsdestotrotz hat es großen Spaß gemacht, das Buch zu lesen und ich bin auf die Fortsetzung gespannt, denn ich habe den Eindruck, dass dieser Band angesichts der Komplexität der erschaffenen Welt bislang nur an der Spitze des Eisbergs gekratzt hat.



