Matthias Müller

 4 Sterne bei 2 Bewertungen

Lebenslauf von Matthias Müller

Matthias Müller, geboren 1950 in Bremen, studierte Japanologie in Wien und Berlin und lebt heute in den Niederlanden. Er übersetzt wissenschaftliche Texte, Literatur und Sachbücher sowie spezialisierte Texte im Bereich Musik. Zu den von ihm übersetzten Autoren gehören Breyten Breytenbach, John Barth, John Cheever, Don DeLillo und Garth Risk Hallberg.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches WISSEN SCHAFFT RAUM (ISBN: 9783961761630)

WISSEN SCHAFFT RAUM

Neu erschienen am 08.09.2021 als Hardcover bei Nünnerich-Asmus.

Alle Bücher von Matthias Müller

Cover des Buches Das Gleichgewicht der Welt (ISBN: 9783596512621)

Das Gleichgewicht der Welt

 (216)
Erschienen am 26.09.2012
Cover des Buches Der Himmel unter der Stadt (ISBN: 9783499226960)

Der Himmel unter der Stadt

 (51)
Erschienen am 01.02.2000
Cover des Buches Die letzte Sure (ISBN: 9783442466986)

Die letzte Sure

 (36)
Erschienen am 09.03.2009
Cover des Buches Der Apfelgarten (ISBN: 9783499331619)

Der Apfelgarten

 (27)
Erschienen am 01.04.2000
Cover des Buches So eine lange Reise (ISBN: 9783104029344)

So eine lange Reise

 (17)
Erschienen am 13.11.2013
Cover des Buches Das Böse im Blut (ISBN: 9783954380169)

Das Böse im Blut

 (14)
Erschienen am 19.08.2013
Cover des Buches Tod im Frühling (ISBN: 9783257215663)

Tod im Frühling

 (14)
Erschienen am 22.03.2017
Cover des Buches Frau im Schatten (ISBN: 9783423218153)

Frau im Schatten

 (14)
Erschienen am 19.07.2019

Neue Rezensionen zu Matthias Müller

Cover des Buches Das Gleichgewicht der Welt (ISBN: 9783596512621)hamburgerlesemauss avatar

Rezension zu "Das Gleichgewicht der Welt" von Rohinton Mistry

so traurig schön
hamburgerlesemausvor 5 Monaten

Rohinton Mistry erzählt eine Geschichte, die in den 70er Jahren in Indien während des Ausnahmezustands spielt. Ohne Erbarmen, grausam, humorvoll und rührend erzählt und immer wenn man denkt, es geht nicht mehr schlimmer, setzt setzt der Autor noch einen nach.
Am Ende steht eines fest: Die Welt ist nicht im Gleichgewicht!

🐭🐭🐭🐭🐭/5

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Cover des Buches Der Apfelgarten (ISBN: 9783499331619)bineiras avatar

Rezension zu "Der Apfelgarten" von Adele Crockett Robertson

Vom Versuch, eine Apfelplantage zu retten
bineiravor 10 Monaten

"DER APFELGARTEN. Erinnerungen einer Glücklichen" von Adele Crockett Robertson


1932 mitten in der Weltwirtschaftskrise, stirbt Adeles (Kittys) Vater  und hinterlässt der Familie neben einem Berg von Schulden die  heruntergekommene Apfelplantage in Neuengland, auf der Kitty  aufgewachsen ist. Nach kurzem Nachdenken gibt die Einunddreißigjährige  ihre gut bezahlte Stellung in der Stadt auf, um die Arbeit des Vaters  fortzuführen und die Farm wieder aufzubauen. Von ihrer Mutter und ihren  beiden Brüdern erhält sie dabei keinerlei Unterstützung; diese wollen  das Anwesen schnellstmöglich verkaufen und dulden Kittys Rettungsversuch  nur widerwillig und zeitlich begrenzt. Kitty lässt sich nicht  entmutigen, sie kämpft gegen die Widrigkeiten des Wetters und die  Unsicherheit der Trinkwasserversorgung, sie repariert die völlig  verrotteten Maschinen, macht sich mit der Bienenhaltung vertraut und  schuftet von Sonnenaufgang bis spät in den Abend. Dabei erhält sie auf  der einen Seite unerwartete Hilfe von fremden Menschen, sie wird aber  auch schamlos betrogen und immer wieder von der Bank bedrängt. Selbst  wenn die Ernte gut ausfällt, stellt sich die Frage, wer die Äpfel kaufen  soll, denn es herrscht größte Armut.


Adele (Kitty) Crockett Robertson war Journalistin. Sie erzählt in  diesem autobiografischen Buch anschaulich von ihrem Versuch, die  väterliche Apfelplantage zu retten und verfällt dabei nicht in  Selbstmitleid. Ihre Zähigkeit und ihr klarer Kopf angesichts der  elementaren Probleme, vor denen sie jeden Tag steht, haben mich sehr  beeindruckt. Sie zieht großen Gewinn aus der Erziehung und dem Vorbild  ihres Vaters, der ihr unbedingte Fairness, Disziplin und Ehrlichkeit,  aber auch Lebensfreude vermittelt hat. Ich habe ihre Geschichte gern gelesen, und das Cover finde ich wunderschön. P.S.: der ausschweifende Einsatz von Insektiziden ist der damaligen Zeit geschuldet und hat mich ab und zu erschauern lassen.

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Cover des Buches Die blaue Stunde (ISBN: 9783311100072)detlef_knuts avatar

Rezension zu "Die blaue Stunde" von William Boyd

Beschwingtes Los Angeles 1936
detlef_knutvor 2 Jahren

William Boyds »Die blaue Stunde« ist ein Roman über eine ganz besondere Liebe. Aber er hat mich persönlich irritiert und lässt einen faden Beigeschmack in mir zurück. Dennoch kann ihn gut empfehlen, denn Lesegeschmäcker sind höchst unterschiedlich. Den Grund meiner Irritation werde ich weiter unten noch begründen.

Abgesehen vom Prolog beginnt die Handlung im Los Angeles von 1936. Die junge Architekten Kay Fischer hat gerade Zoff mit ihrem Architektenpartner in der gemeinsamen Firma. Sie prozessiert gegen ihn und muss dabei weiterhin versuchen Geld zu verdienen. Da läuft ihr wie zufällig ein älterer Herr über den Weg. Beinahe stalkt er sie. Irgendwann stellt er sich der Architektin als Dr. Salvadore Carriscant vor und eröffnet ihr, dass er ihr Vater wäre.  Anfänglich hält Fischer ihn für einen Spinner. Doch Schritt-für-Schritt kann sie sich seinen Argumenten und Worten nicht verschließen. Carriscant will ihr beweisen, dass er ihr Vater ist und überredet sie zu einer Reise nach Lissabon .

Ich habe mich zu Beginn des Romans wohlgefühlt. Los Angeles 1936. Eine Atmosphäre wie beim „großen Gatsby“ wird in mir erzeugt. Ich fiebre mit der Protagonistin im Kampf gegen ihren ehemaligen Geschäftspartner mit. Irgendwie hat alles etwas von Dashiell Hammett und Raymond Chandler. Die Ich-Perspektive versetzt mich als Leser direkt in die Protagonistin hinein. 

Doch dann kommt der Bruch. Es geht vierunddreißig Jahre zurück ins Jahr 1902 nach Manila. Von hier stammt Carriscant. Der Wechsel des Erzählers zur dritten Person unterstreicht die Rückblende. Diese zieht sich über mehr als zweihundert Seiten hin. In ihr wird die Geschichte von ihm, einem Chirurgen, erzählt.  Die Philippinen sind von den Amerikanern besetzt. Erst fünfzig Seiten vor Ende des Romans geht es zurück ins Jahr 1936 nach Lissabon. Wir treffen die sympathische Kai Fischer endlich wieder, um die Geschichte, die mit dem mysteriösen Erscheinen eines angeblichen Vaters begann, zu Ende zu bringen .

Ich habe mich von den ersten Seiten in die Irre führen lassen. Dieser erste Teil ist sehr spannend. Der Kampf um den Aufbau eines neuen Architekturbüros und der Streit mit dem Ex-Partner, dazu der Tod des Kindes sind mit vielen spannenden Momenten und Fragen gespickt. Durch die Ich-Erzählerin ist man im Kopf der anziehenden Protagonistin. Man rauscht nur so durch die Seiten.

Dann die Geschichte um den angeblichen Vater. Sie scheint von einem anderen Autor geschrieben zu sein. Durch den Wechsel der Erzählperspektive beeinflusst. Sie zieht sich in großen Teilen einfach nur in die Länge. Jetzt ist Carriscant der Protagonist, aber nicht gerade sehr liebenswert für mich als Leser. Andere Leser mögen das durchaus anders sehen. In diesem zweiten Teiles gibt es zwar Leichen und es werden Mordermittlungen durchgeführt, aber dennoch fehglt es an Spannung. Diese Kriminalfall interessiert mich persönlich genauso wenig wie die Chirurgie und die Ränke innerhalb der Ärzteschaft. Aufgeblasen ist diese Geschichte zusätzlich mit einer Geschichte um einen Flugmobil. Diese hat nicht einmal irgendetwas mit der großen Liebesgeschichte zu tun, die den zweiten Teil beherrscht. Es wirkt schlicht und einfach an den Haaren herbeigezogen. Es drängt sich mir die Frage auf, was will Boyd mir sagen?

Erst im dritten Teil führt uns der Autor zu den Anfängen mit Fischer und ihrem vermeintlichen Vater zurück. Hier werden die offenen Fäden aus dem zweiten Teil verknüpft. Es gibt eine plausible Lösung für die zentrale Frage des Romans .

Der Schreibstil liest sich angenehm, auch wenn der Erzähler in der dritten Person nicht so frisch wie in der ersten Person klingt. Jedoch wurde den unsympathischen Figuren einen größeren Raum als den sympathischen Figuren eingeräumt. Zugunsten einer aufgeblasenen Liebesgeschichte wurde auf die interessanten Abenteuer im Geschäftsleben einer jungen Amerikanerin verzichtet. Empfehlenswert und lesbar ist der Roman allemal. Nur ich persönlich hätte gerne viel mehr über Kay Fischer und ihr Wirken in Los Angeles erfahren. 


© Detlef Knut, Düsseldorf 2020

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