Matthias Matussek Das katholische Abenteuer

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Inhaltsangabe zu „Das katholische Abenteuer“ von Matthias Matussek

Standpauken und Stoßgebete: „Das ist das Buch eines Journalisten über Gott und die Welt. Es ist auch das Buch eines religiösen Journalisten“, erklärt Bestsellerautor Matthias Matussek und bekennt sich ganz wider den Zeitgeist zu einem leidenschaftlichen, kompromisslosen Katholizismus. Er erläutert den Begriff der Sünde, verteidigt den Zölibat als Segen, beklagt das religiöse Analphabetentum und empfiehlt die Neuentdeckung der Mystik. Kirche hat nach seiner Überzeugung nur eine Chance, wenn sie kantig und sperrig ist: „Wir brauchen eine vitale Kirche und keine, die den Leuten nach dem Mund redet.“

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  • Rezension zu "Das katholische Abenteuer" von Matthias Matussek

    Das katholische Abenteuer
    Sophia!

    Sophia!

    06. July 2011 um 00:26

    Menschen in Extremsituationen – Die Religion in Extremsituationen _ Matusseks katholisches Abenteuer ist ein mutiges, ein ehrliches Buch, mit dessen Hilfe der Autor seinen Glauben neu bezeugt und das gerade in Zeiten, in denen das Schiff des Katholizismus vielen Stürmen ausgesetzt ist. Es hagelt Kritik von allen Seiten, doch nichts desto trotz ist Matussek stolz auf seinen Glauben. Er hält geradezu unerschütterlich daran fest. In diesem Werk lässt er seine Leser daran teilhaben, warum er auch heute immer noch ein leidenschaftlicher Katholik ist. Dabei werden nicht nur Einblicke in seine persönliche Biographie offen gelegt, sondern vielmehr auch zum Nachdenken über provokante Thesen angeregt, die die Lehre der katholischen Kirche selbst betreffen. Die Kapitel sind als kleinere Essays in folgende Kategorien gegliedert: > Ausgangslagen > Glaubensschlachten > Meine Kirche > Gott und die Welt > Endspiele Hochinteressant sind die Begegnungen mit bekannten Persönlichkeiten, wie beispielsweise Gregor Gysi und vielen weiteren, die detailliert beschrieben werden. Berichte über Favela-Priester in Rio de Janeiro oder orthodoxe Juden der USA liefern zusätzlich neue Erkenntnisse und weiten den Blick auf internationale Vergleiche. Die im Untertitel angekündigte Provokation richtet sich in erster Linie nicht an Mitchristen, sondern an den eher atheistisch geprägten Teil der Gesellschaft. Mit knallharten Argumenten begegnet er diesen Gruppen in einer Weise, die schon fast keinerlei Zweifel mehr zulässt. Matthias Matussek ist ein begnadeter Journalist, der den kunstvollen Umgang mit Worten bestens beherrscht. Hier wird schon der Prozess des Lesens zu einem Abenteuer. Fotos verschiedenster Reisen sowie seiner Kindheit ermöglichen außergewöhnliche Einblicke und ziehen den Leser regelrecht in das jeweilige Themenfeld hinein. Einzelne Karikaturen sind eine willkommene Abrundung des zuvor Beschriebenen und dürfen genossen werden. Mit ironisch-sarkastischen Passagen ist ein Text entstanden, den man so schnell nicht wieder aus der Hand legen will. Er überzeugt! Auf diese Weise sollte schließlich auch der Glaube überzeugen. Apropos genießen. Zum Abschluss ein Zitat zum Thema würdiges Leben: „Es ist eine schöne Pointe, dass es unserem gottesfürchtigem Umgang mit menschlichem Leben zu verdanken ist, dass es Stephen Hawking, den großen Gotteszweifler, überhaupt gibt – seine Krankheit wäre womöglich in einer pränatalen Diagnostik erkannt und der ganze Stephen Hawking schon früh aussortiert worden.“ _ Fazit: Mut zur Provokation auch und gerade dann, wenn es um das katholische Abenteuer eines jeden Einzelnen geht.

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  • Rezension zu "Das katholische Abenteuer" von Matthias Matussek

    Das katholische Abenteuer
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    Der Spiegel-Autor Matthias Matussek ist ein Mann, der nicht gerne ein Blatt vor den Mund nimmt. Sein im Jahr 2006 veröffentlichtes Buch „Wir Deutschen. Warum die anderen uns gerne haben können“ hat das in beeindruckender Weise gezeigt und war nicht nur deshalb lange in den Bestsellerlisten ganz vorne. Sein neues Buch ist sein bisher persönlichstes, aber deshalb nicht weniger politisch. Er nennt es „eine Provokation“, und das ist es wohl, denn es ist absolut unkorrekt, öffentlich und dann auch noch positiv über seinen Glauben zu sprechen, und dann auch noch über die katholische Variante. Matussek, der aus seinen Überzeugungen nie einen Hehl gemacht hat, schreibt über sein „katholisches Abenteuer“, darüber, warum und was er an der katholischen Kirche, ihren Riten und auch am Papsttum für wichtig und sinnvoll hält und setzt sich damit zwischen alle Stühle. Seine unzähligen Erfahrungen mit der Religion in ihren verschiedenen Schattierungen, die er auf seinen weiten Reisen um die Welt als Korrespondent des Spiegel gemacht hat, einfließen lassend, argumentiert er gegen einen absolut hedonistisch gewordenen Zeitgeist und übt sich in einer Wertschätzung alter Werte. Immer wird deutlich, dass der Glaube eine ganz persönliche Angelegenheit ist, wenn Matussek von sich selbst erzählt, warum und was er glaubt. Scharf polemisiert er gegen die vielfältigen Versuche, die katholische Kirche zu einer protestantischen zu machen: „Meine Kirche ist die, in der das Mysterium lebt, eine Kirche als Gegenwelt zu der Welt da draußen, wo man von Mitbestimmung redet und Product Placement betreibt; wo aus Frömmigkeit ein Werbeslogan wird und all dieser Kram. Eine Kirche, in der Messen zelebriert werden können und wo man zur Beichte geht.“ Auf die Frage in einem Interview mit der FAS, ob es ihm nicht letztlich darum gehe, sich von einem Protestantismus zu unterscheiden, in dem kaum noch von Gott die Rede sei, antwortet Matussek: „Der Einwand ist gut, die Kirchenkrise ist eigentlich eine Gotteskrise, wir reden zu wenig von Gott. Wenn der Papst sagt: ‚Ich komme, um euch von Gott zu predigen’, ist das eigentlich eine Binse. Aber darum geht es in dieser Zeit, dass Religion nur noch ein Vorwand ist, ein Fest zu feiern. Wir müssen von Gott sprechen, von den Sakramenten, von der Eucharistie.“ Man muss, besonders als evangelischer Theologe wie der Rezensent, Matussek nicht in jedem Detail zustimmen: Aber sein leidenschaftliches Werben für eine Kirche, die ihre Riten und Rituale wieder ernst nimmt, die der Verflachung und Verballhornung ihrer Liturgie etwas entgegensetzt und die es wieder wagt, von Gott zu sprechen in einer Welt, die von ihm nichts hören will, die ihn geradezu ausschließt aus ihrem geschäftigen Treiben, das – muss ich sagen – hat mich schon sehr beeindruckt und auch für meine eigene Kirche nachdenklich gemacht.

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