Matthias Moor

 4,1 Sterne bei 13 Bewertungen
Autor von Finstersee, Flammensee und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Matthias Moor

Matthias Moor, Jahrgang 1969, lebt seit über 20 Jahren am Bodensee. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder, arbeitet als Gymnasiallehrer und als freier Journalist und liebt den Bodensee mit seinen vielgestaltigen Landschaften. Wenn mal nichts anliegt, fährt er am liebsten mit seinem Boot zum Angeln auf den See hinaus. www.matthias-moor.de

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Matthias Moor

Cover des Buches Finstersee (ISBN: 9783954511730)

Finstersee

 (5)
Erschienen am 29.06.2015
Cover des Buches Flammensee (ISBN: 9783954514441)

Flammensee

 (5)
Erschienen am 07.10.2014
Cover des Buches Geistersee (ISBN: 9783954519798)

Geistersee

 (2)
Erschienen am 18.08.2016
Cover des Buches Irische Finsternis (ISBN: 9783740811358)

Irische Finsternis

 (1)
Erschienen am 18.03.2021
Cover des Buches Fischerkrieg am Bodensee (ISBN: 9783740812607)

Fischerkrieg am Bodensee

 (0)
Erschienen am 22.07.2021

Neue Rezensionen zu Matthias Moor

Cover des Buches Irische Finsternis (ISBN: 9783740811358)katikatharinenhofs avatar

Rezension zu "Irische Finsternis" von Matthias Moor

Wer die Seele tötet, weckt die Dämonen. (Saul Bellow)
katikatharinenhofvor 7 Monaten

Marc wird fast von der Trauer zerfressen, denn er muss nicht nur den Verlust von seiner Verlobten Anna verarbeiten, sondern auch der des ungeborenen Kindes. Einzig die Fotos aus guten Tagen scheinen ihm Kraft und Trost zu spenden. Doch er stutzt, als er auf einer Aufnahme seine erste große Liebe Jane entdeckt. Doch wie kommt sie von Irland nach Frankfurt ? Dem will Marc auf den Grund gehen, reist nach Irland und ahnt nicht, dass er an den Orten, wo er damals glücklich war, an einem Wettlauf auf Leben und Tod beteiligt wird...

Wahnsinn !! Dieser Krimi ist einfach nur der helle Wahnsinn und das im doppeldeutigem Sinn. Matthias Moor hat mit "Irische Finsternis" einen düsteren, unheilschwangeren und packenden Krimi geschrieben, der den Leser vom ersten bis zum letzten Buchstaben an die Seiten kettet. Eine bedrückende, unheimliche und zugleich leicht melancholische Stimmung ist von Anfang an zu spüren und sorgt dafür, dass man dieses gewisse Kribbeln in den Fingern hat, das von Nervenkitzel und Anspannung zeugt.

Irland ist ein extrem gut gewählter Schauplatz, denn die steilen Klippen, das tosende Meer und die leicht mystische Stimmung auf der Grünen Insel bilden eine perfekte Kulisse für die zerrissenen, getriebenen Charaktere, die hier authentisch und realistisch ihre Lebensgeschichte erzählen. Unterschwellig schwingt immer ein bedrohliches, unheilvolles Gefühl mit, wenn man mit Marc auf der Jagd nach den Dämonen der Vergangenheit ist.

Matthias Moor spielt hier mit der Angst seiner Figuren und weiß dieses Gefühl aus Unsicherheit und die Bedrohung auf den Leser geschickt zu übertragen. Die Gefühls- & Gedankenwelt von Marc und Jane wird zugänglich und man blickt in menschliche Abgründe, die erschütternde Szenen bereithalten. Ungesagtes kommt endlich auf den Tisch, aber wer glaubt, dass damit alles gut ist, der hat sich geirrt. Denn je mehr Wahrheiten ans Licht kommen, desto mehr zieht sich die Schlinge aus Gewalt, Rache und Hass zu und sorgt für dramatische, Nerven zerreißende Szenen.

Bis zum Schluß ist der Leser in einem fesselnden, fast schon Thriller ähnlichen Plot aus Seelenpein, innerer Zerreißprobe und Vergangenheitsbewältigung gefangen und kann nicht anders, als das Buch regelrecht zu inhalieren


Absolute Leseempfehlung !!.

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Cover des Buches Flammensee (ISBN: 9783863586126)Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Flammensee" von Matthias Moor

Was ist mit Tim und Martha passiert?
Bellis-Perennisvor einem Jahr

Knapp drei Jahre nach dem der damals sechsjährige Tim Mink verschwunden ist, fehlt auch von seiner kleinen Freundin Martha Steinfort, jede Spur. Die Letzte, die das Mädchen im Dingelsdorfer Strandbad gesehen hat, ist ausgerechnet die Schauspielerin Katharina Mink, also Tims Mutter, die damals verdächtigt worden ist, Tim getötet zu haben. 

Sowohl die Familie Mink als auch die Steinfort sind am Bodensee bekannte Gesichter und so liegt die Möglichkeit einer Kindesentführung und die anschließende Erpressung nahe.

Wieder beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, den die Polizei, in Gestalt von Marek Hafen und Marlene Winter, anders als vor drei Jahren, diesmal gewinnen will. Die Polizei bietet alles, was verfügbar ist, auf, um diesmal erfolgreich zu sein. Doch das ist Mink zu wenig und der beauftragt Martin Schwarz, einen ehemaligen Afghanistankämpfer und Privatermittler auf, alle, und besonders seine Frau zu observieren.

 

Meine Meinung:

 

Immer wenn kleine Kinder die Opfer von Verbrechen sind, ist Fingerspitzengefühl des Autors gefragt. Das ist hier gut gelungen. Der Leser muss sich nicht mit Details der Taten herumschlagen. Allerdings bekommt man es diesmal mit zwei etwas seltsamen Familien zu tun. 

 

Die beiden Elternpaare, Wolfgang und Katharina Mink sowie Robert und Verena Steinfort sind mit sich selbst und ihren Karrieren beschäftigt, sodass wenig Zeit für die Kinder bleibt, die alle im nahe gelegenen Internat untergebracht sind. Selbst in den Schulferien, bleiben die drei größeren Kinder, die Zwillinge Sebastian und Sarah Steinfort sowie Ruth Mink, allesamt Teenager, sich selbst überlassen. Immerhin sind sie mit den Eltern in das Luxushotel gefahren. Die kleine Martha muss, ob sie will oder nicht, in die Kinderbetreuung. Ein geordnetes Familienleben sieht anders aus. 

 

Nach und nach kommen die Probleme in den Familien ans Tageslicht. Obwohl erfolgreich, haben Wolfgang, Katharina und Verena jeweils eine ähnliche, traumatische Kindheit erlebt. Besonders die Schauspielerin, die für ihre lebensechte Darstellung berühmt ist, hat(te) unter ihrer schizoiden Mutter arg zu leiden und ist, was leicht nachvollziehbar ist, nach Tims Verschwinden und dem anschließenden Spießrutenlauf, unter Depressionen.

 

Der Krimi ist durchaus spannend, doch hin und wieder erscheint er ein wenig  mit Personen überfrachtet, die psychisch angeknackst sind. Neben Katharina, leiden auch Martin Schwarz und die drei Kinder an unterschiedlichen psychischen Problemen. Das wirkt auch mich ein wenig zu dick aufgetragen. Dass Kinder, die in einem so ungesunden Klima aufwachsen, eigene Probleme entwickeln, ist verständlich.

 

Interessant ist, dass die Polizei so quasi als „Beifang“ einem Kinderhändlerring das Handwerk legt. Das wird wohl im echten Leben auch manchmal passieren, dass unvermutet andere Verbrechen aufgedeckt werden.

 

Was für mich ein wenig verstörend wirkt ist, dass nur der Leser erfährt, was mit Tim bzw. Martha passiert ist. 

 

Fazit:

 

Ein Bodensee-Krimi, der noch ein wenig Luft nach oben hat. Deshalb erhält das Buch 3 Sterne.

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Cover des Buches Geistersee (ISBN: 9783954519798)NiWas avatar

Rezension zu "Geistersee" von Matthias Moor

Ermittlungen am Bodensee
NiWavor 5 Jahren

Alexander Stetten - in Fachkreisen als führender Archäologe bekannt - erhält ein Paket mit grausigem Inhalt von seiner längst verstorbenen Mutter zugesandt. Außerdem wird er nachts von nebulösen Erscheinungen gequält, die tote Schwäne in seinem Garten hinterlassen. Wer oder was hat es auf den Schlossherrn am Bodensee abgesehen?

Alexander Stetten fackelt nicht lange und zieht Privatermittler Martin Schwarz hinzu. Schwarz soll Licht ins Dunkel bringen und außerdem ist er ebenfalls am Bodensee daheim, wodurch er die Gegend kennt.

Anfangs war mir nicht bewusst, dass es sich bei „Geistersee“ um den dritten Teil der Krimireihe um den Privatermittler Martin Schwarz handelt. Allerdings wurde ich sehr positiv überrascht, weil es nicht notwendig ist, andere Bände der Reihe zu kennen, sondern man sofort ins kriminalistische Lesevergnügen einsteigen kann.

„Geistersee“ ist ein typischer Krimi, der meiner Meinung nach durch zwei Besonderheiten besticht. Erstens ist es die Umgebung des Bodensees, der die Nachbarländer Deutschland, Österreich und Schweiz mit seinen Gewässern eint, und zweitens, zeichnet sich die Handlung durch die vielschichtige Erzählweise aus.

Der Bodensee an und für sich ist schon ein interessantes Gebiet. Schon allein dadurch ist es spannend, einen Kriminalfall an dessen Ufern zu verfolgen. Martin Schwarz nimmt die Ermittlungen direkt im Schloss des bekannten Archäologen auf und tuckert dazu mit seinem Boot über den See, wobei er von dicken Fischen an seiner Angelrute träumt.

Die Erzählweise hat von der ersten Seite an mein Interesse geweckt. Dem Leser werden verschiedene Zeitstränge präsentiert, die jeder für sich, spannend zu lesen sind. Manches spielt in den 1960er-Jahren, ein weiterer Erzählstrang in der näheren Vergangenheit, und natürlich sind die Ermittlungen in der Gegenwart anberaumt. Durch diesen Wechsel wird deutlich Spannung erzeugt und das Interesse geweckt, weil man sich lange nicht erklären kann, wie alles zusammenhängt. Sehr schön fand ich eingearbeitete Zeitungsartikel, die meiner Meinung nach immer einen Schliff Authentizität verleihen und dadurch noch neugieriger machen.

Einzig unangenehm waren mir die vielen Personen, die an der Ermittlung beteiligt sind. Martin Schwarz schart ein kleines Team um sich, die teilweise nur eine Randnotiz sind und trotzdem das Geschehen vorantreiben. Hier fiel es mir manchmal schwer den Überblick zu behalten, und ich denke, dass weniger Personen für die Handlung ausreichend gewesen wären.

Die Handlung bzw. der Fall an sich war etwas speziell und hat mir sehr gut gefallen. Die Verwicklungen und Verstrickungen waren für mich nicht vorhersehbar und am Ende wurde ich mit der Auflösung überrascht, weil der Autor ein gelungenes Verwirrspiel geliefert hat.

Die Ermittlungen am Bodensee punkten bei mir durch Lokalkolorit, interessantes Hintergrundwissen und dem einnehmenden Handlungsaufbau, der durch seine Dynamik einen besonderen Krimi schafft.

Insgesamt hat mir „Geistersee“ daher gut gefallen und ich war sehr gern mit Martin Schwarz am Bodensee unterwegs. Wer sich auf den Reiz dieser besonderen Umgebung einlassen und einen soliden Krimi lesen will, dem kann ich mit bestem Gewissen dieses Buch empfehlen.

Bisher erschienen:
1) Finstersee
2) Flammensee
3) Geistersee

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