Matthias Nawrat Wir zwei allein

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Inhaltsangabe zu „Wir zwei allein“ von Matthias Nawrat

Seit dem Abbruch seines Studiums jobbt der Außenseiter Benz als Gemüsefahrer und ist damit zufrieden. Bis ihm Theres begegnet. Da schmiedet Benz plötzlich ausgefallene Pläne und unternimmt in Gedanken waghalsige Expeditionen, um ihre Liebe zu gewinnen. Schließlich gewährt sie ihm eine gemeinsame Nacht, aber danach ist sie plötzlich verschwunden. Nawrats Roman ist ein außergewöhnliches und starkes Debüt über eine Generation von Unentschlossenen, über die große Liebe und ihr manchmal atemberaubend hohes Risiko - eine vermeintlich alte Liebesgeschichte mit großer literarischer Finesse neu erzählt.

Wo fängt Liebe an & wo hört sie auf? Wie viel Zwei kann ein Mensch sein? Matthias Nawrat schafft Wörter für ungreifbare Gefühle & Gedanken.

— DieBuchkolumnistin
DieBuchkolumnistin

Ein Psychodrama.

— aba
aba

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  • Rezension zu "Wir zwei allein" von Matthias Nawrat

    Wir zwei allein
    Djyeti

    Djyeti

    "Wir zwei allein" beginnt als Liebesgeschichte und endet als Beziehungsbuch. Dabei wählt der Autor einen eher ungewöhnlichen Schreibstil. Das ganze wird aus der Perspektive der eines Gemüselieferanten erzählt von dem nicht einmal der Name genannte wird. Als Leser wird man direkt in seine Gefühlswelt hineingeworfen. Dabei verschwimmen durchaus einmal die Grenzen zwischen Realität und Einbildung, zwischen sein und wünschen. Durch diese Mischung ist es nicht immer Leicht dem Buch auf Anhieb zu folgen. Man muss als Leser auch aufgrund der Detailfülle konzentriert dabei bleiben. Trotzdem hat mir diese andere Herangehensweise gefallen. Der Ort der Handlung ist Freiburg und seine Umgebung. Diese wurde vom Autor sehr gut eingefangen. Die Geschichte die er dabei webt ist die von Liebe und Beziehung. Dabei stehen den Glücksmomenten oft tragische Wendungen gegenüber. Ein tiefgründiges Buch das Räume für Interpretation offen lässt. Wer eine klassische Liebesgeschichte erwartet ist hier fehl am Platz. Es ist meiner Ansicht nach kein Buch das einen sofort für sich gewinnt, sondern man muss es erst ein wenig wirken lassen. Dafür das es mich zum Nachdenken angeregt hat vergebe ich hier 4 Sterne. Wer lieber Bücher mit offensichtlichem Happy End sucht die kurzweilig zu lesen sind sollte aber lieber zu einem anderen Werk greifen.

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  • Beziehungen und andere Tücken...

    Wir zwei allein
    Orisha

    Orisha

    21. April 2013 um 22:06

    Ein einfacher, junger Mann – namenlos – lebt im Schwarzwald und jobbt als Gemüsefahrer. In seinem Transporter fährt er durch die Lande und eigentlich fehlt es ihm an nichts, bis er Theres kennenlernt. Er verliebt sich und setzt alles daran Theres’ Herz zu erobern und scheinbar lässt sie sich mit ihm ein. Doch dann beginnen die eigentlichen Schwierigkeiten... Ein sprachlich gewaltiger Roman über die Liebe und das Verliebtsein, über Beziehungen und ihre Tücken. Nawrat hat zwei wunderbare Charaktere geschaffen, die irgendwie füreinander bestimmt sind, doch an Zweifeln und dem Unvermögen miteinander zu kommunizieren zu scheitern drohen. Die Beschreibungen der Landschaft machen das Buch zudem lebendig. Schwierigkeiten hatte ich mit manchen Zwischenkapiteln, die ins Abstrakte hineinführten und kaum Bezüge zum Gesamtzusammenhang mitbrachten. Fazit: Ein sprachlich wunderbar geschriebener Roman und für Freunde der schönen Worte unbedingt lesenswert. Für die Zwischenpassagen gibts einen Stern abgezogen.

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  • Rezension zu "Wir zwei allein" von Matthias Nawrat

    Wir zwei allein
    Madame Swann

    Madame Swann

    Er hat sein Studium abgebrochen und jobbt als Gemüselieferant, tuckert mit seinem Transporter über die Serpentinen des Schwarzwalds und liefert Karotten, Sellerie und Blumenkohl in den Dörfern aus. Sie ist durchgeknallte Künstlerin, mal fröhlich und sprunghaft, mal launisch und depressiv. Er verliebt sich in sie. Sie will zunächst nichts von ihm wissen. Er träumt von ihr. Dann verbringen sie eine Nacht miteinander und sind zusammen. Aber irgendwie auch doch nicht. - Während der Übertragung der Tage der deutschsprachigen Literatur aus Klagenfurt bin ich auf Matthias Nawrat aufmerksam geworden, der dort den Kelag-Preis gewonnen hat. Sein außergewöhnlicher Stil und seine poetische Sprache haben mich sofort in ihren Bann gezogen und mich auf seinen Debüt-Roman „Wir zwei allein“ neugierig gemacht. Und zu meiner Freude habe ich diese Elemente dort auch wiedergefunden. Die Sprache des Romans ist sehr bildhaft, mit schönen und ungewöhnlichen Metaphern gespickt, die mir sehr gefallen haben und mich mehrmals innehalten ließen, um sie gedanklich nachzuvollziehen. Sehr gut hat mir auch die dichte Atmosphäre des Romans gefallen, die von den schönen und intensiven Beschreibungen der Schwarzwaldgegend lebt. Diese Beschreibungen waren mir zum Teil sehr vertraut und haben Kindheitserinnerungen in mir geweckt, an die schönen Ferienbesuche bei meiner Tante, die damals in einem kleinen Dorf im Schwarzwald wohnte. Was mir weniger gefallen hat, womit ich weniger anfangen konnte, war die Handlung an sich. Sie war mir zu verwirrend und hat mich im Laufe des Romans immer mehr gelangweilt. Für meinen Geschmack zu sehr sind die fiktionale Realität und die Träumereien des Ich-Erzählers miteinander verschmolzen, zu sehr haben sich die Dinge verwirrt, zu unklar wurde mir die ganze Geschichte, die mir im Laufe der Lektüre nach und nach entgleitet ist. Einer kleinen Portion Surrealität kann ich ja durchaus etwas abgewinnen, aber ich mag es nicht, wenn man als Leser zu sehr allein gelassen wird. Die erste Hälfte des Romans hat mir wirklich sehr gefallen, danach immer weniger. Im letzten Drittel war meine Lust weiterzulesen auf eine Minimum zusammengeschrumpft. Das Ende war mir zu offen und hat mir nicht gefallen. Schade! Trotzdem ist Matthias Nawrat in meinen Augen ein talentierter und vielversprechender Jung-Autor. Er kann wirklich schreiben, mit Worten umgehen, sie streicheln, umhegen, Bilder einfangen. Seinen Stil mag ich sehr, seine poetische und kluge und sehr literarische Prosa. Deshalb bin ich auf sein folgendes Werk äußerst gespannt. Vielleicht kann mich in diesem dann ja auch die Geschichte an sich überzeugen – das wäre schön!

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  • Rezension zu "Wir zwei allein" von Matthias Nawrat

    Wir zwei allein
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    07. October 2012 um 12:03

    Ich tat mich echt schwer mit dem Buch.. :( Eigentlich kommen durch eine Ich-Erzählweise immer viele Gefühle rüber (habe ich bisher die Erfahrung gemacht), aber in diesem Fall ist alles einfach nur grau und trüb.. :( (wobei das ja auch Empfindungen sind) Leider habe ich bis heute nicht verstanden, was mir der Autor mit diesem Buch sagen will.. und daher kann ich einfach keine Leseempfehlung aussprechen.. =/

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  • Rezension zu "Wir zwei allein" von Matthias Nawrat

    Wir zwei allein
    SharonBaker

    SharonBaker

    Also ich weiss gar nicht was ich erwartet habe und noch schlimmer, ich habe immer noch keine Ahnung was das Buch mir sagen wollte. Das zwei Lebenskünstler nicht allein sein wollen und alles hin nehmen was der Andere tut? Also für mich war da keine richtige Liebesgeschichte zu finden. Erzählt wird die Geschichte aus männlicher Ich-Erzählung. Studium abgebrochen um Gemüsefahrer zu sein. Abends in der Kneipe zu sitzen und auf Theres zu warten, eine Frau die wie eine Fahne in Wind ist. Sie ist eine Außenseiterin und Künstlerin und ich hatte den Eindruck auch recht depressiv, wie sie immer von einer Laune in die Nächste schwangt. Er scheint der gute Tropf zu sein und alles für sie zu machen, außer sein Leben richtig hinzu bekommen. Merkwürdig fand ich auch seine ständigen nicht essen können Phasen, das zeigt doch das es ihn auch nicht gut ging. Für mich zwei Luftikus und Lebensdurchwanderer die irgendwie nebeneinander her leben und sich einreden zu lieben, aber tun sie das auch wirklich? Bei mir kam das nicht an und ich konnte mich weder in die Zwei reinversetzten noch verstehen. Ganz im Gegenteil das er alles was sie anstellt ohne Aussprache so hinnimmt, machte mich sprachlos. Ein Kind von einen Anderen ist egal, Hauptsache wir haben uns zwei, soll das wirklich die Botschaft sein? Für mich war das nichts! Muss man nicht gelesen haben!!!

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  • Rezension zu "Wir zwei allein" von Matthias Nawrat

    Wir zwei allein
    gaby2707

    gaby2707

    16. June 2012 um 20:35

    Herr Benz, der Ich-Erzähler dieses Buches hat sein Studium aufgegeben und fährt nun Gemüse durch den Schwarzwald. Er trifft Theres, in die er sich verliebt. Sie aber spielt ein ewiges Spiel mit ihm. Doch beide ziehen zusammen und wollen ein Leben nur noch für sich gemeinsam leben (oder doch nur Benz?). Aber dann ist da auch noch Stefano, ein Freund von Theres, von dem sie schwanger wird... Eine Liebesgeschichte der ganz anderen Art. Obwohl mir die Geschichte ansich recht gut gefallen hat, habe ich irgendwie zu den Protagonisten keinen Zugang gefunden. Der abso- lut schnörkelfreie und oft minimalistische Schreibstil, der aber immer wieder mit treffenden Bildern ausgeschmückt wird, hat mich nicht richtig in dieses Buch hineingezogen. Die bildhaften Darstellungen des Schwarzwaldes und der näheren und weiteren Umgebung haben mir sehr gut gefallen und haben für mich, da ich die Gegend etwas kenne, einen hohen Wiedererkennungsfaktor. FAZIT: Ich denke, dies ist ein Buch von dem man sagen wird: "Ich mag es" oder "Ich mag es nicht". Bei mir ist leider trotz allem das zweite überwiegend.

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  • Rezension zu "Wir zwei allein" von Matthias Nawrat

    Wir zwei allein
    ferkel

    ferkel

    Er hat sein Studium abgebrochen und fährt nun Gemüse durch den Schwarzwald. Er ist schon fast dreißig und reist im Geiste weiter als ein Kind. Und er ist verliebt in Theres. In Gedanken ist er längst bei ihr, doch sie weist ihn ab, nimmt ihn und lässt ihn wieder fallen. Ihre Beziehung ist Liebe. Ein bisschen. Vielleicht. Ich muss zugeben, am allerbesten hat mir an „Wir zwei allein“ das Cover gefallen, das wirklich großartig gut zur Geschichte passt. Daneben ist der Stil wirklich toll, aber von den Figuren ist kein Funke übergesprungen. Er, von dem wir ganz nebenbei ein einziges Mal irgendwann erfahren, dass er Benz heißt, dient als Paradebeispiel seiner Generation der Unentschlossenen. Er lebt nicht nur in der Realität, sondern vor allem in seinen Träumen. Diese Grenzen sind im Roman stark verschwommen bis unsichtbar. Er könnte alles, kann aber doch gar nichts. Im Klappentext wird er als Außenseiter beschrieben, warum, ist mir nicht klar. Er hat einen normalen Tagesablauf und pflegt – wenn auch wenige – soziale Kontakte. Theres arbeitet in einem Schuhladen, ist aber eher die Künstlerin, wenn sie auch gern alles hinschmeißt und etwas anderes ganz neu beginnt. Sie ist untreu und wahrscheinlich eine größere Träumerin als er. Rückblickend nach dem Lesen ist Theres mir sogar unsympathisch. Matthias Nawrat ist einer von diesen Autoren, die mit ihrem Schreiben Lebensgefühl heraufbeschwören. Am ehesten fühlte ich mich durch seinen Stil an Sven Regeners „Herr Lehmann“ erinnert, aber vergleichbar sind beide Romane nicht. Nawrat ist Poet und spielt gern mit seinen Worten. Auch die Sprache trägt ihren Teil dazu bei, dass weite Teile des Romans surreal erscheinen. Dass er gänzlich auf Anführungszeichen in der wörtlichen Rede verzichtet, gefällt mir außerordentlich gut. Ein Liebesroman ist das Buch nicht. Dafür zeigt es viel zu eindringlich, dass der Liebe im Leben doch so viel entgegensteht, was zur Selbstverwirklichung und zum Selbstverrat beiträgt. Was „Wir zwei allein“ (oder: zu zweit und doch allein!) eigentlich sein will außer einer psychologischen Studie, bleibt offen – wie vieles in der melancholischen Geschichte.

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  • Rezension zu "Wir zwei allein" von Matthias Nawrat

    Wir zwei allein
    Themistokeles

    Themistokeles

    Zunächst hat man bei diesem Buch den Eindruck, dass es klar ist, was der Roman einem sagen will, jedoch nur solange man nicht über den Klappentext hinausgelesen und den Roman angefangen hat, denn ab diesem Punkt kann man sich nur noch wundern. Die angekündigte Liebesgeschichte war in meinen Augen mehr als seltsam dargestellt, denn nicht nur, dass die beiden den Eindruck erwecken, dass sie nicht wirklich großes Interesse an einer Beziehung, auch miteinander, haben beziehungsweise die Meinung dazu sehr starken Schwankungen unterworfen zu sein scheint, sie scheinen auch noch sich selbst extrem fremd zu sein. Außerdem sind beide Charaktere sehr speziell und wirken auf mich, als seien sie psychisch recht labil. Der Erzähler zum einen scheint eindeutig eine Persönlichkeitsstörung zu haben, die es ihm unmöglich macht ein normales Leben zu führen, da er sehr selten wirklich Kontakt zu seiner Umwelt und anderen Menschen pflegt, eigentlich gar nicht in der Lage scheint, diese zu pflegen. Er hat keine wirklichen Freunde und wirkt zudem nicht wirklich wie der Klügste, sondern als würde er geistig ein wenig hinterherhinken. Zum anderen ist da Theres, die ab einem gewissen Punkt der Geschichte glasklar an einer irgendwie gearteten depressiven Störung zu leiden scheint und auf mich noch seltsamer und weltfremder wirkte als der Erzähler, wenn das denn überhaupt noch möglich war. Durch diese psychischen Eigenarten konnte ich mich allein schon nicht mehr mit den Charakteren identifizieren, nicht mal mehr im Entferntesten und es fiel mir ehrlich schwer in der Geschichte mehr zu sehen, als eine sehr seltsame Handlung, die auch durch die sehr bildhafte und oftmals metaphorische Sprache nicht besser wurde, sondern wenn dann noch abgehobener, weil die Psychosen noch deutlicher zu Tage traten. Neben diesen für mich schon wenig positiven Punkten, aus denen einzig wirklich angenehm die Beschreibungen der Landschaft und Umgebung, in welcher die beiden leben, heraussticht, irritierte und störte mich am meisten eine für mich seltsame Anspielung auf den bzw. ein Vergleiche mit dem Indianerstamm der Irokesen, der für mich vollkommen deplaziert wirkte und gar keinen Sinn machte. Auch wenn ich bei Debütautoren ungern so hart bewerte, da es nun mal ihr erstes Werk ist, kann ich an dieser Stelle nur sagen, dass ich von diesem Autoren kein weiteres Werk in die Hand nehmen wollen würde, da man in meinen Augen schon einen recht speziellen Geschmack haben muss, um dem Buch wirklich etwas abgewinnen zu können.

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    • 2
    aba

    aba

    15. May 2012 um 21:15
  • Rezension zu "Wir zwei allein" von Matthias Nawrat

    Wir zwei allein
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Inhalt Er hat sein Studium abgebrochen und arbeitet nun als Gemüsehändler, er ist schon lange heimlich in Theres verliebt, als sie sich im zuwendet scheint sein Glück perfekt. Meinung Wenn ich an die Geschichte von dem unbekannten Erzähler und Theres denke, dann fällt mir spontan ein Zitat aus dem Lied „Regen und Meer“ von Juli ein „Was du nicht willst und ich zu sehr“. Denn genau das ist es was unseren Erzähler und Theres verbindet. Während er ständig davon träumt mit Theres in die weite Welt zu ziehen und dies und jenes zu machen, zu sehen, zu erleben, lebt Theres in den Tag hinein, merkt nicht, was er für sie empfindet. Als sie sich unerwartet für ihn öffnet, scheint sein Glück perfekt, doch die Rechnung hat er ohne Theres gemacht. Die Protagonisten sind ein durch und durch seltsames Paar, sie leidet anscheinend unter Depressionen und er erträgt die Einsamkeit nicht, die beiden haben sich gesucht und gefunden. Theres ist ziemlich egoistisch und verlang unserem Erzähler einiges ab und er lässt das mit sich machen, leidet und quält sich. Doch das Schlimmste ist diese „Wir könnten dies“ und „Wir würden das“ Mentalität immer nur könnte und würde, machen, Leute, machen. Der Autor benutzt gerne Metaphern, sicherlich ein Versuch poetisch und auch philosophisch zu sein, mir kam es nur leider oft wie gewollt und nicht gekonnt vor, es war einfach zu viel, die Metaphern überlagerten alles und haben das Buch für mich viel zu schwerfällig gemacht. Die kurzen und abgehackten Sätze haben ihr übriges dazu beigetragen. Vielleicht bin ich zu ungeduldig für diese Art von Buch, aber ständig zurückblättern, zwischen den Metaphern und den Zeilen lesen, das ermüdet mich, da verlier ich auch schnell mal die Lust. Ebenso schwer war es zwischen der Realität und den Tagträumen / Wahnvorstellungen des Protagonisten zu unterscheiden. Auch die Charaktere fand ich eher eintönig und langweilig, zwar dreht sich die Geschichte nur um die beiden, aber trotzdem hatte ich das Gefühl nichts über sie zu erfahren bzw. im Nachhinein über sie zu wissen. Und auch ihr Schicksal hat bei mir keine Emotion ausgelöst. Eins muss man dem Autor aber lassen, die Landschaft hat er wirklich wunderschön und liebevoll beschrieben. Fazit Eine Rezension die nicht leicht zu schreiben war, zu einem Buch das nicht leicht zu lesen war. Der Schreibstil hat mir nicht zugesagt, die Geschichte hat mich nicht richtig berührt und die Charaktere waren mir zu undurchsichtig.

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    aba

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    26. April 2012 um 08:30
  • Rezension zu "Wir zwei allein" von Matthias Nawrat

    Wir zwei allein
    Solifera

    Solifera

    "Gefühle sind bloße Formeln, die der Mathematik noch nichts sagen." (S. 36) Dies ist sicher eines dieser Bücher, das polarisiert. Allein schon wegen des leicht gewöhnungsbedürftigen Stiles, Dialoge ohne Anführungszeichen, dass die Gedankengänge der Protagonisten sind nicht immer logisch sind. Aber vielleicht müssen sie es auch gar nicht! Wer mit einer so wundervollen Sprache, so voller Poesie und Wärme schreibt. Hach! Der fast 30-jährige Ich-Erzähler, dessen Namen man nicht erfährt, lernt in seiner Stammkneipe Theres kennen und verliebt sich in sie. Er fängt an, ihr seine volle Aufmerksamkeit zu schenken, und nicht nur die. Er überhäuft sie regelrecht mit Geschenken und sie weiß sich gar nicht zu helfen. Sie hält ihn anfangs noch auf Distanz, aber dann irgendwann beginnt auch sie, sich ihm anzunähern. Sie scheinen sowas Ähnliches wie eine Beziehung zu haben. Denn MITeinander reden sie nicht unbedingt, eher aneinander vorbei. Aber sie haben sich, und das ist es was für den Ich-Erzähler zählt. Plötzlich ist Theres verschwunden, angeblich in die Schweiz auf eine Burg, aber als sie zurückkommt, stellt sich heraus, dass sie u.a. auch in Italien und Frankreich war. Was hat sie nur so lange gemacht? Er bekommt nichts aus ihr heraus. Sie ist scheinbar völlig verändert, oder hat er diese Züge an ihr vorher nur nie bemerkt, als er noch die rosarote Brille aufhatte? Sie leidet wohl an sog. "Episodischen Auslenkung", oder zumindest werden im Fortgang des Buches Symptome dafür immer offenbarer... Kann er mit der Frau zusammen bleiben? Mit Haus und Hof und allem drumherum? Ob es ein Happy-End gibt am Ende? Darüber lässt sich durchweg spekulieren, je nachdem, was man nun genau als "happy" bezeichnet. In seiner kleinen verrückten Welt, die er sich um Theres gebaut hat, ist er es vielleicht wirklich, auch wen es nach außen hin nicht so scheinen mag ;) Sicher, das Buch ist nicht jedermanns Lektüre, mir hat es aber wirklich ganz gut gefallen, vor allem, weil es eines dieser Bücher abseits des "Mainstreams" ist.

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  • Leserunde zu "Wir zwei allein" von Matthias Nawrat

    Wir zwei allein
    MatthiasNawrat

    MatthiasNawrat

    Was tut man alles, um eine Frau zu "erobern"? Und was tut man, wenn sie einen plötzlich liebt? Liebe Leser, ich freue mich, mit Euch über mein Buch zu diskutieren. Ich habe eine Geschichte geschrieben, die in einer sehr eigentümlichen deutschen Gegend spielt, dem Schwarzwald. Die Geschichte handelt von einem dreissigjährigem Gemüsefahrer, der durch diese einsame Gegend fährt, und der sich in eine ziemlich unberechenbare Frau verliebt: Theres. Wie es nicht anders sein kann in einem Liebesroman, stehen der Liebe einige Dinge im Weg, nicht zuletzt der Protagonist sich selbst. Ich hoffe, ihr werdet Spass beim Lesen haben und danach gerne mit mir über das Buch sprechen. Zu Anfang verlost mein Verlag tollerweise 20 Freiexemplare. Dafür könnt ihr euch bis einschließlich 15.03. hier melden. Ich habe mir zwei Fragen überlegt, die ihr beantworten müsst, um eines davon zu gewinnen. Die erste Frage lautet: Mit was kann man laut dem Protagonisten die Stadt Freiburg im Breisgau an Sonntagen vergleichen? Den Hinweis findet ihr in der Leseprobe auf der Verlagsseite: http://files.hanser.de/nagel-kimche/docs/20120209_2122913249-85_978-3-312-00497-3.pdf Mittlerweile haben sie schon viele beantwortet, sodass die Lösung nicht schwer zu finden ist. Aber wer schon mal in die Leserunde reinlesen möchte, der möge es tun. und wie schon oben, diese Frage auch an euch gerichtet: "Was tut man alles, um eine Frau zu "erobern"? Und was tut man, wenn sie einen plötzlich liebt?" - wer eher einen Mann erorbern möchte, ersetze das Wort 'Frau' einfach durch 'Mann' und beantworte dieselbe Frage ;) Weitere Infos zu mir findet Ihr auf meiner Homepage: www.matnawrat.de Ich freue mich auf Eure Meinungen und Fragen. Bis bald, Matthias Nawrat

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  • Rezension zu "Wir zwei allein" von Matthias Nawrat

    Wir zwei allein
    kolokele

    kolokele

    17. April 2012 um 13:46

    Ein junger Mann, Gemüsefahrer, unterwegs in den Weiten des Schwarzwaldes, verliebt sich in Theres, eine ebenso junge Frau, beide um die 30 Jahre alt. Anfangs himmelt er sie nur an, erfreut sich an ihren Begegnungen und forciert gemeinsame Erlebnisse. Beide finden zusammen. Soweit, so gut. Im Verlauf der Beziehung wird dem Leser deutlich, dass etwas nicht stimmig ist. Der namenlose Ich-Erzähler fühlt sich zuweilen bedrängt bis Theres auf einmal verschwindet, er sich fragt wo sie ist, ist sie mit einem anderen Mann zusammen? Fragen über Fragen. Theres kommt nach immerhin 3 Monaten zurück und die Fragen bleiben ungestellt, es geht weiter so dahin. Bei mir persönlich entstanden viele Fragezeichen, die größte, was genau macht eigentlich die Beziehung der Beiden aus? Sie scheint sehr schwierig zu sein und als genauso schwierig, empfand ich auch das Buch. Ich möchte nicht zuviel verraten, nur dass die Partnerschaft und der Alltag immer unfassbarer scheint für Außenstehende und dass klar wird, dass hier mindestens Theres eine psychische Erkrankung hat und der Ich-Erzähler vielleicht als Reaktion darauf ebenso seltsame Verhaltensweisen bzw. Gedankengänge entwickelt. Das Ende lässt einen etwas sprachlos zurück, ich persönlich konnte die Entwicklung für mich nicht nachempfinden. Es ist also auf jeden Fall ein besonderes Buch, aufgrund des Inhalts und auch aufgrund der poetischen Sprache des Autors. Ich denke, man muss eine Vorliebe dafür haben, um vollständig vom Buch gepackt zu werden. Mir war es zu unwirklich und gedanklich oft zu abgehoben, so dass ich irgendwie nicht richtig einsteigen konnte. Der Autor hat aber trotzdem ein besonderes Talent und einen eigenen Stil und ich denke,er wird daher auch seine Leser finden oder die Leser ihn.

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  • Rezension zu "Wir zwei allein" von Matthias Nawrat

    Wir zwei allein
    Bücherwurm

    Bücherwurm

    "Wir zwei allein" von Matthias Nawrat ist ein sehr schön gestaltetes Hardcover-Büchlein aus dem Hause Nagel & Kimche. Ich war sehr gespannt über den Inhalt, da der Roman in Freiburg/Breisgau spielt. Meiner Heimat, aus der ich mit 17 Jahren magersüchtig, schwer depressiv und angeschlagen flüchtete. Und tatsächlich, ich hätte es nicht für möglich gehalten, dieses kleine, niedliche Buch hat mit einem Schlag sämtliche Wut auf die verschrobene Gesellschaft und ihre Trödeligkeit zurückgebracht. Eine Liebesgeschichte in diese wunderschöne Landschaft zu packen mit den dort lebenden, verstockten, konservativen und extrem introvertierten Leuten, das ist schon ein besonderes Erlebnis per se. Ich hatte ja ein klein wenig Hoffnung, dass nach den immerhin 30 Jahren, die seit meiner Flucht vergangen sind, sich vielleicht ein bischen was geändert haben könnte, aber Nein, dazu wird es wohl Jahrhunderte dauern. Menschen, die existieren, die täglich der Arbeit nachgehen, die nur zum eigenen Gartenzaun schauen, dabei ständig von der grossen Welt träumen, aber den Weg nicht von hier nach da schaffen, die auch untereinander kein klares Gespräch zustandebringen, keine Entscheidungen treffen wollen, sondern sich nur alles "passend träumen", die reagieren, aber nicht agieren, die so ohne jegliches Rückgrat alles hinnehmen und nicht fähig sind, aus ihrer Lethargie mal aufzuwachen! Dabei diverse pschische Krankheitsbilder aufbauen, angefangen von einer manisch-depressiven Erkrankung zu bunt-gemischten schizoiden Ausläufen, gerne nach Jahren betitelt als "Borderline", nichts anderes als komplette Unfähigkeit eine sozial-kompetente Umgangsform untereinander zu erarbeiten, beispielsweise "wie zeige ich einer Person, dass ich sie liebe". Ich vermute ja schon lange, dass diese belämmerten Soaps im nachmittäglichen deutschen Fernsehen, nur für die Schwarzwälder erfunden wurden! Wie räume ich mein Zimmer auf? Wie zahle ich meine Rechnungen? Wie sieht eine Wohnung gewöhnlich von innen aus? Wie rede ich mit Freunden? Was ziehe ich an? Wie läuft eine Kommunikation zwischen verschieden-geschlechtlichen Leuten? Wo gehe ich hin? Was unternehme ich abends? Seufz. Gut, ich wurde auch mal von einem Mann in die Sauna eingeladen. er war seit etwa 5 Jahren verliebt, hat sich nicht getraut, mir das zu sagen/zeigen, war mit Mitte 60 noch Jungfrau und kam dann mit dieser Einladung. Himmel, die Unfähigkeit den Mund zum Sprechen zu nutzen greift um sich! Jedenfalls freuen sich Berline Psychologen ungemein! Was meinte mal einer, händereibend, zu mir? "Die verkorkstesten Leute kommen aus dem Schwarzwald! Da hat man ordentlich Jahre zu tun!" Sehr schön! Au Mann, ich wollte eigentlich eine Rezi schreiben, aber nach dem Lesen bin ich so voller Wut. Wenn die wenigstens endlich aussterben würden "da unten", aber es ziehen ja immer neue Leute zu, die in kürzester Zeit genauso verschroben werden! So, also das Buch ist eine Vollbremsung im Bücherschrank! Keine grossen Aktionen, zumindest nicht ausserhalb der Gehirnwindungen. Ein Mann, Studienabbrecher, was sonst wird man in Freibug?, jobbt einen Job als Fahrer von Gemüse. Ehrgeiz, dieses Wort existiert dort nicht, hat er nicht, auch keine Ziele, nur einen Wunsch: Zusammensein mit Theres, einer unsteten Künstlerin, die auch nicht weiss, was sie will und auch unfähig ist, sich mal um pragmatische Dinge zu kümmern. Er hält am Traumbild seiner Theres fest, obwohl dieses Mädel ihm genügend Gelegenheiten gibt, zu erkennen, dass sie ganz bestimmt nicht die passende Partnerin ist. Das Buch nimmt dramatische Wendungen (im Hirn der Protagonisten), deren Deutungen einen Psychologen höchst erfreuen würden, da bin ich mir sicher. Nach Lesen des Buches verbleibt eine grosse Ratlosigkeit. Was soll man den Protagonisten wünschen? Soll man überhaupt etwas wünschen? Oder besser sofort abwenden, das Buch verbrennen, damit die Geisteshaltung nicht entfleuchen und um sich greifen kann? Meine Güte. Dabei kann der Autor wirklich gut schreiben, die Bilder, die er erzeugt, die trostlose, hilflose Stimmung, dieses Gefühl eingesperrt zu sein zwischen den Bergen, diese düstere Atmosphäre, diese Ausweglosigkeit und Perspektivenlosigkeit, die bringt er ganz fabelhaft rüber, aber man (ich) mag es in der heutigen Zeit nicht lesen. Kein Hoffnungsfunke, es sei den man verbrennt oder stürzt zu Tode, oh Himmel, ist es nicht endlich an der Zeit, auch im Schwarzwald zu lüften?

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    schokoloko29

    schokoloko29

    11. April 2012 um 15:42
  • Rezension zu "Wir zwei allein" von Matthias Nawrat

    Wir zwei allein
    Fantasie_und_Träumerei

    Fantasie_und_Träumerei

    11. April 2012 um 09:57

    KLAPPENTEXT: Seit dem Abbruch seines Studiums jobbt der Außenseiter Benz als Gemüsefahrer und ist damit zufrieden. Bis ihm Theres begegnet. Da schmiedet Benz plötzlich ausgefallene Pläne und unternimmt in Gedanken waghalsige Expeditionen, um ihre Liebe zu gewinnen. Schließlich gewährt sie ihm eine gemeinsame Nacht, aber danach ist sie plötzlich verschwunden. Nawrats Roman ist ein außergewöhnliches und starkes Debüt über eine Generation von Unentschlossenen, über die große Liebe und ihr manchmal atemberaubend hohes Risiko - eine vermeintlich alte Liebesgeschichte mit großer literarischer Finesse neu erzählt. ZUM AUTOR: (Quelle: Nagel & Kimche) Matthias Nawrat wurde 1979 im polnischen Opole (Oppeln) geboren. 1989 siedelte seine Familie nach Bamberg in Deutschland um. Nach dem Abitur studierte er von 2000 bis 2007 Biologie in Heidelberg und in Freiburg im Breisgau, seit 2009 ist er Student des Lehrgangs Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Daneben arbeitet er als freier Wissenschaftsjournalist und Kulturkritiker. Matthias Nawrat lebt in Biel. 2011 gewann er den 1. Preis beim MDR-Literatwettbewerb. EIGENE MEINUNG: "Wir zwei allein " zu lesen ist, als ob man den ganzen Tag träumen würde. So wunderschön, zart und fein ist die Schreibe des Autors Matthias Nawrat, der ein außergewöhnliches Debüt erschaffen hat. Mit wenigen Worten gelingt es ihm eine Geschichte zu kreieren, die sehr anders ist, als vieles, dass ich bisher gelesen habe. Dennoch ist dieses Buch nicht für Jedermann geeignet. Das liegt an mehreren Dingen: Zum Einen auch an der Schreibe, die mir zwar sehr gut gefällt, aber nicht jeden Geschmack trifft mit ihren Verwinkelungen, mit ihrer Art aus unterschiedlichen Perspektiven gesehen, verschiedene Bedeutungen zu haben. Ein wenig sarkastisch beschreibt der Autor eine Liebe, die manche vielleicht nicht als solche bezeichnen würden und nicht immer ist ganz eindeutig, ob die Erlebnisse der Hauptfiguren nun wirklich geschehen, oder ob sich der Protagonist das Ganze ausgedacht hat. Das man dies als Leser nicht immer eindeutig bezeichnen kann, viel nachdenken muss und das geschriebene unterschiedlich interpretieren kann, ist sicherlich nicht mit jedem Leser bzw. Leseverhalten kompatibel. Aber Mainstream Bücher gibt es so viele, dass es mir sehr viel Spaß gemacht hat nun mal ein Buch zu lesen, das so anders ist. Ich glaube, dass es diese Art Buch ist, in dem man, je öfter man es liest, immer mehr Details entdeckt. Ich habe "Wir zwei allein" im Rahmen einer Leserunde gelesen, an der noch einige andere Leser teil genommen haben und fast jeder hatte einen anderen Blick auf die Geschichte, oder schrieb den Handlungen andere Bedeutungen zu, als die anderen Teilnehmer. Ein weiterer Grund, warum mich dieser Roman so fasziniert hat. Erzählt wird aus der Perspektive des männlichen Ich-Erzählers. Seinen Namen habe ich nirgends entdeckt (falls doch, aus Versehen überlesen), die weibliche Hauptfigur trägt den klangvollen Namen Theres, der ein wenig verträumt klingt und sehr gut zu ihr passt. Beide scheinen Schwierigkeiten bezüglich ihrer Sozialkompetenzen zu haben. Theres ist zudem sehr launisch, zieht sich mal sehr zurück und mal rückt sie ihrem männlichen Gegenspieler sehr auf die Pelle. Man hat das Gefühl, dass sie gerne nur an der Oberfläche kratzt und ihr Leben in die Richtung zu lenken versucht, die sie gerne hätte. Das gelingt ihr teilweise, aber doch nicht vollständig. FAZIT: Ich möchte eigentlich gar nicht viel mehr erzählen, denn schnell verrät man zu viel von der Handlung des kleinen Büchleins, das mit wenigen Seiten so viele Gedanken beim Leser aufwirft. "Wir zwei allein" ist für mich ein kleines Kunstwerk des Schreibhandwerks, denn sprachlich ist es einfach wundervoll, gespickt von Metaphern, die beim Leser die unterschiedlichsten Bilder und Gedanken herauf beschwören. Ich bin gespannt auf weitere Werke des Autors Matthias Nawrat.

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  • Rezension zu "Wir zwei allein" von Matthias Nawrat

    Wir zwei allein
    aba

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    *Liebe oder Qual?* Matthias Nawrat hat mit „Wir zwei allein“ ein Buch geschrieben, das sehr gut schildert, was passieren kann, wenn zwei Menschen, die nicht unterschiedlicher sein können, und zusätzlich sehr mit ihrem Leben unzufrieden sind, zusammen kommen und dabei denken, dass sie in einander verliebt sind. Das hört sich eigentlich ziemlich pathetisch an… ist es auch. Ein Mann verliebt sich in eine Frau, von der er sich ziemlich sicher ist, dass sie seine Gefühle nicht erwidert, träumt von ihr, malt sich ein Leben mit ihr zusammen. Bis eines Tages diese Frau ihn überrascht, indem sie ihm zeigt, dass sie eine Nacht mit ihm verbringen will. Was danach passiert, könnte sehr gut ein Kapitel des Psychologie-Klassikers „Grundformen der Angst“ von Fritz Riemann bilden. Matthias Nawrat hat seine Geschichte vor den Kulissen des Schwarzwaldes spielen lassen. Seine Beschreibungen der Landschaft sind liebevoll und teilweise sogar leidenschaftlich. Seine Protagonisten sind Heimat verbunden und vermitteln diese Liebe zum Schwarzwald. Matthias Nawrats Schreibstil hat mich aber als Leserin nicht erreichen können. Ich habe auf jeden Fall seine poetischen Fähigkeiten anerkannt. Ich habe mich aber leider beim Lesen sehr konzentrieren müssen, weil ich immer versucht habe, mit dieser poetischen Sprache zurecht zu kommen. Ich werde immer schnell mit Metaphern überfordert. Erschwerend fand ich, dass der Protagonist (ein Ich –Erzähler) uns seine „Traumwelt“ sehr ausführlich schildert, was dem Roman oft eine surrealistische Note verleiht. Wenn wir Einblicke in die reale Welt des Protagonisten und seiner Angebetete haben, dann treffen wir zwei Menschen, die total unfähig sind, ihre Gefühle auszudrücken: ein Mann mit, meiner Meinung nach, schizoiden Zügen und eine Frau, die, so wie ich laienhaft beurteilen kann, manisch-depressiv ist. Die ganze Atmosphäre wirkt dadurch träge, lethargisch, schwer. Die sparsamen Dialoge tun ihr Bestes dazu, um das Ambiente noch düsterer zu machen. Wer wissen möchte, wie weit ein Mann gehen kann, um eine Frau bei sich zu behalten, wie viel er ertragen, dulden und schweigen kann, und wie viel eine Frau diesem Mann zumuten kann, ohne von ihm verlassen zu werden… der ist mit diesem Buch gut beraten. Auch diejenigen Leser, die Poesie zu schätzen wissen, werden Ihre Freude an diesem Roman haben. Ich habe aber diesem Buch etwas Positives abgewinnen können: Ich habe mir vorgenommen, in den Schwarzwald zu fahren. Ich möchte gerne die Gegend sehen und versuchen, die Liebe der Romanfiguren zu dieser Landschaft zu verstehen. Matthias Nawrat hat 2011 den ersten Preis beim MDR-Literaturwettbewerb für seine Kurzgeschichte "Arkadiusz Protasiuk" erhalten.

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    schokoloko29

    schokoloko29

    10. April 2012 um 10:44
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