Matthias Politycki

 3.9 Sterne bei 189 Bewertungen
Autor von Das kann uns keiner nehmen, Jenseitsnovelle und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Matthias Politycki

Matthias Politycki schreibt, seitdem er 16 ist und wurde schon mit seinem opulenten Romandebüt als "Formfex im Sprachfels" (Die Welt) gefeiert. Sein Werk besteht heute aus über 30 Büchern, darunter mehrere Romane, Erzähl- und Gedichtbände sowie vielbeachtete Sachbücher und Reisereportagen. Er gilt als großer Stilist und ist einer der vielseitigsten Schriftsteller der deutschen Gegenwartsliteratur. Sein Weiberroman, eine Hommage an die siebziger und achtziger Jahre, ist eines der zentralen Werke der literarischen Postmoderne; als "einer der schönsten Schelmenromane unserer Zeit" (Radio Bremen) wurde seine Kreuzfahrtsatire In 180 Tagen um die Welt zum Bestseller. Sieben Jahre nach seinem als "wahrer Monolith" (Stern) gerühmten Roman Samarkand Samarkand erscheint 2020 ein neuer großer Roman, für den er um ein Haar in Afrika gestorben wäre. Gerettet hat ihn die Liebe einer Frau.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Matthias Politycki

Sortieren:
Buchformat:
Cover des Buches Das kann uns keiner nehmen (ISBN: 9783455009248)

Das kann uns keiner nehmen

 (92)
Erschienen am 04.03.2020
Cover des Buches Jenseitsnovelle (ISBN: 9783442473632)

Jenseitsnovelle

 (47)
Erschienen am 01.02.2011
Cover des Buches Herr der Hörner (ISBN: 9783442462810)

Herr der Hörner

 (12)
Erschienen am 08.05.2007
Cover des Buches Samarkand Samarkand (ISBN: 9783455404432)

Samarkand Samarkand

 (8)
Erschienen am 16.08.2013
Cover des Buches In 180 Tagen um die Welt (ISBN: 9783442471133)

In 180 Tagen um die Welt

 (8)
Erschienen am 11.11.2009
Cover des Buches Weiberroman (ISBN: 9783455400526)

Weiberroman

 (9)
Erschienen am 01.09.2009
Cover des Buches 42,195 (ISBN: 9783455503388)

42,195

 (4)
Erschienen am 11.03.2015
Cover des Buches Das Schweigen am andern Ende des Rüssels (ISBN: 9783442453269)

Das Schweigen am andern Ende des Rüssels

 (3)
Erschienen am 01.05.2003

Neue Rezensionen zu Matthias Politycki

Neu

Rezension zu "Das kann uns keiner nehmen" von Matthias Politycki

Falscher Klappentext
rumble-beevor 15 Tagen



Für die Lektüre dieses Buches habe ich ungebührlich lange gebraucht – ganz gegen meine Gewohnheit. Von der reinen Seitenzahl her ist das sicher nicht zu rechtfertigen. Es war eher so, dass das Buch fast vollständig an meinen Erwartungen vorbei ging – und ich keinen der Protagonisten wirklich sympathisch fand, eher das Gegenteil. Nun muss man Romanhelden zwar nicht lieben – aber Charaktere, die derart im Ungefähren und Widersprüchlichen verbleiben, erleichtern die Sache auch nicht gerade. Ich gebe zu – wäre es kein Rezensionsexemplar gewesen, hätte ich es abgebrochen. Weil ich irgendwann nur noch zum Ende kommen wollte.


Noch dazu finde ich, dass der Klappen- und Umschlagtext (bewusst?) falsche Erwartungen schürt. Ich hatte den Eindruck, es handele sich um ein Bergsteigerdrama mit fatalem Ausgang. Doch weit gefehlt. Um das Bergsteigen geht es nur in den allerersten Kapiteln. Danach mutiert die Geschichte zu einem Roadmovie mit offenem Ausgang. Und bekommt im letzten Drittel auch noch eine Lebensbeichte aufgedrückt, die der Gesamtgemengelage nicht gut getan hat. Das Buch lässt sich nicht wirklich klassifizieren. Und in der Mitte hat es arge Längen. All dies hat mir den Lektüregenuss erheblich erschwert. Hinzu kommt, dass das Buch keine Kapitel hat – nur Absätze. Das machte es für mich zäh.


Auf einer Urlaubsreise in Tansania trifft der etwas steife Hans auf den Bayer Tscharli – ausgerechnet am Gipfel des Kilimandscharo. Durch einen Schneesturm bedingt, müssen sich die beiden zusammenraufen. An den Fuß des Berges zurückgekehrt, überredet der vorgeblich schwer kranke Tscharli den Hans, ihn auf einer „letzten Reise“ zu begleiten, die durch diverse Nachbarländer und bis nach Sansibar führt. Am Ende bleibt Tscharli im Krankenhaus, und Hans fliegt heim.


Ich konnte diesen Tscharli leider auf den Tod nicht leiden – inwieweit das vom Autor bewusst geschürt ist, vermag ich nicht zu sagen. Jedenfalls ging mir dieser falsche Bayer gründlich auf die Nerven, mit seinen unerträglich platten Zoten, seiner Einstellung zu den Afrikanern (zu den Frauen insbesondere!), seinem Imponiergehabe. Ich habe überhaupt nicht verstanden, warum Hans, der ihn zuerst ebenso wenig mochte, überhaupt mit ihm auf diese Reise geht. Ihn sogar zum Schluss ins Krankenhaus begleitet.


An dieser Widersprüchlichkeit krankt meiner Meinung nach das ganze Buch. Der Autor/ Erzähler nimmt zu den Geschehnissen einfach keine klare Haltung ein. Erst recht nicht will mir einleuchten, warum er dem Tscharli ganz zum Schluss noch seine schmerzhafte Lebensgeschichte erzählt – das hätte ich nur bei einem sehr guten Freund getan. Und ob der Tscharli für ihn einer war, wird nicht wirklich klar.


Erst hinterher fiel mir auf, dass es für das Rezensionsexemplar ein Vorwort gab – worin beschrieben ist, dass das Buch auf wahren Erlebnissen aufbaut. Was die Reisen und die Krankheiten betrifft. Der Tscharli als Person ist wohl hinzuerfunden – und genau das war für mich das Quäntchen zu viel. Dann hätte der Autor meiner Meinung nach lieber einen Reisebericht „seines“ Helden verfasst, und die Beichte mit eingearbeitet, vielleicht in Rückblicken, wie man das heute so macht. So hat sich das Buch leider unnötig gezogen – immer wieder dieselben Szenen, dieselben Kneipen, der Tscharli ordert Bier, flirtet mit den Afrikanerinnen, der Hans schämt sich, und am nächsten Tag alles von vorn.


Dass der Autor Schreibtalent hat, sei unbestritten. Die Sprache zeugt schon von Können – wenngleich gerade im letzten Drittel die „gehobene Grammatik“ oft fehl am Platz war. Mir war der Autor allerdings vorher unbekannt, und ich bin nicht sicher, ob ich ihn weiter kennenlernen möchte. Für mich ein klassischer Fall von „leider nichts für mich“.


Kommentieren0
1
Teilen

Rezension zu "Das kann uns keiner nehmen" von Matthias Politycki

Roadmovie vom Kilimandscharo bis Sansibar
Corsicanavor einem Monat

"If you once have been to Africa, it goes into your heart" - dies sagte mir einmal der Leiter eines privaten B&B am Rande des Kruger Parks in Südafrika. Und er hatte so recht: Afrika hat sich einen Platz in meinem Herzen erobert. Nicht erst seit diesem Spruch in Südafrika - sondern schon ein Jahr vorher, als ich im Amboseli-Nationalpark landet und der Kilimandscharo leuchtete über der Savanne mit den vielen Tieren und der Schnee auf dem Gipfel glitzerte. Da war es um mich geschehen.

Wahrscheinlich hatte es mich so sehr getroffen, da ich früher eigentlich niiiieeee nach Afrika wollte. Wilder Tiere gucken? Ne, danke. Ich fand Tier-Dokus im Fernsehen immer recht langweilig, nur Daktari und Hatari hatten mir gefallen - aber deshalb wollte ich noch lange nicht nach Afrika  - bis... ja, bis ich auf den Kilimandscharo blickte.

Alleine deshalb hat dieses Buch mir schon sehr gefallen. Es beginnt nämlich am Kilimandscharo. Dort will Hans, ein Intellektueller aus Hamburg, im Krater übernachten. Alleine. Aber da ist noch ein Deutscher, "Der Tscharli", ein Ur-Bayer, redselig, leutselig und direkt. In Deutschland hätten die beiden Männer sich sicher nicht angefreundet aber in Afrika ist vieles anders. Das wird vor allem Hans lernen, der sowieso noch eine Rechnung mit Afrika offen hat. Und der Tscharli? Der hat auch eine besondere Beziehung zu Afrika, hier hat er eine Art neue Heimat gefunden. Und so gehen die beiden sehr unterschiedlichen Männer auf einen Männer-Road-Trip, quer durch Tansania bis nach Sansibar. Beide schleppen unglückliche Erinnerungen mit sich herum. Sie werden lernen, diese zu akzeptieren und damit klar zu kommen. 


Auch wenn es eine Art "Männerroman" ist, so mit viel Trinken, viel Schweiß und Off-Road-Moped-Fahren, so ist es doch auch ein tiefsinniges Buch. Und die "alten weißen Männer" sind aus der Nähe betrachtet viel schwächer, verletzlicher und gefühlvoller, als sie wirken.  Ich empfand es so, dass mit den Klischees gespielt wird, sie zumindest hinterfragt werden - es aber auch realistisch ist, sie als Realität anzuerkennen, wenn es einfach so ist. So auch einige Klischees über Afrika, die auch nebenher aufgezeigt werden, das fängt beim "Aufkauf" von Afrika durch die Chinesen an ("Mittlerweile habe China den ganzen Kontin ent erobert...")und geht bis hin zur Flüchtlingskrise in Deutschland: "Was wir in Afrika anrichten würden. (...) Mittlerweile sei ganz Afrika in Bewegungen geraten, und wenn jeder glauben würde, dass es in Europa besser sei als hier, werde es hier jedenfalls nicht besser. Ob wir das in Deutschland mitbekämen".

Das Buch zeigt m.E. sehr gut und in Romanform auf, dass Afrika eben anders ist. Und obwohl es ein Männerbuch ist, kommen die Männer doch nicht immer so gut weg: "Frauen und Kinder schleppten große Plastikkanister mit Wasser. Männer saßen in Gruppen beieinander und taten nichts. Das ist Afrika, dachte ich" (S. 69).


Es hat mir gefallen, zumindest virtuell noch einmal nach Afrika zu reisen. Ich halte jetzt mal Ausschau nach weiteren Afrika-Büchern.





Kommentieren0
1
Teilen
G

Rezension zu "Das kann uns keiner nehmen" von Matthias Politycki

Eine überraschende Freundschaft
Gisevor einem Monat

Am Gipfel des Kilimandscharo treffen sich Hans und Tscharlie. Normalerweise hätten sie nie miteinander Kontakt aufgenommen: Der eine, Hans, zurückhaltend, will endlich mit seiner Vergangenheit ins Reine kommen. Der andere, Tscharlie, ein Ur-Bayer, ohne Benimm, stets gut drauf und polternd laut, respektlos gegen alles und jeden. Ein Schneesturm wirft die beiden auf sich selbst zurück, notgedrungen müssen sie die Zeit miteinander verbringen und lernen dabei den anderen von einer anderen Seite kennen.


Erzählt aus der Perspektive von Hans, entwickelt sich langsam die Geschichte, zeigt, wie sich Vorurteile verändern können, wie aus gegenseitigem Abscheu eine Freundschaft werden kann. Es ist gar nicht einfach, meine Gedanken zu diesem Buch aufzuschreiben, denn die Protagonisten sind beide nicht wirklich sympathisch geraten, vor allem anfangs kommen beide nicht wirklich gut weg. Doch indem der Leser nach und nach ihre Lebensgeschichte erfährt, kommt die Erzählung in Fahrt, bis sie zum Schluss mit einer äußerst überraschenden Wendung daherkommt. Mit einer Mischung aus Humor und ernsten Gedanken hinterlässt das Buch einiges zum Nachdenken für den Leser selbst.


Dieses Buch hat sich völlig anders entwickelt als ich erwartet habe. Ein bisschen schade finde ich, dass es erst gegen Ende richtig Fahrt aufnimmt. Ich möchte es dennoch weiter empfehlen und vergebe 4 von 5 Sternen.

Kommentieren0
1
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

LovelyBooks lädt auch im Jahr 2020 zu spannenden Challenges ein.

Und auf euch warten tolle Gewinne.
Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist natürlich 2020 wieder dabei!

Liest du gerne Bücher mit Niveau?
Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.


15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2020 bis 31.12.2020 lesen.

Es gelten nur Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.
Auch Neuauflagen – 2020 erschienen - von Klassikern.

Die Regeln:

Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an.

Einstieg ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts.

Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein.

Es gelten nur Bücher (Achtung: keine Hörbücher, keine Bildergeschichten, keine Graphic Novels), die an diesem Beitrag angehängt sind!

Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Nimmst du die Herausforderung an?

Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2020 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.

Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.

Ich freue mich auf viele Anmeldungen!

Teilnehmer:

anna_m

anushka

BluevanMeer

Buchraettin

Celebra

Caro_Lesemaus

Corsicana

czytelniczka73

Dajobama

Federfee

Fornika

GAIA

Heikelein

Hellena92

Insider2199

Jariah

jenvo82

JoBerlin

Julia79

LaKati

leselea

luisa_loves_literature

kingofmusic

krimielse

Maddinliest

marpije

Miamou

MilaW

miro76

miss_mesmerized

naninka

nonostar

parden

Petris

renee

Ro_Ke

RoteChiliSchote

sar89

Schmiesen

Schnick

Schnuppe

schokoloko29

Sikal

Simi159

solveig

Sommerkindt

StefanieFreigericht

SternchenBlau

sursulapitschi

Susanne_Reintsch

TanyBee

TochterAlice

ulrikerabe

wandablue

Wuestentraum

Xirxe

Zauberberggast

559 Beiträge
Zum Thema
Cover des Buches Warum der stille Salvatore eine Rede hielt

Ich lade ein zur Leserunde meines neu erschienenen Romans und freue mich auf lebhafte Teilnahme und Diskussion!

Der Klappentext:

Durch einen spektakulären Unfall wird der Einzelgänger Salvatore mitten im Krieg berühmt. Freund und Feind reißen sich um ihn. Aber wem kann er wirklich vertrauen – dem blauen Kameraden, den depressiven Adventisten oder der schönen, aber chronisch übermüdeten Unbekannten?

Tragikomödie, Thriller, gesellschaftliches Horror-Szenario, Außenseiter-Liebesgeschichte voller schrill-abgründiger Charaktere: Der neue Roman des Autors von „Familie Fisch macht Urlaub“ ist eine packende Groteske über den Krieg in unserer Welt, sein schweigsamer Held ein moderner Simplicissimus.

Hintergrundinfos zu mir als Autor und zu dem Romanprojekt (das WIRKLICH ungewöhnliche Wege ging!) finden Sie auf meinem Blog.

Ich stelle jeder Teilnehmerin/jedem Teilnehmer ein Paperback oder ein E-Book (je nach Wunsch) kostenlos zur Verfügung, Versand ebenfalls kostenlos. Also: wer bei Namen wie Sorokin, Douglas Adams, Murakami, Tom Sharpe, David Sedaris oder Thomas Pynchon neugierig wird, der muss sich bei dieser Leserunde bewerben!

32 BeiträgeVerlosung beendet
L
Wurdet ihr auch so emotional getroffen, als ihr das Buch "Jenseitsnovelle" von Matthias Politycki gelesen habt? Ein wirklich sehr emotionales Buch… Möchte hier auch nicht so viel verraten. Lest es, ihr werdet es nicht bereuen!
2 Beiträge
Zum Thema

Community-Statistik

in 280 Bibliotheken

auf 28 Wunschzettel

von 8 Lesern aktuell gelesen

von 1 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks