Matthias Weik

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Der größte Raubzug der Geschichte

Der größte Raubzug der Geschichte

 (10)
Erschienen am 30.05.2012
Der Crash ist die Lösung

Der Crash ist die Lösung

 (9)
Erschienen am 12.11.2015
Kapitalfehler

Kapitalfehler

 (4)
Erschienen am 28.06.2017
Sonst knallt´s!

Sonst knallt´s!

 (2)
Erschienen am 24.04.2017
Kapitalfehler

Kapitalfehler

 (0)
Erschienen am 19.05.2017
Der Crash ist die Lösung

Der Crash ist die Lösung

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Erschienen am 12.02.2016
Kapitalfehler

Kapitalfehler

 (0)
Erschienen am 13.05.2016

Neue Rezensionen zu Matthias Weik

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Rezension zu "Sonst knallt´s!" von Matthias Weik

Ich halte das Konzept für unausgegoren und in sich stellenweise widersprüchlich
WinfriedStanzickvor 2 Jahren



Ihre beiden ersten Bücher „Der größte Raubzug der Geschichte“ und „Der Crash ist die Lösung“ und „Kapitalfehler“  waren Bestseller, die aber trotz hoher Verkaufszahlen in der Kritik und den Wirtschaftsteilen unserer Medien kaum vorkamen.

Wie bei in den bisherigen Büchern auch bestechen die Autoren in ihrem neuen Buch „Sonst knallt`s“  durch einen systematischen Aufbau, durch verständliche Sprache und übersichtliche Gliederung. Und noch einmal möchte ich wiederholen: Es wäre an der Zeit, dass die sich kritisch gebenden Magazine der Fernsehsender solche kritischen Bücher zur Kenntnis nehmen und in ihren Beiträgen entsprechend würdigen.

Vielleicht hilft es, dass sie dieses Mal einen erfolgreichen deutschen Unternehmer mit ins Autorenboot geholt haben. Mit Götz W. Werner, dem Gründer der dm-Drogeriemarktkette, haben sie einen Unternehmer gewonnen, der auf Kooperation, selbständiges Arbeiten und die Entwicklung seiner Angestellten setzt und sich immer wieder mit eigenen Ideen in die Debatten unseres Landes einmischt.

Mit „Sonst knallt`s“ analysieren die drei Autoren eine Wirtschaft und Gesellschaft, die aus den Fugen geraten zu sein scheint. Eine Welt, in der eine winzige globale Finanzelite gigantische Blasen illusionären Reichtums produziert und von der Politik daran nicht gehindert wird. Sie verspielen mit ihrem Wirken nicht nur unseren Wohlstand, sondern zunehmend und systematisch auch unsere Demokratie.

Das kleine Buch, das man schnell und mit staunendem, mehr und mehr auch empörtem Interesse liest, zeigt „warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“. Der EU und dem Euro haben sie schon lange den Abschied gegeben. Sie postulieren eine Wirtschaftsform, die nicht mehr die Leistung (Einkommen) eines Menschen der Steuer unterwirft, sondern den Konsum. Sie begründen, warum sie ein bedingungsloses Grundeinkommen, für das sich Götz Werner schon lange einsetzt, und die strikte Regulierung der Finanzmärkte nicht nur für gerechter halten, sondern auch ökonomisch vernünftiger. Und sie sagen, wenn jetzt nicht bald gehandelt wird, dann wird es einen furchtbaren Knall geben.

Dennoch halte ich das Konzept für unausgegoren und in sich stellenweise widersprüchlich. Wenn nur noch der Konsum besteuert werden, soll, wieso plädieren die Autoren für eine Finanztransaktionssteuer zum Beispiel? Auch die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens hat mich auch dieses Mal nicht überzeugt. Ich halte dieses Konzept für keines, auf das man ein Wirtschaftssystem aufbauen könnte.

Vielleicht hätten die drei Autoren sich dem Erfolgsdruck, nun schnell wieder ein Buch auf den Markt zu werfen, nicht beugen sollen. Dann wäre das Buch vielleicht etwas umfangreicher geworden, sie hätten aber auch einmal an Beispielrechnungen erklärt, wie jemand mit 1000 Euro Grundeinkommen und sehr hoher (50% und mehr) Mehrwertsteuer sein Leben fristen soll. Vielleicht als billige Arbeitskraft in einem dm-Markt?





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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Sonst knallt´s!" von Matthias Weik

Warum man an diesem Buch bedingungslos scheitern kann
R_Mantheyvor 2 Jahren

Als mich einer der Autoren bat, dieses Buch zu rezensieren, habe ich ihn gewarnt, dass das vielleicht auch nicht gut ausgehen könnte. Leider ist es nun so gekommen, allerdings aus einem Grund, den ich vorher nicht vermutet hatte. Ich habe große Teile des Textes trotz meines aufrichtigen Bemühens einfach nicht verstanden. Das mag an meinen mangelnden intellektuellen Fähigkeiten liegen, am fehlenden Vermögen oder Willen der Autoren, den Sachverhalt richtig zu erklären, oder an beidem.  

Schon beim Lesen der Einleitung kam ich mir vor wie in einer Talkshow. Es wird viel und heftig geredet, aber wenig Substanzielles gesagt,   fast alles wird nur angerissen, in Halbsätzen oder flapsigen Bemerkungen abgehandelt oder schwammig und nicht wirklich fassbar erläutert. Entsprechend schwer fällt es, eine wirkliche Kritik zu formulieren, denn man weiß gar nicht, wo man anfangen soll oder ob es sich wirklich lohnt, auf Einzelheiten einzugehen, weil es einfach zu viele sind und die meisten von ihnen für die Hauptaussagen wenig Bedeutung besitzen. Andererseits will man aber auch nicht alles einfach so stehen lassen.   Es ist irgendwie verwirrend. So wie der Text auch. 

Meine Vermutung ist, dass sich Weik und Friedrich irgendwann mit Herrn Werner getroffen haben und dann in der Folge die Idee entstand, dieses Buch zu schreiben. Nur hatten beide Seiten nicht wirklich Zeit dafür. Und so ist ein Text entstanden, der unausgegoren wirkt und auch komische Widersprüche enthält. Ich komme darauf noch zurück. 

"Warum wir Wirtschaft und Politik neu denken müssen", heißt es bedeutungsschwanger im Untertitel. Weil es sonst knallt, lautet die Drohung im Buchtitel. Mit Knallen meinen die Autoren eine Revolution, denn am Ende warnen sie mit Jahreszahlen: 1789, 1848, 1989. Sie wollen also, dass man etwas anders macht, weil es sonst zur Revolution kommt. Das wiederum klingt so, als stünden sie auf der Seite des Establishments, das natürlich an revolutionären Veränderungen kein Interesse besitzt. Und tatsächlich bedienen die Autoren dann auch dieselben Feindbilder in ihrer Einleitung: Orban, Putin, Le Pen etc. Tatsächlich aber geht es in diesem Buch um erstens das "bedingungslose Grundeinkommen" (BGE), eine Idee von Götz W. Werner und zweitens um die nicht gelöste, sondern nur verschleppte Finanzkrise, das Thema der beiden anderen Autoren. Nun hat man noch nichts davon gehört, dass revolutionäre Umschwünge drohen, weil den aufbegehrenden Volksmassen das bedingungslose Grundeinkommen fehlen würde. Und was die tatsächlich unter der Decke weiter heftig schwelende Finanzkrise anbelangt, wählen die Deutschen immer noch mit großen Mehrheiten diejenigen, die dafür politisch verantwortlich sind. Auf die sogenannte Flüchtlingskrise gehen die Autoren zwar mit wenigen Sätzen zu Beginn dieses Buches ein, doch auch da wählen sie die offizielle Linie. 

Den Hauptteil des Textes nehmen Erläuterungen zum BGE ein. In der Hoffnung, endlich einmal verstehen zu können, was damit tatsächlich gemeint ist, habe ich dieses Buch überhaupt gelesen. Der Grundgedanke hinter dem BGE mag richtig sein, denn es leuchtet ein, dass es besser wäre, nicht die ökonomische Leistung zu besteuern, sondern eine Entnahme derselben. Soll heißen: Nicht das Einkommen, sondern ausschließlich der Konsum sollte vom Fiskus belangt werden. Folglich gäbe es nur noch eine einzige Steuer, nämlich die Mehrwertsteuer, die dann wahrscheinlich drastisch steigen würde. 

An einer viel einfacheren Steuerreform ist schon einmal eine ambitionierte Partei gescheitert, denn sie hatte zwei mächtige Feinde, die auch beim BGE sofort losschlagen werden: alle diejenigen, die an der Komplexität und Undurchschaubarkeit des deutschen Steuersystems verdienen und auf der anderen Seite die unermüdlichen Kämpfer für soziale Gerechtigkeit, die es nicht hinnehmen werden können, dass Reiche dieselben Steuersätze zahlen sollen wie alle anderen. Den Kampf gegen diese beiden Titanen wird keine Regierung aufnehmen wollen, weshalb wir es beim BGE wahrscheinlich nur mit einem Phantom zu tun haben werden, zumal eine entsprechende Steuerreform in nur einem Land zu unzähligen Problemen mit der Außenwelt führen würde. Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Alleine nur mit der Mehrwertsteuer kann man nichts mehr steuern, was Politiker doch so gerne machen. Auch deshalb ist es fraglich, ob sie auf all ihre gewohnten Lieblingsspielzeuge einfach so verzichten werden wollen. 

Die Autoren begründen zunächst die Höhe des BGE sehr interessant. Im jetzigen Steuersystem würde es einen Freibetrag, nämlich das Existenzminimum, geben, der nicht besteuert wird. Folglich müsse man das auch bei nur einer verbleibenden Steuer tun und diesen Freibetrag jedem Bürger aufs Konto überweisen. Das wäre dann das BGE. Bei mir sammeln sich damit aber sofort unzählige Fragen. Wer bekommt das BGE? Jeder Bürger mit deutschem Pass, jeder, der mal auch nur einen Fuß auf deutschen Boden gesetzt hat und Ansprüche anmeldet? Jeder, der in Deutschland einkauft und Mehrwertsteuer bezahlt? Und wenn ja, ab welchem Alter? Darauf gibt der Text keine wirkliche Antwort. 

Wenn man nun hofft, dass die Autoren wenigstens einmal auch nur an einem Beispiel erklären, wie sich dann die Einkommen ändern würden, der sieht sich enttäuscht. Mitten drin steht dann auch noch eine Bemerkung, dass sich für die meisten gar nichts ändern würde. Das hat mich dann völlig verblüfft. Kurzum: Die Autoren drücken sich um jede Art von Konkretheit, was sie allerdings auch schwer fassbar macht. Es gibt zahlreiche Gegner des BGE, deren Argumente irgendwie nachvollziehbar sind. Die Autoren versuchen, diese Argumentationsketten zu durchbrechen. Doch leider bleiben ihre Gegenargumente seltsam vage und dünn. Nichts ist wirklich fassbar oder konkret. 

Ideen, die davon ausgehen, in einem komplexen System irgendwo eine Schraube drehen zu können, die etwas Gewünschtes erzeugt, aber alles andere so belassen soll wie vorher, scheitern in der Regel bei ihrer Durchführung an Konsequenzen, die bei ihrer Geburt im Kopf eines Menschen nicht auftraten. Kann man eigentlich mit 1000 Euro noch auskommen, wenn die Mehrwertsteuer nicht 19, sondern einheitlich 50 oder 70% beträgt? Nur mal so nebenbei praktisch gefragt. Sollte man dann noch hinzuverdienen müssen, dann wird die Arbeitskraft für Drogeriekettenbesitzer viel billiger als im alten System, weil die Sozialabgaben entfallen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Komisch wird es dann am Ende. Im letzten Kapitel wiederholen Weik und Friedrich den Inhalt ihres letzten Buches in einer Kurzfassung. Das ist sicher ihr gutes Recht. Nur fordern sie dort (und somit auch hier) die Einführung einer Finanztransaktionssteuer (S. 146). Oben hatten wir doch gelernt, dass es nur noch eine Steuer geben soll. Und weiter vorne im Text (S. 54 und 60) steht eine einfache Erkenntnis, nämlich dass "ausnahmslos alle Steuern und Sozialabgaben in den Endpreisen landen". Beim Volk also. Weik und Friedrich wollen das offenbar nicht begreifen, denn auch eine Finanztransaktionssteuer erreicht nicht ihr angebliches Ziel. Sie dient lediglich dazu, dass der Staat an dem, was er vorgibt kritisieren und umsteuern zu müssen, heftig mitverdient. Und zwar nur formal bei den Finanzakteuren, die das selbstverständlich ans Ende der Kette weitergeben, wo der Bankkunde wartet. Eine Heuchelei der ganz besonderen Art, die Weik und Friedrich gerne mitmachen.  Der sogenannte Hochfrequenzhandel, den die Autoren zu recht kritisieren, da er schon deshalb kriminell ist, weil gewissen Marktteilnehmern von den Börsen Zeitvorteile eingeräumt werden, kann man viel einfacher verhindern. Beispielsweise indem man eine Haltedauer von Positionen vorschreiben.

Es gäbe noch vieles mehr an diesem nicht sehr umfangreichen Buch zu kritisieren. Mir jedenfalls hat es nicht geholfen. Es wirft viele Fragen auf und gibt leider insbesondere beim BGE nur wenig wirklich nachvollziehbare Antworten. 


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W

Rezension zu "Kapitalfehler" von Matthias Weik

Das Buch ist wichtig, zeigt es doch, dass es Alternativen gibt
WinfriedStanzickvor 3 Jahren



Nach ihren beiden ersten, wohl zu ihrer eigenen großen Überraschung zu Bestsellern gewordenen Büchern „Der Crash ist die Lösung“ und „Der größte Raubzug der Geschichte“ haben die beiden Wirtschaftsexperten Matthias Weik und Marc Friedrich nachgelegt und veröffentlichen mit „Kapitalfehler“ die Ergebnisse ihrer Reflexionen und  Recherchen darüber, „wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“.

Wie bei den beiden anderen Büchern auch bestechen die Autoren durch einen systematischen Aufbau, durch verständliche Sprache und übersichtliche Gliederung. Und noch einmal möchte ich wiederholen: Es wäre an der Zeit, dass die sich kritisch gebenden Magazine der Fernsehsender solche kritischen Bücher zur Kenntnis nehmen und in ihren Beiträgen entsprechend würdigen.

In einer Rezension hat der renommierte Ökonom Max Otte, der gerade mit „Rettet unser Bargeld“ selbst eine massive Kritik der europäischen Finanzpolitik vorgelegt hat, das vorliegende Buch gelobt und den Autoren besonders für zwei brillante Fallstudien zu Island und Griechenland gedankt und ihre Verankerung im realen Wirtschaftsgeschehen  hervorgehoben. Dies nimmt er auch zum Anlass zu hoffen, dass doch einige ihrer Vorschläge umgesetzt werden.

Aus fast jeder Zeile des Buches kann man trotz der beißenden und fundierten Kritik herauslesen, dass Weik und Friedrich diese Hoffnung teilen. Nach über 50 jähriger kritischer Zeitgenossenschaft bin ich allerdings skeptisch. Selten, sehr selten wurde die mögliche beste Variante gewählt von einer Politik und Gesellschaft, die immer weniger langfristig und nachhaltig lebt und entscheidet.

Und die Gier der Menschen, die wegen ein Paar Prozent mehr Zinsen ihre ganze Existenz auf das Spiel setzen ist nur der individuelle Ausdruck einer Haltung, die das ganze System prägt.  Vielleicht ist doch der Crash die Lösung, wie Weik und Friedrich in ihrem zweiten Buch vorgeschlagen haben. Doch auch da bin ich skeptisch, wenn ich wahrnehme, was nach dem Crash von 2008 alles für Reden geschwungen und von wem Besserung gelobt worden ist. Man schaue nur auf die Manager in Wolfsburg, die immer weiter betrügen und sich, ohne dass ihnen die Politik Einhalt gebietet (die Arbeitsplätze !!) bereichern oder an die üblen Geschäfte der Deutschen Bank und der Commerzbank.

Dennoch: das Buch ist wichtig, zeigt es doch, dass es Alternativen gibt, und die Politik und die Wirtschaft uns was vormachen, wenn sie das Gegenwärtige für alternativlos halten.


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