Matthias Weik , Marc Friedrich Kapitalfehler

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Inhaltsangabe zu „Kapitalfehler“ von Matthias Weik

Großkonzerne, Finanzhaie und hilflose Politiker haben in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass nachhaltiges Wirtschaften zugunsten der Menschen durch nutzlose Bereicherung verdrängt wurde. Wir alle müssen endlich erkennen: Finanzkapitalismus ist schlicht und einfach schlechter Kapitalismus. In ihrem neuen Buch erklären die Bestsellerautoren allgemein verständlich, wie ein vernünftiger Kapitalismus wirklich funktionieren kann - und warum die Finanzmärkte strikt reguliert werden müssen. Werden die Zocker nicht an die kurze Leine gelegt, dann wird sich unser Wohlstand sehr bald in Luft auflösen.

Etwas mehr Theorie und Geschichte als in dem Buch "Der Crash ist die Lösung". Dadurch schwieriger zu lesen ... immernoch sehr informativ.

— beemohr

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  • Das Buch ist wichtig, zeigt es doch, dass es Alternativen gibt

    Kapitalfehler

    WinfriedStanzick

    20. May 2016 um 12:59

    Nach ihren beiden ersten, wohl zu ihrer eigenen großen Überraschung zu Bestsellern gewordenen Büchern „Der Crash ist die Lösung“ und „Der größte Raubzug der Geschichte“ haben die beiden Wirtschaftsexperten Matthias Weik und Marc Friedrich nachgelegt und veröffentlichen mit „Kapitalfehler“ die Ergebnisse ihrer Reflexionen und  Recherchen darüber, „wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“.Wie bei den beiden anderen Büchern auch bestechen die Autoren durch einen systematischen Aufbau, durch verständliche Sprache und übersichtliche Gliederung. Und noch einmal möchte ich wiederholen: Es wäre an der Zeit, dass die sich kritisch gebenden Magazine der Fernsehsender solche kritischen Bücher zur Kenntnis nehmen und in ihren Beiträgen entsprechend würdigen.In einer Rezension hat der renommierte Ökonom Max Otte, der gerade mit „Rettet unser Bargeld“ selbst eine massive Kritik der europäischen Finanzpolitik vorgelegt hat, das vorliegende Buch gelobt und den Autoren besonders für zwei brillante Fallstudien zu Island und Griechenland gedankt und ihre Verankerung im realen Wirtschaftsgeschehen  hervorgehoben. Dies nimmt er auch zum Anlass zu hoffen, dass doch einige ihrer Vorschläge umgesetzt werden.Aus fast jeder Zeile des Buches kann man trotz der beißenden und fundierten Kritik herauslesen, dass Weik und Friedrich diese Hoffnung teilen. Nach über 50 jähriger kritischer Zeitgenossenschaft bin ich allerdings skeptisch. Selten, sehr selten wurde die mögliche beste Variante gewählt von einer Politik und Gesellschaft, die immer weniger langfristig und nachhaltig lebt und entscheidet. Und die Gier der Menschen, die wegen ein Paar Prozent mehr Zinsen ihre ganze Existenz auf das Spiel setzen ist nur der individuelle Ausdruck einer Haltung, die das ganze System prägt.  Vielleicht ist doch der Crash die Lösung, wie Weik und Friedrich in ihrem zweiten Buch vorgeschlagen haben. Doch auch da bin ich skeptisch, wenn ich wahrnehme, was nach dem Crash von 2008 alles für Reden geschwungen und von wem Besserung gelobt worden ist. Man schaue nur auf die Manager in Wolfsburg, die immer weiter betrügen und sich, ohne dass ihnen die Politik Einhalt gebietet (die Arbeitsplätze !!) bereichern oder an die üblen Geschäfte der Deutschen Bank und der Commerzbank.Dennoch: das Buch ist wichtig, zeigt es doch, dass es Alternativen gibt, und die Politik und die Wirtschaft uns was vormachen, wenn sie das Gegenwärtige für alternativlos halten.

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  • "Warum die Marktwirtschaft vor dem Finanzkapitalismus geschützt werden muss"

    Kapitalfehler

    R_Manthey

    15. May 2016 um 17:54

    Um es etwas zu überspitzen: Eigentlich braucht man das Buch gar nicht vollständig zu lesen. Man fange stattdessen auf Seite 305 an. Dort listen die Autoren die "kapitalen Fehler" auf und machen Vorschläge zu ihrer Behebung. Sie ordnen das nach drei Punkten: Europa und der Euro, strikte Regulierung der Finanzmärkte und "Wir benötigen ein neues Geldsystem". Die Beschreibung der Mißstände ist korrekt und mehr oder weniger vollständig. Die Maßnahmen machen bis auf zwei Ausnahmen Sinn, werden wohl aber so nie durchgesetzt werden. Denn: die Lage ist inzwischen so verfahren, dass man nicht erwarten kann, dass die gegenwärtigen Eliten in irgendeiner Weise freiwillig die von ihnen eingeschlagene Richtung in den Abgrund aufgeben werden. Wenn beispielsweise allein nur die erste Forderung der Autoren, nämlich der Stopp des irrsinnigen Aufkaufprogramms der EZB, durchgeführt werden würde, dann käme eine Kettenreaktion in Gang, die nicht mehr beherrschbar wäre. In diesem Fall würden die Zinsen schnell steigen, was recht bald mehrere Staatspleiten in Südeuropa zur Folge hätte. Damit fällt das ganze Euro-Kartenhaus in sich zusammen. Und ein solches Ereignis unbedingt zu verhindern, ist der unrealistische Plan der Eliten. Sie wollen unter allen Umständen vermeiden, dass ihr komplettes Scheitern und alle damit verbundenen Kosten und Leiden offenkundig werden. Ein massiver, noch nie dagewesener Crash ist die einzig noch mögliche Lösung. Wenn man am Ruder dieses Crashkurses sitzt, verschiebt man das lieber auf später als selbst verantwortlich gemacht zu werden. Insofern ist alles, was die Autoren vorschlagen, eine schöne Theorie, die uns vermitteln will, dass es noch einen geordneten Ausweg geben könnte. Wie aber der Titel eines ihrer früheren Bücher verheißt, glauben sie das selbst nicht wirklich. In ihrem Katalog befinden sich auch zwei Maßnahmen, die deutlich machen, dass auch sie nicht vollständig gegen die versuchte Gehirnwäsche aus der Politik immun sind. Sie wollen Leerverkäufe verbieten und eine Finanztransaktionssteuer einführen. Leerverkäufe haben noch nie eine Finanzkrise ausgelöst. Ein solcher Vorschlag gehört in die Kategorie "politischer Aktionismus" mangels Sachverstand. Und eine Finanztransaktionssteuer hat denselben heuchlerischen Charakter wie die Tabaksteuer. Es geht bei ihr nicht etwa um eine Verminderung der Transaktionszahl im Börsenhandel, sondern einzig darum, daran mitzuverdienen. Eine solche Steuer ist auch schon deshalb nicht zweckdienlich, weil sie einfach weitergegeben würde. Am Ende zahlen Steuern immer nur die, die sich am Schluss der Kette befinden und sich nicht mehr wehren können. Den Sekundenhandel zu verbieten, ist dagegen eine hervorragende Idee, denn dieses betrügerische System verschafft einigen wenigen Marktteilnehmern enorme Vorteile vor anderen und ist schon deshalb kriminell. Merkwürdig an diesem Buch ist, dass zwischen den Vorschlägen der Autoren am Ende ihres Textes und den dreihundert Seiten davor nur ein recht loser Zusammenhang besteht. Dort geht es nämlich noch um ganz andere Themen, die oft nur sehr entfernt etwas mit dem Ende zu tun haben. Zunächst erklären die Autoren, warum die Marktwirtschaft vor dem Finanzkapitalismus geschützt werden muss. Das ist in der Tat das eigentliche Problem. Mit der Abschaffung der Goldbindung des Dollars durch Nixon begann eine weltweite gigantische Verschuldungsorgie von Staaten, deren Ende nun naht. Wer sich verschuldet, macht sich abhängig. Diese einfache Wahrheit erklärt, warum der Finanzsektor inzwischen den restlichen Teil der Wirtschaft und die Staaten selbst am Gängelband führt. Sogar die Finanzkrise von 2008, die das für jedermann offenkundig gemacht hat, brachte keine Änderung. Die zum Sterben verurteilten Banken wurden als zu groß dafür erklärt. Inzwischen sind sie noch größer geworden. Ihre Verluste werden bis heute der Allgemeinheit aufgebürdet. Es gab keine wesentlichen Reformen oder Regulierungen, die die Ursachen der Krise beseitigt hätten. Das ist kein Wunder, denn die Entscheidungsträger aus der Politik sind Gefangene ihrer Verschuldungssucht und damit Sklaven des Finanzsektors. In einem "Intermezzo" vergleichen die Autoren Griechenland mit Island. Dies ist ein sehr lehrreiches Kapitel, weil in Griechenland im Kleinen offen vorgeführt wird, was im Großen (nicht ganz so offensichtlich) auch geschieht. Eine faktische Insolvenz wird verschleppt und damit extrem verteuert. Frau Merkel kauft ständig Zeit und bezahlt das mit Geld, das sie gar nicht besitzt und dennoch versenkt. Island hat genau das gemacht, was die einzig vernünftige Lösung ist: die schmerzhafte Krise mutig und schnell dadurch zu überwinden, dass man sich ihr stellt anstatt sie zu verleugnen. Island war erfolgreich. Griechenland kann das niemals werden. Warum das so ist, erklären die Autoren im Text. Dann werden sie allgemein und diskutieren im zweiten Kapitel, warum es in einer Marktwirtschaft immer in gewissen Abständen zu Krisen kommen muss. Leider erweist sich dieses Kapitel als merkwürdig zäh, weil ständig irgendwelche Ökonomen ganz unterschiedlicher Schulen zitiert werden, aber dennoch keine Klarheit darüber eintritt, was die Autoren denn nun eigentlich selbst meinen. Konjunkturelle Krisen haben nichts mit den Krisen zu tun, die uns die Finanzbranche gemeinsam mit der Politik seit Jahren immer wieder erschaffen. Auch das wird nicht so richtig deutlich. Nachdem auf diese Weise die kurzwelligen Zyklen diskutiert wurden, kommen die Autoren dann zu den langen, den sogenannten Kondratjew-Wellen. Deren Realität ist unter Ökonomen umstritten. Wer daran glaubt, begründet dies mit dem Auftreten strategischer Knappheiten von Wirtschaftsgütern, die alle brauchen. Dazu bringen die Autoren Beispiele für die bisherigen Zyklen und begründen das sehr gut. Da die Autoren der Meinung sind, wir befänden uns am Anfang einer neuen Kondratjew-Welle, suchen sie nach strategischen Knappheiten. Das ist insofern interessant, als dass sie nun nicht mehr eine feststehende Vergangenheit nach Kondratjew erklären, sondern vorwärts unken müssen. Sie kommen dabei auf die Knappheit von Wasser und Öl. Beim Öl erwähnen sie die US-Theorie vom Peak Oil als Tatsache. Diese Theorie stammt aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie geht davon aus, dass Erdöl aus biologischem Material entstanden ist und folglich nicht "nachwächst". Ohne das hier zu vertiefen, möchte ich aber erwähnen, dass alle bisherigen Vorhersagen über ein Ende des Öls sich nicht bestätigt haben. Im Gegenteil: Das für die 1970er Jahre von den Schöpfern dieser Theorie vorhergesagte Ende des Öl ist bis heute trotz eines enorm gestiegenen Verbrauchs nicht eingetroffen. Zweitens gibt es eine in der verblichenen Sowjetunion entwickelte ganz andere Entstehungstheorie für Erdöl, die im Labor nachvollzogen wurde und nach der man Erdöl an Stellen fand, wo es nach der US-Theorie niemals hätte vorhanden sein können. Nach dieser Theorie ist Erdöl "nachwachsend". Der Weg der Autoren zur Merkelschen Energiewende ist nun nicht mehr weit. Sie erwähnen das zwar nicht, machen aber klar, dass Deutschlands energetische Zukunft von Windkraft, Sonne und Biomasse geprägt sein wird. Diese neue Technologie soll nach ihrer Meinung den nächsten Kondratjew-Zyklus einleiten. Merkwürdigerweise übersehen sie dabei einige Fakten. Zum einen stand in der Tat zu Beginn einer jeden solchen Welle die Erfindung einer neuen Basis-Technologie. Nur setzte sich diese ökonomisch durch. Sie wurde nicht wie in Deutschland subventioniert und planwirtschaftlich zwangsgefördert. Ohne dies gäbe es diese Technologie am Markt nicht. Besitzer von Windanlagen und Solarzellen wären pleite. Zum anderen übersehen die Autoren, dass es nicht gelingen wird, Deutschland komplett durch Windkraft und Sonne energetisch zu versorgen, will man unsere Industrie erhalten. Abgesehen von der fehlenden Speichertechnologie und den fehlenden Leitungen besitzt unser Land einfach nicht genug Fläche für all diese Anlagen. Das Buch besitzt den Untertitel "Wie unser Wohlstand vernichtet wird". Die Merkelsche Energiewende dreht dabei das ganz große Rad, denn alle Verbraucher bezahlen seit Jahren Unsummen auch für Strom, der nie erzeugt wurde und für einen Stromüberschuß bei zuviel Sonne oder Wind, den wir verschenken, damit er die Energienetze nicht destabilisiert. Jeder, der die Entwicklung des Strompreises seit 15 Jahren verfolgt hat, sollte wissen, dass ein großer Teil seines Geldes einfach zum Fenster hinausgeschmissen wird. Und dass ganz nebenbei die größte Umverteilung von Wohlstand von unten nach oben in der deutschen Geschichte stattfindet. Bei den Autoren sucht man dazu vergeblich einen Kommentar, obwohl Wohlstandsvernichtung doch genau ihr Thema ist. Die folgenden Kapitel befassen sich mit vielen Einzelfragen. Beispielsweise untersuchen die Autoren, warum staatliche Planwirtschaft nicht funktionieren kann. Das erklären sie gut, obwohl das Hauptargument fehlt. Auch absolut freie Märkte funktionieren nicht, wie man bei ihnen nachlesen kann. Lobenswert in diesem Teil ist die klare Haltung der Autoren zu den sogenannten Gemeingütern. Allerdings kann man auch hier in einigen Detailfragen ganz anderer Meinung sein. Sicher kann man die LKW-Maut gut finden und glauben, dass sie dazu führen wird, dass Verbraucher mehr auf regionale Produkte ausweichen werden, weil sie weniger kosten. Interessanterweise geben sie dabei indirekt zu, dass auch diese Steuer weitergegeben wird. Sie wird jedoch nicht zu diesem Ziel führen. Wahrscheinlicher ist eher, dass es zu einer Konzentration auf dem deutschen Logistikmarkt kommen wird, weil kleinere Unternehmen die Kosten nicht mehr tragen können, und dass darüber hinaus ausländische Billiganbieter einspringen. Am Ende des Buches geht es dann noch um die Frage, was Geld ist und wie es entstand. Das liest sich zwar alles ganz interessant, hat aber nur indirekt etwas mit dem Thema des Buches zu tun. Besser wird es dann im letzten Kapitel, wo die "Schuldenknechtschaft für alle" abgehandelt wird. Alles in allem ist dies sicher ein interessantes und phasenweise auch lehrreiches Buch. Allerdings kann man in vielen Detailfragen auch völlig anderer Meinung sein, ohne dass man die Vorschläge der Autoren am Ende ihres Texte auch nur ansatzweise in Frage stellen muss.

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