Matthias Wittekindt

 4.2 Sterne bei 36 Bewertungen
Autor von Mord im Balkanexpress, Schneeschwestern und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Matthias Wittekindt

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Mord im Balkanexpress

Mord im Balkanexpress

 (21)
Erschienen am 17.08.2018
Schneeschwestern

Schneeschwestern

 (6)
Erschienen am 24.08.2011
Marmormänner

Marmormänner

 (4)
Erschienen am 09.02.2015
Der Unfall in der Rue Bisson

Der Unfall in der Rue Bisson

 (2)
Erschienen am 10.09.2018
Die Tankstelle von Courcelles

Die Tankstelle von Courcelles

 (1)
Erschienen am 05.03.2018
Ein Licht im Zimmer

Ein Licht im Zimmer

 (1)
Erschienen am 13.03.2017
Ein Licht im Zimmer

Ein Licht im Zimmer

 (0)
Erschienen am 01.10.2014
Marmormänner

Marmormänner

 (0)
Erschienen am 03.06.2013

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Neue Rezensionen zu Matthias Wittekindt

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Rezension zu "Mord im Balkanexpress" von Matthias Wittekindt

Geheimdienste, Anarchisten und eine engagierte Schauspielerin in Aktion
Sikalvor 6 Monaten

Der Krimi spielt im Jahr 1895, als es in der Donaumonarchie bereits zu brodeln beginnt. Da trägt natürlich ein Bombenattentat im Wiener Burgtheater nicht gerade zur Beruhigung bei. Zu Ehren des neuen Burgtheaterdirektors soll sogar Kaiser Franz Joseph erscheinen. Ein als Kellner getarnter Terrorist legt eine Bombe, mit der Seine Majestät getötet werden soll. Glück im Unglück für den Kaiser, dass er sich verspätet. Viele weitere Besucher der Feierlichkeiten haben weniger Glück und sind unter den Toten oder Verwundeten.

 

Die berühmte Schauspielerin Christine Mayberger kommt mit einem Schock davon, während ihr Geliebter Albrecht – ein Cousin des deutschen Kaisers – von Berlin nach Wien eilt, um ihr zur Seite zu stehen. Doch Christine hat sich längst auf Details und Spuren der Attentäter eingeschossen und so finden sich Albrecht und seine Geliebte bald im Balkanexpress Richtung Belgrad, um die Anarchisten nicht aus den Augen zu verlieren. Doch auch die Geheimdienste bleiben nicht untätig und heften sich auf die Fersen – manches Mal weiß man nicht genau, wer denn nun wen gerade womit verdächtigt… Herrlich!

 

Im Balkanexpress treffen nicht nur die Anarchisten, die Geheimdienste Österreichs und Serbiens aufeinander, sondern auch Impresario Tarasow und sein Assistent Fritz Matern scheinen äußerst verdächtig. Und welches Spiel spielt wohl Oberst Lazar? Werden die Geheimdienste einen weiteren Anschlag auf den Kaiser verhindern können oder stehen ganz andere Ziele im Vordergrund? Bevor es zu einem grandiosen Finale kommt, kann man mit Spannung den Bemühungen der einzelnen Charaktere folgen – und das Ganze nicht zu knapp.

 

Die Autoren Matthias Wittekindt und Rainer Wittkamp haben einen spannenden Krimi geschrieben, der die Atmosphäre der Jahrhundertwende perfekt einfängt. Die altmodischen Gepflogenheiten, die taktischen Überlegungen der Geheimdienste, die erpresserischen Aktivitäten in den Bordellen oder auch den Hang zu pompöser Pracht.

 

Ein schwungvoller Krimi zur Zeit Österreich-Ungarns mit viel Spannung und Atmosphäre, dem ich gerne 5 Sterne gebe.

 

 

 

 

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Rezension zu "Die Tankstelle von Courcelles" von Matthias Wittekindt

Feines Provinzdrama
Gwhynwhyfarvor 7 Monaten

Der Anfang (Lou) »Dünne Beine sind für ein Mädchen kein Grund, sich geschlagen zu geben. Vor allem dann nicht, wenn das Mädchen erst neun Jahre alt ist und noch nie über seine dünnen Beine nachgedacht hat.«

Courcelles, ein kleiner Ort am Rande der Vogesen, an der Landstraße, ein Ort, aus dem etwas werden sollte, der es nicht schaffte, aus dem Provinzmief herauszukommen. Ein Steinbruch, eine Tankstelle, eine Schweinemast. Mehr hat die Stadt nicht zu bieten. Noch gibt es ein Gymnasium, auch das wird schließen. Eine eine Clique bereitet sich auf das Abitur vor, neben dem Lernen treffen sie sich, um sich die Zeit zu vertreiben. Lou, die Tochter des Tankstellenpächters und Philippe, Sohn des Försters, sind die Hauptpersonen, sie sind ein Paar. Die Jugendlichen debattieren über ihre Zukunft, ein Studium in Paris. Philippe wird bewundert, er ist laut seinem Lehrer extrem intelligent, unterfordert in der Schule, er provoziert gern. Julien ist der Freund von Philippe, aber auch er ist verliebt in die spröde, wilde Lou, die kein Problem hat, sich mit Jungs zu prügeln. Die Mädchen stehen auf Philippe.

»Was jemand ist, hat nichts mit Plänen oder mit Gedanken oder Freiheit zu tun, sondern mit Konstellationen. Es gibt überhaupt keine Einzelnen und auch keine Kontrolle.«

Alles läuft auf den einen Tag hinaus, 1978: Lou arbeitet oft in der Tankstelle, um ihr Taschengeld aufzubessern, schiebt auch mal Nachtschicht. Und dann kommt diese eine Nacht, zwei Männer werden erschossen. Der Erzähler hat eine Meinung zu seinen Figuren, beschreibt sie aus seiner Sicht und fragt sich, ob diese oder jene Episode in der Kindheit schon darauf hindeutete, dass dieser oder jener kriminelle Energie besitze. Das Ereignis lauert tief unter der Erzählung, wir wissen, dass etwas passieren wird an der Tankstelle.

»Für mich bist du ein Rassist und Menschenhasser ganz sauberer und reiner Art. Man könnte auch sagen, ein Verführer. Es macht dir jedenfalls Spaß, unsere Freundschaft zu missbrauchen und uns in die Irre zu führen. Aber wir werden dich nicht auf deinem Marsch in den Tod begleiten. Wir werden Abitur machen, studieren und leben.«

Der Roman beginnt leise, baut die Figuren auf, jeder aus der Clique wird vorgestellt. Matthias Wittekind arbeitet kunstvoll, indem er seine Figuren im Alltagsgeschehen und durch Dialoge einführt. Monsieur Theron, der Lehrer der Klasse, bringt die Gedanken der Schüler ins Rollen. Was ist Recht, was ist Unrecht, wann ist der Mensch frei. Ist er überhaupt frei? Die Jugendlichen diskutieren miteinander, machen sich Gedanken über ihr Leben. Sie konkurrieren miteinander, sie verlieben sich, entlieben sich, junge Leute in der Provinz, in der sie keine Zukunft haben. Psychologisch ist der Krimi fein aufgebaut. Der Autor ist auf der Suche, was einen Menschen antreibt und was passieren muss, welche Konstellation aufeinandertreffen müssen, damit Gewalt ausbricht. Was ist die Wahrheit und was ist Lüge? Wer lügt sich selbst etwas vor? Ist er in der Lage, das zu begreifen?

Tankstellen sind Anziehungspunkte. Jugendliche, die sich am Abend hier treffen, weil sonst nichts los ist, sie sind Settings für Autorennen oder Morde oder für Schnittpunkte im Leben. Auch hier ist die Tankstelle gut gewählt, um die Geschichte auf den Höhepunkt zu treiben. Und natürlich gibt es zwei ermittelnde Kommissare, aber sie sind Randfiguren. Ein Krimi, der mir gut gefallen hat, ein literarischer Krimi. Die Spannung im Subtext stetig mitlaufend, ein Provinzdrama, glaubwürdig aufgebaut.

Matthias Wittekindt studierte Architektur und Religionsphilosophie, arbeitete in Berlin und London als Architekt. Es folgten einige Jahre als Theaterregisseur. Seit 2000 ist er als freier Autor tätig, schreibt u.a. Radio-Tatorte für den NDR. Für seine Hörspiele, Fernseh-Dokumentationen und Theaterstücke wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem 2014 mit dem deutschen Krimipreis.

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Rezension zu "Mord im Balkanexpress" von Matthias Wittekindt

Spannend und wunderbar historisch
Streiflichtvor 9 Monaten

Dieses Buch hat mich schon nach dem Lesen der Kurzbeschreibung und dem Blick aufs wunderbare Cover begeistert. Ich muss es unbedingt haben und lesen. Und schon beim Lesen hat mir jede Seite mehr gefallen und die Lektüre insgesamt hat mir super gut gefallen. Das Buch besticht nicht nur durch wunderbare Dialoge und Begebenheiten, die detailreich und authentisch beschrieben sind, sondern auch durch Spannung bis zum Ende.

Die beiden Hauptfiguren sind ein wunderbares Paar und unglaublich sympathisch, gerade auch weil sie nicht nur geradlinig sind, sondern so schön menschlich und mit Ecken und Kanten.

Die geschichtlichen Vorgänge sind meiner Meinung sehr genau beschrieben und gut recherchiert. Ich liebe Krimis, die in der Vergangenheit spielen, vor allem wenn sie so toll geschrieben sind wie der „Mord im Balkanexpress“. Man lernt vieles über die Geschichte kennen und zugleich hat man wunderbare Unterhaltung. Für mich die perfekte Kombination!

Ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung mit Christine und Albrecht und freue mich schon heute darauf, mich wieder mit ihnen in ein spannendes Abenteuer stürzen zu können.

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Gespräche aus der Community

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Liebe Krimifreunde,

Matthias Wittekindt und ich möchten euch herzlich zur Leserunde unseres historischen Agententhrillers „Mord im Balkanexpress“ einladen. Es ist der erste Band einer neuen Reihe mit der Schauspieldiva Christine Mayberger und dem preußischen Geheimagenten Albrecht Prinz von Schwarzburg-Rudolstadt. Das Buch ist am 17. Juli 2018 im österreichischen Haymon Verlag erschienen.

... 1895: Eine Welle terroristischer Anschläge rollt über Europa hinweg. Die Erfindung des Dynamits verschafft nämlich nicht nur den Tunnelbauern, sondern auch politischen Umstürzlern ungeahnte Möglichkeiten. Das Sprengmittel ist eine gefürchtete Waffe. Überall erheben sich die Dynamitarden gegen die Mächtigen.

Die Weltmacht Österreich-Ungarn steht unter großen sozialen und politischen Spannungen. Da spielt das noch nicht lange geeinte Deutsche Reich ebenso eine Rolle wie das zaristische Russland und das viktorianische Großbritannien. Auch die Türken verfolgen ihre Interessen auf dem Balkan, den sie zu ihrem Herrschaftsgebiet rechnen.

Was für eine Zeit: Auf der einen Seite das Flair der Belle Époque, eine prickelnde Liaison zwischen Albrecht und Christine, Prunk und Glorie einer Monarchie … auf der anderen Seite die Schilderung der ärmlichen Verhältnisse, in denen die Anarchisten leben.

Das Militär avanciert mehr und mehr zum politischen Akteur. Dass sich ein Sturm ankündigt, wird verdrängt. Stattdessen feiert man rauschende Bälle, Militärs und Fabrikanten werden in den Adelsstand erhoben. Noch scheinen alle abzuwarten. „Ein Pulverfass“ - damit wird man diese Konstellation später vergleichen.

Das ist der historische Hintergrund, vor dem sich unsere Geschichte entwickelt. Christine Mayberger und Albrecht Prinz von Schwarzburg-Rudolstadt werden in Ereignisse hineingerissen, deren Tragweite sie anfangs noch gar nicht überblicken. Die Entscheidung fällt schließlich in Belgrad ...

Matthias Wittekindt und ich schreiben seit vielen Jahren Romane, dies ist unser erstes gemeinsames Buch. Rainer Wittkamp hat bei LovelyBooks bereits sechs Leserunden veranstaltet, für Matthias Wittekindt ist es eine Premiere.

Nun zur Leserunde: Unter allen, die mitlesen wollen, verlosen wir 25 Bücher. Einfach in der Rubrik "Alle Bewerbungen" eine Bewerbung hinterlassen. Um in den Lostopf zu hüpfen beantwortet bitte folgende Frage: Mit was für einer Waffe wurde die Gemahlin des österreichischen Monarchen Franz Joseph I. am 10. September 1898 ermordet? Die Verlosung endet am Samstag, den 28. Juli 2018 um 23:59 Uhr.

Alle Teilnehmer verpflichten sich im Gewinnfall zur zeitnahen aktiven Teilnahme am Austausch in allen Abschnitten der Leserunde innerhalb von drei Wochen nach Erhalt des Buches sowie zum Einstellen einer Buch-Rezension bei Amazon spätestens zwei Wochen nach Abschluss der Leserunde. „Mord im Balkanexpress“ darf von euch natürlich auch gern bei weiteren Plattformen rezensiert werden.

Wir wünschen euch viel Glück, viel Spaß und freuen uns auf eine lebhafte Runde!

Matthias Wittekindt & Rainer Wittkamp

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Community-Statistik

in 65 Bibliotheken

auf 21 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

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