Matthias Zschokke

 4.2 Sterne bei 24 Bewertungen
Autor von Maurice mit Huhn, Die strengen Frauen von Rosa Salva und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Matthias Zschokke

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Cover des Buches Maurice mit Huhn (ISBN:9783596176892)

Maurice mit Huhn

 (8)
Erschienen am 04.06.2008
Cover des Buches Die strengen Frauen von Rosa Salva (ISBN:9783835315112)

Die strengen Frauen von Rosa Salva

 (4)
Erschienen am 04.08.2014
Cover des Buches Auf Reisen (ISBN:9783250601272)

Auf Reisen

 (2)
Erschienen am 05.11.2008
Cover des Buches Ein neuer Nachbar (ISBN:9783250600367)

Ein neuer Nachbar

 (2)
Erschienen am 01.02.2002
Cover des Buches Lieber Niels (ISBN:9783835309098)

Lieber Niels

 (2)
Erschienen am 01.03.2011
Cover des Buches Der Mann mit den zwei Augen (ISBN:9783835311114)

Der Mann mit den zwei Augen

 (2)
Erschienen am 01.08.2012
Cover des Buches Der dicke Dichter (ISBN:9783835309104)

Der dicke Dichter

 (1)
Erschienen am 01.01.2011

Neue Rezensionen zu Matthias Zschokke

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Rezension zu "Die Wolken waren groß und weiß und zogen da oben hin" von Matthias Zschokke

Matthias Zschokke - Die Wolken waren groß und weiß und zogen da oben hin
miss_mesmerizedvor 3 Jahren

Roman, Protagonist und Erzähler, empfängt uns in seiner Gedankenwelt und seinem Alltag. Dieser wird durch klare Strukturen und feste Routinen bestimmt. So geht er immer zur selben Zeit seine Zeitung kaufen und verhält sich auch ansonsten erwartungskonform. Seine Nachbarn beobachtet er aufmerksam und gibt ihnen deutlich zu verstehen, wenn ihm ihr Verhalten missfällt. Bald schon versuchen alle, sich gegenseitig im Treppenhaus aus dem Weg zu gehen bzw.: sie vermeiden den Kontakt mit Roman, dabei könnte er ihnen so viele Tipps geben. Genauso wie er es in seiner Korrespondenz mit seiner Mutter oder seiner in Amerika lebenden Tante und seinem Freund B. macht. Täglich radelt er ins Büro, immer denselben Weg. Aber eigentlich träumt er davon, noch einen Film zu drehen oder wenigstens den Stoff als Theaterstück auf die Bühne zu bringen, dieses Mal wird er Erfolg haben. Doch sein Hauptdarsteller stirbt noch bevor Roman ihn überhaupt fragen konnte, ob er die Rolle übernehmen möchte.

Selten hat mich ein Roman so ratlos zurückgelassen. Zu Beginn stehen Romans unzählige Korrespondenzen im Mittelpunkt der Erzählung. Es hat durchaus unterhaltsame Momente, zu sehen, mit welcher Arroganz und Selbstüberzeugung er gute Ratschläge verteilt und sein (Besser-)Wissen an den Mann bzw. die Frau bringt. Auf eine passende Antwort wartet man jedoch vergeblich. Die erfolgt auch nicht im Mittelteil des Romans, in dem das komplizierte Verhältnis von Erzähler und anderen Hausbewohnern thematisiert wird. Auch hier kann er nach Gusto schalten und walten und den anderen seinen Willen aufdrücken. Dies misslingt erst im dritten Teil, als seine Film-/Theater-Idee abgelehnt wird und der Darsteller sich in den Tod verabschiedet. Jedoch hat die Ablehnung keinerlei psychologische Effekte, es erfolgt keine Selbstreflektion; der Protagonist bleibt stur und eindimensional wie gehabt. Durch die fehlende Entwicklung tritt beim Lesen nicht nur Gewöhnung auf, sondern es macht sich auch schnell Ablehnung breit, die einem bis zum Ende begleitet. Dort angekommen, fragt man sich, was einem dieser Roman sagen wollte. Mir hat er nichts gesagt und er hätte gerne nach 2/3 schon den Schlusspunkt finden können.

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Rezension zu "Die strengen Frauen von Rosa Salva" von Matthias Zschokke

Venedig, die besondere Stadt
Gospelsingervor 5 Jahren

Wie beneidenswert. Matthias Zschokke durfte auf Einladung einer Stiftung sieben Monate lang eine Wohnung in Venedig bewohnen.
Ich liebe Venedig und kann gut nachvollziehen, dass der Autor so völlig überwältigt von der Stadt war, dass er unmöglich die Zeit mit Schreiben verbringen konnte.

Zu Beginn seines Aufenthalts hat er nicht einmal das übliche Sightseeing-Programm absolviert, es war einfach zu heiß. Die Alltagsverrichtungen haben den gesamten Tag ausgefüllt.
Später kamen dann zahlreiche Besucher, ein Hauskonzert wurde vorbereitet – also wieder keine Zeit zum Schreiben.

Die einzige Ausnahme sind die Mails, aus denen das Buch besteht. Mails, die der Autor an seinen Freund in Köln, an den Verlag, an den Stiftungsrat, an die Frau, die nach der Wohnung sieht, an eine Komponisten und einer Opernsängerin, an Buchhändler und Lesungsorganisatoren, an die Übersetzerin und an eine Tante in Köln schreibt.

In den Mails wird die ganz besondere Atmosphäre dieser ganz besonderen Stadt wunderbar beschrieben.
Die Schilderungen des Tagesablaufs und die Hintergrundinformationen über Venedig werden durch kluge Gedanken ergänzt, zum Beispiel über den fürchterlichen Baustil, der heutzutage üblich ist, über den Buchbetrieb, über sein gerade erschienenes Buch, und über den Ramadan.

Beiläufig werden große Themen wie Organspende und Hirntod treffend auf den Punkt angesprochen. Die ganze Debatte wird auf wenige Sätze zusammengedampft, die den Kern der Problematik exakt treffen. Bewundernswert.

Aber auch witzige Stellen gibt es, zum Beispiel, wie Dieter Moor beschrieben wird. Und falls mir irgendwann einmal Martin Mosebach über den Weg laufen sollte, werde ich sehr genau auf seinen Anzug achten…

Eigentlich passiert nicht viel in diesem Buch, darin erinnert es mich, trotz der völlig anderen Form, an Fontanes Stechlin. Und trotzdem hat es mich, genau wie der Stechlin, die ganze Zeit über fesseln können.

Für alle, die Venedig lieben, ist dieses Buch ein Muss, alle anderen werden nach der Lektüre den intensiven Wunsch verspüren, diese Stadt kennen zu lernen.

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Rezension zu "Lieber Niels" von Matthias Zschokke

Rezension zu "Lieber Niels" von Matthias Zschokke
HeikeGvor 8 Jahren

Ein Überfall auf die Leserschaft
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Literatur und Laute für besinnliche Stunden offerieren die aktuellen Zeilen von Matthias Zschokke nicht. Dafür passt der Text des in Berlin lebenden Schweizer Autors einfach zu wenig in ein zur Muse animierendes literarisches Genre. "Lieber Niels" ist die Veröffentlichung des E-Mail-Wechsels zweier exzessiver Kommunikatoren und Lebensfreunde. Hinter dem titelgebenden Namen verbirgt sich übrigens der Dramaturg, Kritiker und Publizist Niels Höpfner. Jener überredete Zschokke, seine Tausende von elektronischen Briefen zu sozialisieren und zu publizieren.
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Nun hört sich dieses Unterfangen alles andere als interessant und eher nach einer hageren Anthologie, einem epischen Rinnsal an. Denn was bitte, wird man sich fragen, geht einem die private Korrespondenz zweier Männer an. Auch wenn die Texte, wie Niels Höpfert im Vorwort erläutert, "formal geglättet und orthografisch gebügelt, (...) auf ihren Kern konzentriert & destilliert und manchmal auch in bewährter Elisabeth-Förster-Nietzsche-Manier gekürzt" wurden, so bleibt doch fraglich, was einen unidirektionalen Mailverkehr (nur die Mails von Matthias Zschokke an Niels Höpfner sind abgedruckt) für die Öffentlichkeit so unterhaltsam macht, dass diese gewillt ist, ein derartiges Buch zu konsumieren?
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Allen Vorurteilen zum Trotz kann diesem, in seinem Format qualitativ und quantitativ eigene Wege gehenden Erzählband nur eine große Leserschaft gewünscht werden. Denn Zschokkes exzentrische, egomanische, "fahrig, verfuchtelt, zufällig" zu Wörtern und Sätzen geformte Gedankengänge präsentieren sich als ein literarisches Feuerwerk par excellence. Seine "Auseinandersetzungen mit Literatur, Theater, Musik, Kunst und Alltag; irdischen Befindlichkeiten; Geld- und Mietsorgen", sein verzweifelter Kampf mit dem PC nebst diversen Kollegenbeschimpfungen, jeder Menge eingestreuter Reiseberichte und "sogar politischer Marginalien" zeugen von einer unglaublichen Spontaneität und Frische. Zschokkes Texte - man ist gewillt sie beinahe Bonmots zu nennen - schillern in den allerschönsten Farben zwischen Wut, Zorn, Spott, Sarkasmus sowie Begeisterung, Jubel und stillen Glücksmomenten. Der Wahlberliner der eben noch frech, keck, schwärmerisch und gutgelaunt berichtet, offenbart schon wenig später seine "petrolige Art zu schreiben". Dann hasst, verurteilt, grummelt er mit der gleichen Emphase wie zuvor und präsentiert sich als gehöriger Misanthrop. Gleichzeitig wartet das Buch mit einer Fülle an Literaturempfehlungen auf.
Auf Grund dieses Lesevergnügens der Extraklasse verzeiht man den Schweizern doch glatt, dass sie die Deutschen verächtlich "Horste" nennen, denn, so Zschokke: "Wir leiden darunter, keinen Kleist hervorgebracht zu haben. Überhaupt: Die Bachs und Hölderlins nehmen wir euch ewig übel."
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"Lieber Niels" ist ein Buch, das man häppchenweise oder als opulentes Sechs-Gänge-Menü genießen kann und das keineswegs als "klassisch fette Fünfzigerjahre-Nachkriegsschweinefleischcuisine mit Zucker am Salat" daherkommt, wie der Autor auf einer Reise nach Ungarn beklagt. Wenn schon ein Vergleich, dann würden wohl eher neuseeländische Opposumsocken, die Matthias Zschokke zu allergrößtem Entzücken hinreißen, als treffende Metapher gereichen. Denn die "Söcklein sind federleicht und daunenzart. Sie wären das Ideale für Deine nächtlichen Internet-[oder Lese-]stunden: Nackt auf Deinem Elefantenfuß sitzend, nur mit Opossumsöckchen an den Füßen." Eines ist auf jeden Fall ersichtlich: Matthias Zschokkes Mails sind ein beredtes Zeugnis weg von der Oberflächlichkeit. Sie lesen sich "knackfrisch und quieken wie die Ferkel im Frühling." Ein außerordentliches Vergnügen. Danke!

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