Maude Julien , Ursula Gauthier Der Wille meines Vaters

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Inhaltsangabe zu „Der Wille meines Vaters“ von Maude Julien

Louis Didier ist Mitte 30, da adoptiert er die 6-jährige Tochter eines Bergarbeiters. Als sie zu einer jungen Frau heranwächst, heiratet er sie und zeugt ein Kind mit ihr: Maude. Die Familie zieht in ein abgelegenes Herrenhaus, dort sperrt der psychopathische Vater seine 3-jährige Tochter ein und verweigert ihr jeglichen Kontakt zur Außenwelt. Maude wird von ihrer Mutter unterrichtet, und ihr Leben besteht nur noch aus harter körperlicher Arbeit, Misshandlungen, Züchtigung und Schlägen. Das alles dient einem perfiden Plan: Didier Julien will Maude zum Übermenschen erziehen. Erst mit 19 Jahren gelingt es ihr, dem Elternhaus zu entkommen. In "Der Wille meines Vaters" erzählt Maude Julien eindringlich von ihrer entsetzlichen Kindheit und wie es ihr gelingt, sich von ihrem Vater zu befreien.

Bewundernswerte Autorin mit unglaublicher Vergangenheit schreibt Unfassbares darüber.

— Tini2006

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  • Unfassbare Kindheit unter dem Regime eines Familientyrannen

    Der Wille meines Vaters

    Tini2006

    18. April 2017 um 18:40

    Maude Didier wächst in einem kleinen Schloss auf mit Hund und Pony. Was zunächst romantisch und süß klingt, ist in Wahrheit ein Alptraum. Denn  der Vater von Maude ist nicht nur ein Sonderling, der seine ehemalige Adoptivtochter - Maudes Mutter - geheiratet hat, sondern führt ein strenges und total krankes Regime innerhalb der eigenen vier Wände. Alle und alles müssen sich ihm und seinen kranken Regeln unterordnen. So muss z.B. das Pony Fleisch essen und Maude wird bereits im zarten Alter von drei Jahren Tage lang allein mit Ratten in den Keller gesperrt, wenn sie beim Auswendig lernen sinnloser Dinge oder in Sachen Körperbeherrschung versagt.An diesem Buch hat mich am meisten die Stärke der Autorin fasziniert, die heute, wie sie sagt "eine glückliche Frau" ist. Sich aus so einer Familie und von solch einer Kindheit zu befreien, zeugt von wahrer Stärke, und es ist bewundernswert, dass sie darüber auch noch relativ sachlich schreiben kann. Mir selbst blieb sogar beim Lesen  teilweise das Herz stehen, wenn ich mich versuchte, in das kleine Mädchen hinein zu versetzen, dass gequält und misshandelt wurde und schließlich in der Musik Zuflucht fand.Insgesamt ist es eine sehr lesenswerte Biographie, die auch nachdenklich stimmt, weil einem bewusst wird, wie wenig man teilweise über seine Nachbarn/ Bekannte/ den Mann mit dem Pony von gegenüber weiß. Jeder könnte Maudes Vater als Nachbarn haben und würde nichts davon ahnen, was hinter der geschlossenen Tür vor sich geht. Er ist manchmal etwas komisch, würde man sagen. Er ist nicht so gesellig. Aber das war`s auch schon. Man würde akzeptieren, dass auch Maude seltsam ist und nichts hinterfragen, um sich nicht einzumischen. Weil ja eigentlich nichts wirklich passiert. Das war der Punkt, der mich an diesem Buch wirklich sehr nachdenklich gestimmt hat: es gibt sicher noch viele Maudes da draußen, und vermutlich hat nicht jede die Stärke, sich zu befreien.

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  • eBook Kommentar zu Der Wille meines Vaters - Wie ich seinem Wahn entkam von Maude Julien

    Der Wille meines Vaters

    Jessica Plaschy

    21. November 2015 um 21:17 via eBook 'Der Wille meines Vaters - Wie ich seinem Wahn entkam'

    Dieses Buch war ein trauriges aber auch unfassbares Buch, welches mich sehr berührte. Ich habe es in einer Woche gelesen und die Tränen rannten immer wieder aufs Neue über mein Gesicht, in einem was diese Frau alles erdulden und aushalten musste aber auch für die Stärke und die kleinen Dinge was einem immer wieder Freude bereitet. Uns ist allen nicht immer klar, wie froh man sein kann wie toll und glücklich es ist, eine schöne Kindheit erleben zu dürfen,mit Liebe, Spass und Zusammenhalt.. Unfassbar ist diese Frau und ich habr riesen Respekt vor ihr!! DANKE für die Offenheit

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  • Der Wille meines Vaters: Wie ich seinem Wahn entkam, rezensiert von Götz Piesbergen

    Der Wille meines Vaters

    Splashbooks

    02. November 2015 um 11:27

    Wiederholt ist in den Nachrichten die Rede von Sekten und wie sie die Menschen, die ihnen angehören im Griff haben. Doch solche Fanatiker, die ihren eigenen Glaubensregeln folgen, müssen nicht unbedingt in Gruppen existieren. Im Falle von Maude Julien waren es einzig und allein ihr Vater und ihre Mutter, die sie nach obskuren Regeln aufzogen. Und darüber berichtet sie in "Der Wille meines Vaters". Man mag irgendwie nicht so recht glauben, worüber die Autorin in ihrer Autobiografie berichtet. Dass sie mit drei Jahren quasi von ihrem Vater eingesperrt wurde. Und dass sie sie keine normale Kindheit erlebt hat. Klingt hart? Und doch stimmt es! Denn ihr Vater hat sich von Anfang in den Kopf gesetzt, sie zu einem Übermenschen zu erziehen. Zu jemanden, der die Menschheit errettet, vor der Katastrophe, die da sicher kommen wird. Und diesem Zweck ordnet er alles unter. Und ihre Mutter? Folgt ihrem Ehemann willentlich. Was vielleicht auch daran liegt, wie diese Ehe entstand. Denn Maudes Vater hat sie als kleines Kind ihrem Vater, einem ärmlichen Arbeiter abgekauft. Er ließ ihr eine gute Erziehung angedeihen und heiratete sie, als sie volljährig war, um mit ihr ein Kind zu zeugen, von dem er überzeugt war, dass eben jenes der von ihm ersehnte Übermensch sei. Es ist eine grausame Vorstellung. Und man kann noch nicht einmal Ansatzweise nachvollziehen, was diesen Mann zu dieser Tat bewogen hat. Laut der Autorin waren es vor allem esoterische Gründe, aber auch Erinnerungen aus dem zweiten Weltkrieg. Denn er lässt sie zum Beispiel wiederholt Musik üben, mit dem Argument, dass sie damit ihre Gefängniswärter dazu bringen könnte, ihr Leben zu verschonen.Rest lesen unter: http://splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/22591/der_wille_meines_vaters_wie_ich_seinem_wahn_entkam

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  • Unvorstellbar !!!!

    Der Wille meines Vaters

    Die-Rezensentin

    29. October 2015 um 07:57

    Schon lange vor ihrer Geburt war Maudes Lebensweg genauestens geplant. Ihr Vater Louis Didier adoptiert mit Mitte 30 ein kleines Mädchen, erzieht sie, lässt sie studieren und als sie alt genug ist, heiratet er sie. Doch alles hat nur einen einzigen Sinn und Zweck. Sie soll einem Mädchen das Leben schenken, das er nach seinen Vorstellungen formen  will. Maude ist drei Jahre alt, als sie mit ihren Eltern in ein abgelegenes Haus zieht, das sie die nächsten Jahre nicht mehr verlassen wird. Der Vater tyrannisiert seine Frau und seine Tochter, alles darf nur nach seinem Willen geschehen. Die Mutter, die ja auch von klein auf nur von ihm erzogen wurde, lehnt sich niemals auf, sondern hält noch zu ihrem Mann gegen das kleine Mädchen.  Besonderen Wert legt Didier auf Disziplin, so muss Maude stundenlang gerade sitzen, darf sich nicht bewegen, nicht kratzen, nicht anlehnen. Waschen ist ungesund, Wasser muss immer kalt sein, Schmerzen sind etwas für Feiglinge. Zeigt sie vor irgendetwas Angst, wie z.B. den Ratten, muss sie lernen, diese Angst zu überwinden, indem sie mit den Tieren im Keller eingesperrt wird. Die einzige Freude, die Maude im Leben hat, sind ihre Haustiere, doch natürlich hat ihr Vater auch dagegen etwas.  Das Buch ist ziemlich heftig, zumal es sich um eine wahre Geschichte handeln soll. Mir kamen beim Lesen mehr als einmal die Tränen. Maude versteht natürlich nicht, warum sie so leben muss und keinerlei Freude haben darf. Didier scheint völlig übergeschnappt. Man kann sein Verhalten nicht fassen und das er es schafft, damit durchzukommen. Was er von den beiden Frauen verlangt, ist unmenschlich, und man will es eigentlich nicht glauben, doch wenn man an den Fall Fritzl in Österreich denkt, weiß man ja, alles irre ist möglich. Das Buch liest sich flüssig vom Stil her,  in kurzen Kapiteln wird von Maudes täglich Qualen und Duldungen berichtet.  Für Zartbesaitete ist dieses Buch nichts, trotzdem sollte man sich vor Augen halten, dass es eine Tatsache ist und es wirklich Dinge gibt, die unvorstellbar sind. Sehr gut gefallen hat mir, dass das Buch nicht bei der Trennung vom Vater aufhört, sondern man noch erfährt, wie es weiterging. Ein lesenswertes Buch, das mich noch lange beschäftigt hat.

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