Maureen Duffy

 4,3 Sterne bei 4 Bewertungen
Autor*in von Kind der Liebe. Roman und Alchemy.

Lebenslauf

Maureen Patricia Duffy, geb. 1933, ist eine mehrfach ausgezeichnete britische Dichterin, Dramatikerin und Autorin zahlreicher Romane und Sachbücher. Sie gilt als erste Frau, die sich Anfang der 1960er Jahre in Großbritannien als lesbisch outete. Bis heute engagiert sie sich für LGBTQ+- und Tierrechte.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Maureen Duffy

Cover des Buches Kind der Liebe. Roman (ISBN: 9783150115176)

Kind der Liebe. Roman

(4)
Erschienen am 14.05.2025
Cover des Buches Alchemy (ISBN: 9780007149667)

Alchemy

(0)
Erschienen am 01.03.2007

Neue Rezensionen zu Maureen Duffy

Cover des Buches Kind der Liebe. Roman (ISBN: 9783150115176)
kristinaliests avatar

Rezension zu "Kind der Liebe. Roman" von Maureen Duffy

kristinaliest
War leider nicht mein Fall

Das Cover dieses Buches ist so schön, es zieht einen sofort in den Bann. Allerdings sind alle Figuren im Roman nicht wirklich greifbar, was das Lesen manchmal etwas schwierig macht. Der Schreibstil wirkt hochgestochen, was vielleicht daran liegt, dass das Original bereits 1971 erschienen ist. Ich muss gestehen, dass ich mit der Geschichte sehr viele Schwierigkeiten hatte, und irgendwann komplett den Überblick verloren habe was hier eigenlich genau passiert. Es ist definitiv ein weiteres Buch aus der Kategorie „übersteigt meine intellektuellen Kapazitäten“.

Insgesamt ist „Kind der Liebe“ ein anspruchsvoller Roman und eher für Leser, die sich gerne auf komplexe Geschichten einlassen. Mein Fall war es leider nicht.

Cover des Buches Kind der Liebe. Roman (ISBN: 9783150115176)
Alriks avatar

Rezension zu "Kind der Liebe. Roman" von Maureen Duffy

Alrik
Sommer, Sonne, Rachepläne – Wie mich Kit in den Wahnsinn trieb und ich es liebte

Also mal ehrlich, ich dachte, ich kenne mich aus mit Teenager-Drama, Sommerflirts und komplizierten Familienkisten – und dann kommt Kind der Liebe daher und pfeffert mir eine literarische Ohrfeige, dass ich immer noch grinse. Maureen Duffy hat mit Kit einen Charakter geschaffen, der einem beim Lesen gleichzeitig auf die Nerven geht und doch das Herz stiehlt. Diese Mischung aus Scharfsinn, Eifersucht und einer Prise pubertärer Überheblichkeit ist einfach zu köstlich, um sie nicht zu lieben.


Die ganze Geschichte spielt sich in einer italienischen Villa ab, und ich sage euch: Man spürt förmlich die Hitze auf der Haut und das leise Knistern der Intrigen in der Luft. Was als kleiner Eifersuchtszirkus beginnt, wird zu einem perfiden Rachespiel – und ich saß da und konnte einfach nicht glauben, wie elegant Duffy mich in diese emotionale Achterbahn hineingezogen hat.


Das Beste? Nichts ist so, wie es scheint. Kit ist weder klar Junge noch Mädchen – was herrlich provoziert, ohne aufdringlich zu sein. Und Aias, die Affäre der Mutter, schwebt in diesem ganzen Verwirrspiel wie ein katalanischer Geist zwischen Verführung und Geheimnis. Ich habe mich ständig gefragt: „Was zur Hölle läuft hier eigentlich?“ – und genau das hat mich komplett abgeholt.


Der Schreibstil? Sprachlich so raffiniert, dass ich mehrfach zurückblättern musste, um Zeilen noch einmal zu genießen. Aber keine Sorge, das liest sich trotzdem federleicht – halt so, wie ein literarischer Sommerdrink, der erst süß kommt und dann ordentlich Wumms hat.


Am Ende war ich baff: ein Roman, der es schafft, mich gleichzeitig zu verwirren, zum Lachen zu bringen und tief nachdenklich zu machen – ohne jemals mit erhobenem Zeigefinger zu kommen. Für mich ein kleines Meisterwerk, das definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient.


Also, wer sich auf ein Spiel mit Identitäten, Motiven und bösen kleinen Racheplänen einlassen will – Kind der Liebe ist euer Ticket. Und glaubt mir, diese Fahrt werdet ihr so schnell nicht vergessen.

Cover des Buches Kind der Liebe. Roman (ISBN: 9783150115176)
Hyperikums avatar

Rezension zu "Kind der Liebe. Roman" von Maureen Duffy

Hyperikum
Facettenreich und tiefsinnig

Die Familie Kids ist polymorph, polygam, polyglott und polyphon. Der Vater ist Diplomat und Ökonom und nimmt weltweit Aufträge an, die Mutter ist schön. Zusammen sprechen sie sieben tote Sprachen und fünf lebendige. Sie sind auf der ganzen Welt zu Hause und doch nirgendwo. Der Vater kommt problemlos immer an diese Mitarbeiter, die ihnen folgen, um ihm zu assistieren und ihr eigenes Leben hintanzustellen. So auch Aias, der Liebhaber der Mutter. Aias ist anders als die anderen Mitarbeiter. Älter und klüger und er lässt sich nicht von der Autorität des Vaters einschüchtern. 

Es kommt der Tag, der kommen musste. Die Eltern ziehen nach Sao Paulo und später nach Kuba und Kid muss in eine Schule, um von anderen Kindern umgeben zu sein und die Sinne in sozialen Interaktionen zu schärfen. Die Internatsmitglieder kommen alle aus elitären Kreisen. Nicht wenige leiden unter Panikattacken, weil sie jederzeit gegen ein Lösegeld entführt werden könnten, deswegen sind alle bewaffnet. Kid ist noch weit davon entfernt, sich eingelebt zu haben und erlebt schon einen Akt der Gewalt. Ein kurzer flehender Brief an die Mutter und Kid landet wieder im elterlichen Schoß. 

Gemeinsam verbringen sie die Ferien in ihrer Villa am Rande eines italienischen Fischerdorfes. Kid wird Zeug*in der starken mütterlichen Anziehung zu Aias. Jeder Tag ähnelt dem anderen. Nach einem gemeinsamen Frühstück sucht Kid den Strand auf, schwimmt und versinkt in dem Meer hormongetränkter jugendlicher Gedanken. Ihr Mittagessen, zumeist ein Fischgericht, nimmt die Familie gemeinsam in einer Strandbar ein. Zum Abendessen, treffen sie sich wieder in der Villa, wo die Dame des Haushaltes, eine italienische Nonna, das Abendessen zubereitet hat. Intensive philosophische Diskussionen und eine Menge Cognac runden die Familienabende ab. Die Tragödie nimmt ihren Lauf, als Kid sich brennend für die Verbindung zwischen Mutter und Aias interessiert. 

Fazit: Die 1933 geborene, mehrfach ausgezeichnete Dichterin, Dramatikerin und Autorin war die erste Frau Englands, die sich Anfang der Sechziger-Jahre als lesbisch geoutet hat. Diese Geschichte entstand 1971 und wurde von Reclam erstmals in deutscher Sprache verlegt. Die Autorin hat eine facettenreiche, tiefsinnige Story entwickelt, die ich eher intuitiv als intellektuell erfasst habe. Der/die Protagonist*in ist geschlechtsneutral. Er/sie lebt in einer privilegierten, auf hohem Niveau gebildeten Familie, die sich auf dem gesamten Erdball bewegt. Alle Wünsche werden im Überfluss erfüllt. Was fehlt, nimmt man sich und dadurch entsteht eine allgemein knisternde erotische Spannung. Es wirkt, als hätten die Eltern eine offene Beziehung. Tatsächlich erinnert die Stimmung, die von Kid ausgeht, am ehesten an die wohlstandsverwöhnte Akteurin aus „Bonjour Tristesse. Die Geschichte ist symbolhaft. Die Autorin spielt mit unzähligen Beispielen der griechischen Mythologie, aber auch  mit christlichen Einflüssen (Fischerdorf, Fische ernähren, beherrschen das Reich der Emotionen und erfüllen auch phallusartigen Charakter als Symbol für Lust und Begehren) Ebenso entsteht ein Bezug zur Psychoanalyse. Ist Kids Eifersucht auf die Mutter? ein Ödipuskonflikt, oder ist Aias, der ja die Mutter begattet, stellvertretend für den Vater und ist es somit ein Elektrakonflikt? Die Geschichte ist wirklich so tiefgreifend, tiefsinnig und klug, dass ich an dieser Stelle gar keinen Anspruch auf Vollständigkeit meiner Sichtweise erhebe. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Meiner Ordnungsliebe (Schubladendenken) stand im Wege, dass ich nicht eruieren konnte, ob Kid nun Junge oder Mädchen ist. Und vielleicht liegt darin auch der Sinn der Geschichte, zu zeigen, wie schwierig die Akzeptanz des Unbekannten fällt, dessen, welches anders ist als ich selbst.

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