Maurice Blanchot Im gewollten Augenblick

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Inhaltsangabe zu „Im gewollten Augenblick“ von Maurice Blanchot

Das war, muss ich sagen, eine körperlich dermassen zerstörerische Entdeckung, dass sie mit mir machte, was sie wollte. Während ich es dachte, war ich fasziniert, ausgelöscht durch meine Gefühle. In der Tat, das war ein Gedanke!, und nicht irgendeiner, sondern ein mir angemessener, genau so gross wie ich, und falls er sich denken liess, konnte ich selber nur noch verschwinden. Wenig später musste ich um ein Glas Wasser bitten. Die Worte 'Geben Sie mir ein Glas Wasser' liessen mich in der Empfindung einer grauenvollen Kälte vereinsamen. Alles schmerzte mich, aber ich war wieder ganz zu mir gekommen, und vor allem hatte ich nicht den geringsten Zweifel an dem, was gerade eben geschehen war. Als ich beschloss, mich aus der Affäre zu ziehen, versuchte ich mich an den Lageort der Küche zu erinnern. Im Korridor herrschte ein übermässiges Dunkel, und daran merkte ich, dass meine Verfassung noch immer nicht ganz gut war. Auf der einen Seite lag das Badezimmer, von dem aus eine Tür in das von mir gerade verlassene Zimmer führte, weiter vorn mussten die Küche und das zweite Zimmer liegen: Innerhalb meines Geistes war alles klar, bloss ausserhalb nicht. Hol’s der Teufel, warum ist dieser Gang so lang?, dachte ich. Denke ich jetzt wieder an dieses Vorgehen, bin ich extrem erstaunt, wie ich alle diese Mühen auf mich nehmen konnte, ohne mich zu fragen, weshalb sie für mich so aufwendig waren. Ich bin nicht sicher, ob ich überhaupt je eine unangenehme Empfindung verspürte, bis zu dem Augenblick, an dem ich aus einer falschen Bewegung heraus (vielleicht hatte ich mich an der Wand angeschlagen) einen entsetzlichen Schmerz empfand, den rasendsten überhaupt – er spaltete mir den Schädel –, aber vielleicht war er eher rasend als lebendig; es war schwer zu sagen, was er an Grausamkeit und Bedeutungslosigkeit gleichzeitig an sich hatte: Eine entsetzliche Heftigkeit, einen tiefen Abscheu, der umso unerträglicher war, als er mich durch eine märchenartige und ganz aus vergehender Zeit bestehende Schutzschicht hindurch zu erreichen schien, diese brannte ohne Rest in mir, ein ungeheurer und einzigartiger Schmerz, so, als wäre ich nicht in diesem Augenblick, sondern vor Jahrhunderten und jahrhundertelang befallen worden; und das, was an diesem Schmerz abgelaufen und gänzlich verstorben war, konnte ihn durchaus leichter oder auch unerträglicher machen, indem es ihn in eine völlig kalte, unpersönliche Stetigkeit wandelte, beendbar weder durch das Leben noch durch das Ende des Lebens. Mit Sicherheit durchschaute ich das alles nicht gleich.

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