Maurice Druon Das Gift der Krone

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Inhaltsangabe zu „Das Gift der Krone“ von Maurice Druon

»Druons Romane sind echte Pageturner: Sie sind die Grundlage des ›Game of Thrones‹!« George R. R. Marti n

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  • Die unseligen Könige

    Das Gift der Krone
    Stefan83

    Stefan83

    09. October 2011 um 12:57

    Mit "Das Gift der Krone" setzt der Fischer Verlag die Neuveröffentlichung des siebenteiligen Romanzyklus "Les Rois maudits" (dt. "Die unseligen Könige") fort und lässt damit einmal mehr heutige Leser in den Genuss eines über 50 Jahre alten Klassikers kommen. Denn Maurice Druon de Reyniac, der im April des Jahres 2009 verstorben ist, gehört ohne Zweifel zu den Begründern des historischen Roman Genres, wie wir es heute in Form von Folletts "Die Säulen der Erde" und anderen Vertretern kennen. Nur ein Grund, warum man seine Bücher gelesen haben sollte. Der andere liegt sicherlich in seiner detaillierten Recherche, da bisher kein anderer Autor mit einer solchen Genauigkeit bezüglich dieser Epoche der französischen Geschichte aufwarten konnte. Wer also immer schon wissen wollte, wie es zum Ende der Kapetinger-Ära und letztendlich zum hundertjährigen Krieg zwischen Frankreich und England gekommen ist, findet hier die passende Lektüre. Die deutsche Ausgabe "Das Gift der Krone" enthält dabei die Teile 3 ("Les Poisons de la Couronne") und 4 ("La Loi des mâles") und führt die Ereignisse aus dem Vorgängerband zeitlich und inhaltlich direkt fort. Wir befinden uns im Jahre 1315 des Herrn, genauer im Juni des besagten Jahres. In Frankreich wird die Ankunft der neuen Königin Klementia ungeduldig erwartet, welche den Platz von Margarete von Burgund an der Seite des Königs Ludwig X. einnehmen soll. Diese hatte der zänkerische König aufgrund ihrer Untreue beiseite schaffen lassen, was immer noch die Gerüchteküche anheizt und für Spekulationen bei Hofe sorgt. Und auch sonst sieht die Zukunft für den Sohn Philipps IV. alles andere als rosig aus. Ludwig, nur mäßig intelligent und in allen Belangen auf seine Berater, besonders seinen Onkel Karl von Valois, angewiesen, tritt ein schweres Erbe an, da die hohen Steuern, welche sein Vater kurz vor seinem Tod gefordert hatte, allgemeinen Widerstand ausgelöst haben. In einzelnen Provinzen herrscht Aufstand innerhalb des Adels. Man verlangt die Aufhebung der Steuern, das Aufhören der Münzverschlechterung und der Eingriffe der königlichen Richter in die Gerichtsrechte der Barone. An vielen Stellen Frankreichs lodern nun kleine Feuer, welche die verschlagene Gräfin Mahaut nutzen will, um ihre eigenen Ziele durchzusetzen. Im Konflikt mit Robert III., der alles daran setzt seine verlorene Grafschaft Artois zurück zu erlangen, ist ihr jedes Mittel recht. Und da der neue König ihr nur wenig gesinnt ist, schmiedet sie schnell einen teuflischen Plan. An anderer Stelle kehrt der Lombarde und Bankier Guccio aus Italien heim, um endlich seine große Liebe Marie de Cressay ehelichen zu können. Nur um feststellen zu müssen, dass diese nichts mehr von ihm wissen will... Nach der Verwünschung des letzten Großmeisters der Templer Jacques de Molay, welche historisch immer noch heiß diskutiert wird, zeigen sich auch weiterhin die Folgen des Fluches im Hause der Kapetinger. Und der Leser ahnt schon an der einen oder anderen Stelle, dass den Nachkommen Philipps des Schönen wohl keine allzu lange Zeit auf dem Thron vergönnt sein wird. Druon ist sich dabei in seinem Schreibstil treu geblieben, der immer noch zur Ausschweifigkeit neigt und sich nicht selten in unnötigen Nebenschauplätzen verliert. Sehr, sehr langsam treibt er die Geschichte voran, geht er genauestens auf die historischen Ereignisse ein, was den Gelegenheitsleser wahrscheinlich schnell ermüden dürfte. Hinzu kommt, dass es keinen wirklichen Protagonisten gibt, dessen Abenteuern man folgen kann. Guccios Erlebnisse wechseln sich mit den realen Gegebenheiten stets ab, was dem Lesefluss wenig zuträglich ist und mich noch mehr als im ersten Band zum Vorblättern gezwungen hat. Und auch der Humor, den Droun durchaus pointiert einsetzt, wird wohl heute niemanden mehr zum Schmunzeln bringen. Er wirkt, das mag auch an der Übersetzung liegen, etwas abgeschmackt und überholt. Letztendlich ist es dann wieder die geschichtliche Genauigkeit, die zum Trumpf des Buches wird, die aber dennoch nicht verhindern kann, dass ich mich streckenweise etwas gelangweilt habe. Insgesamt ist "Das Gift der Krone" ein solider historischer Roman, der die Klasse des Vorgängers und vor allem dessen Spannungsgrad nicht halten kann, und der mit einigen Seiten und Wiederholungen weniger wohl besser funktioniert hätte. Den dritten Band werde ich, allein schon aus purer Neugier, aber dennoch lesen.

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