Maurice Maeterlinck Das Leben der Bienen

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Inhaltsangabe zu „Das Leben der Bienen“ von Maurice Maeterlinck

Albert Einstein soll gesagt haben: 'Wenn die Bienen aussterben, sterben vier Jahre später auch die Menschen aus.' Höchste Zeit, sich mit den für die gesamte Natur so unverzichtbaren Insekten näher zu befassen. Maurice Maeterlinck, zu seinen Lebzeiten gefeierter Nobelpreisträger für Literatur, hat selbst Bienen gezüchtet und erforscht. Das Leben der Bienen gilt unter Fachleuten und Imkern bis heute als gültige Darstellung. Sachlich und präzis, aber mit berückender Sprachkraft schildert Maeterlinck die faszinierenden, rätselhaften Ereignisse im Bienenstock. Der Naturforscher in ihm verbindet sich mit dem Denker und Dichter, der den Wundern der Natur nachspürt und das Staunen nicht verlernt hat.

Maeterlinck öffnet dem Leser die Augen voll Bewunderung für dieses kleine seltsame Gesellschaftstier mit seinen komplizierten Gesetzen.

— HeikeG

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    Das Leben der Bienen

    HeikeG

    25. March 2013 um 17:11

    "Die Bienen schenken dem Menschen Honig und duftendes Wachs, aber was vielleicht mehr wert ist, als Honig und Wachs: Sie lenken seinen Sinn auf den heiteren Junitag, sie öffnen ihm das Herz für den Zauber der schönen Jahreszeit, und alles, woran sie Anteil haben, verknüpft sich in der Vorstellung mit blauem Himmel, Blumensegen und Sommerlust. Sie sind die eigentliche Seele des Sommers, die Uhr der Stunden des Überflusses, der schnelle Flügel der aufsteigenden Düfte, der Geist und Sinn des strömenden Lichts, das Lied der sich dehnenden, ruhenden Luft, und ihr Flug ist das sichtbare Wahrzeichen, die deutliche musikalische Note der tausend kleinen Freuden, die von der Wärme erzeugt sind und im Licht leben." Von Urbeginn an hat dieses kleine seltsame Gesellschaftstier mit seinen komplizierten Gesetzen und seinen im Dunkeln entstehenden Wunderwerken die Wissbegier der Menschen gefesselt. Schon Aristoteles, Plinius oder Virgil haben sich mit ihm beschäftigt. So auch der belgische Autor und Literaturnobelpreisträger (1911) Maurice Maeterlinck. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit war er Bienenzüchter und experimenteller Botaniker. Das vorliegende Buch, dessen Originalausgabe 1901 erschien, ist beredtes, immer noch gültiges Zeugnis davon. Doch stellt es keineswegs ein Buch über Bienenzucht dar, sondern es ist eine wundervolle Hommage an diese kleinen, intelligenten Sommergesellen. "Ich will nur ganz einfach von den Bienen reden, wie man von einem vertrauten und geliebten Gegenstand redet, wenn man Nichtkenner darüber belehren will." Und das macht Maurice Maeterlinck auf wunderbare Art und Weise. Er erzählt die Geschichte des Bienenstaates im Kreislauf eines Jahres, beginnend mit dem Erwachen im Frühling und dem Wiederbeginn der Arbeit bis hin in den Herbst, Ende September. Der Leser sieht die Hauptstadien des Bienenlebens in ihrer natürlichen Reihenfolge einander ablösen: das Schwärmen und was ihm vorangeht, die Gründung der neuen Staaten, Kämpfe und Hochzeitsflug der jungen Königinnen, die Drohnenschlacht und die Wiederkehr des Winterschlafs. In jeder Episode erklärt Maeterlinck Gesetze, Eigentümlichkeiten, Gewohnheiten und Ereignisse, die sie verursachen oder begleiten. Wozu schaffen sich die Bienen so viel Qual und Mühe, und woher kommt eine solche Entschiedenheit? Was versteht man unter dem "Geist des Bienenstocks" und wo hat er seinen Sitz? sind Fragen, mit denen er sich intensiv und tiefgreifend auseinandersetzt. Auch wenn letztendlich nicht alle Geheimnisse des Honigstaates entschlüsselt sind, so werden nach der Lektüre einige Rätsel um die Königin, die Mutter des ganzen Volkes, ihre vielen Tausend Arbeitsbienen, die "drei- oder vierhundert törichten, ungeschickten, bei aller Geschäftigkeit nur hinderlichen, anspruchsvollen, schamlos müßigen, lärmenden, gefräßigen, groben, unsauberen, unersättlichen und ungeschlachtenen Drohnen" sowie ihre architektonische, ökonomische und politische Vollkommenheit gelöst sein. Zwar wusste der Belgier noch nichts über die Sprache der Bienen und anderes mehr, "aber seine poetische Erzählweise macht das durch die Kraft der Sprache und die scharfe Beobachtungsgabe wett", wie Gerhard Roth in einem abschließenden Essay treffend formuliert. In sieben Kapiteln beweist Maurice Maeterlinck, dass er nicht nur Dichter und Dramatiker war, sondern auch Denker und Essayist. Neben großartigen Beobachtungen der Bienen, setzt er sich in seinem Text immer wieder mit den Grundfragen menschlicher Existenz auseinander, mit Leben und Tod, Seele und Mysterium. Lebendig und ungeheurer informativ, immer wieder durchzogen von eingeflochtenen, kritischen Gedanken, die zuweilen gar als psychologische Lebensphilosophie bezeichnet werden können, gestaltet sich Maeterlincks Text als große literarische Bereicherung und fordert geradezu einen tiefgreifenden Blick in das eigene Innere. Fazit: "Sie lehren uns die zarteste Stimme der Natur verstehen, und wer sie einmal kennen und lieben gelernt hat, für den ist ein Sommer ohne Bienensummen so unglücklich und unvollkommen wie ohne Blumen und ohne Vögel. (...) Je länger man sie züchtet, desto mehr wird man sich unserer tiefen Unkenntnis über ihr wirkliches Dasein bewusst, aber diese Art des Nichtwissens ist immerhin besser als die bewusstlose und selbstzufriedene Unwissenheit." Maurice Maeterlinck öffnet dem Leser die Augen voll Bewunderung für dieses "kleine seltsame Gesellschaftstier mit seinen komplizierten Gesetzen und seinen im Dunkeln entstehenden Wunderwerken". Denn: "Nichts ist heilsamer, als sie zu öffnen."

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