Maurizio Maggiani

 4.2 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Himmelsmechanik, Der Mut des Rotkehlchens und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Maurizio Maggiani

Maurizio MaggianiHimmelsmechanik
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Himmelsmechanik
Himmelsmechanik
 (2)
Erschienen am 29.02.2012
Maurizio MaggianiReisende in der Nacht
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Reisende in der Nacht
Reisende in der Nacht
 (1)
Erschienen am 23.01.2007
Maurizio MaggianiKönigin ohne Schmuck
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Königin ohne Schmuck
Königin ohne Schmuck
 (1)
Erschienen am 01.09.2001
Maurizio MaggianiDie Liebe ist ein Schwindel
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Die Liebe ist ein Schwindel
Die Liebe ist ein Schwindel
 (0)
Erschienen am 25.08.2004
Maurizio MaggianiHimmelsmechanik: Roman
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Himmelsmechanik: Roman
Himmelsmechanik: Roman
 (0)
Erschienen am 12.03.2012
Maurizio MaggianiDer Mut des Rotkehlchens
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Der Mut des Rotkehlchens
Maurizio MaggianiMeccanica celeste. Himmelsmechanik, italienische Ausgabe
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Meccanica celeste. Himmelsmechanik, italienische Ausgabe
Maurizio MaggianiIl viaggiatore notturno. Reisende in der Nacht, italien. Ausg.
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Il viaggiatore notturno. Reisende in der Nacht, italien. Ausg.

Neue Rezensionen zu Maurizio Maggiani

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Ulenfluchts avatar

Rezension zu "Königin ohne Schmuck" von Maurizio Maggiani

Langsame Leser im Vorteil
Ulenfluchtvor 4 Jahren

Königin ohne Schmuck ist die Geschichte von Sascia im Genua des beginnenden 20. Jahrhunderts. Sascia hat ihre Mutter durch einen tragischen Unfall mit einem Elefanten verloren, Vater und Brüder haben sie verlassen. Alleine schlägt sie sich mit Gelegenheitsjobs durch: Unter anderem stellt Safranpulver her, mitunter trickreich. Und sie lernt den "Kohleprinzen" des Hafens kennen, Paride. Sie heiraten nicht und wohnen nicht zusammen, aber ihrer Liebe, die mit großer bellezza geschildert wird,  entspringt ihr Sohn Giacomo. Während des Zweiten Weltkrieges stirbt Paride und ihm wird als Widerstandskämpfer ein Denkmal gesetzt. Giacomo wird als Priester auf eine polynesische Kanibaleninsel versetzt und freundet sich dort mit dem König an. Als dieser bei einem Unfall mit Giacomos Motorroller umkommt, muss er deren Tochter Lucy heiraten. Auf einer Schiffsreise gelangt er zurück nach Genua und der Kreis schließt sich.

Die Handlung ist so einfach und geradezu ziellos, ziellos wie der Kreis, der hier gezeichnet wird. Vom Welthafen Genua hinaus in die weite Welt, die nichts weiter ist eine kleine Insel im Nirgendwo, und erst ganz am Ende wieder hinein in den Trubel eines veränderten Genuas. Es ist schwer, dieses Buch zu verstehen. Die Zweiteilung von Sascia und Genua hin zu dem charakterlosen Sohn Giacomo auf der exotischen Insel ist krass und unerwartet und ein ums andere Mal fragt man sich, was das soll und wo es hinführt. Giacomos Lebensinhalt auf der Insel ist schließlich der Bau einer Straße für den Motorroller, der jahrelang dauert und nur bis zur ersten Serpentine in den Bergen voranschreitet. Dieser Bau und der Umfang, mit dem er geschildert wird, ist geradezu absurd und hier wird schließlich vielleicht auch die Botschaft deutlich, die man lange vergeblich gesucht hat. Das Leben ist schön, aber ziellos und gefüllt mit unerklärlichen Handlungen. Niemand symbolisiert das besser als Giacomo, der Priester, der den Sinn des Lebens in der Lehre der Kirche eigentlich gefunden haben müsste.

Überhaupt wirken die Charaktere gesichtslos und nicht wie Menschen. Sie sind Werkzeuge des Autors, um die Umwelt darzustellen, zu zeigen wie Genua einst war. Dies ist gelungen; im Gegensatz zu den Personen entsteht ein vielschichtiges Porträt, in das man eintauchen und genießen, sich stellenweise gar an den ungewöhnlichen Bildern und Worten berauschen kann. Man darf aber nicht versuchen, sich mit einem der Charaktere zu identifizieren oder mit ihrer Geschichte mitfiebern zu wollen. Es gilt, sich einfach treiben zu lassen, sich einzulassen auf das Experiment, das der Autor hier mit seinen Lesern durchführt. Ein Hauch von Realismo Mágico wabert durch die Zeilen.

Ich habe gelesen, dieser Roman wirke ein wenig wie aus der Zeit gefallen, es sei ein ungewöhnlicher Roman für die 1990er. Dies mag auf den Erzählstil zutreffen und allein schon wegen der Tatsache, dass es sich um einen historischen Roman handelt. Aber dennoch erkennt man, dass dieses Sich-treiben-lassen, die Schönheit bewundern und sich keinen Konventionen zu beugen, ohne gleich ein Rebell zu sein oder Prinzipien zu haben, sondern einfach zu leben wie man möchte, sehr wohl ein Abbild der 1990er ist. Dennoch lässt mich dieses Buch etwas ratlos zurück. Es hat mich mit seinen schönen Worten und Bildern fasziniert, aber es hat mich auch gelangweilt mit seinen dialogfreien, ziel- und endlosen Kapiteln bisweilen ein wenig verstört. Nach langem Nachdenken bleibt doch nur die Botschaft der bellezza zurück. Und das nach zwei Monaten für endlose 512 Seiten.

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Rezension zu "Himmelsmechanik" von Maurizio Maggiani

ein Roman der leiseren Töne
Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren

Der im gesamten Roman unbekannt bleibende Erzähler zeugte mit seiner Frau Nita in der Nacht, in der Barack Obama zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt wurde, ein Kind. Nita geht fest davon aus, dass das Kind, sie rechnet fest mit einer Tochter, an Maria Himmelfahrt, am 15. August 2009, zur Welt kommt. In dieser Zeitspanne berichtet der Erzähler über die Menschen und ihre Geschichte(n) in seinem Umfeld, die eng zusammen gehören und eine eingeschworene Gemeinschaft bilden. Dabei sind historische Ereignisse lediglich Eckpunkte der Handlung.
Marizio Maggiani führt den Leser nach Norditalien, in ein Tal, in dem die Uhren noch anders ticken, in dem die Menschen noch Zeit haben und für einander da sind. Er erzählt mit viel Liebe zum Detail vom bescheidenen Leben der einfachen Leute. Mir wuchsen die Dorfbewohner mit ihren Eigenheiten schnell ans Herz. Immer wieder schweifte der Erzähler mit seinen Gedanken ab in die Vergangenheit. Er schwelgt in Erinnerungen und bringt dem Leser damit die Lebensart in der abgelegenen Garfagnana nahe. Er erzählt von den Ereignissen die die Einwohner prägten, die sie zu dem machten was sie sind. Wie mit Hilfe der Himmelsmechanik in der Astronomie die Bewegung von Himmelskörpern beschrieben wird, so beschreibt Maurizio Maggiani die Bewegungen und Beziehungen der Bewohner der norditalienischen Garfagnana für den außerhalb dieses Kosmos stehenden Leser. Schnell hatte ich das Gefühl, der Unbekannte erzählt mir persönlich die Geschichten, die ihm von Land und Leuten wichtig sind.
Dieses Buch ist mehr als nur ein schön geschriebener Roman, es ist eine wundervolle Liebeserklärung an eine Region und deren Menschen mit einer sehr ansprechenden wunderbaren Sprachmelodie. Es enthält ein Glossar und ist von der Gestaltung her sehr ansprechend.
Ich empfehle diesen Roman jedem, der eher die leisen Töne bevorzugt, dem der Sinn nach Tiefe in den Gedanken steht und der Menschen mit all ihren Eigenarten und Schrullen in einer abgeschiedenen Region begegnen möchte. Mit diesem Roman wurde mein Augenmerk auf einen Autor gelenkt, von dem ich mir noch viele ähnlich bezaubernde Bücher erhoffe.

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HeikeGs avatar

Rezension zu "Reisende in der Nacht" von Maurizio Maggiani

Rezension zu "Reisende in der Nacht" von Maurizio Maggiani
HeikeGvor 12 Jahren

Geschichten von einem italienischen Phantasten für uns andere Phantasten Ein italienischer Vogelforscher befindet sich mitten in Afrika und durchquert mit einigen Angehörigen des Nomadenvolkes der Tuareg die Wüste, um den Flug der Schwalben zu beobachten. Zu seinem Gefolge gehört auch ein professioneller Geschichtenerzähler, ein alter Mann mit einem Gehstock, der jeden Abend am Lagerfeuer in einen betörenden Singsang verfällt und das berichtet, was am Tage geschah. Da geht es um einen in die Jahre gekommenen, stolzen Löwen, den die Nomaden verehrten und dessen verblutender Leichnam seit Jahren an verschiedenen Stellen auftaucht. Oder um Kamelstuten und die wundersamen Dinge, zu denen sie in der Lage sind. Oder die Rede kommt auf einen Oleanderstrauch, der inmitten eines trockenen Wadi plötzlich erblüht ist. Oder es geht um einen jungen Mann, der spärlich bekleidet und ohne Wasserschlauch durch die Wüste wandert, seit vielen Jahren schon. Gemeinsam mit dem Vogelforscher, zugleich der Ich-Erzähler des Romans, werden wir Zeugen des mühseligen Alltags in der Sahara. Die Tage sind glühend heiß, die Nächte kalt, die Mahlzeiten kärglich. Einmal nimmt der Italiener teil an einem Fest, zu dem auch eine französische Journalistin namens Marguerite angereist ist. Sie will eine Reportage über die Gebräuche der Tuareg schreiben. Als während der Feierlichkeiten eine junge Frau beginnt, einem - wie bei den Tuareg üblich - verschleierten Mann den Hof zu machen, fragt Marguerite in westeuropäisch unempfindsamer Art nach dem Grund für das Liebeswerben. "Schönheit" antwortet ihr die Frau und lädt sie ein, sie am nächsten Tag zu besuchen, um ihr zu zeigen, was Schönheit bedeutet. Unter den Augen der gesamten Familie wird die französische Besucherin als Braut zurecht gemacht: geschminkt, frisiert, mit Schmuck behangen und eingekleidet. Das sei Schönheit. Aber Marguerite kann sich selbst nicht betrachten, denn Spiegel besitzen die Tuareg keine. Schönheit, so lautet die indirekte Belehrung, ist nicht nur eine Sache der Oberfläche. Auch der Vogelforscher beginnt, Geschichten auszubreiten: Kindheitserlebnisse fließen in das Gewebe der Wüstenerzählungen ein, Erinnerungen an seinen Vater Dinetto, einen Mann, der mit seinen selbst gebauten Vogelkäfigen ebenfalls der Schönheit auf der Spur war. Außerdem nimmt der Wissenschaftler Bezug auf einen (authentischen) französischen Pater, der zwanzig Jahre bei den Tuareg lebte und Bücher über sie schrieb. Dann tauchen Erlebnisse früherer Reisen auf, als er Bärenforscher in Bosnien war und während des Balkankrieges die verlagerten Routen der Tiere dokumentierte. Schließlich werden Berichte vom Krieg in Tschetschenien mit seinen grausamen Verbrechen eingeflochten, Geschichten von Vertreibung und Unterdrückung. Doch plötzlich endet die Nacht, der Wüstenmorgen bricht an, und die Truppe zieht weiter... Maggianis Roman besticht vor allem durch seine intensive Atmosphäre, die er poetisch Seite für Seite aufbaut. Es gelingt dem Schriftsteller, eine besondere Stimmung zu erzeugen. Dabei geraten Wirklichkeit und surreale Erfahrungen in ein eigentümliches Spannungsverhältnis. Kunstvoll komponiert er in diesem Roman seine Motive zu einem Ort des Wunderbaren. In diesen Erinnerungen und Erzählungen berichtet Maggiani von tiefer Menschlichkeit und unsagbarem Grauen. Es ist eine Geschichte, die wiederum in andere Geschichten eingesponnen ist. Es ist wie ein Märchen bzw. Geschichten, die sich wie ein Märchen lesen, aber komponiert in einem Roman. Man taucht ein wie in eine unglaubliche, phantastische Welt. Was ist Schönheit, was ist Liebe, was ist wirklich - ist es das, was wir fühlen und glauben oder das, was wir sehen zu sehen meinen? Mit diesen Fragen schickt Maggiani den Leser auf die Reise, bei der man sich selbst wie ein Tuareg vorkommt, der mit einem Kamel durch die Wüste reitet. Maggiani hat mich verzaubert, er spielt mit der Poesie der Worte und vermischt die Ebenen. Er verleitet dazu, sich zu fragen: Was ist wahr, was ist erfunden, was nur ein Traum? Manchmal, zugegeben, ist der Faden einer Geschichte ziemlich lang und so unglaublich, dass man noch einmal zurück blättern muss. Aber das sollte kein Grund sein, sich dieses liebevolle Stück Literatur entgehen zu lassen. Im Gegenteil! Denn Maggiani gelingt es immer wieder, den roten Faden in diesem Mosaik aus Bildern und Erinnerungen nicht aus dem Auge zu verlieren. Fazit: "Reisende in der Nacht" ist eine "poetische Inbesitznahme der Fremde". Bei uns ist Mauricio Maggiani immer noch so etwas wie ein Geheimtipp. Leider! Von mir ein: Unbedingt empfehlenswert!

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