Maurizio Maggiani Reisende in der Nacht

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Inhaltsangabe zu „Reisende in der Nacht“ von Maurizio Maggiani

Ein Vogelforscher bei den Tuareg in der Sahara, eine mit wundersamem Gleichmut den Balkan durchwandernde junge Frau, eine kriegsvertriebene Bärin aus dem bosnischen Wald und ein Schwalbenschwarm – Maggiani versammelt in einem fantastischen Kosmos Personen und Geschichten. Seine Figuren sind alle unterwegs, ob auf der Flucht, im Exil oder auf Wanderschaft, wie Reisende in der Nacht, auf der Suche nach Schönheit. Ein Roman über Gerechtigkeit und menschliche Würde, ein Schwalbenflug über die Barbarei eines Jahrhunderts.

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  • Rezension zu "Reisende in der Nacht" von Maurizio Maggiani

    Reisende in der Nacht

    HeikeG

    18. April 2007 um 13:41

    Geschichten von einem italienischen Phantasten für uns andere Phantasten Ein italienischer Vogelforscher befindet sich mitten in Afrika und durchquert mit einigen Angehörigen des Nomadenvolkes der Tuareg die Wüste, um den Flug der Schwalben zu beobachten. Zu seinem Gefolge gehört auch ein professioneller Geschichtenerzähler, ein alter Mann mit einem Gehstock, der jeden Abend am Lagerfeuer in einen betörenden Singsang verfällt und das berichtet, was am Tage geschah. Da geht es um einen in die Jahre gekommenen, stolzen Löwen, den die Nomaden verehrten und dessen verblutender Leichnam seit Jahren an verschiedenen Stellen auftaucht. Oder um Kamelstuten und die wundersamen Dinge, zu denen sie in der Lage sind. Oder die Rede kommt auf einen Oleanderstrauch, der inmitten eines trockenen Wadi plötzlich erblüht ist. Oder es geht um einen jungen Mann, der spärlich bekleidet und ohne Wasserschlauch durch die Wüste wandert, seit vielen Jahren schon. Gemeinsam mit dem Vogelforscher, zugleich der Ich-Erzähler des Romans, werden wir Zeugen des mühseligen Alltags in der Sahara. Die Tage sind glühend heiß, die Nächte kalt, die Mahlzeiten kärglich. Einmal nimmt der Italiener teil an einem Fest, zu dem auch eine französische Journalistin namens Marguerite angereist ist. Sie will eine Reportage über die Gebräuche der Tuareg schreiben. Als während der Feierlichkeiten eine junge Frau beginnt, einem - wie bei den Tuareg üblich - verschleierten Mann den Hof zu machen, fragt Marguerite in westeuropäisch unempfindsamer Art nach dem Grund für das Liebeswerben. "Schönheit" antwortet ihr die Frau und lädt sie ein, sie am nächsten Tag zu besuchen, um ihr zu zeigen, was Schönheit bedeutet. Unter den Augen der gesamten Familie wird die französische Besucherin als Braut zurecht gemacht: geschminkt, frisiert, mit Schmuck behangen und eingekleidet. Das sei Schönheit. Aber Marguerite kann sich selbst nicht betrachten, denn Spiegel besitzen die Tuareg keine. Schönheit, so lautet die indirekte Belehrung, ist nicht nur eine Sache der Oberfläche. Auch der Vogelforscher beginnt, Geschichten auszubreiten: Kindheitserlebnisse fließen in das Gewebe der Wüstenerzählungen ein, Erinnerungen an seinen Vater Dinetto, einen Mann, der mit seinen selbst gebauten Vogelkäfigen ebenfalls der Schönheit auf der Spur war. Außerdem nimmt der Wissenschaftler Bezug auf einen (authentischen) französischen Pater, der zwanzig Jahre bei den Tuareg lebte und Bücher über sie schrieb. Dann tauchen Erlebnisse früherer Reisen auf, als er Bärenforscher in Bosnien war und während des Balkankrieges die verlagerten Routen der Tiere dokumentierte. Schließlich werden Berichte vom Krieg in Tschetschenien mit seinen grausamen Verbrechen eingeflochten, Geschichten von Vertreibung und Unterdrückung. Doch plötzlich endet die Nacht, der Wüstenmorgen bricht an, und die Truppe zieht weiter... Maggianis Roman besticht vor allem durch seine intensive Atmosphäre, die er poetisch Seite für Seite aufbaut. Es gelingt dem Schriftsteller, eine besondere Stimmung zu erzeugen. Dabei geraten Wirklichkeit und surreale Erfahrungen in ein eigentümliches Spannungsverhältnis. Kunstvoll komponiert er in diesem Roman seine Motive zu einem Ort des Wunderbaren. In diesen Erinnerungen und Erzählungen berichtet Maggiani von tiefer Menschlichkeit und unsagbarem Grauen. Es ist eine Geschichte, die wiederum in andere Geschichten eingesponnen ist. Es ist wie ein Märchen bzw. Geschichten, die sich wie ein Märchen lesen, aber komponiert in einem Roman. Man taucht ein wie in eine unglaubliche, phantastische Welt. Was ist Schönheit, was ist Liebe, was ist wirklich - ist es das, was wir fühlen und glauben oder das, was wir sehen zu sehen meinen? Mit diesen Fragen schickt Maggiani den Leser auf die Reise, bei der man sich selbst wie ein Tuareg vorkommt, der mit einem Kamel durch die Wüste reitet. Maggiani hat mich verzaubert, er spielt mit der Poesie der Worte und vermischt die Ebenen. Er verleitet dazu, sich zu fragen: Was ist wahr, was ist erfunden, was nur ein Traum? Manchmal, zugegeben, ist der Faden einer Geschichte ziemlich lang und so unglaublich, dass man noch einmal zurück blättern muss. Aber das sollte kein Grund sein, sich dieses liebevolle Stück Literatur entgehen zu lassen. Im Gegenteil! Denn Maggiani gelingt es immer wieder, den roten Faden in diesem Mosaik aus Bildern und Erinnerungen nicht aus dem Auge zu verlieren. Fazit: "Reisende in der Nacht" ist eine "poetische Inbesitznahme der Fremde". Bei uns ist Mauricio Maggiani immer noch so etwas wie ein Geheimtipp. Leider! Von mir ein: Unbedingt empfehlenswert!

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