Maurizio de Giovanni

 4,3 Sterne bei 81 Bewertungen
Autor von Das Krokodil, Der Winter des Commissario Ricciardi und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Maurizio de Giovanni

Maurizio de Giovanni, geboren 1958 in Neapel, studierte Literatur und arbeitet hauptberuflich als Banker. Seine Krimi-Reihen um Inspektor Lojacono und Commissario Ricciardi sind preisgekrönt und wurden in viele Sprachen übersetzt. Er zählt zu den erfolgreichsten Krimiautoren Italiens. De Giovanni lebt in seiner Heimatstadt Neapel.

Alle Bücher von Maurizio de Giovanni

Cover des Buches Das Krokodil (ISBN: 9783499247354)

Das Krokodil

 (29)
Erschienen am 24.04.2015
Cover des Buches Der Winter des Commissario Ricciardi (ISBN: 9783518461020)

Der Winter des Commissario Ricciardi

 (10)
Erschienen am 17.06.2009
Cover des Buches Der Frühling des Commissario Ricciardi (ISBN: 9783518461747)

Der Frühling des Commissario Ricciardi

 (7)
Erschienen am 19.04.2010
Cover des Buches Der Sommer des Commissario Ricciardi (ISBN: 9783518462492)

Der Sommer des Commissario Ricciardi

 (7)
Erschienen am 23.05.2011
Cover des Buches Die Gabe des Commissario Ricciardi (ISBN: 9783458358695)

Die Gabe des Commissario Ricciardi

 (5)
Erschienen am 17.09.2012
Cover des Buches Der dunkle Ritter (ISBN: 9783499269677)

Der dunkle Ritter

 (5)
Erschienen am 20.02.2018
Cover des Buches Die Gauner von Pizzofalcone (ISBN: 9783499268397)

Die Gauner von Pizzofalcone

 (4)
Erschienen am 26.08.2016
Cover des Buches Ein zufälliger Tod (ISBN: 9783442484164)

Ein zufälliger Tod

 (3)
Erschienen am 18.12.2017

Neue Rezensionen zu Maurizio de Giovanni

Cover des Buches Die Gauner von Pizzofalcone (ISBN: 9783499268397)Brombeeres avatar

Rezension zu "Die Gauner von Pizzofalcone" von Maurizio de Giovanni

spannend, aber mit Schwächen
Brombeerevor 4 Monaten

Worum geht es?

Eine zusammengewürfelte Gruppe an Kommissaren steht gleich mehreren Verbrechen gegenüber, während se zeitgleich versuchen, einen guten Ruf zu erlangen.


Worum geht es wirklich?

Verbrechen, menschliche Abgründe und Sehnsüchte und Beherrschung.


Lesenswert?

Ja, eine gute und spannende Lektüre - aber mit Schwächen.

Zuerst einmal zum groben Inhalt: Es handelt sich hierbei um den zweiten Teil einer Reihe rund um den Kommissar Lojacono. Er wird, wie mehrere andere Kolleg*inne auch, nach Pizzofalcone versetzt. Die vorherigen Kolleg*innen sind suspendiert, weil sie unterschlagen haben und eine neue Gruppe soll nun das Vertrauen der Bürger*innen wieder herstellen. Es gibt einen „Hauptfall“, bei dem eine Frau getötet wurde und nach und nach immer mehr Geheimnisse ans Licht kommen. Dann gibt es zwei kleinere Nebenfälle, die immer wieder von ganz konkreten Kolleg*innen bearbeitet werden. Im Revier treffen alle aufeinander, tauschen sich aus und müssen erst einmal die anderen kennen lernen. Ein paar dieser Protagonist*innen werden in einzelnen Kapiteln genauer und mit Hintergründen eingeführt.

Soweit eigentlich ganz unterhaltsam gemacht und auch spannend. Die Kapitel sind recht kurz, die Sprache sehr angenehm. Auch die Art, wie der Autor mit Sprache und Wortwiederholungen spielt, finde ich toll lesbar und von Mehrwert.

Die Umgebung ist recht düster und regnerisch, man lernt hier definitiv kein sonniges schönes Italien kennen, aber genau das mag ich. Auch hat man es nicht mit „der Mafia“ zu tun, sondern eher mit Verbrechen, die unterschiedliche Gesellschaftsschichten in den Fokus ziehen und landesunabhängig so geschehen könnten.

Diese dunkle Stimmung und die immer wieder aufkommende Einsamkeit der Protagonist*innen gefällt mir sehr.

Band 1 habe ich vor langer Zeit gelesen, weiß nur dass mir dieses Buch sehr gut gefallen hat, aber erinnere mich nicht an Einzelheiten. Möglicherweise würden da also auch die identischen Kritikpunkte auftauchen, wenn ich es nun noch einmal lesen würde. Dazu zählt zum einen eine recht große Einseitigkeit bei vielen Charakteren, die Menschen werden meist an Hand einer Charaktereigenschaft dargestellt und daran orientiert sich der gesamte Aufbau. Teilweise besitzen Menschen auch nahezu als einzige Eigenschaft ihr „ausländisch sein“ und werden daher nur mit ihrer Nationalität charakterisiert. Auch fallen abwertende Begriffe für Roma und Sinti und rassistische Bemerkungen. (Meine Ausgabe ist von 2015, möglicherweise ist das in einem Nachdruck anders?) Zu dieser Kritik kommt hinzu, dass das Aussehen der beteiligten Frauen immer von großer Wichtigkeit ist. Beinahe jede (oder sogar jede?) Frau wird optisch beschrieben und in die Kategorien „sehr gut aussehend“ oder „dick, langweilig,…“ gepackt. Auch scheint jedes Kostüm und jedes Oberteil die erwähnenswerten Kurven ganz außergewöhnlich gut in Szene zu setzen und neben gutem Essen scheint auch immer die umwerfende Optik (wahlweise auch: der tiefe Ausschnitt) einer Mitarbeiterin für die vielen Gäste verantwortlich zu sein. Bei vielen Aufeinandertreffen von Mann und Frau wird dies entweder von Außenstehenden gedeutet (Wer steht hier auf wen?) oder der Mann zeigt sexuelles Interesse. Das alles finde ich schon sehr einseitig und oberflächlich und nicht sonderlich schön zu lesen.

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Cover des Buches Das Krokodil (ISBN: 9783499247354)

Rezension zu "Das Krokodil" von Maurizio de Giovanni

Das Krokodil schlägt zu
Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren

In Neapel wird ein Jugendlicher mit einem Nackenschuss aus nächster Nähe hingerichtet. Am Tatort finden die Ermittler Taschentücher mit Tränen des Täters und eine Patronenhülse. 

Bald kommt es zu weiteren Morden an jungen Leuten, immer auf dieselbe Art und Weise; immer hinterlässt der Täter Taschentücher mit seinen Tränen. 

Schnell gibt die Presse ihm den Spitznamen "Krokodil", weil er scheinbar während des Mordens Krokodilstränen vergießt.


Inspektor Lojacono wurde nach Neapel strafversetzt und sitzt Tag für Tag, Stunde für Stunde, seine Zeit ab, bis er wieder nach Hause kann. Er ist vom aktiven Dienst ausgeschlossen und soll nur noch der Form halber im Büro anwesend sein.

Schnell wird jedoch klar, dass Lojacono so ziemlich der einzige Ermittler ist, der hinter die Tränen des Täters schaut und ihm auf diese Art immer näher kommt.


Der ruhige, schon fast träge Erzählstil dieser Geschichte entschleunigt den Leser und gibt die Mentalität Neapels spürbar wider.


Dieser klassisch erzählte Krimi kommt ohne übertriebene Dramen und Actionszenen aus und zieht seine ganze Kraft aus den gut gezeichneten Personen und den realistisch dargestellten Ermittlungen.

Auf zwischenmenschlicher Ebene werden diverse scheinbar versteckte Aspekte nacheinander aufgedeckt und offenbaren ein wohlüberlegtes Krimikonstrukt. 

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Cover des Buches Ein zufälliger Tod (ISBN: 9783442484164)Sigismunds avatar

Rezension zu "Ein zufälliger Tod" von Maurizio de Giovanni

Ein poetischer Histo-krimi
Sigismundvor 3 Jahren

Als „historische Kriminalromane der besonderen Art“ darf man wohl Mauricio de Giovannis Reihe um seinen einsamen Commissario Ricciardi im Neapel der 1930er Jahre zur Zeit des italienischen Faschismus bezeichnen. Seit bald zehn Jahren wird sie in chronologisch unregelmäßiger Folge in deutscher Erstausgabe veröffentlicht. Im Dezember erschien nun beim Goldmann-Verlag mit „Ein zufälliger Tod“ der vierte Fall, der bereits vor acht Jahren unter dem Titel „Il giorno dei morti“ in Italien ein Bestseller war. Mauricio de Giovanni (60) gilt aktuell als einer der erfolgreichsten Kriminalautoren seines Landes, dessen Bücher mehrfach ausgezeichnet wurden und in zahlreiche Sprachen übersetzt werden. Ricciardis vierter Fall, „Ein zufälliger Tod“, spielt im regnerischen Oktober 1931. Der Waisenjunge Matteo ist durch Rattengift gestorben. Alles sieht nach einem unglücklichen Unfall aus, da der ausgehungerte Straßenjunge den vergifteten Köder wohl irrtümlich gegessen haben. Die Polizeibehörde ist an der Verfolgung dieses scheinbar geklärten Falles nicht interessiert, zumal der Besuch Mussolinis in Neapel ansteht und die Stadt einen ordentlichen, verbrechensfreien Eindruck machen soll. Doch Commissario Ricciardi, der die Gabe des „zweiten Gesichts“ hat, vermutet mehr hinter dem Tod des Straßenjungen. Er nimmt sich ein paar Tage Urlaub und ermittelt auf eigene Verantwortung, unterstützt von seinem treuen Brigadiere Maione. Natürlich ist dieser Roman vordergründig ein historischer Krimi, doch steckt weit mehr dahinter. Er schildert die Zeit des politischen Umbruchs in Italien, die beginnende politische Unsicherheit in der Bevölkerung, seine Meinung nicht mehr offen äußern zu dürfen. Wir erleben den Beginn des diktatorischen Überwachungsstaates und die unsichtbare Herrschaft des allmächtigen und allgegenwärtigen Geheimdienstes. Das Kernthema dieses Romans ist aber die facettenreiche Schilderung der verschiedenen Arten und Ausformungen von Liebe, die der Autor am Beispiel seiner Figuren eindrücklich beschreibt. Da gibt es die zärtlich-romantische Liebe, die mütterliche Liebe, die Selbstverliebtheit, die enttäuschte Liebe und die zerstörerische Liebe. Es gibt aber auch die vorgetäuschte Liebe, die Liebe zum Geld und zur Macht. Und es gibt die Verkehrung der Liebe – den Hass. Wer in Giovannis Roman „Ein zufälliger Tod“ nur einen knallharten Krimi erwartet, wird enttäuscht werden. Denn in so manchem Kapitel geht es überhaupt nicht um den Mordfall, sondern wir erfahren viel über den Charakter, das Denken, Fühlen und Leben der handelnden Figuren. Commissario Ricciardis Ermittlungen bilden vielmehr eine Art roter Faden. Wer sich als Leser dessen bewusst ist, wird an Mauricio de Giovannis Roman vor allem seine Poesie schätzen (Dank an Übersetzerin Judith Schwaab!). In diesem Wissen spielt dann auch die allzu überraschende Aufklärung des Kriminalfalles eine eher untergeordnete Rolle.

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Zusätzliche Informationen

Maurizio de Giovanni wurde am 31. März 1958 in Neapel (Italien) geboren.

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