Mauro Biglino

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Kamen die Götter aus dem Weltall?

Kamen die Götter aus dem Weltall?

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Erschienen am 26.11.2015

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Rezension zu "Kamen die Götter aus dem Weltall?" von Mauro Biglino

Märchenstunde
R_Mantheyvor 3 Jahren

Vielleicht gibt es tatsächlich UFOs, und vielleicht hatten wir irgendwann einmal Außerirdische zu Besuch. Solche immer wiederkehrenden Hypothesen, für die es sogar Indizien geben mag, kann man offen begegnen, solange das Gegenteil nicht bewiesen ist, für das es übrigens auch viele Indizien gibt.

Wenn allerdings Dinge behauptet werden, die völlig offensichtlich physikalischen Gewissheiten widersprechen, dann sollte man nicht versuchen, darauf zu beharren. Man könnte sich der Lächerlichkeit preisgeben. Wahrscheinlich wurde Mauro Biglino noch nicht gewarnt oder er zeichnet sich durch eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegen solche Hinweise aus. Immerhin könnte man beim deutschen Titel des Buches wenigstens das Fragezeichen ernstnehmen. Aber Fragen sind in diesem Text nicht als Fragen zu verstehen. Das Fragezeichen dient lediglich als Tarnung für sehr fragwürdige oder inhaltsschwache Behauptungen, denen dadurch ein Gewicht zugeordnet werden soll, das sie nun wirklich nicht besitzen.

Der Autor versucht in Fragen gehüllt zu "beweisen", dass wir nicht nur Besuch von Außerirdischen hatten, sondern dass diese Leute unsere Vorfahren auch noch genmanipuliert haben, um sich nützliche Arbeitssklaven zu beschaffen. Diese wurden benötigt, weil die Manipulatoren Gold brauchten, das sie in der Atmosphäre ihres Planeten verstreuen wollten, um dort die ständige Abkühlung zu mildern. Das ist doch mal lustig.

Biglino besitzt Mut. Das muss man ihm lassen. Er erzählt nämlich auch noch, woher die Außerirdischen kamen. Vom Planeten Nibiru, der zu unserem Sonnensystem gehören soll. Leider hat ihn noch niemand gesehen, weil er so eine weitläufige Umlaufbahn besitzt. Dunkel ist er auch noch, riesig zudem. Und er würde 3600 Jahre brauchen, um einmal um die Sonne zu kommen. Dass seine Bahn merkwürdig verläuft, soll daran liegen, dass unsere Sonne ihn irgendwann auf seinem Weg eingefangen hat.

Auf den Seiten 20 und 21 seines Buches bemüht der Autor die "moderne Wissenschaft" und will seinen Lesern glaubhaft machen, dass von dort Unterstützung für diese absurde Theorie herkommen würde. Mal ernsthaft Herr Biglino: Gäbe es diesen Planeten tatsächlich, hätten ihn gewiss schon Leute mit einem Teleskop gesehen. Da reicht eines vom Discounter. Da Nibiru ziemlich groß sein soll, wäre er schon lange nicht mehr dunkel, sondern wäre mit bloßem Auge am Sternenhimmel zu erkennen. Und irgendwann muss er ja mal zwischen "Mars und Jupiter" vorbeigekommen sein in den letzten 3600 Jahren. Das lässt sich bei Annahme der Richtigkeit dieser Planetenhypothese nicht bestreiten. Die Folge eines solchen Durchganges wäre das Ende unseres Planetensystems und selbstverständlich auch das Ende allen Lebens auf der Erde gewesen, weil die Erde von einer solchen Masse aus ihrer Bahn geworfen worden wäre. Physik halt. Da lässt sich nichts machen.

Im Jahre 2012 sollte Nibiru übrigens nach einigen Vorhersagen von Leuten, denen die Gesetze der Astrophysik völlig egal und logisches Denken fremd sind, bei uns vorbeikommen und den Weltuntergang einleiten. Passiert ist erwartungsgemäß nichts. Mal von all diesen physikalischen Ungereimtheiten, die mit diesem mystischen Planeten verbunden sind, abgesehen, müsste es auf Nibiru kälter als auf den äußeren Planeten unseres Sonnensystems sein. Wie soll es auf ihm also hochentwickeltes Leben geben?

Aber was soll's? Wer diesen ganzen Unsinn glauben will, soll es tun. Unabhängig davon lässt sich mit Sprachforschungen, wenn sie denn überhaupt korrekt sein sollten, rein gar nichts beweisen. Wie soll das denn gehen? Texte, die eine gewünschte oder gesuchte Information nicht direkt enthalten, kann man vielleicht nach seinen Vorstellungen interpretieren. Damit stellt man lediglich Hypothesen auf, die man dann aus anderen Quellen beweisen muss. So würde Wissenschaft funktionieren. Alles andere ist Wunschdenken oder Glaube. Dementsprechend findet man in diesem Buch nur Vermutungen und schon gar keine Beweise für irgendetwas. Und all das basiert auf der Nibiru-Hypothese, die nachweislich falsch ist.

Wer also Märchen mag, der ist hier richtig. Nur lesen sich Märchen viel angenehmer als dieses Buch. Es war wirklich anstrengend, dem Autor zu folgen.

Was mir wirklich ein Rätsel bleiben wird, ist die Frage, ob Herr Biglino tatsächlich diesen ganzen Unsinn selbst glaubt. Wahrscheinlich ist das so, denn das Verfassen eines solchen Buches bereitet schließlich eine erhebliche Mühe, für die es einen Antrieb braucht. Es gibt eben nicht nur außerirdische Rätsel. Viel größer scheinen mir die Rätsel zu sein, die in einigen Menschen schlummern.

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