Mauro Corona

 4.4 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor von Im Tal von Vajont, Im Tal des Vajont und weiteren Büchern.

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Im Tal von Vajont

Im Tal von Vajont

 (9)
Erschienen am 08.03.2012
Im Tal des Vajont

Im Tal des Vajont

 (4)
Erschienen am 09.08.2013
Die Spur des Marders

Die Spur des Marders

 (1)
Erschienen am 19.02.2001

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Rezension zu "Im Tal des Vajont" von Mauro Corona

Kein Krimi trotz Mord und Totschlag
Achtsamkeitvor 10 Monaten

Ein Bergdorf im Italien, Anfang des 20. Jahrhunderts. Hier wachsen Zito und sein Bruder auf. Der Vater stirbt, wurde wohl erschlagen, die Mutter stirbt krankheitsbedingt. So kommt eine Schwester der Mutter und kümmert sich um die beiden Jungen. Abe auch sie stirbt. Zito hat als Ziegen und Schafshirte gearbeitet, der Bruder in einer Schlosserei gelernt. Das Leben ist in dem Dorf, ärmlich und hart. Immer wieder kommt es zu mysteriösen Sterbefällen. So wird die Geliebte des Bruders von Zito von einem Neider mit Tollkirschen vergiftet und sie landet völlig von Sinnen im Irrenhaus. Zito lernt Raggio kennen, mit dem er eine Käserei eröffnet. Dann verführt ihn dessen Ehefrau und das Unglück nimmt seinen Lauf. Immer spielen dabei Flüche aus der Vergangenheit eine Rolle. Das Leben von Zito wird von dem Autor in einer ansprechenden Sprache geschildert. Trotz der Morde in dem Buch (dabei spielt nie die Polizei eine Rolle), sind die Schilderung eher poetisch und keinesfalls blutrünstig trotz der Grausamkeiten. Man leidet mit der Hauptperson, die sich immer wieder durch die körperliche Liebe in die Finsternis werfen lässt. 
Ein ungewöhnliches Buch und keinesfalls als Krimi gedacht.

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B

Rezension zu "Im Tal des Vajont" von Mauro Corona

Sehr eindrucksvolle Reise...
bfhighlandervor 5 Jahren

...in ein Tal am Anfang des 20. Jahrhunderts in Norditalien. Bedrückend eng dieses Tal und entsprechend die Menschen, die dort lebten. Ein Ich-Erzähler, der alles andere als ein Held ist, im Gegenteil. Die dichte Sprache und Einfühlsamkeit des Autors macht es in jedem Fall lesenswert!

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W

Rezension zu "Im Tal von Vajont" von Mauro Corona

Rezension zu "Im Tal von Vajont" von Mauro Corona
WinfriedStanzickvor 6 Jahren

Nachdem der Riemann Verlag im Jahr 2001 zwei Bücher des 1950 in einem Bergdorf im Friaul als Sohn von fahrenden Händlern geborenen Bildhauers, Bergsteigers und Schriftstellers Mauro Corona veröffentlicht hatte, war es in Deutschland lange still um einen bemerkenswerten Autor, dessen Bücher in Italien mittlerweile 1,5 Millionen mal verkauft wurden.

Alle Geschichten, die er in seinen Bücher erzählt, die sich lesen wie die Gegend, in der er lebt, stammen ausschließlich aus dem abgelegenen Tal seiner Kindheit um Erto im Friaul.

Das hier vorliegende, in Italien schon 2005 erschienene Buch beginnt er mit einer Einleitung, in der er berichtet, wie Ende November 2003 ein Mann in sein Bildhaueratelier in Erto kommt und ihm ein Manuskript seines Vaters übergibt, wohl in der Absicht, dass Corona es als Schriftsteller der Öffentlichkeit zugänglich macht. Nicht verwandt mit dem schon lange verstorbenen 1879 in Erto geborenen Verfasser seiner handschriftlichen Lebensaufzeichnungen, Severino Corona, übernimmt Mauro den Auftrag und hat bis auf die Korrektur offensichtlicher Fehler aus dem unveränderten Text einen Roman gemacht.

Einen Roman, der handelt von einer Geschichte zwischen zwei Männern, die ein Leben lang Freunde zu sein glaubten, zwischen denen es aber zu einer verhängnisvollen Geschichte aus Schuld, Liebe und Gewalt kommt. Severino Corona, von Schuld- und Reuegefühlen zerfressen, hat sie in großer Hast in seinen letzten Lebensmonaten aufgeschrieben.

Er beginnt mit seiner Kindheit, die er als Waisenjunge Ende des 19. Jahrhunderts verbringt. Es ist eine harte Kindheit in der kargen Umwelt einer Bergwelt mit einer ebenso schönen wie umbarmherzigen Natur. Lange eisige Winter wechseln sich mit extrem heißen Sommern ab. Die Menschen dort haben gelernt, mit ihren Lebensumständen zu recht zu kommen, aber sie haben ihren alten Aberglauben und ihren Argwohn mit ins neue, das 20. Jahrhundert mitgenommen.

Im jugendlichen Alter lernt Severino den etwa gleichaltrigen Raggio kennen. Sie freunden sich an, ihre Freundschaft scheint so dick wie Blut. Irgendwann beschließen die beiden, etwas Neues zu wagen und eröffnen eine Käserei. Ihren Projekt ist großer Erfolg beschieden. Sie produzieren hervorragenden Käse und bieten den Bauern so in Zeiten hoher Milchproduktion ihrer Kühe eine willkommene Zusatzeinnahme.

Doch bald schon legt sich ein Schatten über die Freundschaft der beiden, jedenfalls aus der Sicht von Severino. Denn die junge Frau von Raggio versucht sich an Severino heranzumachen und ihn zu verführen.
Der zeigt sich zunächst standhaft, ahnt er doch, dass eine sexuelle Affäre mit Raggios Frau der Anfang vom Ende seiner Freundschaft zu ihm wäre. Die aber lässt sich locker, lauert ihm auf, zeigt ihm ihre Blöße und beschimpft ihn als einen Schlappschwanz, der es einer Frau nicht besorgen könnte. Völlig ihrer Triebhaftigkeit ausgeliefert, wird Severino eines Tages schwach, obwohl er doch genau weiß, dass er sich seinem Freund Raggio hätte öffnen und ihm die Wahrheit hätte sagen sollen. Doch wäre das nicht genauso das Ende ihrer Freundschaft gewesen?

Und so entscheidet sich Raggio für die kurzfristige Lust. Einmal erfolgreich, will die triebhafte Frau Raggios immer mehr und verlangt von dem von Schuldgefühlen zerfressenen Severino, dass er ihren Mann tötet. Zino, wie Severino von allen genannt wird, weigert sich, gibt seinem Freund aber eines Tages eine zerstoßene Tollkirsche, von deren Verzehr Raggio nicht stirbt, aber seine Seele und sein Geist sind danach für immer dem Wahn verfallen.

Die sexuellen Begegnungen mit Raggios Frau werden seltener, hören schließlich ganz auf, weil auch sie sich zu einer verschrobenen Persönlichkeit entwickelt. Was nicht aufhört bis zu seinem bitteren Ende, sind die Gefühle von Schuld und Verdammnis, die Zino quälen , bis er in der Niederschrift seiner verzweifelten Geschichten so etwas erhofft wie Vergebung.

„Im Tal des Vajont“ ist ein bewegendes und erschütterndes Lebenszeugnis eines Mannes, dessen Verrat an seinem Freund sein ganzes Leben zerstört. Es führt den Leser in eine ebenso grausame wie schöne Bergwelt des Friaul, die auch heute noch etwas von der Einsamkeit ausstrahlt, in der die Menschen des 19.Jahrhunderts lebten.

Es ist zu hoffen, dass der Graf Verlag nach diesem Buch der deutschsprachigen Öffentlichkeit noch weitere Bücher dieses Schriftstellers zugänglich macht.

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