Max Annas

 3,7 Sterne bei 122 Bewertungen
Autor von Der Hochsitz, Die Mauer und weiteren Büchern.
Autorenbild von Max Annas (©Michele Corleone)

Lebenslauf

Max Annas, gebürtiger Kölner, lebte eine lange Zeit in Südafrika um sein Forschungsprojekt zu südafrikanischem Jazz an der University of Fort Hare in East London zu betreiben. Der Journalist und Redakteur wurde geboren im Jahre 1963 und schrieb zahlreiche Bücher zu Popkultur, Politik und Sport. Sein Debüt-Roman "Die Farm" wurde, als drittbestem Kriminalroman, im Jahre 2014 für den Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet und sein zweiter Roman "die Mauer" erhielt den ersten Platz im Jahre 2017, derselben Auszeichnung. In seiner Sachbuch-Reihe "Absolute" verfasste er bisher erfolgreiche Biografien zu Claude Levi Strauss und Black Beats und sein Kriminalroman "Finsterwalde", beschreibt eine dystopische Zukunftsvision Europas, wo es die europäische Union nicht mehr gibt und der Rechtsradikalismus blüht.

Alle Bücher von Max Annas

Cover des Buches Der Hochsitz (ISBN: 9783499004681)

Der Hochsitz

 (16)
Erschienen am 15.11.2022
Cover des Buches Die Mauer (ISBN: 9783499271632)

Die Mauer

 (15)
Erschienen am 21.05.2016
Cover des Buches Illegal (ISBN: 9783499291388)

Illegal

 (14)
Erschienen am 21.08.2018
Cover des Buches Finsterwalde (ISBN: 9783499291685)

Finsterwalde

 (10)
Erschienen am 23.07.2019
Cover des Buches Die Farm (ISBN: 9783037347010)

Die Farm

 (9)
Erschienen am 24.09.2014

Neue Rezensionen zu Max Annas

Cover des Buches Berlin, Siegesallee (ISBN: 9783498003166)
RenaMs avatar

Rezension zu "Berlin, Siegesallee" von Max Annas

Max Annas – Berlin, Siegesallee
RenaMvor 4 Monaten

Dieser Roman hat mich ziemlich ratlos zurückgelassen. Was er mir erzählen wollte, blieb unklar, ebenso, welches das eigentliche Thema war.

Die Handlung selbst lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: Vier Menschen, die sich mehr oder weniger zufällig begegnen, planen, den Kaiser zu ermorden.

Bei diesen vier Menschen handelt es sich um Friedrich, ein in Deutschland geborener Sohn eines schwarzen Amerikaners, um Erich, Diener eines Malers, der ihn aus Deutsch-Südwest mitgebracht hat, um Joseph, ein Kameruner Theologiestudent. Und um Florentine, Tochter aus gutem Hause.

Letztere, ob aus wirklicher Leidenschaft oder eher aus Langeweile, wünscht sich mehr Rechte für Frauen, wünscht sich, dass Frauen mehr zu erwarten haben als eine gute Partie. Die drei Männer erfahren, es ist das Jahr 1914, immer wieder Ausgrenzung, offenen oder latenten Rassismus. In Gesprächen entsteht der Plan, Männer zu töten, die, vor allem als Militärangehörige, in die Unterdrückung der Bewohner der Kolonien involviert sind. Als die Morde nicht die gewünschte Aufmerksamkeit erregen, gehen sie einen großen Schritt weiter und wollen ein Attentat auf den deutschen Kaiser verüben.

Diese Inhaltsangabe verheißt einen spannenden Roman, einen Krimi vielleicht, einen Roman, der sich dem Thema Rassismus annimmt. Doch es funktioniert nicht. Weder wird dieses Thema vorrangig noch ausführlich behandelt, noch wird es wirklich deutlich. Dazu kommen die anderen Themen, die angerissen, aber nicht zu Ende erzählt werden, wie Frauenrechte, die Verbrechen in den Kolonien, die Arbeit der Polizei, die Obrigkeitsgläubigkeit gegenüber dem Militär und noch einige andere.

Dazu kommt, dass sich mir die eigentlichen Motive der vier Menschen für ihre Taten nicht deutlich zeigen. Die Gespräche zwischen ihnen sind meist halbherzig, versanden in Andeutungen, sind inhaltsleer und nichtssagend. Auch die Darstellung der verschiedenen Lebenssituationen dieser vier Personen, die so unterschiedlich sind in Charakter, Geschichte und Hintergrund, ist eher blass, es entstehen bei der Lektüre keine Bilder, man bekommt kein Gefühl für die Figuren.

Sehr störend sind auch die eingeschobenen Briefe, die Joseph in den folgenden Jahren und Jahrzehnten schreibt, adressiert an seinen Freund Theodor, Florentines Bruder. Er sendet sie aus der Heimat Kamerun, sie beginnen 1914, gehen bis zum Jahr 1941 und wirken seltsam beziehungslos zur laufenden Handlung. Welchen Zweck der Autor damit erreichen will, ist mir unklar geblieben. Zusätzlich stören sie erheblich die Spannung, denn sie verraten, dass die Attentäter offensichtlich ungeschoren blieben.

Manche Ansätze sind vielversprechend, wie die Schilderung der Völkerschau, wo Menschen aus den Kolonien wie Puppen ausgestellt werden, doch auch das versandet, ohne wirklich eine Aussage zu formulieren.

Insgesamt konnte mich der Roman weder unterhalten noch überzeugen.

Max Annas – Berlin, Siegesallee
Rowohlt, Hundert Augen, Januar 2024
 Gebundene Ausgabe, 285 Seiten, 22,00 €

Cover des Buches Morduntersuchungskommission: Der Fall Daniela Nitschke (ISBN: 9783498002695)
V

Rezension zu "Morduntersuchungskommission: Der Fall Daniela Nitschke" von Max Annas

Gefährliche Schlüsse
Vielhaber_Juergenvor 2 Jahren

Max Annas schreibt sehr viel anders als mein Lieblingskrimiautor Ani. Beiden gemein ist , das sie Zeitgeschichte und politische Umwälzungen im Blick haben, ihre Geschichten davor aufblättern.

Mit der Reihe Morduntersuchungskommission wandte Annas sich den Vorgängen in der ehemaligen DDR zu, jetzt liegt bereits der dritte Fall vor, Daniela Nitschke.

Es ist Spätsommer 1987, auch Ost -Berlin steht im Zeichen der 750-Jahr -Feiern. Daniela Nitschke ist nur eines der Opfer, die hier der Verflechtung von Staatssicherheit und verschiedensten Vertretern afrikanischer Gruppen zum Opfer fallen. Der eigentliche Kriminalfall bleibt eher im Hintergrund, fasziniert hat mich wie Annas aus verschiedensten perspektiven erzählt, sei es nun der afrikanische Musiker, der sich mehr und mehr von geheimen Diensten umstellt sieht, oder die linientreue Sekretärin Erika, die Ähnliches erlebt, aber daraus andere nicht weniger gefährliche Schlüsse zieht.

Auch wenn ich mit Jazz nicht viel anfangen kann, macht es Spaß, wie Annas darüber schreibt...

Cover des Buches Terminus Leipzig (ISBN: 9783960542827)
schillerbuchs avatar

Rezension zu "Terminus Leipzig" von Jérôme Leroy

Ein spannender "vierhändiger" Kriminalroman
schillerbuchvor 2 Jahren

Dieses Buch las ich im Rahmen meiner Juryarbeit für die Stuttgarter Kriminächte. Es interessierte mich auch deshalb, weil ich von Max Annas schon einige Bücher gelesen habe, die mir gut gefielen. Außerdem fand ich das Projekt sehr spannend, daß zwei Autoren gemeinsam einen “vierhändigen” Roman schreiben und dabei jeweils nicht wissen, wie der andere die Handlung im nächsten Kapitel fortsetzen wird. Entstanden ist diese Idee auf dem Quais du Polar, einem internationalen Krimifestival. In einer editorischen Noitz werden Idee und Vorgehensweise beschrieben. Ich bedanke mich beim Nautilus Verlag, der mir ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.

Der Inhalt

In Lyon wird ein deutsches Ehepaar ermordet, ehemalige Mitglieder einer linksextremen Gruppe. Christine, hartgesottene Kommissarin in einer Antiterroreinheit und nach einer blutigen Aktion gerade erst rehabilitiert, findet am Tatort ein altes Foto: Es zeigt sie selbst als Kind, mit ihrer Mutter, die vor kurzem Selbstmord begangen hat – und einen »Wolfgang«. Bei ihren Nachforschungen stößt sie auf eine Mail desselben Wolfgang im Postfach ihrer Mutter, kurz vor deren Selbstmord.
Zur gleichen Zeit in der Nähe von Leipzig. Das Haus von Wolfgang und Elke am Rand einer Kiesgrube steht kurz vor dem Abriss. Es ist Zeit, einige im Garten versteckte Relikte aus der Vergangenheit auszugraben, zumal Wolfgang wegen seiner antifaschistischen Twitter-Posts massiv bedroht wird. Christine ahnt nicht, dass in dieser Nacht noch andere auf dem Weg dorthin sind – und dass sie schon bald nichts mehr unter Kontrolle haben wird… (© Nautilus Verlag)

Meine Meinung

Dieser schmale Krimi ist der Gattung des politischen Noir-Krimis zuzuordnen, entsprechend verbindet sich in ihm eine rasante Handlung mit einem politischen Thema, dem des Linksterrorismus, den es sowohl in Deutschland als auch in Frankreich in den 70er und 80er Jahren gab. Jerome Leroy zeichnet dabei verantwortlich für die französische Kommissarin Christine, die mir auf keiner Seite auch nur einen Hauch von Sympathie entlocken konnte. Sie ist bereit, über Leichen zu gehen und auch, sich über alle Vorgaben ihrer Vorgesetzten hinweg zu setzen, als sie am Fundort zweier Leichen ein Bild findet, das mit der Vergangenheit ihrer Mutter zu tun hat.

Max Annas ist für die deutschen Handlungspersonen Wolfgang und seine Lebensgefährtin Elke verantwortlich. Der ehemalige Terrorist ist alt geworden, leidet unter Knieproblemen und tobt sich inzwischen mit politischen Parolen in den sozialen Netzwerken aus. Damit zieht er sich den Hass rechter Aktivisten zu. Auch das ist etwas, was Deutschland und Frankreich gemein haben – die immer stärker werdenden Tendenzen rechter Gewalt.

Während zunächst jeweils abwechselnd aus den jeweiligen Perspektiven erzählt wird, verbinden sich die beiden Handlungsstränge im letzten Drittel des Romans und kulminieren in einem äußerst spannenden und ebenso brutalen Showdown im Haus von Wolfgang und Elke – hier fühlte ich mich fast wie in einem Western.

Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, es ist wirklich extrem spannend. Ich fand es erstaunlich, wie die beiden Autoren die Handlung ganz ohne Brüche zusammengefügt haben – hätte ich nicht um den besonderen Hintergrund der Entstehung gewußt, hätte ich möglicherweise gar nicht bemerkt, daß hier zwei Autoren auf diese ganz besondere Weise die Handlung entwickeln und vorantreiben. Gelungen fand ich auch, wie das Thema Terrorismus, egal ob vergangener linker oder aktueller rechter, einfach als gesellschaftliche Tatsache im Hintergrund mitläuft, ohne dabei diskutiert oder gewertet zu werden. Ich habe jedoch auch wieder einmal festgestellt, daß die Gattung Noir mir nicht unbedingt liegt – so spannend die Lektüre war, so sehr hat mich die rohe Gewalt darin abgestossen. Das ist jedoch mein persönliches Empfinden und hat nichts mit den Qualitäten des Roamns zu tun.

Fazit: Ein sehr gelungenes literarisches Krimiexperiment! Sollte es fortgesetzt werden, könnte es passieren, daß ich trotz meiner Abneigung gegenüber Noir-Krimis wieder schwach werde.

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