Max Annas

 3,8 Sterne bei 102 Bewertungen
Autor von Die Mauer, Illegal und weiteren Büchern.
Autorenbild von Max Annas (©Michele Corleone)

Lebenslauf von Max Annas

Max Annas, gebürtiger Kölner, lebte eine lange Zeit in Südafrika um sein Forschungsprojekt zu südafrikanischem Jazz an der University of Fort Hare in East London zu betreiben. Der Journalist und Redakteur wurde geboren im Jahre 1963 und schrieb zahlreiche Bücher zu Popkultur, Politik und Sport. Sein Debüt-Roman "Die Farm" wurde, als drittbestem Kriminalroman, im Jahre 2014 für den Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet und sein zweiter Roman "die Mauer" erhielt den ersten Platz im Jahre 2017, derselben Auszeichnung. In seiner Sachbuch-Reihe "Absolute" verfasste er bisher erfolgreiche Biografien zu Claude Levi Strauss und Black Beats und sein Kriminalroman "Finsterwalde", beschreibt eine dystopische Zukunftsvision Europas, wo es die europäische Union nicht mehr gibt und der Rechtsradikalismus blüht.

Neue Bücher

Cover des Buches Der Hochsitz (ISBN: 9783499004681)

Der Hochsitz

 (11)
Erscheint am 15.11.2022 als Taschenbuch bei ROWOHLT Taschenbuch.
Cover des Buches Morduntersuchungskommission: Der Fall Daniela Nitschke (ISBN: 9783498002695)

Morduntersuchungskommission: Der Fall Daniela Nitschke

 (2)
Neu erschienen am 19.07.2022 als Gebundenes Buch bei Rowohlt.

Alle Bücher von Max Annas

Cover des Buches Die Mauer (ISBN: 9783499271632)

Die Mauer

 (15)
Erschienen am 21.05.2016
Cover des Buches Illegal (ISBN: 9783499291388)

Illegal

 (14)
Erschienen am 21.08.2018
Cover des Buches We feed the world (ISBN: 9783936086263)

We feed the world

 (11)
Erschienen am 18.04.2006
Cover des Buches Die Farm (ISBN: 9783037347010)

Die Farm

 (9)
Erschienen am 25.09.2014
Cover des Buches Finsterwalde (ISBN: 9783499291685)

Finsterwalde

 (10)
Erschienen am 23.07.2019
Cover des Buches Der Hochsitz (ISBN: 9783499004681)

Der Hochsitz

 (11)
Erscheint am 15.11.2022

Neue Rezensionen zu Max Annas

Cover des Buches Terminus Leipzig (ISBN: 9783960542827)schillerbuchs avatar

Rezension zu "Terminus Leipzig" von Jérôme Leroy

Ein spannender "vierhändiger" Kriminalroman
schillerbuchvor 2 Monaten

Dieses Buch las ich im Rahmen meiner Juryarbeit für die Stuttgarter Kriminächte. Es interessierte mich auch deshalb, weil ich von Max Annas schon einige Bücher gelesen habe, die mir gut gefielen. Außerdem fand ich das Projekt sehr spannend, daß zwei Autoren gemeinsam einen “vierhändigen” Roman schreiben und dabei jeweils nicht wissen, wie der andere die Handlung im nächsten Kapitel fortsetzen wird. Entstanden ist diese Idee auf dem Quais du Polar, einem internationalen Krimifestival. In einer editorischen Noitz werden Idee und Vorgehensweise beschrieben. Ich bedanke mich beim Nautilus Verlag, der mir ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.

Der Inhalt

In Lyon wird ein deutsches Ehepaar ermordet, ehemalige Mitglieder einer linksextremen Gruppe. Christine, hartgesottene Kommissarin in einer Antiterroreinheit und nach einer blutigen Aktion gerade erst rehabilitiert, findet am Tatort ein altes Foto: Es zeigt sie selbst als Kind, mit ihrer Mutter, die vor kurzem Selbstmord begangen hat – und einen »Wolfgang«. Bei ihren Nachforschungen stößt sie auf eine Mail desselben Wolfgang im Postfach ihrer Mutter, kurz vor deren Selbstmord.
Zur gleichen Zeit in der Nähe von Leipzig. Das Haus von Wolfgang und Elke am Rand einer Kiesgrube steht kurz vor dem Abriss. Es ist Zeit, einige im Garten versteckte Relikte aus der Vergangenheit auszugraben, zumal Wolfgang wegen seiner antifaschistischen Twitter-Posts massiv bedroht wird. Christine ahnt nicht, dass in dieser Nacht noch andere auf dem Weg dorthin sind – und dass sie schon bald nichts mehr unter Kontrolle haben wird… (© Nautilus Verlag)

Meine Meinung

Dieser schmale Krimi ist der Gattung des politischen Noir-Krimis zuzuordnen, entsprechend verbindet sich in ihm eine rasante Handlung mit einem politischen Thema, dem des Linksterrorismus, den es sowohl in Deutschland als auch in Frankreich in den 70er und 80er Jahren gab. Jerome Leroy zeichnet dabei verantwortlich für die französische Kommissarin Christine, die mir auf keiner Seite auch nur einen Hauch von Sympathie entlocken konnte. Sie ist bereit, über Leichen zu gehen und auch, sich über alle Vorgaben ihrer Vorgesetzten hinweg zu setzen, als sie am Fundort zweier Leichen ein Bild findet, das mit der Vergangenheit ihrer Mutter zu tun hat.

Max Annas ist für die deutschen Handlungspersonen Wolfgang und seine Lebensgefährtin Elke verantwortlich. Der ehemalige Terrorist ist alt geworden, leidet unter Knieproblemen und tobt sich inzwischen mit politischen Parolen in den sozialen Netzwerken aus. Damit zieht er sich den Hass rechter Aktivisten zu. Auch das ist etwas, was Deutschland und Frankreich gemein haben – die immer stärker werdenden Tendenzen rechter Gewalt.

Während zunächst jeweils abwechselnd aus den jeweiligen Perspektiven erzählt wird, verbinden sich die beiden Handlungsstränge im letzten Drittel des Romans und kulminieren in einem äußerst spannenden und ebenso brutalen Showdown im Haus von Wolfgang und Elke – hier fühlte ich mich fast wie in einem Western.

Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, es ist wirklich extrem spannend. Ich fand es erstaunlich, wie die beiden Autoren die Handlung ganz ohne Brüche zusammengefügt haben – hätte ich nicht um den besonderen Hintergrund der Entstehung gewußt, hätte ich möglicherweise gar nicht bemerkt, daß hier zwei Autoren auf diese ganz besondere Weise die Handlung entwickeln und vorantreiben. Gelungen fand ich auch, wie das Thema Terrorismus, egal ob vergangener linker oder aktueller rechter, einfach als gesellschaftliche Tatsache im Hintergrund mitläuft, ohne dabei diskutiert oder gewertet zu werden. Ich habe jedoch auch wieder einmal festgestellt, daß die Gattung Noir mir nicht unbedingt liegt – so spannend die Lektüre war, so sehr hat mich die rohe Gewalt darin abgestossen. Das ist jedoch mein persönliches Empfinden und hat nichts mit den Qualitäten des Roamns zu tun.

Fazit: Ein sehr gelungenes literarisches Krimiexperiment! Sollte es fortgesetzt werden, könnte es passieren, daß ich trotz meiner Abneigung gegenüber Noir-Krimis wieder schwach werde.

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Cover des Buches Morduntersuchungskommission: Der Fall Daniela Nitschke (ISBN: 9783498002695)walli007s avatar

Rezension zu "Morduntersuchungskommission: Der Fall Daniela Nitschke" von Max Annas

Folge dem Wolle
walli007vor 2 Monaten

Otto Castorp ist in die Hauptstadt der DDR versetzt worden, zur zweiten Morduntersuchungskommission. Im Jahr 1987 sind die jungen Leute nicht mehr so leicht zu bändigen. Deshalb müssen die vom Mord auch mal auf der Straße aushelfen. Und dann werden kurz nacheinander zwei Tote gefunden, eine junge Frau aus dem Osten und ein Musiker aus dem Westen. Den Westbürger übernehmen sofort die Politischen, doch die Unbekannte wird ein Fall für die Zweite. Gleichzeitig wird die Sekretärin Erika Fichte gebeten, die Unterlagen ihres Chefs zu sichten und sich Gedanken zu machen. Über den Verbleib von Wolle ist nichts bekannt.


Es ist der dritte Fall für Otto Castorp. Nachdem der letzte große Fall so dramatisch endete, ist Castorp froh, woanders eingesetzt worden zu sein. Der Mord an der jungen DDR-Bürgerin ist rätselhaft. Die junge Frau wirkt zu unscheinbar, um einen Killer anzulocken. Erika Fichte hingegen fragt sich, wieso sie Fragen zum Verschwinden ihres Chefs klären soll. Gibt es da nicht Profis? Wolle war verantwortlich für die Unterstützung des ANC im Kampf gegen das Apartheidregime in Südafrika. Als Sekretärin hat Erika einen anderen Blickwinkel als die professionellen Ermittler. Sie kennt die Arbeitsweise ihres Chefs.


Schon zwei Jahre vor der Wende sind die Veränderungen, die die Zeit damals brachte, zu spüren. Die Einflussnahme des Systems im Osten auf befreundete Organisationen scheint nicht mehr hundertprozentiger Überzeugung durchgeführt zu werden. Und doch sind sie rührig. Auf spannende Art und Weise schildert der Autor die Zusammenhänge, die schließlich dazu führen, dass sich die Wege unterschiedlichster Personen zu einem packenden Finale kreuzen. Aus der Perspektive verschiedener Personen wird die Erzählung vorangebracht. Und so setzt sich das Puzzle langsam zusammen. Dabei wird die politische Lage informativ und fesselnd mit eingebaut. Die Einflussnahme eines vermeintlich stärkeren befreundeten Staates ist interessant beschrieben und wirkt unerwartet als eine Erklärung, wieso sich manche Staaten heutzutage so und nicht anders positionieren. Dieser spannende zeitgeschichtliche Kriminalroman macht neugierig, ob zu erfahren sein wird, wie Otto Castorp die Wendezeit erleben wird.


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Cover des Buches Terminus Leipzig (ISBN: 9783960542827)miss_mesmerizeds avatar

Rezension zu "Terminus Leipzig" von Jérôme Leroy

Jérôme Leroy / Max Annas - Terminus Leipzig
miss_mesmerizedvor 7 Monaten

Nach einem Alleingang mit ihrem Team, bei dem ein Kollege tödlich getroffen wird, wird die DGSE Kommissarin Christine Steiner zunächst beurlaubt. Die Zeit soll sie auch nutzen, um den Selbstmord ihrer Mutter zu verarbeiten. Obwohl privat unterwegs bittet ihr Chef sie, bei einem Einsatz in Lyon zu unterstützen. Dort wurde ein älteres deutsches Ehepaar ermordet, ehemalige Mitglieder einer linksextremen Gruppierung, auf die ein deutsch-französisches rechtes Bündnis offenbar gerade Jagd macht. Als Christine den Tatort inspiziert, findet sie etwas, das sie völlig aus der Bahn wirft: ein Foto, auf dem ihre Mutter und sie als Kleinkind zu sehen sind. Ihre Mutter hatte nie darüber gesprochen, weshalb sie 1971 alle Brücken zu ihrer deutschen Heimat abgebrochen hat. Christine benötigt nicht viele Informationen, um sich schon kurz danach auf den Weg nach Leipzig zu machen und Rache zu nehmen.

 

Es gibt Autoren, zu deren Büchern man greift, ohne auch nur einen kurzen Blick auf den Klappentext zu werfen. Jérôme Leroy zählt für mich zu diesen, Max Annas konnte mich bislang gleichermaßen begeistern. Eine Kooperation von beiden ist daher etwas, das ich mir kaum entgehen lassen konnte. „Terminus Leipzig“ ist im Rahmen des Krimifestivals „Quais du Polar“ zwischen den beiden Autoren und ihren Verlagen Edition Nautilus aus Deutschland und Le Point aus Frankreich entstanden. Wie auch in ihren anderen Romanen wird die Handlung von gesellschaftspolitischen Ereignissen getragen, hier der gegenwärtige Terrorismus, der mit der linksextremen Gewalt in der Bundesrepublik der 1970er geschickt verbunden wird.

 

Als Leiterin einer Antiterroreinheit ist Christine unerschrocken und strategisch in ihrem Vorgehen. So akribisch sie sich über ihre Zielpersonen informiert, hat sie die fehlenden Informationen über ihre eigene deutsche Herkunft immer hingenommen und die Mutter nie genötigt, etwas über ihre Zeit vor dem Umzug in die französische Provinz zu berichten. Das Foto vom Tatort lässt jedoch kaum andere Schlüsse zu als dass die unauffällige Krankenschwester offenbar eine extremistische Vergangenheit hat. In Wolfgang Sonne, der ebenfalls zu sehen ist, glaubt Christine ihren Vater zu erkennen, weshalb sie sich auf den Weg zu ihm macht, um Antworten auf die bislang nie gestellten Fragen zu erhalten. Doch dafür bleibt kaum Zeit, denn gerade in Leipzig angekommen, geraten sie in das Feuer der Rächer, die Sonne ebenfalls ausfindig gemacht haben.

 

Ein rasanter Kurzkrimi, der sich nicht lange mit der Figurenentwicklung aufhält, sondern unmittelbar ins Geschehen einsteigt. Eine vielversprechende Zusammenarbeit der beiden Autoren, die für mein Empfinden noch stärker hätte ausgebaut werden können, denn sie reißen nur an, was sie eigentlich können. Auch die Handlung bietet noch Entwicklungsspielraum, womöglich ist dies ja in dem Cliffhanger am Ende angelegt, wünschen würde ich mir das jedenfalls.

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