Max Brod Stefan Rott oder Das Jahr der Entscheidung

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Inhaltsangabe zu „Stefan Rott oder Das Jahr der Entscheidung“ von Max Brod

Dieser Roman wurde oft als Max Brods 'Zauberberg' bezeichnet, spielt er doch 1914, in den letzten Monaten vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, welcher das alte Europa zum Einsturz brachte. Aber nicht ein entlegenes Sanatorium, sondern die kleine deutsche Gemeinde in Prag ist bei Brod das Modell der bürgerlichen Gesellschaft vor dem Kriege. Im Mittelpunkt steht der Gymnasiast Stefan Rott, ein junger Mann aus guter Familie, der sich die Welt zu erklären sucht und seine erste Liebe erlebt - er verehrt Phyllis, die Mutter eines Klassenkameraden und wird schließlich sogar von ihr erhört. Hinter der gutbürgerlichen Fassade aber verbergen sich Lüge und Korruption, wie Stefan nach und nach erkennen muss. Die schöne Phyllis ist dem reichen Advokaten Urban zugetan, und Geld spielt dabei durchaus eine Rolle.Mit dem Attentat von Sarajevo stürzt auch diese kleine Prager deutsche Welt in den Abgrund: Frau Phyllis schießt auf ihren Ehemann, der Anarchist Dlouhy, Stefans Klassenkamerad, wird zum Tode verurteilt. Private und politische Entwicklung sind am selben Punkt angelangt: es wird nicht mehr geredet, es wird geschossen.

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    Stefan Rott oder Das Jahr der Entscheidung

    HeikeM

    Im April 1914 lernt man den Prager Gymnasiasten Stefan Rott kennen. Er ist ein guter Schüler und entstammt einem ebenso guten Hause. Die Welt ist noch in Ordnung. Stefan kümmert sich um die Schule und seinen Freundeskreis. Er führt tiefe Gespräche über die Fragen des Lebens und der Moral mit seinem Religionslehrer, dem Katecheten Professor Werder. Er ist hin- und hergerissen von diesen Gesprächen, denn der Professor warnt ihn eindringlich vor Hochmut und böser Begierde zwei Eigenschaften, die dem 17-jährigen nicht fremd sind, begehrt er doch die Mutter seines engsten Freundes Anton Liesegang innigst. Mit seinem Freund Anton entzweit er sich, kommt ihm später aber wieder näher, noch mehr nähert er sich aber Phyllis Liesegang an. Max Brod hat einen Roman geschrieben, der sehr ruhig und ausführlich den Alltag im Frühjahr und Frühsommer des Jahres 1914 schildert. Es geschieht nicht sehr viel. Die Schüler gehen in die Schule, haben ihre ganz normalen Probleme, Zwistereien und erste Verliebtheiten. Aber es würde dem Roman nicht gerecht, würde man ihn auf diese Sphäre der Handlung reduzieren. Der Autor gibt ein sehr genaues Zeitbild ab. Ein Erzähler überblickt die Zusammenhänge und vermittelt diese dem Leser in dem Maße, wie es für das Verständnis der Handlung erforderlich ist. Er schildert alltägliche Begebenheiten ebenso wie die vorherrschen politischen Strömungen, dabei bedient sich der Autor einer Sprache, die den verstaubten Charme der k. u. k. Monarchie aufleben lässt. Sein Sprachstil ist durchaus anspruchsvoll. Seine langen und mitunter verschachtelten Sätze, die man sich häufig auf der Zunge zergehen lassen muss, fordern dem Leser Konzentration auf den Text ab. Dafür wird man aber mit einem völligen Eintauchen in die Welt des Stefan Rott in seine Gedanken und Gefühle und die historische Situation entschädigt. Dieser Roman hat etwas sprachlich so Erhabenes, das ihn aus der Massen- und Mainstreamliteratur deutlich hervorragen lässt. Stefan Rott, sein Freund Anton und beider Mitschüler Dlouhý stehen für verschiedene politische Strömungen. Das Attentat von Sarajewo hat nicht nur Auswirkungen auf die Weltpolitik, auch der kleine Prager Kosmos um unsere Protagonisten ändert sich schlagartig. Auch im Max Rotts Welt wird jetzt geschossen. „Stefan Rott oder Das Jahr der Entscheidung“ ist ein ganz wundervoller Roman über eine Jugend und das Zerbrechen einer heilen Welt. Leser, die Freude an ruhiger Erzählweise und grandiosem Sprachgebrauch haben, werden diesen Roman mit Sicherheit mögen.

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