Max Czollek Lyrik von Jetzt 3

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Inhaltsangabe zu „Lyrik von Jetzt 3“ von Max Czollek

Eine neue Generation von jungen Autorinnen und Autoren ist in den letzten Jahren auf den Plan getreten in der deutschen Lyrik: mit eigenen Büchern, in Anthologien und Zeitschriften, in Blogs, aber nicht zuletzt auch auf Lesebühnen in allen Metropolen und in der Provinz. Lautstark macht sie von sich reden, und wird wahrgenommen: Von Lesern, aber eben auch und vielleicht sogar vor allem von Zuhörern und Zuschauern. Es zeigt sich: Die Sprechweisen sind außerordentlich heterogen, und faszinierend sind die Interferenzen, das Gespräch untereinander, die Auseinandersetzung zwischen Gruppierungen, deren Neuzusammensetzung. Das Klischee des einsam in der Dachstube vor sich hin dichtenden Autors hat vielleicht noch nie ganz gestimmt, heute trifft es ganz gewiss nicht mehr zu. Die Besonderheit dieses von der Literaturwerkstatt Berlin initiierten Projekts: Junge Lyriker von der Nord- und Ostsee bis südlich der Alpen fanden in Kontakt zueinander und begannen einen intensiven Austausch ihrer Arbeiten. In den drei Ländern fand eine Vielzahl von Veranstaltungen statt, auf denen sie sich mit enormer öffentlicher bzw. medialer Wahrnehmung präsentierten. Das Ergebnis in der klassischen Buchform ist jetzt zu besichtigen.

Hier findet jeder und jede ein wunderbares Gedicht, das nicht mehr aus dem Kopf geht.

— Julino
Julino

Spannender Einblick in die aktuelle deutschsprachige Lyrik!

— MarinaB
MarinaB

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  • Czollek, Fehr, Prosser (Hgg.): Lyrik von Jetzt 3

    Lyrik von Jetzt 3
    Julino

    Julino

    Die Lyrik hat es heutzutage nicht leicht in Deutschland. Die junge, deutschsprachige vielleicht noch schwerer. Umso wichtiger scheint es, dass sich junge Lyriker*innen gegenseitig befruchten und unterstützen. Das Projekt babelsprech hat in den vergangenen zwei Jahren erfolgreich ein Netzwerk Schreibender aus Deutschland, der Schweiz und Österreich geschaffen. Lyrik von Jetzt 3 (Wallstein Verlag) ist nun das literarisch-fulminante Ergebnis dieser Zusammenarbeit. Vor zwei Jahren, im Herbst 2013, trafen sich 29 Dichter*innen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland in Lana (Südtirol). Alle sind nach 1980 geboren, alle diskutierten über zeitgenössische, junge Lyrik – wie eine sinnvolle Vernetzung zwischen den drei Ländern entstehen kann und welche Chancen es gibt, Lyrik einem breiten Publikum wieder schmackhaft zu machen. Aus diesem Treffen junger Lyriker*innen entstand das Projekt babelsprech unter der Kuration von Max Czollek (Deutschland), Michael Fehr (Schweiz) und Robert Prosser (Österreich). Zwei Jahre lang trafen sich junge Dichter*innen zum (digitalen) Austausch, zu Lesungen und auf einer Konferenz im April 2015 in Bern. Lyrik von Jetzt 3 versammelt 84 Autor*innen und ihre lyrischen Werke, die ganz unterschiedlich anmuten und doch die Brücken zwischen drei verschiedenen Ländern schlagen. Die Anthologie steht, schon rein äußerlich, in der Tradition der ersten beiden Bände Lyrik von Jetzt 1 und Lyrik von Jetzt 2, beide herausgegeben von Björn Kuhligk und Jan Wagner. Dennoch grenzt sich der dritte Band vor allem durch seinen trinationalen Bezug von seinen Vorgängern leicht ab. Als Konglomerat neuester, deutschsprachiger Lyrik hält Lyrik von Jetzt 3 thematisch als auch grafisch ganz unterschiedliche Beiträge bereit. Auf gestalterischer Seite ist hier Die Bahn eines Fisches von Sandra Burkhardt hervorzuheben, die sie nicht nur schriftlich darstellt, sondern zudem auch visualisiert. Auch Barbara Arnolds Aus den Tagen 10802-10960 fällt optisch ins Auge. Das Gedicht erstreckt sich in Form eines Tagebuchs über mehrere Seiten, wobei nicht alle Tage mit Ereignissen gefüllt sind. Andreas Bülhoff lässt dagegen seine Texte, plugs, in gleichmäßigen hohlen Vierecken über die Seite laufen und zwingt die Leserschaft zum „Arbeiten“ mit dem Buch. Ein Hin- und Herdrehen bleibt da nicht aus und macht durchaus Spaß. Abwechslung bieten auch Dagmara Kraus’ sowie Mónika Koncz’ Textcollagen, liebe- und gehaltvoll zusammengesetzt aus Papierschnipseln und Zeitungsfetzen. Thematisch glänzen die Beiträge ebenfalls auf ganz unterschiedliche Weisen. Jan Skudlarek beispielsweise widmet sich einem sehr klassischen Sujet, der Liebe und ihrem Scheitern. Ohne abschließendes Satzzeichen lässt uns Die paar Tage damalszurück mit einem Schluss, der lapidar klingt, aber dennoch nachhallt in den Ohren: dem Aspekt der Archivierung. Seitdem Du weg bist / hat sich allerhand angestaut. Ich habe das WLAN / nach Dir benannt, ich hoffe das ist okayIn eine ähnlich melancholische Richtung gehen die wunderbar stimmig formulierten Texte von Eva Seck und Elisabeth Steinkellner. Auch Christoph Szalays plus einundzwanzig grad und schlägt einen nachdenklichen Ton an. Dabei referiert der Lyriker immer wieder kritisch auf aktuelle Ereignisse in der Medienlandschaft: plus dreiundzwanzig grad und unter dir zieht deutschland vorbei immer noch golden immer noch glaenzend / immer noch sommermaerchen so gehen die gauchos, die gauchos die gehen so und so gehn die deutschn, die deutschn / die gehen so also nachdenken ueber rollen und richtungen alles was du wegbiegung nennst flussverlauf vaterlandsSzalays Beiträge zeigen, dass junge Lyrik neben aller Ästhetik auch kritisches Nachdenken über Zeitgeschehen zulässt. So bildet sich in Lyrik von Jetzt 3 ein Porträt der Generation jener, die nach 1980 geboren wurden, ab. 84 Stimmen aus drei Ländern, die etwas zu sagen haben und dies auch noch poetisch verpacken können: Das ist nicht nur schön und bereichernd für die gesamte deutschsprachige Lyriklandschaft, sondern bereitet auch den Weg für die nächste Generation junger Lyriker*innen.Lyrik von Jetzt 3 beweist, dass es sich durchaus lohnt, für die junge, deutschsprachige Lyrik über Grenzen zu gehen. Die Anthologie verspricht eine kurzweilige, abwechslungsreiche Lektüre und hält mit Gewissheit für jede*n Leser*in ein neues Lieblingsgedicht bereit. Hier kommt einer meiner Lieblingstexte, ein Gedicht von Marina Skalova: was bleibt der bach, die erde die hölzernen wände das weiss, zwischen den worten

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  • Lyrik lebt!

    Lyrik von Jetzt 3
    MarinaB

    MarinaB

    17. October 2015 um 15:59

    Gerade ist der Band Lyrik von Jetzt 3 erschienen. Die ersten beiden Bände wurden 2003 und 2006 von Björn Kuhligk und Jan Wagner herausgegeben. Nun gibt es ein neues Konzept, nun sind es drei Herausgeber, Max Czollek aus Deutschland, Robert Prosser aus Österreich und Michael Fehr aus der Schweiz, die hier junge deutschprachige Lyrikstimmen  unter dem Namen Babelsprech versammeln. Babelsprech.org gibt es schon seit 2013, es wurde als Projekt zur Vernetzung junger Lyriker gegründet. Die Anthologie in Buchform ist im Wallstein Verlag erschienen. Wieder hat eine ähnliche Debatte unter Lyrikern im Netz begonnen, wie es beim "Jahrbuch der Lyrik" der Fall war. Kanon hin oder her, Altersbegrenzung ja oder nein, politisches oder Naturgedicht... In einer Anthologie werden immer Namen fehlen, die dafür vielleicht in einer anderen vorhanden sind. Ob es nun die "wichtigsten" oder wichtige Stimmen der jungen deutschsprachigen Lyrik sind, ich freue mich über jede Anthologie, die versucht, gute Lyrik zum Leser zu bringen. Der darf dann selbst entscheiden, was er wichtig findet. Wie hat sich Lyrik in den letzten Jahren verändert, in welche Richtung entwickelt? Es ist eine für mein Empfinden gelungene Auswahl, die einen spannenden Einblick in die Vielfalt der lyrischen Möglichkeiten bietet. Es lohnt sich in diesen Band einzutauchen, Ich bin leidenschaftliche Lyrikleserin, bin allerdings wenig geneigt, allzu viel poetologisch zu hinterfragen, zu interpretieren. Lyrik braucht Zeit beim Lesen. Gedichte muss jeder für sich selbst (er)finden. Meine Auswahl (siehe unten) ist  also eine rein subjektive. Ich empfehle jedem Leser sich auf das Abenteuer Lyrik einzulassen! "Lyrik von Jetzt" bietet dafür eine wunderbare Gelegenheit! Von Jedem/r sind mehrere Gedichte abgedruckt, so dass sich ein guter Einblick in die Ausdrucksart und -form jedes/r Einzelnen bietet. Überrascht hat mich, wie viele blockartige Texte es gibt, die eher an Kurzprosa als an Lyrik denken lassen (Ist das der neue Trend?). Jedoch gibt es auch Gedichte, die sich aus der Form lösen - fliegende Verse und auch Wortcollagen. Ich bin schon auf den ersten Seiten fündig geworden. Für mich sind die Gedichte von Anja Kampmann ein großer Einstieg gewesen (und bleiben wohl auch meine Favoriten). Ebenso wie Marina Skalovas kurze sehr ausdrucksstarke Texte, z.B.: "was bleibt der bach, die erde die hölzernen wände das weiß, zwischen den worten" Da ich ein Faible für Collagen habe mag ich auch die Arbeiten von Mónika Koncz. Schöne Entdeckungen waren die Gedichte von Iris Blauensteiner, Elisabeth Steinlechner, Rike Scheffler, Sascha Garzetti, Moritz Gause und Alexander Makowka. Das Buch wurde kürzlich in der Literaturwerkstatt Berlin vorgestellt und reist mit weiteren Lesungen durch die Lande: http://www.wallstein-verlag.de/9783835317390-lyrik-von-jetzt-3.html

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