Max Frisch

 3,7 Sterne bei 5.791 Bewertungen
Autor von Homo faber, Andorra und weiteren Büchern.
Autorenbild von Max Frisch (©(c) Andrej Reiser / Suhrkamp Verlag)

Lebenslauf von Max Frisch

Max Frisch war Schweizer Architekt und Schriftsteller, der 15. Mai 1911 in Zürich geboren wurde. Der zweite Sohn von Franz Bruno Frisch (Architekt) und Karolina Bettina Frisch (geb. Wildermuth) war einer der bedeutendsten Autoren der Nachkriegszeit. Während das Verhältnis zum Vater unbedeutend ist, steht er seiner Mutter Karolina sehr nahe. Frisch wird in einfachen Verhältnissen groß. Bereits während seiner Gymnasialzeit schreibt er erste Bühnenstücke, die aber niemals aufgeführt werden und die Frisch nachträglich vernichtet. Der Vater seines Schulfreundes Werner Coninx ist zu jener Zeit Verlagschef und gibt Frisch bereits in jungen Jahren immer wieder Impulse für seine spätere Laufbahn als Schriftsteller. Seine Eltern geben ihm die Möglichkeit, eine Studienrichtung nach eigener Wahl einzuschlagen und so entscheidet sich Frisch zum Germanistik-Studium. Geprägt durch den deutschen Nationalsozialismus beginnt Frisch ein kritisches politisches Bewusstsein zu entwickeln. Vorerst gibt Frisch 1937 das Schreiben auf und beginnt ein Architektur-Studium. Doch bereits 1938 gewinnt er den Conrad-Ferdinand-Meyer Preis, der mit 3000 Schweizer Franken sehr hoch dotiert ist. 1939 wird Frisch Kanonier der Schweizer Armee, für die er bis 1945 tätig ist. Während dieser Zeit beginnt er Notizen in der Zeitschrift Atlantis über das Kriegsgeschehen zu veröffentlichen. 1942 gewinnt Max Frisch einen ebenfalls mit 3000 Schweizer Franken dotierten Architekturpreis, das dadurch entstandene Gebäude steht heute unter Denkmalschutz. Ab 1945 ist Max Frisch für das Theater tätig. In dieser Zeit entstehen Stücke, die vom Krieg gezeichnet sind und immer wieder für öffentliche Diskussionen sorgen. Max Frisch stirbt am 4. April 1991 in Zürich.

Neue Bücher

Cover des Buches Homo faber (ISBN: 9783518471845)

Homo faber

 (3.256)
Erscheint am 21.11.2021 als Hardcover bei Suhrkamp.

Alle Bücher von Max Frisch

Cover des Buches Homo faber (ISBN: 9783518471845)

Homo faber

 (3.256)
Erscheint am 21.11.2021
Cover des Buches Andorra (ISBN: 9783518734803)

Andorra

 (993)
Erschienen am 09.12.2013
Cover des Buches Stiller (ISBN: 9783518462348)

Stiller

 (357)
Erschienen am 11.03.2011
Cover des Buches Mein Name sei Gantenbein (ISBN: 9783518462362)

Mein Name sei Gantenbein

 (229)
Erschienen am 11.03.2011
Cover des Buches Montauk (ISBN: 9783518189207)

Montauk

 (147)
Erschienen am 19.05.2011
Cover des Buches Der Mensch erscheint im Holozän (ISBN: 9783518738856)

Der Mensch erscheint im Holozän

 (50)
Erschienen am 10.12.2012

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Max Frisch

Cover des Buches Stiller (ISBN: 9783518462348)Catastrophias avatar

Rezension zu "Stiller" von Max Frisch

Was macht die Identität eines Menschen aus?
Catastrophiavor 4 Monaten

Als er in die Schweiz einreist, wird der auktoriale Erzähler, der sich selbst James White nennt, festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, in Wirklichkeit Anatol Stiller zu sein und sich zudem der Spionage schuldig gemacht zu haben. im Gefängnis schreibt er mehrere Hefte voll, in denen er sein Leben schildert, seine Reisen, seine Begegnungen mit Menschen, die den früheren Anatol Stiller kannten und alle davon überzeugt sind, ihm nun gegenüberzusitzen. Er dagegen streitet es vehement ab.


Wer entscheidet über die Identität einer Person? Was macht eine Person zu der, die sie ist, wie glaubwürdig sind Erinnerungen? Diese Fragen stellt man sich beim lesen unweigerlich, und da White (oder Stiller?) gleichzeitig der Erzähler ist, durch den wir die Geschichte lesen, setzen wir uns auch immer wieder mit ihm auseinander. Ist er verlässlich, glaubt er selbst, Stiller nicht zu sein, ist er Stiller? Lenkt er aus guten Gründen von seiner Identität ab oder läuft er vor ihr davon, oder täuschen sich einfach alle anderen?

In diesem Sinne ist der Roman eine spannende philosophische Auseinandersetzung nicht nur mit der Frage nach Identität, sondern auch der Frage, ob und wie man über sich selbst erzählen kann. Gewürzt wird alles mit einer ordentlichrn Portion Gesellschaftskritik. Auch, wenn es teilweise etwas langatmig ist - die Sprache und das Thema machen das Buch definitiv sehr lesenswert und zu Recht zu einem Klassiker.



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Cover des Buches Stiller (ISBN: 9783518462348)beccariss avatar

Rezension zu "Stiller" von Max Frisch

Identitätsproblematik
beccarisvor 6 Monaten

Dieser Klassiker aus dem Jahr 1954 ist höchst spannend zu lesen. Entstanden in der Nachkriegszeit gehört dieses Werk zu den wichtigsten des letzten Jahrhunderts. Die Selbstentfremdung in einer entfremdeten Welt steht im Zentrum. „Ich bin nicht Stiller“ so beginnt der Roman. Er führt den Leser durch die Biografie eines Mannes, der nicht mehr der ist, der er mal war. Die Identität als zentrales und für die Menschen ein immer wiederkehrendes Thema wird hier von verschiedenen Perspektiven aus beobachtet: die Innensicht der Hauptfigur, in Form von Tagebuch-Berichten sowie die Aussensicht von Familienmitgliedern und Freunden. Da ist einerseits die Ehefrau Julika, dessen Beziehung zu dem verschollenen Stiller schwierig und höchst belastend ist. Anderseits spielt Rolf als Freund und späterer Staatsanwalt sowie dessen Ehefrau Sibylle eine wichtige Rolle im Leben des Protagonisten.


Interessant sind auch die kleinen Geschichten in der Geschichte, die als Parallelen zum Leben Stillers gelesen werden können. Die Geschichte „Isidor“ mit Bezügen zur Fremdenlegion und die Analogien zur griechischen Mythologie geben dabei interessante Hinweise. Das Märchen von „Rip van Winkle“ weist phantastische Merkmale auf und ist von spielerischer Ironie.


Nach vielen Jahren wieder gelesen, hat mich dieser Roman sehr begeistert. Er ist vielschichtig und nahezu wie ein Krimi zu lesen.

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Cover des Buches Andorra (ISBN: 9783518734803)B

Rezension zu "Andorra" von Max Frisch

Mein erster Klassiker und echt mal was anderes!
books_of_maevor 8 Monaten

Inhalt:  (WICHTIG: SPOILER!!!)

Dieses Drama handelt von Andri,  der in einer  kleinen Stadt namens „Andorra“ lebt.  Andri ist ein totaler Außenseiter. Als einziger Jude wird er diskriminiert und ausgeschlossen. Nach außen hin tun alle Andorraner unschuldig, doch  schaut man näher hin, ist dies nicht der Fall.   Andri hat eine ihn liebende Pflegefamilie und ist mit seiner Pflegeschwester Barblin glücklich, aber noch heimlich verlobt. Er  macht außerdem eine Lehre als Tischler, wo er ganz gut verdient. Der Tischler versetzt ihn dann aber in den Verkaufsbereich des Geschäftes, mit dem Argument: das Handwerk läge einem Juden einfach nicht. Das macht Andri unglücklich. Und ab dem Zeitpunkt scheint es auch nicht mehr besser für Andri zu werden. Erst geht die Bekanntgabe seiner Verlobung mit Barblin schief und sein Pflegevater erlaubt es nicht. Und  dann erwischt er  einen Soldaten mit offener Hose in Barblins Zimmer. Er versteht das ganz falsch...aber seine Welt bricht für ihn zusammen und dann wird er auch noch für den Mord an einer fremden Senora angeklagt... Kann Andri noch gerettet werden?

Meine Meinung:

Ich fand diese Lektüre sehr interessant. Es war mal was komplett anderes, als das was ich sonst so lese, und das hat mir gefallen.   Die Lektüre ist als Theaterstück geschrieben und hat somit fast nur Dialoge, abgesehen von den Regieanweisungen zwischen den Dialogen. Man hat aber trotzdem alles super verstehen können und ich fand dass die Dialoge insgesamt sehr positiv ausgeprägt und informativ waren. Die Handlung hat einen stetigen Anstieg zum Höhepunkt gemacht, dieser wurde kurz nach der Hälfte ungefähr erreicht, dann nimmt sie eine drastische Wendung bzw Überstürzung der Ereignisse. Es gab viele Charaktere, die nur nach ihrem Beruf benannt wurden, wie zum Beispiel: der Lehrer. Er wird einfach „Lehrer“ genannt. Das gleiche mit dem Wirt. Oder dem Doktor. Doch trotz dieser recht unpersöhnlichen Ansprache fand ich jeden Charakter individuell ausgeprägt und konnte  ihn gut kennenlernen.  

Vor allem in der heutigen Zeit, wo Diskriminierung und Rassismus ja leider doch noch ein Thema ist, empfehle ich die Lektüre auf jeden Fall weiter. 

Sternenbewertung liegt bei 4 von 5 Sternen. 😊

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Zusätzliche Informationen

Max Frisch wurde am 14. Mai 1911 in Zürich (Schweiz) geboren.

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