Max Frisch »Wie Sie mir auf den Leib rücken!«

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Inhaltsangabe zu „»Wie Sie mir auf den Leib rücken!«“ von Max Frisch

Schriftsteller sind beliebte Interviewpartner, aus zweierlei Gründen: Man erhofft sich von ihnen Aufschluss über ihre eigenen Werke und Aufklärung über die allgemeine Weltlage. Das Schriftstellerinterview ist eine Fortsetzung der Literatur mit den Mitteln der Mediensprache. Es lebt von der Unmittelbarkeit, mit der sich Schriftsteller zu Wort melden und zu literarischen, gesellschaftlichen und politischen Themen Stellung beziehen.
Max Frisch war der Inbegriff eines Schriftstellers, der sich einmischt und gehört wird. Er hat unzählige Interviews gegeben, obwohl er sie eigentlich gar nicht mochte. Umso virtuoser beherrschte er sie: Er war ein master conversationalist, wie sich Jodi Daynard ausdrückt, die ihn in den achtziger Jahren drei Tage lang interviewte.

Nun erscheint erstmals eine Auswahl der besten Interviews und Gespräche mit Max Frisch. Einige davon werden zum ersten Mal überhaupt oder zum ersten Mal in voller Länge oder zum ersten Mal in deutscher Sprache veröffentlicht. Im Gespräch über Themen wie Vernunft und Utopie, Ideologie und Kritik, Hass und Gewalt, aber auch über Fakt und Fiktion, Poesie und Polemik werden Fragen beantwortet, die bis heute aktuell sind.

Nicht ganz, was ich erwartet hatte.

— hmosach
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    »Wie Sie mir auf den Leib rücken!«

    michael_lehmann-pape

    09. May 2017 um 12:20

    Annäherung von vielen Seiten herIn Bezug auf Max Frisch ist die Gattung des „Schriftstellerinterviews“, wie sie der Herausgeber des Bandes, Thomas Strässle benennt, eine in besonderem Maße gehaltvolle.„Er war ein Autor, über dessen Texte sich umgehend die Frage nach den Entstehungshintergründen, insbesondere den autobiographischen, stellt“.Und darin enttäuschen die, bedacht ausgewählten, Interviews im Buch nicht.Über alle Lebensphasen hinweg führen die abgedruckten Gespräche, vom „jungen Autor“ hin zum erfahrenen und mit Lebensweisheit ausgestatteten Denker („Ich kann mir kaum vorstellen, dass ohne politisches Bewusstsein große Literatur entsteht“) von 1989).Und doch findet sich, fast durchgehend im Hintergrund, auch die kritische Haltung Frischs zum Interview, darin gipfelnd, dass er 1982 im Tagebuch notiert:„Was erwartet man von einem Schriftsteller? Das er Interviews gibt!“.Wo doch, wie er an anderer Stelle betont, die Leute ja eigentlich einfach auch nur seine Bücher lesen könnten“.Worin dann aber u.a. seine Beziehung zu Ingeborg Bachmann nicht in derselben expliziten Form von ihm dargestellt wird, wie es in einem der INt4erviews geschieht. Allerdings muss sich dabei der Leser im klaren sein, dass Frisch den Unterschied zwischen „persönlich“ und „privat“ gut einzuhalten versteht.Persönlich sind seine Interviews immer, ohne jedoch intime, private Details zu thematisieren. Es sind durchaus auch die „großen Themen der Zeit“, auf die Frisch, wie in seinen Werken, auch in den Interviews mit klarer, erkennbarer, persönliche Haltung eingeht.Eher also „das Gespräch“, mit dem Erkenntnisse auf Augenhöhe befördert werden war die von Frisch bevorzugte Art und Weise, einander zu solchen Anlässen zu begegnen, als die reine „Informationsbeschaffung“ im Frage und Antwort Spiel.Sehr lebendig und anregend sind dabei die Interviews zu verschiedenen Themen Im Buch zu lesen mit einem immer präsent wirkenden Max Frisch.Vom Anspruch, öffentlich Einfluß zu nehmen, davon, dass „wir die Welt anders einrichten müssen“ (was im Weiteren auch mit der Frage der Emanzipation zusammenhängt, die wiederum seine Beziehung zu Bachmann stark mit geprägt hat), bis dahin, dass die „Literatur Möglichkeiten aufzeigen sollte“ und das „ohne Widerstand keine Hoffnung ist“.So bietet dieser Sammelband einen interessanten Überblick der Themen und Positionen des Autors und eine chronologisch geordnete Darstellung seiner intellektuellen Biografie, die auch für die Gegenwart grundlegendes mitzuteilen hat und es allemal wert ist, gelesen zu werden.

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