Andorra

von Max Frisch 
3,4 Sterne bei931 Bewertungen
Andorra
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Positiv (455):
Antigone8s avatar

Ein Drama, dass sich mit der Angst, dem Vorurteil und der Schuld beschäftigt. Immer noch aktuell und lesenswert.

Kritisch (185):
Sallygirls avatar

es ging

Alle 931 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Andorra"

Text und Kommentar in einem Band. In der Suhrkamp BasisBibliothek erscheinen literarische Hauptwerke aller Epochen und Gattungen als Arbeitstexte für Schule und Studium. Der vollständige Text wird ergänzt durch anschaulich geschriebene Kommentare.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783518188088
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:176 Seiten
Verlag:Suhrkamp
Erscheinungsdatum:11.05.2011
Das aktuelle Hörbuch ist am 24.08.2004 bei Universal Music erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    AiHaninozukas avatar
    AiHaninozukavor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Für Dramenliebhaber
    Für Dramenliebhaber

    Spoilerwarnung!

    "Andorra" war das erste Buch von Max Frisch, welches ich gelesen habe. Ich musste es im Zuge des Deutschunterrichts bearbeiten.
    Das Cover ist schlicht gehalten und lässt keinen wirklichen Eindruck auf die Handlung zu.
    Der Schreibstil war für ein klassisches Stück absolut in Ordnung. Es ist natürlich nicht in Romanfassung geschrieben, da es ein Theaterstück ist, aber ich lese eigentlich alles mögliche, von daher habe ich mit sowas kein Problem.
    Ich finde es sogar praktisch, weil überflüssige Fillerszenen (Füllszenen um den Roman zu strecken) weitestgehend vermieden werden, weil nur die Textpassagen und das, was eine Figur tut, erwähnt wird.
    Mit 176 Seiten ist es ein sehr dünnes Buch und es lässt sich gut und schnell lesen.

    Anders als viele andere Personen meines Alters, die in der Schule klassische Stücke lesen müssen, bin ich gar nicht mal so gelangweilt gewesen. "Der Besuch der alten Dame" fande ich zwar etwas unterhaltsamer, aber "Andorra" ist völlig solide, wenn man quasi dazu "gezwungen" wird, es zu lesen.

    Es geht um die jungen Andri, der sein lebenlang glaubte er sei ein Findelkind. Er muss sich mit Anfeindungen der Menschen in Andorra auseinandersetzen und es gibt eigentlich kaum eine Figur, die nicht judenfeindlich ist.
    Andri wohnt bei einem Lehrer, seiner Frau und Stiefschwester Barblin. Andri arbeitet dort als Küchenjunge, möchte jedoch eine Lehre zum Tischler beginnen und Barblin heiraten. Die Dorfbewohner sorgen dafür, dass er die Lehre nicht bekommt.
    Frisch arbeitet hier mit vielen Vorurteilen und Gruppenzwang. Auch die Hochzeit mit Barblin findet nicht statt, da der Vater sein Geheimnis lüftet.
    Doch dies ändert nichts an der Situation, denn die Dorfbewohner terrorisieren Andri weiterhin und er glaubt mittlerweile auch, dass die Anfeindungen gerechtfertigt sind, obwohl er es eigentlich besser wissen müsste. 
    Im Laufe der Handlung wird das ängstliche Volk, was die "Schwarzen" so fürchtet, von eben diesen untergraben, als sie in die Stadt einfallen. 

    Unabhängig von der Handlung fand ich die Figur des Andris gut ausgearbeitet. Es wird klar gezeigt, wie Andri sich zu Beginn versucht gegen die Anfeindungen zu wehren und sich nichts anmerken zu lassen, doch im Laufe der Handlung glaubt er diese Anfeindungen selbst.
    Der Lehrer ist quasi eine Art Schuldträger in der Geschichte, da er Andris Leben auf einer Lüge aufgebaut hat und somit mitverantwortlich für die Vorurteile und den Hass gegen Andri war.
    Die Dorfbewohner sind durchwachsen. Im Grunde wirkt es wie eine Ansammlung an Menschen, die sich gemeinsam ein Opfer suchen, um dort ihre Unsicherheit und Unzufriedenheit zu kompensieren. Sie haben Angst vor den "Schwarzen" und da sie denken, dass Andri ebenfalls anders ist, wie die "Schwarzen" fühlen sie sich hier gemeinsam stark, wenn sie jemanden anfeiden und bedrohen können, der anders ist.
    Dies trauen sie sich bei den "Schwarzen" nicht.

    Die Figuren wirkten der Reihe nach alle sehr authentisch. Es fand eine Charakterentwicklung stand, die absolut glaubwürdig war und die man aufgrund der Handlung vollständig nachvollziehen konnte.

    Im Grunde würde ich das Stück durchaus empfehlen, wenn man sich für Dramen interessiert und gerne spekuliert und interpretiert.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Das Buch ist zwar schon ein bisschen älter, aber das, was man lernen kann, ist auch heute noch extrem wichtig!
    Was eine falsche Information anrichten kann...

    Andri muss sich einiges anhören und kommt damit zu Beginn nur schlecht klar, er fängt an an sich selbst zu zweifeln und verändert sich dabei/dadurch. An dieser Geschichte merkt man sehr, wie viel die Kommentare und das Verhalten anderer Menschen mit einem machen können, wie weitreichend und schwerwiegend eine Lüge (auch eine "Notlüge") sein kann und, dass man sich gut überlegen sollt, welche Informationen man verbreitet.

    Sprachlich ist das Buch gut verständlich, die wenigen Begriffe, die ich nicht kannte, sind in dieser Version schon am Rand erläutert. Den Kommentar kann ich allerdings nicht beurteilen, denn den habe ich nicht gelesen.


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    M
    Maria0001vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Man ist, was die Gesellschaft aus einem macht.
    ABSOLUTE LESEEMPFEHLUNG!!!!

    Ein Großartiges Werk, sowohl vom Inhalt, der Form als auch der Sprache her. Wird leider oftmals als "Mittelstufenliteratur" abgetan.

    Was wir aus Andorra lernen? Zwei Dinge:
    1. Man ist genau das, was die Gesellschaft aus einem macht.
    2. Max Frisch war ein großartiger Autor!

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    hausknechthildes avatar
    hausknechthildevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Klassiker der Weltliteratur, dessen Sprache ich immer noch sehr genieße. Schade, dass die Epoche vergangen ist.
    Ein Klassiker der Weltliteratur, dessen Sprache ich immer noch sehr genieße. Schade, dass die Epoche

    Ein Klassiker der Weltliteratur, dessen Sprache ich immer noch sehr genieße. Schade, dass die Epoche vergangen ist.

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    Sallygirls avatar
    Sallygirlvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: es ging
    für die schule gelesen

    es ging 

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    wideawakes avatar
    wideawakevor 4 Jahren
    Kurzmeinung: mussten es in der 10 Klasse lesen
    Vorurteile...

    Meinung zum Buch:
    da es eine letküre ist war es am Anfang schwer damit zu lesen. später kam man aber recht gut rein und man verstand die Sprache. Da ich dieses Buch in der 10 Klasse lesen musste, konnte ich durch den Unterricht dieses Buch besser verstehen. es geht um Vorurteile. das nicht immer was man hört, dass es auch stimmt. das musste Andri aus eigenen Leibe erfahren. auserdem ist es ein Theaterstück, deshalb wurde es in 12 Bildern unterteilt.

    Inhalt:
    Andri wird aufgrund eines Gerüchtes von seinen Mitmenschen ausgegrenzt und misshandelt. Er dient als Projektionsfläche für Ängste und Ressentiments und identifiziert sich schließlich mit dem Bild, das die anderen von ihm haben. Andorra, veröffentlicht 1961, stellt nach Frisch einen "Anfängerkurs in der Beschäftigung mit dem Phänomen Vorurteil" dar und nimmt am Beispiel des Antisemitismus die Auswirkungen gesellschaftlicher Klischees in den Blick.

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    pardens avatar
    pardenvor 4 Jahren
    Ein Wiederlesen nach Jahren...

    EIN WIEDERLESEN NACH JAHREN...

    Der junge Andri wird aufgrund eines Gerüchtes von seinen Mitmenschen ausgegrenzt und misshandelt. Er dient als Projektionsfläche für Ängste und Ressentiments und identifiziert sich schließlich mit dem Bild, das die anderen von ihm haben. Andorra, veröffentlicht 1961, stellt nach Frisch einen "Anfängerkurs in der Beschäftigung mit dem Phänomen Vorurteil" dar und nimmt am Beispiel des Antisemitismus die Auswirkungen gesellschaftlicher Klischees in den Blick.

    Vor etlichen Jahren habe ich das Buch als Deutschlektüre lesen müssen, und wie den meisten anderen in dieser Situation gefiel es mir nicht besonders. Nun fiel mir dieses Buch wieder in die Hand, und spontan habe ich beschlossen, es nach all den Jahren einfach noch einmal zu lesen, und ich muss sagen, ich bin sichtlich beeindruckt.

    Andorra ist ein Drama des Schweizer Schriftstellers Max Frisch. Frisch thematisiert am Beispiel des Antisemitismus die Auswirkung von Vorurteilen, die Schuld der Mitläufer und die Frage nach der Identität eines Menschen gegenüber dem Bild, das sich andere von ihm machen.

    Der männliche Protagonist Andri sowie die weibliche Hauptfigur Barblin befinden sich im Unwissen, dass sie Halb-Geschwister sind. Andri lebt im Glauben, dass sein Pflegevater, der Lehrer, ihn als "Judenkind" vor dem Nachbarvolk gerettet und groß gezogen hat. Andri wird als "Jude" abgestempelt, obwohl er gar keiner ist. Er wird immer wieder mit bestimmten Klischees seiner angeblich jüdisch-ethnischen Herkunft konfrontiert. Alle machen sich ein falsches Bild von ihm, er wird nur von Vorurteilen umgeben und letztendlich fängt er an, sich diese Eigenschaften selbst zu eigen zu machen und wird damit seiner Identität beraubt.

    Das "Andorra" von Max Frisch ist ein fiktiver Staat, mit dem nicht der reale Kleinstaat Andorra gemeint ist.
    Das 1961 uraufgeführte Bühnenstück von Max Frisch zeigt viele Parallelen zur Situation der Schweiz im Zweiten Weltkrieg. Auch dort war Antisemitismus weit verbreitet, und eine große Zahl aus Deutschland flüchtender Juden wurde an der Grenze abgewiesen. Frischs Andorra ist gleichwohl als Modell zu verstehen: Jedes Land kann zu einem Andorra werden.

    Das Buch hat mich wirklich ausgesprochen beeindruckt und mich mit einer Gänsehaut zurück gelassen.
    In jedem Fall empfehlenswert!


    © Parden

    Kommentare: 9
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    C
    Christinaaavor 5 Jahren
    Rezension zu Andorra - Max Frisch

    Andorra“ ist ein Drama , welches die Auswirkung von Vorurteilen, die Schuld der Mitläufer und die Identität eines Menschen gegenüber dem Bild, das sich andere von ihm machen, thematisiert.
    Das Drama handelt von Andri, der von seinem Vater unehelich mit einer Ausländerin gezeugt wurde und deshalb von diesem als jüdischer Pflegesohn ausgegeben wird. Die „Andorraner“ begegnen Andri immer mit Vorurteilen, so dass er, selbst nachdem er seine wahre Herkunft erfahren hat, immer noch an der ihm zugewiesenen jüdischen Identität festhält.Trotz der versuche des Paters ( Ratgeber der Familie) mit Andri zu reden und ihn zu Überzeugen das er kein Jude sei.

    Dieses Buch war für mich eine wahre Überraschung! Ich hätte nie gedacht das es mich so mitreißen würde. Am Anfang war das Buch für mich schwer verständlich. Je weiter ich las um so verständlicher wurde das Buch. Andorra war für mich sehr spannend. Diese Situation die Dargestellt war hätte im wirklichen Leben stanttfinden können.

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    AnikaFischers avatar
    AnikaFischervor 5 Jahren
    Immer noch ein aktuelles Thema


    Das Buch habe ich für die Schule lesen müssen, aber es hat mir trotzdem gefallen.


    Inhalt:
    Andri ist, so sagt sein Pflegevater, ein Jude aus dem befeindeten Nachbarland Andorras, den dieser gerettet hat, da "die Schwarzen", wie man sie nennt, alle Juden umbringen.
    Doch auch in Andorra hat er es nicht leicht, fast jeder begegnet ihm mit typischen Vorurteilen und lässt ihm keinen Anspruch auf eine Persönlichkeit. Jeder Jude ist gleich, heißt dort und Andri solle dieses Bild doch endlich annehmen.
    Diese Vorurteile, mit denen Andri schon seit seiner Kindheit konfrontiert wird, lösen bei ihm, als er älter wird, große Selbstzweifel und innere Zerrissenheit aus. Und obwohl die Vorurteile nicht auf ihn zutreffen, nimmt Andri sie im Laufe des Buches als sein Schicksal an, auch wenn sie ihn in eine Katastrophe führen.

    Cover:
    Wegen den Cover hätte ich das Buch sicherlich nicht gekauft, es ist sehr unauffällig und auch irgendwie nicht sehr passend zum Inhalt des Buches gestaltet, aber darüber kann ich hier mal hinweg sehen.

    Meine Meinung:
    Mit diesem Buch wurde eine gute Parabel geschaffen, deren Thema immer aktuell sein wird. Zu diesem Zeitpunkt waren es die Juden, denen man mit Vorurteilen begegnete, aber auch jetzt oder in der Zukunft wird man dieses "Schubladendenken" wiederfinden. 
    Alle Charaktere des Buches stellen bestimmte Typen da, von denen es viele in jeder Gesellschaft gibt. Damit hat kaum ein Charakter Einzigartigkeit, aber das ist bei diesem Thema auch eher nicht das Wichtigste.
    Der Schreibstil unterscheidet sich ja schon einmal insofern von anderen Büchern, das dieses Drama eigentlich ein Theaterstück und somit eher wie ein Drehbuch aufgebaut ist. Das hat mich persönlich allerdings gar nicht gestört.
    Außerdem wird mit Symbolen gearbeitet, die das Geschriebene zusätzlich auch noch einmal unterstreichen. 
    Als aufmerksamer Leser kann man schon ganz am Anfang viele Hinweise auf den Ausgang der Geschichte finden. Spannung hat das Buch deshalb nicht sehr viel, aber auch das ist nicht wirklich wichtig und auch nicht typisch für ein modernes Drama.
    Viel mehr zeigt das Buch dem Leser, was dieses "Schubladendenken" anrichten kann, wie die Personen leiden, denen man keinen Anspruch auf Persönlichkeit gewährt, dass es trotz für alle sichtbare Katastrophen keine Veränderung gibt und wie beschränkt dieses Verhalten ist.
    Das Ende ist hart, aber wahr und sollte uns eine Warnung sein, sich bloß nicht so zu verhalten. 
    Es zeigt auch, dass die meisten Vorurteile auf anderen abladen, die diesen selbst am besten entsprechen.

    Fazit:
    Das Thema des Buches wird, wie gesagt, immer aktuell bleiben. 
    Deswegen und weil es die gnadenlose Wahrheit darüber zeigt, sollte man dieses Buch wirklich lesen.

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    Nick_Pulinas avatar
    Nick_Pulinavor 5 Jahren
    Interessante Schulliteratur

    Dieses Drama ist mal eine bekömmliche Schulliteratur. Irgendwann packt sie einen und man wundert sich, dass das eben gelesene wirklich schon 12 Seiten waren. Sehr empfehlenswert.

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