Max Frisch Blaubart

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Inhaltsangabe zu „Blaubart“ von Max Frisch

»Freispruch mangels Beweis. Wie lebt einer damit? Ich bin vierundfünfzig«, heißt es zu Beginn der Erzählung. Dr. med. Felix Schaad stand in Verdacht, mit seiner Krawatte seine ehemalige Frau Rosalinde Zogg erdrosselt zu haben. Für den Staatsanwalt steht das Motiv fest: Eifersucht. Der Staatsanwalt will Schaad für zehn Jahre ins Zuchthaus schicken, doch das Gericht erkennt auf Freispruch. »Was meinen Blaubart betrifft: Schaad weiß nicht, was er unter Schuld versteht, und er ist nicht der einzige, der das heute nicht weiß, glaube ich. Schaad hat ein latentes Schuldgefühl. Vor Gericht wird ihm ein Delikt unterstellt, das er nicht begangen hat. Er weiß, daß er nicht der Täter gewesen ist, aber er kann nicht sagen: Ich bin unschuldig. ... Für mich geht es in diesem etwas schauerlichen Buch zentral um die Frage von Schuld - Unschuld in einem Fall, wo die Schuld nicht belegbar ist durch die Tat. ... Ich habe den Kriminalfall so durchschnittlich wie möglich gewählt, damit er nicht das Interesse abzieht, denn nicht dieser Kriminalfall hat mich interessiert, sondern die Technik der Wahrheitsfindung, das Gericht als Beispiel...« (Aus einem Gespräch zwischen Max Frisch und Günter Kunert)

Ein Blaubart, der gar kein richtiger Blaubart ist - oder doch! Von der selbstzerstörerischen Kraft des Zweifelns.

— Salutcori
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    Blaubart
    Samtpfote

    Samtpfote

    18. April 2013 um 11:00

    Klappentext: »Freispruch mangels Beweis. Wie lebt einer damit? Ich bin vierundfünfzig«, heißt es zu Beginn der Erzählung. Dr. med. Felix Schaad stand in Verdacht, mit seiner Krawatte seine ehemalige Frau Rosalinde Zogg erdrosselt zu haben. Für den Staatsanwalt steht das Motiv fest: Eifersucht. Der Staatsanwalt will Schaad für zehn Jahre ins Zuchthaus schicken, doch das Gericht erkennt auf Freispruch. »Was meinen Blaubart betrifft: Schaad weiß nicht, was er unter Schuld versteht, und er ist nicht der einzige, der das heute nicht weiß, glaube ich. Schaad hat ein latentes Schuldgefühl. Vor Gericht wird ihm ein Delikt unterstellt, das er nicht begangen hat. Er weiß, daß er nicht der Täter gewesen ist, aber er kann nicht sagen: Ich bin unschuldig. ... Für mich geht es in diesem etwas schauerlichen Buch zentral um die Frage von Schuld - Unschuld in einem Fall, wo die Schuld nicht belegbar ist durch die Tat. ... Ich habe den Kriminalfall so durchschnittlich wie möglich gewählt, damit er nicht das Interesse abzieht, denn nicht dieser Kriminalfall hat mich interessiert, sondern die Technik der Wahrheitsfindung, das Gericht als Beispiel...« (Aus einem Gespräch zwischen Max Frisch und Günter Kunert) Inhalt:  Der Arzt Felix Schaad wird verdächtigt, seine ehemalige Frau Rosalinde Z. erdrosselt zu haben. Als Hauptbeweisstück dient eine Krawatte, welche als Tatwaffe gedient hat und zweifelsfrei Felix Schaad gehört. Ausserdem hat er Rosalinde Z., mit der ihn immer noch ein freundschaftliches Verhältnis verbindet, am Tag der Tat noch besucht. Da war er allerdings nicht der Einzige, Rosalinde Z. war nämlich eine Prostituierte. Dass Felix Schaad freigesprochen wird, hat seiner Meinung nach mit dem Mangel an Beweisen zu tun, obwohl dies so nie gesagt wird. Dies lässt ihn noch einmal über den ganzen Prozess und die Verhöre mit seiner Familie, eventuellen Zeugen und seinen ehemaligen Frauen, sowie seiner momentan siebten Ehefrau nachdenken. In seinem Kopf nimmt der Prozess aber immer grössere und wichtigere Dimensionen an und das Verhör des Staatsanwaltes geht immer weiter und wird sogar so weit gesponnen, bis Felix Schaad Dinge erfährt, die er vorher noch gar nicht wusste. Seine Gedanken spinnen diese Vorgänge so weit, dass sogar das Opfer verhört wird. Auch wird die zunehmende Vereinsamung von Schaad und die Ächtung durch die Gesellschaft sehr eindrücklich dargestellt. Überall fühlt er sich beobachtet und seine Praxis ist fast immer leer. Neben diesen übergeordneten Erinnerungen und weiterführenden Ideen befasst sich aber Felix Schaad ganz grundsätzlich mit der Frage nach Schuld und was es eben genau heisst, nur "aus Mangel an Beweisen" frei gesprochen worden zu sein. Gibt es Menschen ohne Schuld? Und ab wann ist jemand schuldig? Und hat er doch eine gewisse Teilschuld am Tod seiner Frau, auch wenn er selber nicht der Täter war? Meine Meinung: Dieses Buch von Max Frisch liest sich meiner Meinung nach viel leichter als "Homo faber" oder "Montauk". Es ist zwar teilweise verwirrend, weil immer wieder Gedankengänge, Teile des Verhörs und Erinnerungen des Protagonisten sich mischen, die Geschichte kann aber auch verstanden werden, ohne dass man sehr viele Informationen über Max Frisch und sein Gesamtwerk hat. Es ist, wie der Untertitel schon sagt, eine Erzählung und als diese ist sie auch einfacher zu lesen und zu verstehen, weil sie ja genau erzählt werden will und kann. Aber auch in diesem Werk von Frisch ist sein unverwechselbarer Schreibstil, seine sehr objektive Erzählstimme und das Interesse an philosophischen gesellschaftlichen Fragen anzutreffen und dies auf höchstem Niveau. Zusätzliche Infos: Autor: Max Frisch Taschenbuch: 171 Seiten Verlag: Suhrkamp Sprache: Deutsch ISBN 978-3-518-38694-1

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