Max Goldt Der Krapfen auf dem Sims

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Inhaltsangabe zu „Der Krapfen auf dem Sims“ von Max Goldt

Erst neulich rief mich eine tschechische Freundin an und fragte mich, ob das Wort "Krapfen" in der deutschen Umgangssprache tatsächlich Verwendung finde. Meine bejahende Antwort stieß auf, gelinde gesagt, ungläubiges Unverständnis, wenn nicht blankes Entsetzen: Wie das schon klinge, ein so hässliches Wort -- "Krpf" --, aber naja, das Deutsche eben.<P> Und was will man auch von einem erwarten, der seinen Büchern Titel wie <i>Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau</i>, <i>Die Kugeln in unseren Köpfen</i> oder <i>'Mind-boggling' -- Evening Post</i> gibt. Dass also der Titel <I>Der Krapfen auf dem Sims</I> nichts, aber auch gar nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun hat, versteht sich da von selbst. Ebenso, dass es sich hier nicht um einen Roman handelt, sondern um eine Sammlung von Betrachtungen, Essays und anderes, wobei dieses "und anderes" vor allem diverse absurde Fotos nebst erheiternder Bildunterschriften sowie Auszüge aus dem <I>Jetzt</I>-Tagebuch des Autors umfasst.<P> Unnötig anzumerken, dass nicht nur die erwähnten Bildunterschriften, sondern auch sämtliche der in diesem Buch versammelten Texte sehr erheiternd sind. Und das, obwohl der Herr Goldt vieles, was man als Mainstream-Normalo vielleicht sogar schätzt, ziemlich schlechtmacht oder gar explizit: verachtet. Den Jungmänner-Massenzynismus zum Beispiel, oder Leute, die sich mit schlechter Handschrift und der 999 DM Montblanc-Füllfederhalteredition an Büttenpapier zu schaffen machen. Deutsche Art Stylisten (im Gegensatz zu türkischen Friseuren), Gerhard Schröder, Faxe, Diplome auf dem Klo und scheinbar auch Inge Meysel (obwohl er das nicht so deutlich sagt).<P> Immerhin finden sich auch praktische Verbesserungsvorschläge. Kuchen backen sollte man, Barbies und Playmobilmännchen endlich aus der modernen Kunst verbannen, und vor allem: Schulen bloß nicht voreilig mit internetfähigen Computern ausstatten, sondern erstmal wieder das Sprechen und Schreiben üben. Denn: "Wer eine gute Allgemeinbildung hat, sich auch in Fremdsprachen gut ausdrücken kann, der wird mit dem Internet keine Schwierigkeiten haben. Wer nichts weiß und schlecht spricht, wird kaum in Verlegenheit kommen, im Berufsleben seine Internet-Kenntnisse unter Beweis zu stellen."<P> Das Buch müsste dringend ins Tschechische übersetzt werden. Allein schon wegen des Titels. <I>--Anneke Hudalla</I>
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