Max Henninger

Lebenslauf von Max Henninger

Max Henninger, 1978 in München geboren, lebt, nach Aufenthalten in den USA und Großbritannien, seit 2006 in Berlin und arbeitet dort als Konferenzdolmetscher und Übersetzer aus dem Englischen, Italienischen und Französischen. Seine Sammlung politischer Essays Armut Arbeit Entwicklung erschien 2017 im Wiener Mandelbaum Verlag. Bei Matthes & Seitz Berlin übersetzte er Feminismus für die 99 % von Cinzia Arruzza, TithiBatthacharya und Nancy Fraser sowie Afrotopia von Felwine Sarr.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Max Henninger

Cover des Buches Afrotopia (ISBN: 9783957576774)

Afrotopia

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Erschienen am 25.01.2019
Cover des Buches Grenzen (ISBN: 9783751803366)

Grenzen

 (1)
Erschienen am 21.10.2021
Cover des Buches Die Opferfalle (ISBN: 9783957571984)

Die Opferfalle

 (1)
Erschienen am 27.10.2015
Cover des Buches Gesetzlose des Atlantiks (ISBN: 9783854766643)

Gesetzlose des Atlantiks

 (1)
Erschienen am 01.05.2017
Cover des Buches Weiblichkeit im Aufbruch (ISBN: 9783957575715)

Weiblichkeit im Aufbruch

 (1)
Erschienen am 02.03.2018
Cover des Buches Aufstand aus der Küche (ISBN: 9783942885324)

Aufstand aus der Küche

 (1)
Erschienen am 02.11.2012
Cover des Buches Lebhafte Materie (ISBN: 9783957578761)

Lebhafte Materie

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Erschienen am 30.04.2020

Neue Rezensionen zu Max Henninger

Cover des Buches Grenzen (ISBN: 9783751803366)
Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Grenzen" von Giorgos Kallis

Ein interessantes Essay zum Umdenken unseres Wirtschaftssystems, zur Verteilung der Ressourcen.
Gwhynwhyfarvor 8 Monaten

Wachstum, das ist der Gott der Moderne. Ist diese These noch zu halten? Thomas Robert Malthus entwarf 1798 das «Bevölkerungsgesetz», indem er die Unersättlichkeit zur Natur erklärte, Armut und Ungleichheit als normal akzeptierte. Die Überbevölkerung sei das eigentliche Problem. Darum müsse man eben mehr Lebensmittel anbauen, «erhöhe man Ertrag des Landes». Er lehnte sogar die Armenhilfe ab, war der Meinung, nur durch die Existenz von Armut sei der Mensch fleißig. Bekommt er etwas gratis, sitzt er faul herum. Nur mit Ansporn erreichen wir größere Produktivität, Reichtum ist etwas völlig Legitimes, reizt an. «Im Namen des Wachstums: Ungleichheit und Marktfreiheit».Der Slogan des Kapitalismus. Es gibt die weitverbreitete These, dass das Problem damit anfing, dass sich der Mensch entschloss, sesshaft zu werden. Wachstum von Land und Eigentum war nun sein Ziel. 


«Ist es möglich, eine nicht-fatalistische Politik der Grenzen zu konstruieren, eine, die auf der Sehnsucht nach Grenzen aufbaut, statt sie der Natur zuzuschreiben?»


Wir sitzen im Hamsterrad des ewigen Wachstums. Nur wie kommen wir da heraus? Das Hamsterrad sprengen. Kein Wachstum akzeptieren, sondern Wachstumsrückgang vorantreiben. Und wer sich die Gefährdung der Umwelt anschaut, das Abholzen der Regenwälder, Überfischung, Meeresverschmutzung, Übersättigung an Lebensmitteln und Konsumgütern auf der einen Hälfte der Welt, die daraus entstehende Gefährdung der Erde durch den Klimawandel, der wird verstehen, worum es geht. Kann uns eine ökologische Ökonomie weiterhelfen? Die Frage stellt sich, wenn es nun Knappheit gibt, dann muss es jemanden geben, dem es fehlt. Warum schmeißen wir so viel weg, vernichten Dinge, wenn sie angeblich knapp sind? Der Wachstumsgedanke. Können wir uns selbst beschränken, wenn es uns persönlich betrifft? Wie können wir einen kollektiven Verzicht erreichen? 


«Die Natur ist, was sie ist. Es sind unsere Handlungen, die Folgen haben, die uns gefallen können oder auch nicht, und die wir begrenzen müssen, in Anbetracht dessen, was geschehen würde, wenn wir dies nicht täten.»


Die Grenzen, die wir setzen, sind nicht natürlich. Sie sind eine Wahl, die wir treffen. In Wirklichkeit sind ökologische Grenzen nämlich gesellschaftlich ausgehandelte Selbstbegrenzungen. Die Gier steckt leider im Menschen und so impliziert ein auf Expansion basierendes Wirtschaftssystem mehr Konsum und die Ausbeutung der ArbeiterInnen. Bzw. möchten auch Angestellte durch Erhöhung des Lohns partizipieren, was die Preise steigen lässt ... das Hamsterrad. Immer mehr Konsumanreize, eine Wegwerfgesellschaft ist entstanden. Wir benötigen eine Kultur, die sich selbst Grenzen zur Mäßigung setzt – in allen Bereichen. Im letzten Kapitel zieht Giorgos Kallis ein Resümee, übt Selbstkritik. Theoretisch ist das alles ganz einfach – die Umsetzung, die Gesellschaft zum Umdenken zu lenken, wird der schwierigste Punkt sein. Ein interessantes Essay zum Umdenken unseres Wirtschaftssystems, zur Verteilung der Ressourcen.


Giorgos Kallis, 1972 in Athen geboren, ist nach Arbeiten für das Europäische Parlament und Forschungen an der University of California, Berkeley, seit 2011 Catalan Institution for Research and Advances Studies Professor am Institute of Environmental Science and Technology der Autonomen Universität Barcelona. 2018 erschien sein Buch »Degrowth« in der »The Economy | Key Ideas«-Serie.

   https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/grenzen-von-giorgos-kallis-rezension.html



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Cover des Buches Afrotopia (ISBN: 9783957576774)
Catastrophias avatar

Rezension zu "Afrotopia" von Felwine Sarr

Die Kolonialisierung wirkt in Afrika bis heute nach
Catastrophiavor 2 Jahren

Der senegalesische Wirtschaftswissenschaftler Felwine Sarr analysiert in diesem Buch, wie das Erbe der Kolonialzeit den heutigen Umgang mit afrikanischen Ländern weiterhin prägt und dass dieser Umgang die Länder weiter in Abhäbgigkeit hält, da er es den jeweiligen Bevölkerungen verwehrt, eigene Utopien für eine afrikanische Zukunft zu entwickeln. 


Das Buch hat dabei zwei Schwerpunkte.  Einerseits sollen die historischen Probleme dargestellt werden und auch die oft negativen Auswirkungen von "Entwicklungszusammenarbeit" kritisiert Sarr scharf. Andererseits legt er die Potentiale dar, die der afrikanische Kontinent mit seiner Vielzahl an Ländern und Kulturen birgt und plädiert dafür, diese Fähigkeiten anzuerkennen und aus diesen eine Zukunftsvision zu formulieren. Solange afrikanische Länder lediglich westlichen Modellen nacheiferten, ohne dass diese in der jeweiligen Kultur verankert sind und von der Bevölkerung mitgetragen werden, seien diese nicht erfolgversprechend und hielten die Abhängigkeit und Asymmetrien aufrecht. 




Ich fand das Buch sehr lesenswert. Die weitverbreiteten Stereotypen von Afrika als dunklem, armem, homogenem Kontinent müssen endlich aufgebrochen werden und wer wirklich unterstützen möchte, kann und sollte afrikanischen Staaten nicht vorschreiben,  dass sie sich dem neoliberalen Wirtschaftssystem zu verschreiben haben. Denn gerade der Fokus auf ein kapitalistisch gedachtes "Aufholen" und Kapitalakkumulation stärkt Despotie, Menschenrechtsverletzungen und Korruption. Sarr verdeutlicht, dass die Überwindung dieser Probleme nur gelingt, wenn einerseits wir Europäer*innen und die Länder des globalen Nordens ihre weiter bestehenden Herrschaftsansprüche, Ansprüche auf Ressourcen etc. aufgeben und andererseits die Menschen in den Ländern unterstützen, die eigene Konzepte entwickeln. Denn, so Sarr, das kulturelle Erbe afrikanischer Gesellschaften müsse auch als etwas begriffen werden,  von dem der globale Norden lernen kann. Sei es im Bezug auf den Umgang mit der Natur oder den Gemeinschaftssinn und Solidaritätsvorstellungen, die vielen Industrienationen zunehmend verlorengehen.



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