Max Meier-Jobst

 4.7 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Die Sache mit Peter, Das Erwachen der Unschuld und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Bonustrack

Neu erschienen am 25.09.2018 als Taschenbuch bei Books on Demand.

Alle Bücher von Max Meier-Jobst

Die Sache mit Peter

Die Sache mit Peter

 (2)
Erschienen am 14.02.2017
Das Erwachen der Unschuld

Das Erwachen der Unschuld

 (1)
Erschienen am 31.08.2017
Bonustrack

Bonustrack

 (0)
Erschienen am 25.09.2018

Neue Rezensionen zu Max Meier-Jobst

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T

Rezension zu "Die Sache mit Peter" von Max Meier-Jobst

Schwieriges Thema sehr gut umgesetzt,
Traumfängervor 3 Monaten

und nein ich werde den Autor auch nicht in der Luft zerreißen, nur weil er ein Tabuthema, welches auf eine wahre Begebenheit beruht, anspricht. Im Gegenteil, man fängt durch dieses Buch an sich auch mal mit Pädophilie auseinanderzusetzen und gleichzeitig Vorurteile aus den Weg zu räumen.
Verwerflich ist es nicht, wenn man sich als Kind/Jugendlicher in ältere Menschen verliebt. Ja wer kennt es nicht, heimliche Schwärmereien für Sportler, Film- und Popstars. Auch ich hab meine Wände mit meinen damaligen Idolen verziert, hab heimlich für Lehrer geschwärmt und Herzenswünsche gehabt. Aber wie sieht es anders herum aus, wenn Ältere sich in Kinder/Jugendliche verlieben? Dann werden sie gleich mit sexuellem Missbrauch an Schutzbefohlenen abgestempelt. Aber ist es nicht eigentlich dieselbe Neigung nur in die andere Richtung? Hört man davon, bekommt man das große Grauen und denkt „Wie kann man nur solch eine Neigung haben“, liest man jedoch eine Story darüber, kommt man mit seinem bisherigen Gedankengut ins Wanken. Und genau das ist mit mir passiert. Ja die Grauzone ist groß, keiner spricht und schreibt groß darüber. Daher finde ich es mutig, dass der Autor diese/seine Geschichte als Buch veröffentlicht hat und es ist kein Wunder, das sich hier kein Verlag herangetraut hat, da es immer noch ein großes Tabuthema ist. Was ich verabscheue ist sexueller Gewalt an Kindern/Jugendlichen, aber ich kann Verständnis aufweisen wenn beidseitig die Anziehung, Vertrautheit, Gefühle und Liebe (bei einem Minderjährigen eher Verliebtheit) im Spiel sind, denn dies ist Bestandteil dieser Story. Ein 13-jähriger, welcher schon bei Zeiten seine sexuelle Orientierung erkennt und sich zu dem 16 Jahre älteren Peter hingezogen fühlt.

Wer generell eine Abneigung zu diesem Thema hat brauch das Buch erst gar nicht zu lesen, wer sich aber damit auseinandersetzen möchte, dem kann ich es weiterempfehlen. Ob man es nach dem Lesen toleriert sei jedem selber überlassen, man ist jedoch um einige Erkenntnisse reicher geworden. Der Schreibstil ist übrigens schön angenehm und flüssig, sodass auch allgemein das Lesen Spass macht.

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Cirillas avatar

Rezension zu "Die Sache mit Peter" von Max Meier-Jobst

Faszinierend - aber auch erschreckend
Cirillavor 9 Monaten


Soeben habe ich Die Sache mit Peter beendet - nachdem ich es ein Wochenende lang überhaupt nicht aus der Hand legen konnte. 
Ich bin mit gemischten Gefühlen an das Buch herangegangen, da das Thema sehr heikel und, so wie ich das verstanden habe, zumindest zum Teil (wenn nicht sogar ganz) autobiografisch ist. 
Aber ich bin keine Schwarz-Weiß-Denkerin, im Gegenteil. Ich schaue gerne hinter die Fassade, höre mir immer alle Seiten an und bilde mir dann meine Meinung. 

Der Junge, unser Protagonist ohne Namen, lässt uns in der Ich-Perspektive an einem Stück seiner Kindheit teilhaben.
Es beginnt noch eine ganze Weile vor Peter, mit den ersten Gefühlen für das eigene Geschlecht, der ersten Schwärmerei, den erwachenden sexuellen Gefühlen, dem ersten Pornokonsum, dem Internet, der Familie, den Freunden, dem Fußballtraining, der Schule... all das war so realistisch beschrieben, dass ich mich in meine eigene Kindheit der 90er zurückversetzt fühlte.
Ich gehöre auch zur LGBT-Community... als B(i).
Diese Seite an mir habe ich zwar lange ignoriert und unterdrückt, trotzdem konnte ich mich in der Verliebtheit, den Gefühlen, Wünschen und der Neugier des Jungen wiederfinden und bin heute sehr glücklich damit. 
Bei diesem Teil der Geschichte hatte ich nicht nur nostalgische Gefühle, sondern musste auch öfter über den gekonnt eingestreuten Humor schmunzeln. 

Die Familiensituation fühlte sich einfach so echt an. Ich hatte abwechselnd Mitleid mit Mutter, Vater und natürlich auch dem Jungen. Es gab heftige Probleme, die aber zum Glück nicht komplett überdramatisiert waren. 
Meine Heldin war die ältere Schwester, die zwar faul, rotzig und frech sein konnte, aber eben auch wahnsinnig unabhängig, mutig und sogar liebevoll. 
Danni, den besten Freund des Protagonisten, mochte ich auch richtig gern.

Am besten gefallen hat mir aber, dass der Fokus hier ganz und gar auf dem Jungen lag und alle aufkommenden Gefühle aus seiner Sicht geschildert waren. Vor allem das sexuelle Erwachen, das recht früh beginnt... oder eben nicht, denn natürlich haben bereits Kinder schon eine Sexualität. Das können Erwachsene so scheiße finden, wie sie wollen, ändern tut es daran nichts. 
Der Junge hat niemanden, um darüber zu reden, was für ein Kind schon schlimm genug ist. Wenn dann noch die Homosexualität hinzu kommt, wird es richtig schwierig.
Leider sind "Homo", "schwul" und "Schwuchtel" ja bis heute Schimpfwörter - was mich richtig abnervt und von mir immer und überall vehement ausgebremst wird, sollte ich es hören. 
Trotzdem kein Wunder, dass der Junge eine internalisierte Homophobie entwickelt, "Tunten" nicht ausstehen kann und diese Wörter selbst benutzt, um andere zu beleidigen.  

Peter taucht dann erst nach über 40% der Story auf.
Die Schilderung der Beziehung zwischen den beiden war gut: Eine zarte Freundschaft auf dem Bolzplatz, das immer größer werdende Vertrauen, die Neugier, Aufregung und Erregung des Jungen.
Peter ist kein grausames Monster, er liebt ihn aufrichtig, will eigentlich das Beste für ihn und leidet selbst unter seiner Neigung.
Zwischen den beiden entwickelte sich mehr und ich war stille Beobachterin mit (wieder mal) gemischten Gefühlen. 

Und an der Stelle komme ich zu Punkten, die ich ein bisschen kritisieren muss, für die ich aber keinen Stern abziehe, weil mich das Buch einfach so extrem gefesselt und mir eine neue Sichtweise eröffnet hat. 

Das erste Stichwort ist Consent (kleiner Spoiler). Peter fragt zwar immer wieder nach, ob das in Ordnung so ist, was er macht, allerdings antwortet der Junge nicht immer, zuckt mit den Schultern oder schweigt. Für mich extrem grenzwertig, weil keine richtige Zustimmung.
Später läuft dann alles viel einvernehmlicher und damit konnte ich dann überraschenderweise auch gut leben.
Eine Szene allerdings, in der Peter viel zu weit geht, war für mich leider eindeutig eine Vergewaltigung und schwer zu ertragen - so kurz sie auch war und trotz Entschuldigung hinterher.

Zum zweiten geht es mir um den Schreibstil. Der war wirklich gut, ich war komplett drin in der Story. Allerdings hat sich so einige male der Fehlerteufel eingeschlichen: Wörter stehen doppelt da, ein Buchstabe fehlt oder es ist ein Dreher drin... da müsste man nochmal drüber gucken. 

Punkt drei ist das Ende (Spoiler!). Es liest sich als wären der Junge und Peter nach all den Jahren noch zusammen und Peter befriedigt seine Neigung mit... Pornos?
(Bei denen mir ehrlich gesagt schon beim Gedanken daran richtig schlecht wird...)
Dafür steht doch der Keller, oder? Vielleicht ist das auch nur meine Interpretation. 
Wenn es autobiografisch ist, dann ist es eben so und der Autor war ehrlich. Befremdlich finde ich es trotzdem, bei allem Verständnis, das ich für beide aufbringen kann. Sorry. 
Ein paar lose Enden und ungeklärte Fragen sind leider auch geblieben (was wurde z.B. aus der Familie, wie haben sie reagiert, ist der Kontakt abgebrochen, was wurde aus Danni etc). Obwohl ich natürlich verstehe, dass der Autor die Menschen in seiner Umgebung schützen und nicht zu viel verraten will. (Spoiler Ende!)

Beim letzten Punkt geht es mir einfach nur nochmal darum, deutlich zu sagen, dass Homosexualität nicht gleich Pädophilie ist!
Pädophile sind tatsächlich häufiger hetero-, als homosexuell, das eine hat mit dem anderen also nichts zu tun. Neigung und Orientierung sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe und das weiß auch der Autor, der hier sicher nicht versucht hat, irgendwas zu verallgemeinern. Ich schreibe es nur dazu, weil ich mich in meiner längeren Aktivismuszeit extrem oft mit Homophobie konfrontiert sah, die Homosexualität (bei Männern) mit Pädophilie, bzw. noch schlimmer: mit Kindesmissbrauch, gleichsetzte. Das ist natürlich totaler Bullshit!

Mein Fazit: Das Buch war spannend, aufwühlend, augenöffnend, faszinierend, erschreckend und teilweise sehr schwer zu lesen, da ich natürlich vieles überhaupt nicht gutheiße. 
Ich hatte tausend (auch sehr negative) Gefühle beim Lesen, konnte es kaum weglegen und werde wohl noch eine ganze Weile viel darüber nachdenken.
Ich würde es allen empfehlen, die keine starren Weltbilder, dafür aber ein offenes Herz und einen offenen Geist haben und bereit sind, über den Tellerrand zu schauen.
Wer jedoch beim Gedanken an sehr junge Menschen, die ihre Sexualität entdecken (und ausleben, teils mit älteren) schon wieder Schnappatmung bekommt, sollte es besser lassen. 


Kommentare: 2
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