Max Monnehay Dorf der Idioten

(7)

Lovelybooks Bewertung

  • 6 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(0)
(0)
(2)
(1)
(4)

Inhaltsangabe zu „Dorf der Idioten“ von Max Monnehay

Gut gemeinter Roman, schlechte Umsetzung und überhaupt nicht authentisch.

— CanYouSeeMe
CanYouSeeMe

"Dorf der Idioten" liegt ein spannender Gedanke zugrunde - den die Autorin aber schnell zur nebensächlichen Kulisse verkommen lässt.

— Phantasienreisen
Phantasienreisen

Ich bin mittendrin... ein wirres Buch!!! Bis jetzt nicht so toll, aber bin gespannt, wie es endet. Bianca/ Meine Buchtipps

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Stöbern in Romane

Rechne immer mit dem Schlimmsten

Das Leben in den Siebzigern in Schweden: Ein überehrgeziger Vater, seine Frau und drei nichtsnutzige Kinder.

killmonotony

Heimkehren

mit Tiefgang

KSteffi1

Der Duft von Honig und Lavendel

Wundervoller Roman über das Leben und die Liebe.

Katzenauge

Underground Railroad

Sklaverei, eines der grausamsten Kapitel der amerikanischren Geschichte, großartig erzählt

ulrikerabe

Die Verschwörung von Shanghai

Keine leichte Lektüre für zwischendurch......

voeglein

Und morgen das Glück

Bewegende Geschichte über neue Anfang, großartig geschrieben !!!

marpije

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Dorf der Idioten

    Dorf der Idioten
    CanYouSeeMe

    CanYouSeeMe

    Pierrot ist ein Außenseiter, ein Grenzgänger, ein „Idiot“. Eines Tages beschließt er, einen Ort zu gründen, an dem Sonderlinge wie er leben können, ohne angefeindet zu werden. Sein Plan löst ein gewaltiges Echo aus, und in einer wunderbar absurden Tour durch Frankreich werden Mitbewohner mit psychischen und physischen Macken aufgelesen. In dem Dorf der Idioten lebt jeder, wie er mag, doch das Glück der Außenseiter weckt den Neid jener, die nicht dorthin gehören - und hoffen, aufgenommen zu werden, indem sie sich dumm stellen … Der Klappentext hat mich sofort begeistert und es war schnell klar, dass ‘Dorf der Idioten‘ von Max Monnehay in meine kleine Bibliothek wandert. Meine Erwartungen waren sehr hoch, ich wurde jedoch recht schnell auf den Boden der Tatsachen geholt. Sprachlich ist das Buch gut, der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Ob die Wortwahl dem Inhalt angemessen ist und ob die gewählte Erzählperspektive mit dem sprachlichen Niveau angemessen ist, ist wohl Ansichtssache. Für mich ist dies eindeutig nicht der Fall. Generell habe ich es als sehr schwierig empfunden mich in die Perspektive von Bastien hineinzuversetzen. Nicht, weil er ein ‘Idiot‘ ist, sondern weil ich die Erzählung nicht sehr authentisch fand. Sonderlich sympathisch war mir keiner der Charaktere. Weiterhin empfinde ich die Bezeichnung ‘Idiot‘ als sehr schwierig und unangemessen und bin jedes Mal ein wenig zusammengezuckt, als ich dieses Wort gelesen habe. Das Konzept des Buches ist sehr gut, die Umsetzung hat mich leider sehr enttäuscht, sie ist nicht an meine Erwartungen herangekommen. Das Konzept der Dorfgründung ist durchaus interessant und bietet eine grandiose Grundlage. Leider kam mir dieser eigentliche Hauptaspekt etwas zu kurz, es ging allgemein eher um Bastien, seine Vergangenheit und sein Hadern mit sich selbst. Der Spannungsbogen ist schon auf den ersten Seiten verloren gegangen und diverse Zeitsprünge im Erzählstrang haben nicht zu einer verbesserten Lesequalität beigetragen. Insgesamt ist zu sagen, dass ‘Dorf der Idioten‘ auf einem guten und interessanten Grundgedanken basiert, der leider nicht ausreichend herausgearbeitet worden ist und meinen Erwartungen nicht mal ansatzweise gerecht werden konnte. Die teils vulgäre Ausdrucksweise und das Sprachbild allgemein lassen stark an der Authentizität der erzählenden Person zweifeln. Alles in allem ein Roman, der keine Botschaft überbringen kann.

    Mehr
    • 2
    Bella5

    Bella5

    25. June 2015 um 13:16
  • Spannendes Gedankenexperiment, das jedoch enttäuschend umgesetzt wurde

    Dorf der Idioten
    Phantasienreisen

    Phantasienreisen

    12. October 2014 um 18:49

    Ein Mann namens Pierrot beschließt eines Tages, ein Dorf für sich und all jene zu gründen, die von der Gesellschaft das Label “Idiot” aufgestempelt bekommen haben und im Zuge dessen verspottet und ausgegrenzt worden sind. Schnell findet Pierrot Unterstützer für seine Idee, die bald darauf in einer kleinen Welt nur für sich leben. Die französische Autorin Max Monnehay hat sich für ihren 2012 erschienenen Roman “Dorf der Idioten” ein wirklich spannendes Gedankenexperiment überlegt, das das Potenzial für reichlich Diskussionsstoff birgt: Was macht einen Menschen zum (vermeintlichen) “Idioten” – eine geistige Behinderung, der IQ oder vielleicht doch die Gesellschaft respektive das persönliche Umfeld eines Menschen? Und inwieweit verhalten sich die Einwohner des Dorfs der Idioten besser als ihre Umwelt, wenn sie jene abweisen, die sich ein Leben in dem Dorf wünschen, aber Dorfchef Pierrot nicht idiotisch genug erscheinen oder wenn Protagonist Bastien alle Nicht-Idioten durchweg beleidigt? “Dorf der Idioten” könnte also ein grandioses Buch sein – wohlgemerkt: könnte! Max Monnehay nutzt die Idee des Dorfes lediglich als schmückendes Beiwerk, als eine Art Aufhänger oder Trigger, um die Geschichte des Ich-Erzählers Bastien zu erzählen. Die Einwohner des Dorfes grenzen sich von der übrigen Gesellschaft ab, leben unabhängig – doch wie sich dieses Dorfleben genau gestaltet, mit welchen Problemen die Bewohner zu kämpfen haben, wird kaum erfahrbar. Vieles wird nur kurz und recht faktisch präsentiert. So heißt es, dass immer mehr Leute in das Dorf ziehen wollten und es entsteht der Eindruck, als gäbe es einen regelrechten Ansturm auf das Idiotendorf. Doch wird hierauf kaum näher eingegangen und es bleibt unklar, warum so viele nach dem Leben im Dorf strebten oder wie der Rest des Landes auf dieses ungewöhnliche Dorf reagiert. Monnehay wirft ihren Lesern diverse Informationen zu, die man einfach so annehmen muss, ohne selbst die Möglichkeit zu haben, die Geschehnisse “mitzuerleben” oder gar zu hinterfragen. Auch die Charaktere der Geschichte blieben durchweg facettenlose Statisten, die ich auf der nächsten Seite bereits wieder vergessen hatte. Für mich blieb folglich die gesamte Dorfgemeinschaft kein bisschen greifbar und das Konzept eines Dorfes für Idioten zu schwammig und undurchdacht. Stattdessen dreht sich alles ausschließlich um Bastien: seine Kindheit, sein Einzug ins Dorf, das tragische Ereignis, welches ihn und seine Geliebte in Lebensgefahr brachte … Dabei konnte ich mich nie des Eindrucks erwehren, dass es eigentlich gar nicht um die Ereignisse an sich geht, sondern lediglich darum, dass Bastien sich einmal so richtig über alles in seinem Leben auskotzen kann (um mich einmal der im Roman verwandten Ausdrucksweise zu bedienen). Es scheint, als wolle Bastien einfach nur über alles und jeden seine Meinung äußern, die in der Regel immer negativ ist. Entsprechend ist auch seine Erzählweise durchweg geprägt von einer Anti-Alles-Haltung – selbst wenn es nur um etwas Banales wie einen Wochentag geht: “Sara hatte die Haustür zugeschlagen, als wir anderen an einem Sonntag, der seine Sonne in vollen Zügen auskotzte, zu einem Picknick aufgebrochen waren.” (Eichborn 2013, S. 23) Sympathisch ist Bastien wahrlich nicht. Auch die Umstände, unter denen er groß geworden ist, konnten nicht mein Mitgefühl wecken, denn letztlich ist Bastien keinen Deut besser als die von ihm kritisierte Gesellschaft, ja er erschien mir sogar wie ein regelrechtes Arschloch (um mich noch einmal der Ausdrucksweise im Buch zu bedienen). Hinzu kommt, dass Bastiens vermeintlicher Intellekt und seine sprachliche Stilistik nicht recht zusammenpassen. Glaubt man Bastiens Schilderungen darüber, was die Idiotie von ihm und den anderen Dorfbewohnern ausmacht, so muss der IQ extrem niedrig sein. Die Personen können scheinbar nicht einmal die einfachsten, alltäglichsten Dinge und Bastien vergisst während einer Busfahrt gar, wie er die Toilettentür entriegeln kann. Zugleich drückt sich Bastien aber – trotz seiner Vulgärsprache – zuweilen intelligent aus. Zwar wird im Verlauf des Buches deutlich, dass er bei Weitem nicht der Idiot ist, für den er sich stets hielt, doch unter Berücksichtigung seiner Vorbildung erscheint seine Ausdrucksweise dennoch nicht glaubhaft: Bastien hat wenig Bildung genossen, seine Mutter gab ihm stets nur Kinderbücher zu lesen – selbst nachdem Bastien die 20 Jahre überschritten hat – und so ist es doch recht unwahrscheinlich, dass ein Mensch mit diesem Bildungshintergrund zum Teil stark verschachtelte Sätze, viele (teils ungewöhnliche) Metaphern, Begriffe wie “Kakophonie” oder Vergleiche wie “[s]eine Stimme am Telefon war farblos wie Alaska” (s. 20) nutzt. Autorin Max Monnehay mag sich zwar grundsätzlich gut ausdrücken können, doch gelingt es ihr nicht, die Ausdrucksweise an ihre eigenen Charaktere anzupassen und ihnen somit Authentizität zu verleihen. Fazit: Max Monnehays “Dorf der Idioten” liegt ein spannendes, diskussionswürdiges Gedankenexperiment zugrunde, das die Autorin aber leider nicht weitergesponnen hat. Stattdessen präsentiert sie ihren Lesern einen schrecklich unliebsamen Protagonisten und changiert zwischen Vulgarismus und (pseudo-)intellektuellem Geschwafel. Vergeudetes Potenzial und eine doch sehr enttäuschende Leseerfahrung, die ihr euch wahrlich sparen könnt.

    Mehr
  • Zu extrem, nicht mein Ding

    Dorf der Idioten
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. August 2013 um 23:11

    Die Buchvorstellung in der “Zeit” hatte mich fasziniert und neugierig gemacht. Ich mag gern mal skurrile Geschichten! Die Idee zu diesem Roman ist auch extrem spannend: Ein Außenseiter beschließt, einen Ort zu gründen, an dem er selbst und viele andere Außenseiter – “Sonderlinge”- leben können, ohne angefeindet zu werden. Es gibt schließlich sogar eine “Aufnahmeprüfung”, denn auch “normale” Menschen werden neugierig und neiden den Menschen ihr Glück, wollen also auch in diesem Dorf aufgenommen werden und stellen sich “dumm”. Soweit so gut. Die Umsetzung der Geschichte hat mich allerdings so manches Mal ins Grübeln gebracht. Zum einen ist da die Sprache von Max Monnehay. Die Autorin schreibt in Kapiteln zu unterschiedlichen Themen (drei verschiedene: “Anti-Lektion”, “Medizin für die Nullen”, “Geografiestunde”), die durchnummeriert werden und die Schreibweise ist teilweise so plump und geschmacklos, dass es mich regelrecht angewidert hat. Zitat: “Wenn Deine Füße zwei Rumpsteaks sind, blutig, aber beidseitig angebraten, fachgerecht, misst du die Entfernungen in anderen Einheiten als früher. … Ihn mit den Fingern zu berühren, bei deinen Händen, die wie Schnitzel aussehen, das kannst du getrost vergessen.” Weiterhin sind es die “Idioten”, um die es im Roman geht. Ca. 70 “Idioten” ziehen in dieses bis dato leere Dorf, nachdem durch einen Aufruf in den Medien die Menschen darauf aufmerksam gemacht geworden sind. Es handelt sich meines Erachtens hier allerdings um teilweise höchst psychisch behinderte Menschen. Da frage ich mich: WIE können diese ohne eine Betreuungs-/ Pflegeperson in diesem Dorf leben, wo NUR Idioten leben – jeder nach seinem Gusto, mit seiner jeweiligen Behinderung/Macke? Das kann nur schief gehen und es geht – natürlich – auch schief. Ich persönlich finde, hier reizt die Autorin den Begriff “Idiot” zu sehr aus. Ich hatte Menschen erwartet mit kleineren oder größeren “Macken” – eben Außenseiter (nicht Behinderte)… was hier beschrieben wird, geht aber oftmals deutlich darüber hinaus. Und das empfinde ich als geschmacklos und nicht angebracht. Ich habe das Buch nach etwa der Hälfte nur noch überflogen und den Schluss dann wieder vollständig gelesen. Der Roman hat mich nie wirklich gefesselt. Er plätschert zeitweise so dahin ohne, dass etwas geschieht. An die eigenartige Sprache - oftmals mit langen, verschachtelten Sätzen, dann auch durchaus mit angenehmen Momenten und schließlich aber mit diesen geschmacklosen Passagen - habe ich mich einfach nicht gewöhnen können. Mich hat einzig das Ende interessiert. Worauf die Autorin letztlich hinaus will. Nun… das Ende ist nicht wirklich überraschend, wenn doch sehr extrem. Fazit: “Dorf der Idioten” von der französischen Autorin Max Monnehay ist ein extrem skurriler und für meinen Geschmack häufig geschmackloser Roman, der mich nicht zu fesseln vermocht hat. Viele Ungereimtheiten und die anstrengende Sprache machen es mir als Leser schwer, eine Botschaft in diesem Roman zu erkennen. Diese ist zweifelsohne vorhanden, jedoch wird sie bspw. aufgrund der extremen Ausdrucksweise der Autorin sowie durch wiederkehrende Langatmigkeit kaum wahrgenommen. Schade. Nicht mein Ding.

    Mehr