Max Otte , Thomas Helfrich 4 nach 12

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(1)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „4 nach 12“ von Max Otte

Die akute Krise ist vorbei. Doch wie geht es weiter mit der Weltwirtschaft? Wo liegen die Lösungen für die drängendsten Probleme? Und was muss ich persönlich für meine Zukunft tun? Max Otte hat die Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Wirtschaft. Von Steuersystemen, Rettungsschirmen und Globalisierung bis hin zur Regulierung der Kapitalmärkte zeigt Otte präzise und eingängig die Herausforderungen, vor denen wir alle in den kommenden Jahren stehen.

Stöbern in Sachbuch

Alles, was mein kleiner Sohn über die Welt wissen muss

Kurzweilige, aber amüsante Lektüre über das Leben mit einem Kleinkind - auf jeden Fall lesenswert.

miah

Das große k. u. k. Mehlspeisenbuch

Das Zauner ist eine Institution in Bad Ischl, hier gibt es die Rezepte der Leckereien, die man dort findet.

Sikal

Wut ist ein Geschenk

Tolles Buch

Pat82

Gehen, um zu bleiben

Eines dieser Bücher, die etwas bedeuten; so viel, dass man bereits während des Lesens weiß, dass sie alles verändern. Dich selbst.Das Leben.

IvyBooknerd

Kleine Hände – großer Profit

Hinter vielen Grabsteinen verbergen sich traurige Geschichten - nein, ich meine nicht die der Begrabenen, sondern der Kinderarbeiter.

Ann-KathrinSpeckmann

Heimatlos ist nicht gleich hoffnungslos: Sehnsucht einer jungen Frau 1944/2014

Lesestoff für die junge Generation.

annegretwinterberg

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • "Nach dem Crash ist vor dem Crash"

    4 nach 12
    R_Manthey

    R_Manthey

    03. July 2015 um 10:38

    Max Otte lehrt als Professor an einer kleinen deutschen Hochschule, leitet erfolgreich einen Fond und ist ein sehr fleißiger Publizist. In diesem Zusammenhang muss man erwähnen, dass er als einer der Wenigen die Finanzkrise bereits 2006 vorausgesagt hat. Nun liegt mit diesen zwei CDs ein Gespräch mit dem Journalisten Thomas Helfrich vor, das ein breites Themenspektrum abdeckt, jedoch dem etwas reißerischen Aufmacher nicht unbedingt gerecht wird. Der Verlag gibt an, dass dieses Hörbuch eine gekürzte und inhaltlich überarbeitete Fassung des Buches "Die Krise hält sich nicht an Regeln" darstellt. Diese Aussage muss man im Kontext eines Gespräches wohl so verstehen, dass Otte sich bei seinen Antworten im Wesentlichen an die Aussagen aus seinem Buch hält, aber auch neuere Entwicklungen kommentiert. Die erste CD enthält folgende Tracks 1. Nach dem Crash ist vor dem Crash 2. Ist der Kapitalismus aus dem Ruder gelaufen? 3. Die Zeit nach der Sozialen Marktwirtschaft 4. Über die Rettung der Banken 5. Eine vernünftige Finanzmarktarchitektur 6. Von Heuschrecken und Wolfsrudeln, die Zweite ist gegliedert in 1, Euros nach Athen tragen - der Angriff auf unsere Währung 2. Manager und Moral 3. Die Last mit den Lobbyisten 4. Von Volkswirten und Politökonomen 5. Anlagestrategien in Zeiten der Krise. Es fällt etwas schwer den Inhalt der einzelnen Gliederungspunkte wiederzugeben, weil oft Fragen gestellt werden, die völlig vom Thema abweichen. Beispielsweise wird im Track über den Euro, der 19 Minuten lang ist, bereits nach wenigen Sätzen das Verhältnis der USA zu China diskutiert. Deshalb möchte ich lediglich Ottes Thesen kurz erwähnen, die an den verschiedenen Stellen dieses Gesprächs immer wieder anklingen. Otte hält die Krise, in der wir uns immer noch befinden für ein komplettes Systemversagen. Obwohl inzwischen fast 100 Jahre vergangen sind, stehen wir wieder vor denselben Problem, die es bereits vor der Krise der 1930er Jahre gab, denn wesentliche Lehren, die damals gezogen wurden und in praktische Änderungen mündeten, wurden seit dem Zerfall des Bretton-Woods-Systems zurückgenommen. Seiner Ansicht, die Märkte hätten versagt, scheint mir allerdings zumindestens erklärungsbedürftig, zumal nicht ganz deutlich wird, was Otte mit "Märkten" eigentlich meint. Später wird er deutlich machen, dass die Regeln, nach denen die angeblichen Versagermärkte funktionieren sollten, von entsprechendén Lobbyisten geschrieben wurden und werden. Was sind denn das dann für Märkte? Die Bankenrettung von 2008 erklärt Otte für eine notwendige Handlung um einen kontrollierbaren Kollaps zu verhindern. Doch danach hätte man sie verstaatlichen, reorganisieren, gegebenenfalls verkleinern und dann wieder privatisieren sollen. Stattdessen sind noch größere Banken entstanden, die nun zum Sterben erst recht zu groß sind. Otte fordert ein viel höheres Eigenkapital der Banken und eine entsprechend höhere Haftung. Er favorisiert eine Finanztransaktionssteuer und eine Regulierung des Eigenhandels der Banken sowie des Derivatehandels. Ein neues Weltwährungssystem sei zwingend erforderlich. Der Euro hingegen sei keine Überlebensfrage für Europa, wie es uns die offizielle Propaganda einreden würde. Schließlich ging es doch auch ohne Euro. In einigen Euro-Staaten, insbesondere in Griechenland, sollte diese Währung rückabgewickelt werden. Für gefährlich hält Otte ein Ausscheiden Frankreichs aus dem Euro-Verbund. Hedgefonds seien nicht grundsätzlich böse und gefährlich. Interessanterweise argumentiert Otte hier (obwohl er zwingend recht hat) wie ein Lobbyist, denn er hat selbst einmal einen Hedgefond geleitet. Ein normaler Invetsmentfond ist sehr strengen Regeln unterworfen, die verhindern sollen, dass schlechte Fondmanager dumme Fehler machen. Eine aktive und adaptive Anlagestrategie sei so nicht möglich. Aus diesem Grunde sei es kein Wunder, dass viele Anlagestrategen in anders geregelte Hedgefonds ausweichen. Ebenso seien Leerverkäufe nicht grundsätzlich schlecht, sondern sogar legitim. Spätestens bei den letzten beiden Themen zeigen sich die Grenzen dieses Gesprächs. Ottes Erklärungen scheinen aufgrund ihrer Kürze und Pauschalität nicht immer zwingend, obwohl sie es am Ende eigentlich sind. Manche seiner Einschätzungen erscheinen auch etwas fragwürdig. So offenbart er sich als leidenschaftlicher Anhänger von Keynes und bezeichnet den Nobelpreisträger von Hayek als Ideologen. Interessant fand ich Ottes Aussagen zur Moraldiskussion über Manager und zur Korruptionsaffäre bei Siemens, die beide nicht zum Mainstream passen. Am Ende des Gespräches gibt Otte dann noch einige allgemeine Anlagestrategien zum Besten. Man solle nur das machen, was man versteht, die Dinge einfach halten und nicht auf Abkassierungsmodelle der Finanzwirtschaft hereinfallen. Er selbst ist ein Value-Investor, der auch im eingeschränkten Rahmen tradet. Fazit. Eigentlich ein interessantes Gespräch, das leider gelegentlich etwas unstrukturiert daherkommt. Man sollte nicht viel Tiefgreifendes erwarten, dafür sind die Fragen oft zu oberflächlich und die Antworten nicht selten zu pauschal. Aber immerhin enthält dieses Gespräch zahlreiche lehrreiche Ansätze und Aussagen, die dem Mainstream widersprechen.

    Mehr